ERÖFFNUNGSAUSSTELLUNGEN

   
 


FR 5. März  bis 9. Mai 10
ÖFFNUNGSZEITEN:
MO-FR: 10.00 - 17.00 Uhr / SA + SO: 11.00 - 16.00 Uhr
Kulturzentrum bei den Minoriten, Mariahilferplatz 3/I.

Eintritt: 3,-/2,-


Berlinde de Bruyckere, Christian Eisenberger, Manfred Erjautz, G.R.A.M., ILA, Andreas Hofer, Franz Kapfer, Marianne Maderna, Klaus Mosettig,  Jorgo Pardo,  Jaume Plensa, Wendelin Pressl,
Werner Reiterer, Petra Sterry,
Bruno Wildbach,

 

 

Kuratoren:

Johannes Rauchenberger/Roman Grabner

Künstlerinnen und Künstler setzen in dieser ersten Ausstellung in den neuen Räumen des Kulturzentrums bei den Minoriten aus dem Zeichenrepertoire ihres Kunstschaffens, (einige Arbeiten entstanden auch neu) ein Verhältnis zur Projektion „Prometheus“: Es entsteht ein Versuchslabor, das Reaktionen freilegt, die durch das Abarbeiten an einem Leitmotiv entstehen. "Prometheus" ist Symbol des "Vorausdenkens," des Feuerbringers, der Emanzipation, des Listigen, des Zerrissenen und auch des Bestraften. Ist er eine Leitfigur für das Vermächtnis der Kunst? Eine Figur für den Anfang? Aber immer wieder bleibt das schwelende Motiv der Strafe des Zeus an Prometheus aufrecht: Hat dieser den Menschen doch etwas gebracht, was er hätte besser bleiben lassen sollen?
 

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Vernissage: SO 30. MAI, 11 Uhr 
ÖFFNUNGSZEITEN:
FR-SO: 10.00 - 18.00 Uhr, Führungsanmeldunng für Schulklassen/Gruppen wochentags unter 0316/711133-27
Kulturzentrum bei den Minoriten, Mariahilferplatz 3/I.

Eintritt: 3,-/2,-

RELIQTE.

Profan-sakrale Bilddiskurse bei den Minoriten 2000-2010


ANDERWALD/GROND, Eric AUPOL, Jörg AUZINGER, Hartwig BISCHOF, Gor CHAHAL, Danica DAKIC, Marta DESKUR, Madeleine
DIETZ, Christian EDER, Christian EISENBERGER, Manfred ERJAUTZ, Gyula FODOR, Richard FRANKENBERGER, Fritz GANSER, Barbara E. GEYER, Klaus G. GAIDA, Wilfried GERSTEL, Manuel GORKIEWICZ, G.R.A.M., Günther GUTJAHR, Edgar HONETSCHLÄGER, Werner HOFMEISTER, Taline KECHICHIAN, Zlatko KOPLJAR, Richard KRIESCHE, Hanns KUNITZBERGER, Lotte LYON, Constantin LUSER, Daisuke NAKAYAMA, Joseph MARSTEURER, Michael MAIER, Klaus MOSETTIG, MUNTEAN/ROSENBLUM, Friederike J. NESTLER-REBEAU
und Norbert NESTLER, Alois NEUHOLD, David OELZ, Wendelin PRESSL, Hannes PRIESCH, Arnold REINISCH, Alfred RESCH, Luis SAMMER, Klaus SCHAFLER, Wilhelm SCHERÜBL, Ruth SCHNELL, Klaus SCHUSTER, SERY C., Esther STOCKER, Kurt STRAZNICKY,
Tobias TRUTWIN, Gertrud WEISS-RICHTER, Bruno WILDBACH, Markus WILFLING, Johanes ZECHNER, 0512/zerofivetwelve

 

 

Kurator

Johannes Rauchenberger

 

Führungsanmeldungen für Gruppen und Schulklassen auf Anfrage
unter 0316/71113327 oder kathrin.immervoll@kultum.at.
Führungspreise für Gruppen inkl. Eintritt € 4,– / für Schulklassen inkl. Eintritt € 2,–

