KULTUM 3. Dezember: Kuratorenführung mit dem Schwerpunkt religiöser Fundamentalismus. Gast: Hannes Priesch
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Am kommenden Samstag, den 3. Dezember 2022findet um 11 Uhr eine weitere öffentliche Kuratorenführung durch die Ausstellung DE PROPAGANDA FIDE statt. Der Schwerpunkt ist der religiöse Fundamentalismus in der Glaubensprogaganda. Als Gast darf ich den Künstler Hannes Priesch willkommen heißen, dessen "Fahnen" in der Ausstellung eine prägnante Position bilden. Jahrelang hat Priesch in den Vereinigten Staaten gelebt, wo ihm der religiöse Fundamentalismus evangelikaler Bewegungen (u.a. von George W. Bush) zum Gegenstand künstlerischer Auseinandersetzungen wurde.
In Erwartung eines inhaltlich spannenden Gesprächs grüßt herzlich


Ihr Johannes Rauchenberger

 


 


 

Samstag, 3. Dezember 2022, 11 Uhr



Propaganda hilft oft nach, wenn eine Sache nicht von sich aus überzeugt... Jedenfalls hat der Propagandabegriff einen schalen Beigeschmack. Historisch ist er allerdings einer enormen Mutation unterworfen. Er beginnt tatsächlich bei der katholischen Gegenreformation mit der Gründung „sacra congregatio de propaganda fide“ im Jahre 1622.

Schon im 18. Jahrhundert wird er als Kommunikationstechnik der Gegenaufklärung negativ konnotiert, später wird er eine universell einsetzbare Technik zur Verbreitung von Ideologien. Nicht nur die französische Revolution, auch restaurative Kräfte eignen sich ihn an. Die Arbeiterbewegung wird ihn später als wichtiges Mittel  zur Agitation verwenden. In den beiden Weltkriegen wird Propaganda zum unverzichtbaren Teil Bestandteil der Kriegsführung.

All diese Aspekte schwingen in den Fahnen von Hannes Priesch, der am 3. Dezember Gesprächspartner in der Kuratorenführung von Johannes Rauchenberger ist, mit. Er erinnert an die Fahnenkultur von Politik und Religion, deren Geschichte ein ganz spezielles „graphic design“ aufweist und als solches künstlerisch inszeniert wird. Priesch hat ein tiefes Misstrauen in gewaltsame Formierungen eines „Wir-Gefühls“, das er gerade in der ausgeprägten Fahnenkultur von Gemeinschaften sieht: In ihr entfacht die religiös-patriotische, die identitätsstiftende, aber eben auch abgrenzende Haltung ihre jeweiligen Energien.

 

Hannes Priesch vor zwei seiner Fahnen in der Ausstellung DE PROPAGANDA FIDE

 


 

Online: Das Gespräch mit Nora Tödtling-Musenbichler und Kurator Johannes Rauchenberger

Empfehlenswert: Das Gespräch mit Nora Tödtling-Musenbilder, der neuen Kuratorin der Caritas in der Ausstellung DE PROPAGANDA FIDE vom 19. November Sehr authentisch, ohne Platitüden.
Berührend auch ihre „Vergangenheit“ im Vinzidorf, damit hört dieses kurze Video auf…
Zur Videonachlese
 


 


 


 
Online: Der Vortrag von Florian Traussnig vom 9. November

Historiker und KULTUM-Kurator Florian Traussnig zeigte im dritten Vortrag der Veranstaltungsreihe "Kunst im Krieg" an drei Beispielen Ambivalenzen und ästhetische Potentiale kriegspropagandistischen Schaffens auf.  Zum Video >>
 


 


Misst man den Erfolg der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar am dramatischen Ritual - also dem Fußballspiel in der Arena selbst - so muss dieses Unterfangen als Farce beurteilt werden ... meint KULTUM-Diskurskurator Florian Traussnig im aktuellen Kurzvideo. Gleichzeitig haben wir aus zentraleuropäischer Sicht keinen Grund für moralische Überheblichkeit. So haben etwa die Spieler und Fans aus dem Iran oder Saudi-Arabien mit ihrer wahrhaftigen Performance gezeigt, dass der arabische bzw. islamische Raum durchaus eine Fußball-WM verdient hat! Zum VIdeo

 

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