10. Themenführung: "God's Codes in Contemporary Art": Special guest: Markus Wilfling
Nach den intensiven Führungen mit special guests wie Jochen Höller (zu "knowledge & faith") und Daniel A. Zaman (zu "bodies & souls") geht es am kommenden Samstag, 7. Februar um 11.15 Uhr mit Markus Wilfling als special guest zu"God's Cod's" weiter.
Ganz neu hat Markus mit seinem Schriftzug „Wir sind da“ den jüngsten "Zugang" in die Ausstellung "Gott hat kein Museum" gesetzt. Ursprünglich hat er diese "Behauptung" im letzten Moment im Kunstprojekt „1+1+1=1 Trinität“ (2011), das der Liturgiewissenschaftler Philipp Harnoncourt (1931–2020) zu dessen 80. Geburtstag stiftete, als bloßen Zettel eingereicht. Nun ist er Teil von "Gott hat kein Museum" „Der Satz“, so der Künstler damals, „meint jeden Einzelnen und alles dazwischen“. Leicht übersehbar, mit Fineliner an die Wand geschrieben, ein erdenklich subversiver Akt inmitten einer Welt, der die Präsenzbehauptung Gottes aus unterschiedlichen Gründen fremd geworden ist – nicht nur aus Trägheit, Lärm und Übersättigung, aber auch. Der Monotheismus, der im postmodernen Debattenfeld gegenüber dem scheinbar toleranten Polytheismus eher das Nachsehen hat (Jan Assmann), wird hier mit einem Plural bemüht, in einer starken Ansage der Gegenwart: „Wir sind da.“ Wahrscheinlich schreibt man aber derart nur, wenn man auch erwartet wird.