Ausstellungsaufbau, -design Elisabeth Koller mit Team

KURATORENFÜHRUNGEN

Johannes Rauchenberger führt durch die Ausstellung und
bietet Kunstgespräche zu folgenden Schwerpunkten an:
SONNTAG, 13. Juni 2010 / 11.00 Uhr:
Christliche Bildsprache in zeitgenössischer Kunst


Donnerstag, 17. Juni 2010 / 17.00 Uhr:
Religionskritik im Bild


Mittwoch, 30. Juni 2010 / 17.00 Uhr:
Bilddiskurse des Sakralen?


Montag, 05. Juli 2010 / 17.00 Uhr:
Kunst, Religion und Globalisierung

Wie könnte ein Museum für Gegenwart, Kunst und Religion aussehen? Wie eines, das sich nicht der Bestandssicherung verpflichtet weiß, sondern das Ausschau hält nach Bildern, die sich mit jenen der Religionen produktiv reiben – sie stärken, kritisieren, womöglich auch verändern? Mit RELIQTE – einem Spiel der Reste – zeigt man bei den Minoriten Bilddiskurse aus dem ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends. Weniger als Bilanz, sondern als Programm – mit Beiträgen von rund 50 KünstlerInnen. Es ist sozusagen ein Innehalten für einen Entwurf, den es einmal geben könnte, wenn man die Geschichte von Religion, Bild und Kunst anders als abgelaufen zu denken beginnt.

Die 2. Eröffnungsausstellung in den neuen Räumen des Kulturzentrums bei den Minoriten ist aus "RELIQTEN" komponiert, die einen Rückblick geben, wie und mit welcher Haltung man hier in den letzten 10 Jahren nach Bildern gesucht hat. Das Kulturzentrum bei den Minoriten ist zwar kein Museum für Gegenwartskunst, sondern es zeigt Ausstellungen - mit einem Interessensblick für Tiefendimensionen von Religion in der Kunst der Gegenwart. Daraus wird nun im Nachhinein ein Netz an frei gewordenen Intentionen eines ganz besonderen Blicks: Fast jedes diese Werke der rund 50 teilnehmenden KünstlerInnen erzählt eine ganze Ausstellung, nun aber wird daraus ein Spiel der Reste, in das die Besucherinnen und Besucher mithineingezogen werden, um neue Beziehungen zu knüpfen.

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Donnerstag, 17. Juni 2010 / 17.00 Uhr:
Kulturzentrum bei den Minoriten, Mariahilferplatz 3/I.

Eintritt frei

KURATORENFÜHRUNG. RELIQTE.

Profan-sakrale Bilddiskurse bei den Minoriten 2000-2010

Kurator Johannes Rauchenberger führt durch die Ausstellung RELIQTE mit dem Schwerpunkt:
Religionskritik im Bild


 


 

Hannes Priesch's "Ich als Mose als Gottvater" schwebt über dem Cubus. Und der Eingangsraum zur Ausstellung ist mit "SCHEINHEILIG" umschrieben. Dabei ist der Schein ein eminent wichtiger Begriff in der Religion. Jedenfalls sind die Bilder so versammelt, das möglichst viele mitlachen können. Vom Kardinal in Rom bis zum Königsmacher Tschechiens - denn der Kühlschrank, aus dem Radio Vatican aufgrund der starken Mittelwellenfrequenzen schallt (Edgar Honetschläger) oder die Visionen Fürst Schwarzenbergs vor der Kapelle der Brennenden Dornbuschs am Sinai (G.R.A.M.) sind doch zum Schmunzeln. Und auch die Beschimpfung "SCHEINHEILIGER KIRCHENFUZZI" (Klaus Mosettig) gilt schließlich dem Kurator. Der "Thron" von Markus Wilfling gilt dem Entsorgungspotential in diesem Raum.
Freilich, es geht auch noch eine Spur subversiver. Zlatko Kopljars Knieperformance der Unterwerfung ist ein Aushebeln der Macht mit der Geste der Ohnmacht...
 

