Johannes Rauchenberger

Johannes Rauchenberger, geb. 1969, lebt und arbeitet in Graz. Er studierte Kunstgeschichte und Theologie an den Universitäten in Graz, Tübingen und Köln und promovierte über „Biblische Bildlichkeit. Kunst- Raum theologischer Erkenntnis“ (Schöningh, 1999). Von 1997-2002 war er wiss. Mitarbeiter an der Bildtheologischen Arbeitsstelle der Universität zu Köln. Seit 2000 leitet er das Kulturzentrum bei den Minoriten, ein Mehrspartenhaus für zeitgenössische Kunst, Gegenwartskultur und Religion in Graz. Sein Arbeitsschwerpunkt liegt in der Verhältnisbestimmung von Gegenwartskunst und Religion, die sich in zahlreichen kuratierten Ausstellungen, Vorträgen, Lehrtätigkeiten und Publikationen zeigt. Von 2002-2016 war er Redakteur des ökumenischen Kunstmagazins „kunst und kirche“, von 2004-2015 Universitätslektor für Kunst und Religion an der Universität Wien, seit 2009 auch an der Universität Graz. 2015 publizierte er „Gott hat kein Museum. Religion in der Kunst der beginnenden XXI. Jahrhunderts“ (3 Bde., 1120 Seiten).


Ausbildung:

Johannes Rauchenberger wurde 1969 in Weiz geboren, er studierte von 1988-1998 Kunstgeschichte und Theologie in Graz, Tübingen und Köln. Seine Diplome absolvierte er 1994 bei Wilfried Skreiner (Mag.phil.) und Gerhard Larcher (Mag. theol.). Anschließend erhielt er ein Doktorratsstipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Von 1997-2002 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bildtheologischen Arbeitsstelle der Universität zu Köln bei  Prof. Alex Stock .
1999 wurde er mit einer Arbeit über "Biblische Bildlichkeit. Kunst - Raum theologischer Erkenntnis" an der Universität Graz zum Dr. theol. sub auspiciis praesidentis r.p. promoviert.


Leiter des Kulturzentrums bei den Minoriten:
1998 holte ihn Rektor Josef Fink ins Kulturzentrum bei den Minoriten, ein Mehrspartenhaus für zeitgenössische Kunst, Gegenwartskultur und Religion nach Graz. Seit dessen Tod im Dezember 1999 leitet er dieses im deutschsprachigen Raum einzigartige Kulturzentrum unter kirchlicher Trägerschaft, das Rauchenberger mit seinem Team in seiner Mehrspartigkeit ausgebaut und spezifisch programmatisch weiterentwickelt hat: als ein Haus für zeitgenössische Kunstformen, das dem Diskurs über Gegenwart und Religion ein besonderes Augenmerk schenkt.


Kurator:

Als Kurator verantwortete Johannes Rauchenberger internationale Ausstellungen zum Verhältnis von Gegenwartskunst und Religion u.a.  "ENTGEGEN. ReligionGedächtnisKörper in Gegenwartskunst", (1997, mit E. Witschke und A. Kölbl),  HIMMELSCHWER. Transformationen der Schwerkraft (Graz 2003 - Kulturhauptstadt Europas, mit E. Louis, R. Hoeps und A. Kölbl); DIVINE HEROES, (2004, mit A. Kölbl), GESTURES OF INFINITY (steirischer Herbst 2007, mit A. Kölbl), WIE DU MIR. Gegenbilder für transkulturelles Denken und Handeln (steirischer Herbst 2008, mit A. Kölbl und R. Grabner), LIGHT TOWER (steirischer Herbst 2009), PROMETHEUS! 2010, mit R. Grabner), RELIQTE. Profan-sakrale Bilddiskurse 2000-2010,  "mutter. Neue Bilder in Gegenwartskunst" (2010, mit R. Grabner), Maaria Wirkkala: SHARING (2011), 1+1+1=1 TRINITÄT (2011) IRREALIGIOUS! Parallelwelt Religion in der Kunst (steirischer Herbst 2011), MITLEID | compassion (2012), I LOVE GOD (Zenita Komad, 2012), NICHT VON HIER/NOT FROM HERE: Alois Neuhold (steirischer herbst 2012, mit Theresa Pasterk), Seelenwäsche (2013), nichtvonmenschenhand (2013), WORT UND WANGE (2014), NICHT BEI TROST (2014), JA, JA, JA, NEIN, NEIN, NEIN! (2014), Dort, wo unsere Sprache endet, komme ich jeden Tag vorbei (2014, mit Th. Pasterk), DE LUCE - Claudia Schink (2015), reliqte, reloaded. Zum Erbe christlicher Bildwelten heute (2015, mit A. Kölbl), VULGATA. 77 Zugriffe auf die Bibel (2017), SPIRO.SPERO. Hoffnung als Provokation (steirischer herbst 2017).

