KULTUM | Doron Rabinovicis Lesung im KULTUM heute auf Radio Helsinki (17 Uhr) | Rückblick auf die letzte Themenführung von "Gott hat kein Museum"
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Radio Helsinki sendet die Lesung von Doron Rabinovici vom 10. Juni im bis auf den letzten Platz besuchten Cubus im KULTUM heute, Montag, 13. Juli 2026, von 17.00 bis 18.00 Uhr sowie am Dienstag, 14. Juli 2026, von 7.30 bis 8.30 Uhr und von 12.00 bis 13.00 Uhr.

 

Ein Radiotipp: Heute, Montag, 13. Juli 2026, sendet Radio Helsinki von 17.00 bis 18.00 die Lesung von Doron Rabinovici, die er am 10. Juni im KULTUM Graz gehalten hat. Er las aus seinem Essay »Angesichts des Siebenten Oktober. Auslöschung und Geiselnahme« und sprach über jüdisches Leben nach dem 7. Oktober 2023. Der Abend war von einer selten gewordenen Form konzentrierter Aufmerksamkeit geprägt.

(Morgen, Dienstag, 14. Juli 2026, wird die Sendung von 7.30 bis 8.30 Uhr und von 12.00 bis 13.00 Uhr erneut ausgestrahlt)

In der anschließenden Diskussion, die wir auch auf dem  YouTube-Kanal des KULTUM Graz aufgezeichnet haben, entwickelte sich ein differenziertes und präzises Gespräch, das den Essay dialogisch weiterführte. Sichtbar wurde, wie Aufklärung gelingen kann: durch genaues Zuhören, die Fähigkeit, widersprüchliche Erfahrungen auszuhalten, und die klare Benennung antisemitischer Deutungsmuster.

Falls Sie ein Furche-Abo besitzen: Der Essay ist inzwischen unter dem Titel »Es war einmal: Nie wieder? Der neue Antisemitismus nach dem 7. Oktober« in der FURCHE nachzulesen.

Im Anschluss an die Grazer Veranstaltung setzte Doron Rabinovici die Auseinandersetzung an der Universität Wien unter dem Titel »Es war einmal nie wieder. Angesichts der Ausbreitung des neuen Antisemitismus« fort.

 
 
 

Im YOUTUBE-Kanal des KULTUM ist das anschließende Gespräch nachzuhören. Foto: René Corvaia-Koch

 

An diesem Abend wurde eine Zerrissenheit spürbar, die sich weder in Parolen auflösen noch moralisch vereindeutigen lässt. Rabinovici benannte die weltweiten antisemitischen Folgen des Massakers und gab auch der Trauer um die unschuldigen Toten in Gaza Raum.

Was diese Veranstaltung besonders machte, war die Form der Aufmerksamkeit, die sich im Raum entwickelte. Die Stimmung war von Respekt und wachem Zuhören geprägt. Bei einem Thema, dessen öffentliche Verhandlung zunehmend von Frontstellungen, Zuschreibungen und sprachlicher Eskalation bestimmt wird, war diese Haltung keineswegs selbstverständlich.

Im Anschluss an die Lesung entwickelte sich eine außerordentlich konzentrierte Diskussion. Präzise und engagierte Wortmeldungen aus dem Publikum erschlossen weitere Zusammenhänge und ermöglichten Doron Rabinovici, seine Überlegungen fortzuführen. Das Gespräch gewann so den Rang einer eigenen Denkform: Es wurde zur dialogischen Fortsetzung des Essays, gleichsam zu einem zweiten Referat, das erst aus der Begegnung mit dem Grazer Publikum hervorgehen konnte.

Der Abend führte eindrücklich vor, was antisemitischer Agitation entgegengesetzt werden kann. Gerade Formen des sekundären Antisemitismus, die sich in Schuldabwehr und moralischer Umkehr artikulieren, werden häufig aus Unwissenheit reproduziert oder gezielt unter Berufung auf Menschlichkeit in gesellschaftliche Debatten eingespeist. Aufklärung beginnt mit der Bereitschaft, Erfahrungen ernst zu nehmen, genau zuzuhören und antisemitische Deutungsmuster als solche zu erkennen. Aus einer solchen Haltung kann ein Denken entstehen, das das vielfältige Leid anerkennt und antisemitische Gewalt zugleich unmissverständlich benennt.

Auch die Bedeutung des KULTUM als Ort öffentlicher Kulturarbeit wurde an diesem Abend deutlich. Es gibt Veranstaltungen zu gesellschaftlich dringlichen Fragen Raum und unterstützt sie mit Ernsthaftigkeit und Sorgfalt. Die besondere Qualität des Abends entstand aus Doron Rabinovicis Lesung, seiner Bereitschaft, die Überlegungen des Essays im Gespräch weiterzuführen, und den klugen, engagierten Beiträgen des Publikums.

So bewahrt die nun veröffentlichte Videoaufzeichnung weit mehr als die Erinnerung an eine gelungene Veranstaltung. Sie macht einen Denkprozess zugänglich, in dem sich Rabinovicis Essay im Gespräch öffnet und weiterarbeitet.

 
 
 

Unser Programm für September/Oktober ist eben als Folder erschienen: Hier auch ONLINE!


 

Herzliche Sommergrüße aus dem KULTUM!
Wir starten gerade mit dem Umbau der Ausstellung – Eindrücke der Abschlussführung mit so vielen Interessierten sehen hier als Fotostrecke...

Ihr

Johannes Rauchenberger

 

Viel Interesse bei der letzten (und 20.) Themenführung von "Gott hat kein Museum" am vergangenen Samstag

 

Heute begann der Umbau - Eröffnung der zweiten Ausgabe von "Gott hat kein Museum": 12. September, 11 Uhr

 
 
 
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