 


Mittwoch, 30. Juni 2010 / 17.00 Uhr:
Kulturzentrum bei den Minoriten, Mariahilferplatz 3/I.

Eintritt frei

KURATORENFÜHRUNG. RELIQTE.

Profan-sakrale Bilddiskurse bei den Minoriten 2000-2010

Kurator Johannes Rauchenberger führt durch die Ausstellung RELIQTE mit dem Schwerpunkt:
Bilddiskurse des Sakralen:

 

Die gezeigten Werke werden in dieser Sonderführung unter dem Blickwinkel vorgestellt, wie Bilddiskurse des Sakralen aussehen könnten - natürlich immer unter den Vorzeichen der Möglichkeitsform, so wie eben diese Ausstellung als Frage zusammen gebaut ist: "Wie könnte ein Museum für Gegenwartskunst und Religion aussehen, das sich nicht der Bestandssicherung verpflichtet weiß, sondern das Ausschau hält nach Bildern, die sich mit jenen der Religionen produktiv reiben – sie stärken, kritisieren, womöglich auch verändern?"
 


 


 

Anderwald+Gronds "menschliche Flugversuche" beginnen beim Scheitern, fliegen zu können. Warum ist die Körperschwere überhaupt ein Hindernis, sich zu erheben? Die Sicht, der Blick, das Sehen: Tobias Trutwins "Simeon" nimmt die Bilder in das Visier für eine Sicht jenseits des Sehens. Wer aber nicht sehen kann ist - so Trutwin - kaputt. Das Spiel mit der Bilderzerstörung ist eigentlich eine Grundvoraussetzung, sakrales Sehen zu lernen. Was übrigens auch heisst dabei unendlich weit in die Profanität vorzudringen: Unter einem Heubelüftungsrohr eine Meditation abzuhalten, bedeutet Luft großen Ausmaßes zu erwarten (Klaus Schafler). Manfred Erjautz' Puppe "LATITAS" aus "Shelter" wird in einen Raum präsentiert, der nach Gegenwart fragt. Thomas von Aquin hat da tatsächlich Pate gestanden. Transubstantiation ganz wörtlich genommen! Mit einer Schokoladentorte am Boden (von Manuel Gorkiewicz). Mit einer Hohlform eines Kinderkopfes (Kurt Straznicky). Mit Gesichtern, die nicht zur bürgerlichen Mittelschicht sonntäglicher Kirchengänger gehören (von Eric Aupol). Aber die alle einer großen Einladungsgeste ausgeliefert sind.
 

 


Montag, 5. Juli 2010 / 17.00 Uhr:
Kulturzentrum bei den Minoriten, Mariahilferplatz 3/I.

Eintritt frei

KURATORENFÜHRUNG. RELIQTE.

Profan-sakrale Bilddiskurse bei den Minoriten 2000-2010

Kurator Johannes Rauchenberger führt durch die Ausstellung RELIQTE mit dem Schwerpunkt:
Kunst, Religion und Globalisierung:

 

Die gezeigten Werke werden in dieser Sonderführung unter dem Blickwinkel vorgestellt, wie Kunst und Religion unter den Vorzeichen der Globalisierung reagieren könnten -  - natürlich immer unter den Vorzeichen der Möglichkeitsform, so wie eben diese Ausstellung als Frage zusammen gebaut ist: "Wie könnte ein Museum für Gegenwartskunst und Religion aussehen, das sich nicht der Bestandssicherung verpflichtet weiß, sondern das Ausschau hält nach Bildern, die sich mit jenen der Religionen produktiv reiben – sie stärken, kritisieren, womöglich auch verändern?"
 


