Himmelschwer

Transformationen der
Schwerkraft

Herausgegeben von Reinhard Hoeps, Alois Kölbl,
Eleonora Louis und Johannes Rauchenberger

21,5 x 28 cm,
431 Seiten mit etwa 300
Abbildungen,
davon 245 in Farbe
Verkaufspreis € 39,90
ISBN: 3-7705-3917-6
Die Erdenschwere des Menschen und seine
Abhängigkeit von den Gesetzen
der Schwerkraft stehen im Zentrum dieses Buches, das aus einem
Ausstellungs- und Literaturprojekt im Programm von "Graz 2003 -
Kulturhauptstadt Europas" hervorgegangen ist.
HIMMELSCHWER beschreibt das uralte menschliche Begehren, irdischer
Verhaftung zu entkommen. Es thematisiert Bilder des Leichtwerdens, der
Transfiguration, der Überwindung der Gravitation, des Absturzes und der
Erhebung aus der Not. Die unvermittelte Konfiguration von Bildern und
Texten
unterschiedlicher Epochen läßt die vertrauten historischen wie auch die
modernen Schöpfungen in völlig neuem Licht erscheinen. Bilder aus der
religiösen Tradition zur Schwerkraft - wie Grablegung, Himmelfahrt oder
Verklärung - werden als Leitmotive aufgegriffen und in vier thematischen
Spannungsfeldern - Schwere und Levitation, Aufstieg und Anziehung,
Schweben und Balance, Rotation und Sturz - weitergetragen. Fra Angelico
und Anish Kapoor, Albrecht Dürer, Richard Serra und Panamarenko,
Gianlorenzo Bernini, James Lee Byars und Antony Gormley, Philipp Otto
Runge, Roman Signer und Maaria Wirkkala sind nur einige der 120
Künstler
und Künstlerinnen, deren Werke in überraschenden Konstellationen
einander
gegenübergestellt werden.
Daß der Himmel ins Museum geglitten ist, ist ebenso eine Tatsache, wie
das
Schwinden des Christentums als nachhaltiger Stifterin kultureller
Identität in
Europa. Niemand beugt mehr seine Knie. Diese gegenwärtige Krise wird zum
integralen Bestandteil der Ausstellung und der Betrachtung der
religiösen
Kunstwerke gemacht - so auch der Versuch ihr auf neuer Ebene zu
begegnen. Jenseits der Debatte über die ästhetische Autonomie versucht
die
Ausstellung Wanderungen und Transformationen von Bildthemen, die einst
an
die Imaginationen des Christentums gebunden waren, an modernen und
zeitgenössischen Bildwelten freizulegen.
HIMMELSCHWER thematisiert bildliche Umgangsformen mit Gravitation an
unterschiedlichsten Kristallisationspunkten: Paradies, Kosmos,
Flugtraum,
Aura, Fall, Materie, Körperlichkeit und Virtualität. Auf der Ebene der
Bildkonzepte werden kunstgeschichtliche Konstellationen entdeckt, die im
ersten Augenblick ungewöhnlich erscheinen. Die Schau folgt nicht der
Logik
einer historischen Vollständigkeit musealer Sammlungen, sondern einer
Konfrontation in einem synchronen Raum der Bilderbegegnungen. Die
Entzweiung von Kunst und Religion wird nicht geleugnet, aber es werden
neue Spuren gelegt. Ein Überschuß an künstlerischer Kraft tritt zu Tage,
der
über die "Aufklärung" hinausreicht und triumphiert.
Text-Autoren: Georges Didi-Huberman, Michael Glasmeier, Johann
Hirzberger,
Reinhard Hoeps, Alois Kölbl, Gerhard Larcher, Rudolf zur Lippe, Eleonora
Louis, Annelie Lütgens, Thomas Macho, Hans-Dieter Mutschler, Johannes
Rauchenberger, Jeannot Simmen, Alex Stock, Peter Strasser
Literatur-Autoren: Friederike Mayröcker, Birgit Kempker, Egon Christian
Leitner, Szófia Balla, Arnold Stadler, István Eörsi, Elfriede Czurda/Michele
Métail
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Weitere
Texte zur Ausstellung
>>
HIMMELSCHWER - Eine Nachlese (MEHRZEITENRÄUME: Wo starke Bilder auszuloten
sind (pdf)), in: G. Larcher, Fokus Stadt, im Druck
>>
Zur Aktualität der
Schwerkraft-Thematik in der bildenden Kunst
(in: Kunst und Kirche 1/2003)
Eleonora Louis
>>
Stellprobe Ernstfall
(in: Kunst und Kirche 1/2003)
Johannes Rauchenberger
>>
Kunst und Religion
(in: Schrift/Zeichen)
Reinhard Hoeps/Johannes
Rauchenberger
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