Angesichts des immer stärker werdenden Antisemitismus in der öffentlichen Meinung, im Diskurs, auch in jenem der Kunst, möchten wir einer fundamentalen Stimme verstärkt eine Öffentlichkeit geben, die im Essay »Angesichts des Siebenten Oktober. Auslöschung und Geiselnahme« die Auswirkungen der Massaker vom 7. Oktober 2023 ergründet. Der Schriftsteller und Historiker Doron Rabinovici benennt dabei auch die eigene Zerrissenheit angesichts der Gewalteskalation im Nahen Osten. Am Mittwoch, 10. Juni 2026, ist er um 19 Uhr zu Gast bei uns im KULTUM.
Ob in Europa, in Amerika oder in Australien – überall kam es in den Monaten nach dem Überfall der Hamas zu antisemitischen Übergriffen, Ausschreitungen und Attentaten.
Was im Herbst 2023 viele Juden und Jüdinnen erschütterte, war die Gleichgültigkeit vieler angesichts der Massenermordung von Juden und Jüdinnen. Das unterscheidet diesen Konflikt von allen anderen: Die Diaspora wird zum Ziel. Wenn im Nahen Osten geschossen wird, muss jeder Jude und jede Jüdin weltweit damit rechnen, ins Fadenkreuz zu geraten.
Es ist indes kein Widerspruch um die israelischen Opfer und zugleich um die Abertausenden unschuldigen Toten in Gaza zu trauern. Aber überall – nicht nur im Nahen Osten – gewinnt die Hetze der Scharfmacher Oberhand. Der Essay will der Trauer eine Stimme verleihen, gegen Judenhass und Israelhetze anreden, doch auch das vielfältige Leid aller anerkennen.
Im Namen der MitveranstalterInnen lade ich Sie herzlich ein!
Ihr Johannes Rauchenberger