Herzlich lade ich Sie/Dich am Freitag, 22. Mai 2026, 18 Uhr zur Eröffnung der Sommerausstellung ins Spiegelgitterhaus Gleisdorf: "Was tun Skulpturen ohne Aufsicht?" lautet der zwinkernde Titel, der nicht nur das Problem des Spiegelgitterhauses markiert, sondern ganz viel über das Wesen von Skulpturen erzählt: Michael Kienzer und Anneliese Schrenk haben dazu Außerordentliches mit ihren Werken beizutragen.
Herzliche Einladung - geben Sie diese auch weiter!
Ihr Johannes Rauchenberger
Einladungskarte digital >>
www.kultum.at/spiegelgitterhaus
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Erstes Bild oben: Anneliese Schrenk: no more kings, , queens …, 2024-25, je 1 m2 (21-teilig) | 303x707cm, Leder/Ausstoßhaut auf Keilrahmen, Beine tätowiert + pigmentiert, Hintergrund tätowiert, aufgeraut, gebrannt, pigmentiert, künstliche Wimpern, Rubbeltattoo, Unikataluminiumabguss einer Spielzeugkrone / Ölfarbe, Draht, Goldrahmung 24 Karat Blattgold/Andreas Vesalius Quinta Musculorum Tabula 1543m Courtesy the Artist/Bildrecht Wien 2026 Foto: Ellen F. Wagner/Tresor Bank Austria Kunstforum
Zweites Bild: Michael Kienzer: Melted into the surroundings Vol. 12, 2023, 285x160x139 cm, Mixed media , Courtesy the Artist/Bildrecht Wien 2026Foto: Michael Kienzer/Fondazione Mudima
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Anneliese Schrenk zeigt und konfrontiert uns mit Tierhaut, Verarbeitungsrelikten, Fetischobjekten, einer Unzahl an industriellen Fundstücken, Aluminiumgüssen, die technoide, physische und psychische Assoziationen in ausgeklügelten Spannungsverhältnissen auslösen. Schmerz und Prägung werden in ihren Arbeiten ebenso thematisiert und deutlich sichtbar wie die Macht und Gier patriarchalen, kolonialen oder neoliberalen Gewinndenkens [...] In ihrem Denken erweitert sie den Begriff der Haut und stellt ihn in einen holistischen Zusammenhang, der an Michel Foucault, Donna Haraway und Bruno Latour erinnert. Dabei setzt sie Haut mit Leder gleich und wählt sie als eines ihrer Basismaterialien [...] Haut als unmittelbarste, sensibelste, allen Unwägbarkeiten ausgesetzte menschliche, tierische, organische oder technoide Grenzmembran wird von der Künstlerin erkannt, ausgewählt, verdichtet und aufgespannt, tätowiert, gebrannt, bemalt oder beschriftet und diffizil ausgelotet [...] Aus diesen Ansätzen öffnet und erweitert Schrenk Bild, Skulptur und Raum und entwickelt ihre eigene Formensprache.
Textauszug aus: Elisabeth Fiedler: Anneliese Schrenk, 2024
„MORE AND MORE OFTEN MY THOUGHTS CAPTURE THE IDEA THAT PLANTS, THINGS, SPACES AND ANIMALS MISS THE TENDERNESS OF PEOPLE.“ A. Schrenk, 2021
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Fundstücke, Teile unterschiedlicher Metall-, Holz- oder Glasplatten, Gitter, Stangen, Rollen, Schienenbruchstücke, Rohre, Bausteine und -fragmente, Industrieabfälle, eine Näh- und Waschmaschine, Prothesen, Teppiche, Radiergummi, Schaumstoff, Klebebänder, Zeichnungen, Fotos werden von Michael Kienzer arrangiert und scheinen eine Geschichte zu erzählen, die surreal-dadaistische Verwindungen und Verbindungen in sich tragen. Jedes Material hat seine eigene Qualität, Temperatur, Härte, Lautstärke, Dynamik, die wir körperlich wahrnehmen können. Abstrakte Materialformen assoziiert Kienzer mit modellhaften Häusern, Kirchen, Lastwagen, Flugzeugträgern, Orgelpfeifen und erzeugt ausgeklügelte Schwebezustände, die belastbar verbunden sind, doch nicht von Dauer zu sein scheinen. Kienzer schafft aus Reduktion, Fragmentierung und Bruchstückhaftigkeit prägnante Setzungen, die uns immer wieder aufs Neue beschäftigen. Rollen, Knicken, Verknoten, Verdichten sind Parameter seiner Arbeiten, die subtil gearbeitet den Moment des Stillstands in der Bewegung manifestieren. Dabei geht es um jene Kräfte, die zwischen den Materialien wirken. Wir sehen Momente, die stabil sind, aber fluid wirken, die Möglichkeit jederzeitiger Veränderlichkeit suggerieren und doch klar positioniert sind. [...] Trotz präziser Ausführung scheint nichts stillzustehen, vielmehr wirken die Situationen wie offene Erinnerungen. Auf diese Weise verbindet Kienzer Stillstand und Aufbruch, Wagen und Scheitern, Gegebenheit und Option als Zeichen des Umbruchs und steten Wandels.
Textauszug aus: Elisabeth Fiedler: Michael Kienzer - “Melted into the Surroundings”, 2024
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Die Arbeiten stammen aus der Sammlung Wolf/KULTUMUSEUM Graz und dem Besitz der Künstlerin und des Künstlers. Die Schau ist Teil des Hochsommerfestivals.
Begrüßung: Michaela Leutzendorff-Pakesch
Zu den Werken spricht Kurator Johannes Rauchenberger
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