Insgesamt kuratierte Johannes Rauchenberger bislang mehr als 100 Ausstellungen im KULTUM Graz.


Derzeit ist er für ein Großprojekt anlässlich "800 Jahre Diözese Graz-Seckau" verantwortlich, wo Ausstellungen zum Thema "Glaube Hoffnung Liebe" im Grazer Kunsthaus und im KULTUM, "Last&Inspiration" im Priesterseminar, Diözesanmuseum und Mausoleum, "Grenze, Öffnung&Heimat" auf Schloss Seggau, "Umbruch, Geist&Erneuerung" in der Abtei Seggau und "Schönheit&Anspruch" im Museum für Gegenwartskunst im Benediktinerstift Admont im Jahre 2018 gezeigt werden.

 


KULTUMdepot - Sammlung für Gegenwartskunst und Religion:

Seit 2011 arbeitet Johannes Rauchenberger am Aufbau einer Sammlung für Gegenwartskunst und Religion, die sich aus gezeigten Werken, die in den letzten Jahren bei den Minoriten kuratiert wurden, zusammensetzt, und die vom Verein Ausstellungshaus für christliche Kunst in München e.V. maßgeblich gefördert wurde. Dazu ist ein dreibändiges Sammlungs- und Essaybuch mit dem Titel "GOTT HAT KEIN MUSEUM/NO MUSEUM HAS GOD. Religion in der Kunst des beginnenden XXI. Jahrhunderts/Religion in Art at the Beginning of the 21st century" erschienen.


In den Mehrspartenprojekten (z.B. Hoffnung als Provokation (2017), WORT UND WANGE. Ein Crossover für Friederike Mayröcker (2014), 1+1+1=1 TRINITÄT (2011), ENDLICH! (2011), LICHTMESZ (2009), Frechheit-Freiheit (2008), MEIN BILD - MEINE RELIGION (2007), SCHATTEN (2007), KUNST ZU GLAUBEN (2006), Viele Menschen fürchten den Tod wie die Kinder den Wau Wau (2006), Nie steht es nicht bevor (2005)),  hat das Kulturzentrum bei den Minoriten unter seiner Leitung ein spezielles Profil entwickelt

Zudem zeigt er ist auch für das Wissenschafts- und Zeitanalyseprogramm des Grazer Kulturzentrums bei den Minoriten verantwortlich.

Von 2002-2005 leitete er mit E. Louis ein EU-Projekt mit Partnern aus Ljubljana, Budapest, Prag, Linz und Münster zum Thema GRAVITY. Art-Religion-Science.


Wissenschaftliche Arbeit und Vorlesungstätigkeit:

Der wissenschaftliche Schwerpunkt von Johannes Rauchenberger liegt im Schnittfeld von Gegenwartskunst und Religion - er zeigt sich neben  seiner kuratorischen Arbeit vor allem in Vorträgen, in Essays über Künstler, in wissenschaftlichen Artikeln und Publikationen zu bildtheoretischen Themen, sowie in der Redaktionstätigkeit des ökumenischen Kunstmagazins "kunst und kirche".

Von 2004 - 2015 war er Universitätslektor für Religion in der Kunst der Gegenwart, christliche Ikonografie und Sakralarchitektur am Institut für Kirchengeschichte an der Universität Wien, seit 2009 lehrt er "KunstRaum Liturgie"  an der Universität Graz. Daneben hält er zahlreiche Vorträge im Spannungsfeld von Kunst und Religion im In- und Ausland.

