KULTUM | in dieser Woche: Buchvorstellung Hannes Schwarz im Spiegelgitterhaus Gleisdorf (MI, 15.4.2026, 18 Uhr) | Konzert Broadsides (MI, 15.4.2026, 19.30 Uhr) | 6. Tage der afrikanischen Literaturen (FR, 17. und SA, 18.4.2026, 14.30 bis 20 Uhr)
Wieder steht eine intensive Veranstaltungswoche im KULTUM bevor: Am kommenden Mittwoch, 15. April 2026, 18 Uhr, wird das frisch aus der Druckerei kommende, wiederaufgelegte Buch über Hannes Schwarz mit dem Titel „Man sieht nur, was man denkt” im Spiegelgitterhaus Gleisdorf vorgestellt: Reingard Schwarz, die das Buch verfasst hat, wird daraus lesen: Es ist eine besondere Gelegenheit, die Ausstellung „Ein Nein aus der unendlichen Sehnsucht nach einem Ja!” über Hannes Schwarz zum 100. Geburtstag im Spiegelgitterhaus, die nur noch bis zum 26. April zu sehen ist, zu besichtigen.
Denken und Malen waren bei Hannes Schwarz ganz eng verbunden, beides war für ihn unabdingbare Notwendigkeit, Überlebens-Strategie gewissermaßen. Wie sehr das der Fall war, lässt sich den zahlreichen Notizen und Aufzeichnungen entnehmen, die Reingard Schwarz, die Tochter des Künstlers, im Nachlass ihres Vaters gefunden hat. Sie lassen sich durchaus als Mitteilungen verstehen, jedenfalls bilden sie den gedanklichen Hintergrund zum bildnerischen Schaffen von Hannes Schwarz und vermitteln ein sehr authentisches Bild davon, was den Künstler antrieb, wie er sich selbst im Kontext der zeitgenössischen Kunst sah und welche Zweifel ihn plagten. Daneben sind sie auch ein Zeitdokument, zeugen sie doch von den seelischen Nöten eines Menschen, der den Nationalsozialismus ganz hautnah erlebte, und von den geistigen, weltanschaulichen Schlüssen, die er aus dieser Erfahrung zog.
Am Mittwoch, 15. April 2026, 19.30 Uhr lädt KULTUM-Neue Musik-Kurator Benedikt Alphart zum Konzert Broadsides mit Weston Olencki & Lars Tuchel: Auf einem elektromechanischen Banjo interpretiert Weston Olencki Bluegrass Standards völlig neu. Dabei trifft die Euphorie und Melancholie dieser traditionellen amerikanischen Musik auf motorische Percussion und Feldaufnahmen schwüler Sommertage.
„fast immer spannend“ zeigt sich Lars Tuchels Soloprogramm, das zum Hinhören, Zuhören und Dazugehören einlädt. Hören wird hier zum gemeinsamen, sozialen Akt. Was sich dabei entfaltet, ist manchmal spektral, manchmal drohnig, manchmal algorithmisch, manchmal audio-visuell, aber fast immer spannend. Mehr zu diesem Konzert >>
Am Freitag, 17. und Samstag, 18. April 2026 lädt KULTUM Literatur Kuratorin Barbara Rauchenberger in der Reihe „Literatur Hotel” – gemeinsam mit dem Verein Chiala – zu den „6. Tagen der afrikanischen Literaturen” mit Lesungen, Workshop, Podiumsdiskussionen. Es lesen Famakan Magassa sowie Véronique Tadjo, Efua Traoré, Abdourahman Waberi, Osvalde Lewat, Bessora, Jamal Mahoub und Gloria D. Gonsalves. Die diesjährige Ausgabe steht unter dem Motto: „Subversion&Perspektiven”.
Afrikanische Literatur war stets ein Ort des Widerstands, der Neuerfindung und des radikalen Träumens. Von mündlichen Traditionen bis zur spekulativen Gegenwartsfiktion haben Autorinnen und Autoren dominante Narrative unterlaufen, um Geschichte, Sprache und Zukunft zurückzuerobern. In einer Welt, geprägt von kolonialen Hinterlassenschaften, ausbeuterischen Ökonomien und kulturellen Auslöschungen, ist Subversion mehr als Auflehnung: Sie ist eine schöpferische Kraft, die die Gegenwart aufrüttelt und Raum für neue Welten schafft. Für kommende Generationen bleibt sie ein Weg, die Gegenwart zu hinterfragen und neue Horizonte zu erkunden.
Gerade in Zeiten globaler Unsicherheit kommt der Literatur eine besondere Aufgabe zu: Hoffnung zu schenken, Wege des Durchhaltens aufzuzeigen und neue Möglichkeiten des Aufblühens zu schaffen. Das Festival stellt daher Subversion und Zukunftsentwürfe ins Zentrum und fragt: Kann Literatur unterdrückende Strukturen und bessere Welten erdenken? Kuratiert wurde das Festival von Ida Hadjivanyanis (London) und Sami Tchak (Paris).