Heute beginnt der Pfingstdialog auf Schloss Seggau mit dem Titel: Europa(s) Stärken. Das KULTUM ist wieder mit einer begleitenden Kunstinstallation dabei, die - nach dem Vorjahr mit Zlatko Kopljar – heuer der steirische Peter Angerer gestaltet hat. Er plädiert für eine transkulturelle Sicht der Welt, denn „Wir sind alle kulturelle Mischlinge“ (Wolfgang Welsch). Danke, Peter, für deine wunderbare Installation! Morgen um 9 Uhr wird er über seinen Ansatz einführen.
Bis vor wenigen Jahrzehnten war das sogenannte Kugelmodell die gängige Beschreibung von Kulturen in ihrem Verhältnis zueinander. Johann Gottfried Herder (ca. 1774) beschrieb Kulturen als im Inneren homogen mit strikter Abgrenzung nach außen. Kulturen, die wie Kugeln aneinanderstoßen, aber nicht miteinander kommunizieren, finden sich allerdings in Diskursen bis heute (Huntington: „Clash of Civilization“). Die andere Beschreibung von Kulturen, wäre die von Geflechten und Netzwerken, von Mischungen und Überlagerungen. Heutige Kulturen sind durch Globalisierung, Migrationsbewegungen und Internet stark miteinander verbunden und die Trennschärfe zwischen Eigen – und Fremdkultur schwindet. Alle Kulturen sind demnach hybrid. Wolfgang Welsch: „Nicht Statik, Homogenität und Abgeschlossenheit, sondern Bewegung, Hybridisierung und Verflechtung bilden die Matrix der Kulturen.“ Eine transkulturelle Sicht auf die Welt schätzt die Vielfalt und hat zum Ziel, neue Verbindungen zwischen Menschen zu generieren.
Edward Said: „Die Geschichte der Kulturen ist die Geschichte kultureller Anleihen – alle Kulturen sind hybrid.“
Byung Chul Han: „Die Anwesenheit des Fremden ist notwendig für die Bildung des Eigenen.“