KULTUM | Spiegelgitterhaus Gleisdorf: Einladung zur Eröffnung Ausstellung Hannes Schwarz: FR, 13. Feb. 2026, 18 Uhr
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Ausstellungsansicht "Hannes Schwarz zum 100. Geburtstag" im Spiegelgitterhaus Gleisdorf
Fotos: Johannes Rauchenberger
Einladungskarte >>

 

Herzlich lade ich Sie/Dich am Freitag, 13. Februar 2026, 18 Uhr zur Eröffnung einer  – eine große Aura aussendenden – Ausstellung ins Spiegelgitterhaus Gleisdorf:  Mit: "Ein 'Nein!' aus der unendlichen Sehnsucht nach einem 'Ja'" (Emil Cioran) erinnert das KULTUM vom 13. Februar bis 26. April 2026 an einen der bedeutendsten Künstler dieses Landes: Hannes Schwarz (1926-2014). Die Erfahrung tiefster Inhumanität in den Verbrechen der nationalsozialistischen Ideologie hat Schwarz ein Leben lang künstlerisch abgearbeitet. Im letzten Drittel seines Lebenswerks erschafft Schwarz Landschaften von subtiler Sakralität, ohne die Narben und Wunden der Vergangenheit zu verdecken. Sein Werk wirkte lange zeitlos, heute aber wirkt es erschreckend aktuell. Dass die "Zeit meiner Bilder noch kommen wird" hat Schwarz zeitlebens geahnt.  

Herzliche Einladung - geben Sie diese auch weiter! Einen schönen Sonntag und eine gute Woche! 

Ihr Johannes Rauchenberger

 

 
 
 

Hermetisch II, 1991 | Fragment II, 1999 (Leihgaben Stift Admont)

Der steirische Künstler Hannes Schwarz (1926–2014) hat wie kaum ein anderer die inhumanen Vernichtungsideologien des 20. Jahrhunderts auf diesem Kontinent zum Thema seiner Kunst gemacht. Als junger Mensch wurde er selbst von dieser Ideologie indoktriniert und sollte folglich ein Teil davon werden. „Wir sind die betrogene Generation“, sagte er immer wieder. Die Kriegserfahrung in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs hat seine Augen für immer geöffnet – zurück blieben Einsichten und Träume,  die ihn ein Leben nicht mehr los gelassen haben. 

 
 
 

Fliehende Figur, 1971 | Liegende Figur vor Fenster, 1971  (jeweils KULTUMUSEUM/Sammlung Wolf) | Figur am Fenster, 1966 Leihgabe Stift Admont)

Tagsüber arbeitete er in einem streng ritualisiertem Tagesablauf die Gefallenheit, die Geworfenheit und die Verletztheit des Menschen, der bei ihm eine Kreatur ist, ab. In den 1960er Jahren entstehen verletzte Körper- und Gitterbilder.

 
 
 

Rex, 1970 (Leihgabe Kunstsammlung der Stadt Graz/Kulturamt)

Der Mensch, den er in seiner ganzen Triebhaftigkeit, Verletztheit und Geworfenheit zeigt, verschwindet schließlich aus dem Bild.

 
 
 

Stele auf gelbem Grund, 1982 | Hermetisch II, 1991  (Leihgaben Stift Admont)

 

Vorhang II (Tuch des Schweigens), 1988 (Leihgaben Stift Admont) | Epitaph für eine Landschaft, 1986-92  (KULTUMUSEUM/Sammlung Wolf) | Opferstele, 1987 (Sammlung ehem. Bildungshaus Mariatrost/Diözese Graz-Seckau)

Zurück bleiben zunächst leere Opferstelen, Tücher, später Epitaphe und Fahnen.  

 
 
 

Das Zelt, 1976   (KULTUMUSEUM/Sammlung Wolf)

Schließlich wandern Zelte und später Bäume in seine Bilder ein, deren Hintergründe immer  aus der Raum-Zeit-Dimension herausgenommen erscheinen. Schwarz, der sein Weltverständnis mit Philosophen oder Schriftstellern zu bewältigen suchte, fand in Emil Ciorans Zitat „Ein ‚Nein!‘ aus der unendlichen Sehnsucht nach einem ‚Ja!“ die Spiegelung für seinen tiefen Skeptizismus. 

 
 
 

Schwarz war ein stiller, kompromissloser, auf vielfache Weise schutzloser, aber vor allem ungemein konsequenter Mensch, musisch gleichermaßen begabt wie belesen in allen möglichen Konzepten, die Inhumanität mit Philosophie, Poesie und Kunst zu bewältigen. Seinen Zeitgenossen, auch seiner Heimat, erschien er deshalb fremd: Die Auseinandersetzung mit der dunklen Vergangenheit schien keinen Platz im vom Fortschrittsoptimismus durchzogenen Nachkriegsösterreich zu haben. 

 
 
 

Stillleben mit Früchten, 1999  (Leihgaben Stift Admont)

An Götter konnte er nie mehr glauben, dafür war der Göttersturz seiner Jugend zu dramatisch. Ein ferne Sehnsucht aber blieb am Ende seines Lebens doch: „Ich möchte malen können wie Fra Angelico.“ Das ist ihm nicht verwehrt geblieben. Die Stillleben am Ende seines Lebens strahlen eine sakrale Ruhe aus.

 
 
 

In der Emmanuel-Kapelle in der Weizbergkirche fanden seine Opferstelen und Wimpeln einen sakralen Ausdruck, die die tiefste Katastrophe der Menschheitsgeschichte auch in die Sakralarchitektur dieses Landes einschreibt – und so auch erinnert. Sein Werk ist zeitlos. Lange erschien es wie ein lebenslanges Abarbeiten einer nie verheilten Wunde. Mittlerweile aber wirkt es erschütternd aktuell.

 
 
 

Die Arbeiten stammen aus der Sammlung Wolf,  des Museums für Gegenwartskunst – Stift Admont, der Kunstsammlung der Stadt Graz, der Stadtgemeinde Weiz und der Diözese Graz-Seckau: Danke an alle Leihgeber!
Die Schau ist Teil des Ausstellungszyklus "Hannes Schwarz – GEGENWELTEN", der an mehreren Orten stattfindet und den 10. Todestag (2014) und den 100. Geburtstag (1926) zum Anlass nimmt, an diesen bedeutenden Künstler zu erinnern und zu würdigen. 

 
 
 
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