 


 

Kann man Religion, die nach dem historischen Datum 9/11 zurück ins Debattenfeld der Kunst geschleudert wurde, vielleicht auch anders als unter den Vorzeichen von Fundamentalismus und Gewalt sehen? Unter der Abteilung "Ornament und Versöhnung" sind künstlerische Beiträge angeordnet, die Religion unter dem Blickwinkel ihrer Grammatik, ihrer Struktur, ihrer ästhetischen Bausteine zusammenstellt. Danica Dacic's schwebende Hände über den Büchern der Weltreligionen strahlen jene Kraft des Respekts aus, der sogar jenseits der Ringparabel, aber auch des ausschließenden Wahrheitsanspruchs angesiedelt ist. Hartwig Bischofs "Östlich-westlicher Diwan" verwebt mit einer aus Bildmotiven der östlichen und westlichen Bildgeschichte zusammengebauten prinzipiell unendlichen ornamentalen Struktur zwei Denkarten: Sein zum Ausruhen gebautes Sofa lässt den Betrachter zwischen den Welten sitzen - und das Relief von Krishna und Christos auf durchaus gegenteilige Fundamente herauswachsen. Richard Kriesches Blutwasserzeichen vor drei Jahren in der Kleinen Zeitung leiten diese Abteilung ein: Alle Menschen sind gleich! Das Ornament des Gottesnamens ALLAH, von der Grazer Künstlergruppe 0512 computergeneriert und in die Koordinaten Zeit, Lautstärke und Intensität dividiert, löst jedenfalls nicht Angst aus - sondern Zauber. Wie es einem solchen Wort eigentlich gebührt. Auch Gor Chahals Trishagion ist ein solcher Beitrag, der nicht aus dem Islam, sondern aus dem Christentum kommt.
 

 

 


8. - 30. September 2010, 
Minoriten Galerien Graz,
Mariahilferplatz 3/I

Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-17 Uhr

 

DIE MITTEL DER MALEREI
Neue Untersuchungen von Klaus G. Gaida zu Carotos Bild: Knabe mit Kinderzeichnung (1520)


 

1999 bis 2002
Maße: 6 x Höhe 179,5 cm x Breite 140 cm 1 x Höhe 202,5 cm x Breite 155 cm
Naturpigmente, Farbenleim, Tinte, Nessel
Sammlung für Gegenwartskunst des Kulturzentrums bei den Minoriten in Graz

Mit "RELIQTE", unserer im Sommer zu Ende gegangen Ausstellung, sind auch ganz neue Werke in unsere Sammlung gelangt: Den Auftakt einer speziellen Präsentation bildet die beinahe monumental zu nennende Serie: "Die Mittel der Malerei" des belgisch-deutschen Künstlers Klaus G. Gaida, die wie gemacht für unsere neuen Ausstellungsräume erscheint. 1999-2002 entstanden, setzen sich diese sieben in Naturfarben gemalten Bilder mit der ureigensten Macht der Bilder auseinander, ausgehend vom Renaissancebild "Knabe mit Kinderzeichnung" von Giovanni Francesco Coroto (1520). Dieses "Vermögen" wird an der Kinderzeichnung exemplifiziert, am Lachen des Knaben subtil unterlaufen und in Detailaufnahmen augenzwinkernd hochgeladen:  "Hochwertige Farbfalle", "Wirkungsvolle Mischtechnik", "Maximaler Beschäftigungswert",
"Vereinfachte Binnenmodellierung", "Undurchsichtige Deformation",
"Kompatible Unangemessenheit",
"Anarchistischer Arm" sind die hintergründigen Titel, die sich aus den Details des Ursprungsbildes ergeben.

Parallel zu dieser Erstpräsentation ist mit einem Text von Jo Schultheis ein bibliophiles Buch des Künstlers erschienen, in der Auflage von 25 Stück, jedes von ihnen ist nummeriert und handsigniert.