Er arbeitet an der Forschergruppe zu einem Handbuch der Bildtheologie mit, das an der Arbeitsstelle für christliche Bildtheorie der Universität Münster entsteht.


Buch-Veröffentlichungen:

Biblische Bildlichkeit. Kunst - Raum theologischer Erkenntnis. (IKON. Bild + Theologie), (460 Seiten, Schoeningh-Verlag), Paderborn 1998. 

ENTGEGEN. ReligionGedächtnisKörper in Gegenwartskunst (hg. mit Alois Kölbl und Gerhard Larcher), (272 Seiten, 293 Abb., davon 157 farbig, Cantz-Verlag) Ostfildern/Ruit 1997.

HIMMELSCHWER. Transformationen der Schwerkraft. Hrsg. von Reinhard Hoeps, Alois Kölbl, Eleonora Louis, Johannes Rauchenberger, (432 Seiten mit etwa 300 Abbildungen, davon 245 in Farbe, Wilhelm Fink Verlag) München 2003.

Wohin steuert Österreich? Kritische Analysen und unorthodoxe Konzepte, Hrsg. von Emil Breisach, Johannes Rauchenberger, Czernin-Verlag, Wien 2004.  

marta deskur. not to be touched, Hrsg. von Adam Budak, Johannes Rauchenberger, deutsch/english, Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra 2006.

SAMMER TIME. Das künstlerische Werk Luis Sammers,  Hrsg. von Johannes Rauchenberger und Götz Pochat, (Dt./Engl.), Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra  2006.

Mein Bild - Meine Religion. Aspekte der Religion zu Bildern der Kunst. Hrsg. von Johannes Rauchenberger, Birgit. Pölzl,  (Wilhelm Fink Verlag) München 2007.

Johanes Zechner: DIESE WEISSE EKSTASE. Zeichnungen mit Sätzen aus det/das von Inger Christensen. Hrsg.von Robert Fleck und Johannes Rauchenberger. Mit Texten von Robert Fleck, Johannes Rauchenberger, Peter Waterhouse. (Folio Verlag) Wien/Bozen 2008.

Zlatko Kopljar: LIGHT TOWER,  ed. by Kulturzentrum bei den Minoriten, Graz (Johannes Rauchenberger) and Museum of Contemporary Art Zagreb, (kroat/dt./engl.) Graz-Zagreb 2009.

Josef Fink - Wie eine helle Brandung. Das künstlerische Werk. Hrsg. von Johannes Rauchenberger und Roman Grabner (376 Seiten, ca. 560 Farbabbildungen, Verlag Bibliothek der Provinz), Weitra 2009.

Schubumkehr! Rückbau als Vision. (Hg. von Johannes Rauchenberger und Richard Sturn), Königshausen&Neumann: Würzburg 2010,

Standortwechsel. Ein Film von Norbert Trummer. Hrsg. von Johannes Rauchenberger. Zeichnungen: Norbert Trummer, Text: Johannes Rauchenberger, Musik: der schwimmer. (Verlag Bibliothek der Provinz), Weitra 2011

1+1+1=1   TRINITÄT. Hrsg. von Philipp Harnoncourt, Birgit Pölzl, Johannes Rauchenberger, (232 Seiten, Edition Korrespondenzen), Wien 2011

Alois Neuhold. Du musst dir die Augen ausreißen und die Hände an die Ohrstiegen legen. Rückblenden 1980–2012 / You Must Tear Out Your Eyes and Lay Your Hands on the Ear Stairs. Flashbacks from 1980 to 2012. Herausgegeben von /Edited by Johannes Rauchenberger, Kulturzentrum bei den Minoriten, Graz, Austria. Mit kunsthistorischen Texten von Günther Holler-Schuster, Theresa Pasterk, Johannes Rauchenberger und einem historischen Werktext von Wilfried Skreiner / With art historical texts by Günther Holler-Schuster, Theresa Pasterk, Johannes Rauchenberger and a historical text on specific works by Wilfried Skreiner, (544 Seiten, 566 Farbabbildungen) SpringerWienNewYork 2012.

nichtvonmenschenhand. Bertram Hasenauer und Eduard Winklhofer. Herausgegeben von Johannes Rauchenberger. (96 Seiten) Verlag Bibliothek der Provinz: Weitra 2013.

