Am Freitag, den 8. Mai 2026, luden das KULTUM (Cubus) und die uniT Graz zu einer besonderen Lesung und Buchpräsentation ein: Peter Waterhouse stellte sein Werk „Z Ypsilon X“ vor.
Ausgangspunkt von Waterhouses Erkundung ist die Nachlassbibliothek seines Großvaters Edgar Alker, der als Hauptschriftleiter des „Kleinen Blatts“ während der NS-Zeit eine zentrale Rolle im Propagandaapparat spielte. Doch statt einer bloßen Aufarbeitung der Vergangenheit entfaltet der Autor eine lesende und sehende Reise durch Geschichte, Familien- und Kriegsgeschichten. Begleitet wird er dabei von literarischen Gefährten wie Karl Kraus, Charles Dickens und Georg Trakl, deren Werke ihm als Spiegel und Gegenwelt dienen.
In „Z Ypsilon X“ wird Sprachkritik zur Gesellschaftskritik – und die Bücher selbst werden zu Orten, an denen neue Möglichkeiten entstehen. Waterhouse plädiert für das Zögern, für das Infragestellen linearer Geschichtsbilder und zeigt auf, wie Literatur Räume für Alternativen eröffnen kann.
Die Veranstaltung, moderiert von Paul Jandl, bot nicht nur Einblicke in das Werk, sondern auch in die kraftvolle Verbindung von persönlicher Geschichte und literarischer Reflexion. Ein Abend, der zum Nachdenken anregte – über die Macht der Sprache, die Verantwortung der Erinnerung und die Unabgeschlossenheit der Geschichte.