11. Themenführung über "Fundamentalismus & Gewalt"
Die 11. Themenführung in der Ausstellung "Gott hat kein Museum" von Ausstellungskurator Johannes Rauchenberger widmet sich dem Thema Fundamentalismus. Im Zentrum stehen die Werke von Werner Reiterer, Hannes Priesch und Ruth Schnell.
Die sogenannte „Wiederkehr der Religion“ am Beginn des Jahrtausends stand bereits unter dem Vorzeichen von Fundamentalismus und Gewalt. Islamistischer Terror bestimmte das Feld. Mittlerweile wird das Agieren der religiösen Rechten auch im Christentum drängend – und nicht nur politisch gefährlich. Hinter dem religiösen Neokonservatismus steht die Angst, dass Religion im Zeitgeist aufgeht und ihre Kontur verliert.
Wer ist wann Feind? Warum ist „das Eigene“ heilig? Derartige Fragen stehen hinter dem immer aktueller werdenden Verhältnis von Religion und Fundamentalismus. Am Ende geht es nicht nur um Identitätspolitik, sondern um Macht, um Eroberung, um Krieg. Das kommt bekannt vor. Der rohe, ungeschützte Dachboden des Minoritenklosters ist Ort für die Werke von Werner Reiterer, Hannes Priesch und Ruth Schnell.
Werner Reiterer, Wer Wind sät…, 2014, Holz, Metall, Motor, diverse Elektronik, Neon, Farbe, 170 (variabel) x 153 x 270 cm, KULTUMUSEUM Graz, aus: reliqte, reloaded. Zum Erbe christlicher Bildwelten heute (2015)