
Katastrophen werden in unserer Gegenwart vor allem als Bilder konsumiert und scheinen stets woanders stattzufinden – fern und zugleich permanent verfügbar. Wir verlieren uns in diesen Bildern, werden zu Beobachtenden und unmerklich Teil eines Systems, das diese Bilder hervorbringt. Was bedeutet es, Katastrophen zu betrachten, ohne selbst betroffen zu sein?
Mit „Überlebenskunst“ fragt das KULTUM Graz in den „4. Blumenbergtagen“ am 13./14. März 2026 nach der Rolle des Betrachtens und danach, ob es heute noch eine unschuldige Position des Zuschauens geben kann. Ausgehend von Hans Blumenbergs Denkfigur des „Schiffbruchs“ untersuchen Philosoph:innen, ein Theologe, ein Filmemacher, Autorinnen:innen und Kulturwissenschaftler:innen ein bedrohlich erlebtes Paradigma unserer Epoche – und fragen, wie ein Denken, eine Kunst, ein Glaube inmitten der Krise zu Orten einer Überlebenskunst werden können.
Timetable
11 Uhr
em. Univ. Prof. Reinhard Hoeps/Uni Münster | „Überlebenskunst"
Johannes Rauchenberger | Moderation
Pause | Imbiss
13 Uhr
Lorenz Aggermann | Nicht im Begriff Sein. Über Activa und Passiva bei Blumenbergs Schiffbruch
Birgit Schwaner | Strandgut. Zur Handhabung des Unbegrifflichen in der literarischen Praxis
Lucia D’Errico | Es ist niemand im Boot
Thomas Ballhausen | Moderation
Pause | Imbiss
14.30 Uhr
Angelika Wienerroither | Und immer wieder dringt das Rauschen ein. Eine künstlerische Forschungsreise zu Blumenbergs Theorie der Unbegrifflichkeit
Petra Boden | Potentiale des Unbegrifflichen. Wolfgang Iser liest Hans Blumenberg
Thomas Ballhausen | Moderation
TAG 2: Samstag, 14. März 2026, 19 Uhr | Minoritensaal |
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Live Hörspiel von büro lunaire Einführung: Benedikt Alphart (KULTUM Neue Musik), Barbara Rauchenberger (KULTUM Literatur) Katastrophen werden in unserer Gegenwart vor allem als Bilder konsumiert und scheinen stets woanders stattzufinden – fern und zugleich permanent verfügbar. Schiffbruch mit Zuschauer fragt nach der Rolle des Betrachtens und danach, ob es heute noch eine unschuldige Position des Zuschauens geben kann. Ausgehend von Hans Blumenbergs Denkfigur des Schiffbruchs untersucht das Live-Hörspiel das Spannungsfeld zwischen Beobachtung und Beteiligung, zwischen Distanz und Verstrickung. Im Aufführungsraum, der gleichsam zum Schiff wird, geraten Wahrnehmung, Nähe und Distanz in Bewegung. Narration und Klang öffnen eine Struktur aus Wiederholung und Veränderung, in die das Publikum unmittelbar einbezogen ist. Kompositionen Sounddesign | Florian Kindlinger Besetzung |
