
Die dreistündige Performance-Installation hljóðvitar von Gerhard Eckel erforscht Klang als räumliches Phänomen – inspiriert von isländischen „Klangleuchttürmen“, also Nebelhörnern, die Orientierung im Raum geben sollen. In langsam sich entfaltenden, von den Anwesenden mitgestalteten Rückkopplungsprozessen entsteht ein begehbarer Klangraum, den das Publikum jederzeit betreten und wieder verlassen kann.
Beschreibung
Das isländische Wort hljóðvitar bedeutet sinngemäß „Klangleuchttürme“ und bezeichnet Nebelhörner, die Schiffen bei schlechter Sicht zur Orientierung an der Küste dienen. In dem Begriff steckt ein faszinierender Widerspruch: Klang soll wie Licht Richtung geben und Raum markieren.
Auch der Komponist Edgar Varèse träumte davon, Klang wie Scheinwerferlicht in den Raum zu projizieren. Doch während wir gewohnt sind, Raum vor allem visuell wahrzunehmen und zu denken, folgen Schallwellen ganz anderen Gesetzmäßigkeiten als Licht. Klang breitet sich anders aus, umhüllt, durchdringt und definiert Räume auf eigene Weise.
Mit der dreistündigen Performance-Installation hljóðvitar lädt Gerhard Eckel dazu ein, sich diesen besonderen Eigenschaften von Klang sinnlich hinzugeben. In sich behutsam entfaltenden und von den Anwesenden modulierten Rückkopplungsprozessen soll eine Ahnung davon entstehen, wie Klangräume strukturiert sein können. Der zeitliche Rahmen dafür ist weit gefasst und erlaubt ein Kommen, Verweilen und Gehen nach Belieben.