Katastrophen werden in unserer Gegenwart vor allem als Bilder konsumiert und scheinen stets woanders stattzufinden – fern und zugleich permanent verfügbar. Wir verlieren uns in diesen Bildern, werden zu Beobachtenden und unmerklich Teil eines Systems, das diese Bilder hervorbringt. Was bedeutet es, Katastrophen zu betrachten, ohne selbst betroffen zu sein?
Mit „Überlebenskunst“ fragt das KULTUM als Mehrspartenhaus für zeitgenössische Kunst in den „4. Blumenbergtagen“ am 13./14. März 2026 nach der Rolle des Betrachtens und danach, ob es heute noch eine unschuldige Position des Zuschauens geben kann. Ausgehend von Hans Blumenbergs Denkfigur des „Schiffbruchs mit Zuschauer“ untersuchen Philosoph:innen, ein Theologe, ein Filmemacher, Autor:innen und Kulturwissenschaftler:innen ein bedrohlich erlebtes Paradigma unserer Epoche – und fragen, wie ein Denken, eine Kunst, ein Glaube inmitten der Krise zu Orten einer Überlebenskunst werden können:
Wir setzen damit unsere hochkarätigen, spartenübergreifende "Blumenbergtage" der letzten Jahre fort und aktualisieren Werke dieses bedeutenden Philosophen des 20. Jahrhunderts für die Gegenwart – verbunden mit Schreib- und Komposionsaufträgen, die, wie schon in den Vorjahren, als Uraufführungen im Minoritensaal erlebbar sein werden.
Nach dem Eröffnungsabend mit der Premiere des Films „Die Stille unseres Scheiterns“ und einem von Co-Kurator Thomas Ballhausen geleiteten Bühnengespräch mit dem Regisseur Mersolis Schöne, der Autorin Katharina Kiening und dem Blumenberg-Biografen Rüdiger Zill steht der zweite Tag wieder ganz im Zeichen von Diskurspanels. Eröffnet wird er vom Münsteraner Bild-Theologen Reinhard Hoeps zum Tagungsthema, es folgen Lorenz Aggermann, Birgit Schwaner, Lucia D’Errico, Angelika Wienerroither und Petra Boden, die sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln dem Thema nähern, ihre Beiträge werden jeweils von Thomas Ballhausen eingeleitet und moderiert.
Am Abend finden die 4. Blumenberg-Tage im barocken Minoritensaal mit einem Live-Hörspiel des Büros Lunaire ihren Abschluss. Kompositionen von Alexander Bauer, Reinhold Schinwald, Tímea Urban erleben dabei ihre Uraufführung. Das Libretto verfasste Stefan Schmitzer. Interpretiert werden die Werke von Elisa Azzarà (Flöte), Philipp Lamprecht (Schlagwerk), Pablo Marin-Reyes (Posaune), Gina Mattiello (Stimme) und Reinhold Schinwald. Das Sounddesign stammt von Florian Kindlinger und die Tontechnik von Benedikt Alphart.
Im Namen des Kurator*innenteams – Thomas Ballhausen, Barbara Rauchenberger, Benedikt Alphart – darf ich Sie/Dich zu diesen zwei besonderen Tagen ins KULTUM sehr herzlich einladen:
Ihr
Johannes Rauchenberger
Mehr Infos zu den Teilnehmenden finden Sie auf unserer WEB-Seite >>
Eintritte Panels bzw. Live-Hörspiel: je € 15,–/10,–
Gesamtticket incl. Live-Hösrpiel: € 20,–/15,–
Anmeldung dringend erbeten unter tickets@kultum.at