© Foto: Werner Kmetitsch

Valentina Moar: ELLA - Foto: Werner Kmetitsch

tanz schritt weise

FLOATING SPACES

FLOATING SPACES ist ein der Architektur entlehnter Begriff und zeugt vom Bedürfnis, Abgrenzungen von Interessensbereichen aufzulösen - stand an dieser Stelle vor einem Jahr, als die inhaltliche Ausrichtung dieser Veranstaltungsreihe eine Erweiterung erfuhr. Tänzerin Valentina Moar assoziiert zu diesem Begriff: The floating space is a space of meeting something or someone. We move and we are moved by the wish to explore unknown territories staying in not secured places, giving up our artistic and self certainties to embrace the ones of the other… .
Um dieses Über-Grenzen-, Über- Begrenzendes –Schauen und Kreieren geht es nun verstärkt: um Anderes und Eigenes klarer definieren und (ein)schätzen zu können. Valentina Moar eröffnet gemeinsam mit Laura Catrani eine kunsttheoretisch motivierte Perspektive auf nachvollziehbar vorgeführtes, einander bedingendes und inspirierendes Miteinander. Es ist ein Duo zweier Kunstgattungen, die allgemein als zueinander sehr nah wahrgenommen und dennoch hier in einem neuen FLOATING SPACE erobert werden.
Mit der Zerrissenheit zwischen Welten beschäftigt sich sowohl Literatur wie auch Tanz in der multimedialen Performance mit Yukie Koji; von Live-Musik gleichermaßen beflügelt wie getrieben. Formal zieht der sich ergänzende, sich ineinander fügende und verbeißende Einsatz dreier künstlerischer Sparten eine weitere Ebene des FLOATING SPACES ein.
Von Herausforderung und Bereicherung durch das Aufeinanderprallen von Kulturwelten wird im albanisch-deutschen Programmbeitrag nicht nur hypothetisch erzählt; hier wird vielmehr ureigene konkrete Erfahrung, die der deutschen Tänzerin Katharina Maschenka Horn gemeinsam mit dem albanischen Choreografen Gjergj Prevaz, künstlerisch transformiert: in eine Form, die sich auf zweierlei Kunsterfahrung stützt; eingebettet in da wie dort tief verankerte, weibliche Rollenklischees. Tanz als FLOATING SPACE von Bewusstseinserfahrungen: In Darrel Toulons Performance ist das Agieren, Empfinden, sich Verlieren in zwei Welten Thema per se. Die Vielfalt der Varianten, die allein in Bezug auf Nähe und Abstand in Zweierbeziehungen Realität ist, bietet abendfüllendes Thema für ein Tanz- Paar wie R. Hribar & G.Lustek. Man denke sich nun noch den Wechsel von Dynamik dazu und findet sich so nach all dem Fließen zum Abschluss auf (be)rauschendem Terrain.
Mit diesen beiden Künstlern sind zum 2. Mal seit 2006 wichtige Repräsentanten der zeitgenössischen Tanz-Szene Sloweniens bei tanz schritt weise zu Gast. Erstmals tritt mit Gjergj Prevazi ein Vertreter Albaniens in den kulturellgeografisch definierten Fokus dieser Reihe. Theoretisch möglich ist sein Kommen erst (wieder) seit 22 Jahren; „möglich“, was zeitgenössischen Tanz betrifft, ist ein solches bestenfalls seit gut 10 Jahren. Chronologisch rekapituliert: Vor den 1990ern gab es klassisches Ballett und Volkstanz. Nach Ende der Diktatur war es neben einem gewissen allgemeinen Chaos insbesondere bei Künstlern eine Reaktion, das Land zu verlassen. Nach 1995 tauchten – im TV Programm vor allem – erstmals Formen bislang unbekannten Tanzes auf: ohne höherer künstlerischer Qualität und entfernt von dem, was als Contemporary zu bezeichnen ist; und doch machte es immerhin neugierig. Das erste Auftreten einer ausländischen Gruppe mit zeitgenössischem Tanz-Programm verursachte dennoch einen Schock – das war 1994.
Eine Änderung in der grundkonservativen Einstellung zum Tanz bewirkte es allerdings in den wenigsten Kreisen. Dies erfolgte vielmehr erst langsam ab 2000 durch eine Initiative von G. Prevazi, der an der Kunstuniversität einen Workshop für zeitgenössischen Tanz mit zwei Schweizer Künstlern organisierte. Begeistert wollten die Studenten die Gründung einer Compagnie. Nach 2 in Albanien erfolgreichen Produktionen von Prevazi und den beiden Dozenten war es 2002 so weit: Es gab die 1. freie albanische zeitgenössische Tanz Cie.

 

 

PROGRAMM
Die Dauer der einzelnen Programmpunkte beträgt 30 – 40 Minuten

15.00 Uhr Valentina Moar, Laura Catrani
ELLA, Uraufführung

16.00 Uhr Yukie Koji
DIE SCHWIMMERIN

17.00 Uhr Katharina Maschenka Horn/ ALBANIEN-DTL
EXTREME  MAKEOVER  - CULTURE CLASH

18.00 Uhr Gjergj Prevazi, Katharina Maschenka Horn
ALBANIEN IM GESPRÄCH

19.00 Uhr Darrel Toulon
SCHIZ, Uraufführung

20.00 Uhr Rosana Hribar, Gregor Luštek, SLOWENIEN
ŠTIRINAJST*FOURTEEN





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