Dort, wo unsere Sprache endet, komme ich jeden Tag vorbei. Hg. von Johannes Rauchenberger und Theresa Pasterk (Kat. Ausst. Kulturzentrum bei den Minoriten, Graz, 27. Sept. - 23. Nov. 2014), Verlag Bibliothek der Provinz: Weitra 2014.

Sakral : Kunst. Innovative Bildorte seit dem II. Vatikanischen Konzil in der Diözese Graz-Seckau. Herausgegeben, ausgewählt und mit Texten erläutert von der Kunstkommission der Diözese Graz-Seckau: Hermann Glettler, Heimo Kaindl, Alois Kölbl, Miriam Porta, Johannes Rauchenberger und Eva Tangl. Mit einem Einleitungsessay von Johannes Rauchenberger. Verlag Schnell&Steiner Regensburg 2015.

GOTT HAT KEIN MUSEUM/NO MUSEUM HAS GOD. Religion in der Kunst des beginnenden XXI. Jahrhunderts/Religion in Art at the Beginning of the 21st century. 3 Bände, 1121 Seiten. Verlag Ferdinand Schöningh: Paderborn 2015.

Im Kampfgebiet der Poesie. Text+Bild im Widerstand (Hg. von Johannes Rauchenberger, Birgit Pölzl und Toni Kleinlercher) Verlag Bibliothek der Provinz Weitra 2016.

VULGATA. 77 Zugriffe auf die Bibel | 77 Hits on the Bible (IKON. Bild+Theologie), Paderborn 2017.

 


Gestaltung und Redaktion von Themenheften der Zeitschrift "kunst und kirche" (2002-2016):

Johannes Rauchenberger war von 2002-2016 (gemeinsam mit Alois Kölbl) Redakteur des ökumenischen Architektur- und Kunstmagazins "Kunst und Kirche" : Er gestaltete folgende Themenhefte: "Plötzlich nicht nur Spiel. Pathos und Emotion in der aktuellen Kunst" (3/2002), mit A. Kölbl; "Transformationen der Schwerkraft" (2/2003), mit A. Kölbl, "Sport & Kult" (2/2004), mit A. Kölbl, "Stadtutopien" (2/2005), mit A. Kölbl; "Ikonografie und Autonomie" (4/2005), mit A. Kölbl; "Reibebaum Religion. Zum Beispiel Polen" (3/2007), mit A. Kölbl; "Transkulturalität? Religion und Migration neu denken" (3/2008), mit A. Kölbl; "Die Kunst zu sammeln" (2/2009), mit A. Kölbl, Mutter Unser (3/2010), mit Th. Erne, Gott ist (k)ein Museum (2/2012) mit Al Kölbl: Künstlerfenster (2/2014), Reliqte. Zum Erbe christlicher Bildwelten heute (2/2015), Auf der Flucht (3/2016).


Auszeichnungen

Zwei Mal, 1994 und 1997 erhielt Johannes Rauchenberger den Würdigungspreis des Bundesministers für Wissenschaft und Forschung, 2007 das Bundesehrenzeichen der Republik Österreich für herausragende Leistungen in der Kulturarbeit.

 


Ehrenamtliche Tätigkeiten:

Johannes Rauchenberger ist Mitglied der Kunstkommission der Diözese Graz-Seckau, die für Um- und Neugestaltungen von Sakralbauten verantwortlich zeichnet. Er ist Mitglied des Beirates der Stiftung Bibel und Kultur (Stuttgart) www.bibelundkultur.de. Er war/ist von 2003-2013 und seit 2017-2021 Mitglied des Kulturbeirates der Landeshauptstadt Graz.


Privat:

Johannes Rauchenberger ist mit Barbara Rauchenberger verheiratet, sie haben fünf Kinder und leben in Graz.





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