 

 


13. Oktober - 12. Dezember 10, 
Minoriten Galerien Graz,
Mariahilferplatz 3/I

Öffnungszeiten: Di-Fr 10-17 Uhr, Sa+So 11-16 Uhr

EINTRITT EUR 4,-/3,-

 

Neue Bilder in Kunst und Literatur


 

Siegfried Anzinger, Vanessa Beecroft Veronika Dirnhofer, Marlene Dumas, Barbara Eichhorn, Manfred Erjautz, Valie Export, Elżbieta Jabłońska, Ewa Harabasz, Gudrun Kampl, Iris Kettner, Lena Knilli, Ronald Kodritsch, Julia Krahn, Almagul Menlibayeva, Shirin Neshat, Ulrike Rosenbach, Susanne Sehn-Baumhakel, Ann-Sofi Sidén, Alec Soth, Annelies Štrba, Jitka Teubalová, Tobias Trutwin, Silke Weinsheimer, Daphna Weinstein, Judith Zillich
 

Kuratoren: Johannes Rauchenberger/Roman Grabner
 

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Kuratorenführungen:
Donnerstag, 21. Oktober 2010 / 17.00 Uhr

Samstag, 13. November 2010 / 11.00 Uhr
Dienstag, 30. November 2010 / 17.00 Uhr
Sonntag, 12. Dezember 2010 / 11.00 Uhr

 

 

 

Das Kulturzentrum bei den Minoriten widmet sich in seinem Schwerpunkt im Herbst 2010 dem Thema MUTTER in Kunst und Literatur. Einflüsse und Transformationen des Madonnenmotivs auf zeitgenössische Darstellungen von Mutter und Kind, existenzielle Grenzsituationen des Mutterseins zwischen Glück, Intimität und Prekariat, sowie neue Aspekte von veränderten und fehlenden Mutterbildern heute werden in einer Ausstellung mit 25 heimischen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern, kuratiert von Johannes Rauchenberger und Roman Grabner, einer künstlerischen Untersuchung unterzogen.
 

Mutter, fundamental für das eigene Leben wie für den Aufbau einer Gesellschaft, ist keineswegs eine stereotype oder verlässliche Ressource. Dazu wurde und wird sie bis heute immer wieder zu sehr missbraucht, in Ideologien aber auch in Religionen. Nicht zuletzt deshalb war das Thema für lange Zeit mit einem Tabu belegt.
Wiewohl in jeder Gesellschaft Leitbilder des Mütterlichen zirkulieren, muss sich die Mutterrolle, ausgespannt zwischen Lebensüberschuss und Überforderung, Glück und Last, aber auch immer wieder neu erfinden. An diesem Reservoir der Bilder und an den neuen Herausforderungen arbeitet auch die Kunst beständig weiter, unzeitgemäß erschien sie lange auch im Kontext Kunst, was sich in den letzten Jahren durchaus geändert hat. Leistungsfeindlich bleibt sie in gewisser Hinsicht, so lange nicht neue Bilder entgegengestellt werden. Aber auch im langen Schatten der Verzweckung stellen sich die Auseinandersetzungen neu, denn die Populationsängste der europäischen Ethnien gehen an diesem Thema nicht spurlos vorüber: Uns gehen die (eigenen?) Kinder aus. Debatten um Geschlecht und Gender, Human Design, aber auch noch immer nicht ad acta gelegte Ideologiekonflikte und Rollendiffusionen sind weitere Begleiterinnen der „neuen Mütter“, aus denen dann auch das alltägliche politische Kleingeld gedruckt wird. Bewusst war der Fokus der Bildersuche für diese Ausstellung auch immer wieder abgelenkt von einem Motiv, das in der Kunst ziemlich lange inspirierend war: jenem der Madonna mit dem Kind. Kann – und wenn wie – seine Schönheit gerettet werden, ohne vor Kitsch zu triefen? Durch welche Spiegel ist es in der aktuellen Kunst gebrochen, wie wird es gebraucht und mit welchen Geistern auch neu belebt?
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Führungen für Gruppen und Schulklassen nach Vora-nmeldung:
Führungs-preise für Gruppen inkl. Eintritt: EUR 4,00; für Schulklassen inkl. Eintritt EUR 3,00

 

 

13 Euro

Parallel zur Ausstellung gestalteten Johannes Rauchenberger und Thomas Erne das neueste Themenheft von „Kunst und Kirche“ (Springer Verlag Wien), das soeben erschienen ist.

