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HIMMELSCHWER Graz 2003 - Kulturhauptstadt Europas |
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HIMMELSCHWER. Transformationen der Schwerkraft Die Erdenschwere des Menschen und seine Abhängigkeit von den physikalischen Gesetzen der Schwerkraft stehen im Mittelpunkt der Ausstellung HIMMELSCHWER. Der Titel der Schau beschreibt das uralte Begehren der Menschheit, irdischer Kontingenz zu entkommen. Es geht um die Bildlichkeit des Leichtwerdens, der Transfiguration in einen anderen (weiteren) Seinszustand, der Bannung und Ausstrahlung von Energie, der Totalrotation der Weltbewältigung, des Falls in den Abgrund und der Erhebung aus der Not. Fra Angelico und Anish Kapoor, Albrecht Dürer, Richard Serra und Panamarenko, Gianlorenzo Bernini, James Lee Byars und Antony Gormley, Philipp Otto Runge, Roman Signer und Lara Favaretto sind nur einige der 120 KünstlerInnen, die mit ihren Werken in überraschenden Konstellationen zu sehen sein werden.
HIMMEL WOHIN Dass der Himmel ins Museum geglitten ist, ist eine Tatsache, ebenso der zunehmende Bedeutungsverlust des Christentums als nachhaltige Stifterin europäischer Identität. Zum integralen Bestandteil der Schau wird eben diese gegenwärtige Krise des religiös-spirituellen Bilderhaushalts gemacht – und der Versuch, dieser Krise auf neuer Ebene zu begegnen: Jenseits der Debatte über die Autonomie des Bildes zeigt die Ausstellung Wanderungen und Transformationen von Bildthemen, die einstmals an die Imaginationen des Christentums gebunden waren, an modernen und zeitgenössischen Bildwelten freizulegen. HIMMELSCHWER thematisiert bildliche Umgangsformen von Gravitation an unterschiedlichsten Kristallisationspunkten: Paradies, Kosmos, Flugtraum, Aura, Fall, Materie, Körperlichkeit und Virtualität. Auf der Ebene des Bildkonzeptes werden kunstgeschichtliche Konstellationen entworfen, die im ersten Augenblick ungewöhnlich erscheinen: Die Schau folgt nicht der Logik einer historischen Vollständigkeit musealer Sammlungen, sondern der Logik der Konfrontation in einem Mehrzeitenraum. Die Entzweiung von Kunst und Religion wird nicht geleugnet, statt dessen werden neue Spuren gelegt. Ein Überschuss an künstlerischer Kraft tritt zu Tage, der jenseits des diagnostizierten Bruchs tobt.
HAUPTSACHE HIMMEL „HIMMELSCHWER. Transformationen der Schwerkraft“ wird konzipiert vom Kulturzentrum bei den Minoriten unter der Gesamtleitung von Johannes Rauchenberger, gemeinsam mit den Kuratoren Eleonora Louis und Alois Kölbl. Die wissenschaftliche Leitung hat UProf. Reinhard Hoeps (Uni Münster) inne.
Vom barocken Grazer Kalvarienberg im Norden der Stadt über den Turm des Mausoleums und seiner einzigartigen Aussicht auf die Dachlandschaft des „Weltkulturerbes“ bis hinunter zum Hauptausstellungsort, dem Landesmuseum Joanneum, wird sich ein Netz von Ausstellungen mit Leihgaben und zeitgenössischen Künstlerprojekten aus ganz Europa zu Kunst und Religion spannen.
GRAZ - GRATIA PLENA Als zeitgenössische Auseinandersetzungen mit der historischen Stadtsubstanz von Graz gelten die Arbeit "TIRAMI SU II- Back to the Roofs" der finnischen Künstlerin Maaria Wirkkala (im Dachstuhl des Doms, im Turm des Mausoleums und über den Dächern der Altstadt), die Installation "Critical Mass" des berühmten britischen Bildhauers Antony Gormley (im hermetischen Hof des ehemaligen Jesuitenkollegiums und jetzigen Priesterseminars), die temporäre Sandinstallation der deutschen Künstlerin Mariella Mosler (eine Sandarbeit unter einer ehem. Stuck-Kapellendecke), der "Himmelsspringer" des Kärntner Künstlers Werner Hofmeister (am barocken und nunmehr neu renovierten Grazer Kalvarienberg), die prächtige Raumzeichnung von Otto Zitko (in einer Seitenkapelle in St. Andrä) und die mit Garn versponnene Welsche Kirche von Elke Maier. HIMMELSCHWER ist nicht nur eine Großschau im Programm von „Graz 2003 – Kulturhauptstadt Europas“ in Koproduktion mit dem Kulturzentrum bei den Minoriten und dem Landesmuseum Joanneum, sondern auch Teil eines EU-Projekts (GRAVITY. Arts-Religion-Science) mit fünf Partnerländern aus Europa.
Die Ausstellung im Landesmuseum Joanneum eröffnet am 10. April und dauert bis 15. Juni 2003. Anschließend wird sie in der Kunsthalle Brandts Klaederfabrik Odense/Denmark mit dem Titel "HIMMEL FALDEN" vom 29.06-5.9.2003 gezeigt (Co-Kuratorin: Lene Burkard).
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Bildlegende: Martino Altomonte (1657-1745), Christus als Sieger über Tod und Hölle, Feder laviert, (c) Salzburger Barockmuseum Sammlung Rossacher Attila Csörgö, Maelström projekt, 1995 (c) EVN-Sammlung, Maria Enzersdorf Ikone (Slavische Schule), Auferstehung Christi, Ende 17. Jh., (c) Rom, Vatikanische Museen Kazimir Malewitsch, Rotes Quadrat, Privatsammlung Roman Signer, Schwerkraftsäule, 1976 (c) Roman Signer
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