Beiträge von Johannes Rauchenberger, Thomas Erne, Charlotta Kotik, Johanna Schwanberg, Roman Grabner, Brigitte Boothe, Barbara Vinken, Elfriede Wiltschnigg, Dieter Thomae, sowie Interviews mit der Kuratorin Signe Theill und den Künstlerinnen Julia Krahn und Judith Zillich setzen Schwerpunkte im Schnittfeld von Kunstgeschichte, Gegenwartskunst, Psychotherapie, Philosophie und Literatur.

Es ist um 13 Euro im Kulturzentrum erhältlich oder unter: journals@springer.at

 

 

 

Dienstag, 9. November 2010 / 17.00 Uhr
ImCubus, Mariahilferplatz 3/I.

Eintritt: Für Mütter mit Kindern ist dieser Ausstel-lungs-rundgang frei.

BEGLEITPROGRAMM zu:
mutter. Neue Bilder in zeitgenössischer Kunst

ALLEIN ERZIEHEN -
Mutterschaft im
Solo-Management

Birgit Posch, Leiterin des Projektes Alleinerziehende, Graz
Andrea Kraxner, Alleinerziehende Mutter
Ausstellungsführung: Roman Grabner
 

Zeitgenössische KünstlerInnen thematisieren in der Ausstellung MUTTER mit sozialkritischem Blick auch die Rahmenbedingungen von Mutterschaft heute: ihre tradierten, aber vielmehr die neu zu bewältigenden Rollen, besonders in prekären Lebenssituationen. Was für Eltern in unserer Gesellschaft eine nicht geringe Herausforderung darstellt, kann für Alleinerziehende zur Zerreißprobe werden: Unsere Zeit gibt in vielen Bereichen ein Tempo vor, das weder den Bedürfnissen, den Entwicklungswegen und der Eigenart von Kindern entspricht noch dem Kraft-Haushalt der meisten Mütter und Väter angemessen ist. Wie kommen Alleinerziehende damit zurecht? Ein Ausstellungsgespräch vor Bildern der Ausstellung mit einem ganz spezifischen Erfahrungskontext.

 



 

 

SA 13. November 2010, 11 Uhr
Minoriten Galerien Graz,
Mariahilferplatz 3/I

EINTRITT EUR
4,-/3,-

 

Kurator Roman GRABNER führt durch die Ausstellung


Werke von Siegfried Anzinger, Vanessa Beecroft, Veronika Dirnhofer, Marlene Dumas, Barbara Eichhorn, Manfred Erjautz, Valie Export, Elżbieta Jabłońska, Ewa Harabasz, Gudrun Kampl, Iris Kettner, Lena Knilli, Ronald Kodritsch, Julia Krahn, Almagul Menlibayeva, Shirin Neshat, Ulrike Rosenbach, Susanne Sehn-Baumhakel, Ann-Sofi Sidén, Alec Soth, Annelies Štrba, Jitka Teubalová, Tobias Trutwin, Silke Weinsheimer, Daphna Weinstein, Judith Zillich
 

Kuratoren: Johannes Rauchenberger/Roman Grabner
 


Dienstag, 30. November 2010 / 17.00 Uhr (Roman Grabner)

Sonntag, 12. Dezember 2010 / 11.00 Uhr (Johannes Rauchenberger)

Kurator Roman Grabner führt durch die Ausstellung MUTTER, die Einflüsse und Transformationen des Madonnenmotivs auf zeitgenössische Darstellungen von Mutter und Kind, existenzielle Grenzsituationen des Mutterseins zwischen Glück, Intimität und Prekariat, sowie neue Aspekte von veränderten und fehlenden Mutterbildern heute mit 25 heimischen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern thematisiert.


 

 

 

 

 

Mittwoch, 17. November 2010, 19.00 Uhr
ImCubus, Mariahilferplatz 3/I.

Eintritt frei

 

BEGLEITPROGRAMM zu:
mutter. Neue Bilder in zeitgenössischer Kunst

Not- und Entscheidungssituationen ungewollte Schwangerschaft

Carina KERSCHBAUMER (Kleine Zeitung) im Gespräch mit Maria GÖSSLER, der Leiterin der Schwangerenberatung der Caritas in der Ausstellung „Mutter“
 

Die schwedische Künstlerin Ann-Sofie Sidén hat in unserer Ausstellung den emotionalsten Beitrag arrangiert, in dem eine Mutter gezeigt wird, die ihr Kind in einer Babyklappe abgibt. Man sieht sie vorher, nachher. Man sieht, wie das Kind im Spital übernommen wird. Man ist in der Videoinstallation mitten im Geschehen: unmittelbar vor und hinter der Tür mit der Aufschrift: „Nur im Notfall öffnen.“ Auch in Graz gibt es die Babyklappe. Und die Möglichkeit zur anonymen Geburt. Die das maßgeblich ermöglicht hat war die Leiterin der Schwangerenberatung der Caritas, Maria Gößler. Im Gespräch mit Carina Kerschbaumer stellt sie die Schwangerenberatung in der Leonhardstraße vor und erzählt von den Grenzsituationen, mit der sie in den Gesprächen mit Frauen konfrontiert ist, die ungewollt schwanger geworden sind, von der Entwicklung von Perspektiven, um den nächsten Schritt zu setzen und den Möglichkeiten, in dieser äußersten Grenzsituation Entscheidungen treffen zu können. Die Abgründe, die Mütter (und Väter) dabei erleben gehören zu den letzten wirklichen Tabuthemen unserer Gesellschaft.

 

 

Sonntag, 21. November, 17 Uhr
ImCubus, Mariahilferplatz 3/I.

Eintritt frei
 

BEGLEITPROGRAMM zu:
mutter. Neue Bilder in zeitgenössischer Kunst

Sind Kinder, Kunst und Karriere vereinbar?

Die Berliner Kuratorin Signe THEILL im Gespräch mit den Kuratoren Johannes RAUCHENBERGER und Roman GRABNER

Kommentare: Barbara Eichhorn, Judith Zillich, Daphna Weinstein (ausstellende Künstlerinnen von "Mutter", Margarethe Makovec (Kuratorin von <rotor>)

 

Signe Theill,
1980–87 Studium der freien Kunst an der HfbK Hamburg, nahm als junge Künstlerin 1982 an der documenta VII teil. Sie ist Mutter zweier Kinder. 2003 kuratierte sie „double-bind. kinder-kunst-karriere“ in Berlin (www.doublebind.de), eine vielfach rezipierte Ausstellung zum Mutterthema in der zeitgenössischen Kunst. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin.
 

Wie steht es in der Kunst mit dem Thema Mutter? Die Surrealisten schlossen Kinder dezidiert aus. Für sie war das Weitergeben der Schlechtigkeit der conditio humaine kein Thema. Gut, das waren Männer mit einem ganz speziellen Blick auf die Welt. Dann kamen die Nazis – und sie ideologisierten schamlos „die deutsche Mutter“. Kein Wunder, dass daraufhin das Thema für lange Zeit sich aus dem Spiel genommen hat. Die feministischen Debatten der 60-er und frühen 70-er Jahre haben das Thema sehr wohl behandelt – Valie Export und Ulrike Rosenbach sind auch in unserer Ausstellung ein Beispiel. Doch zu Beginn der 70-er ist es wieder verschwunden, festzumachen am Konflikt zwischen Helke Sander und Alice Schwarzer. Bis die Berliner Kuratorin Signe Theill mit einer vielfach rezipierten Ausstellung das Thema neu aufrollte – und die Ambivalenz der Kunstszene mit der Vereinbarkeit von Mutterrolle und Künstlerinnenrolle aufzeigte. Wie und was sich seit dieser Ausstellung geändert hat, ob es „vorbei ist mit der Karriere als Künstlerin, wenn Sie ein Kind bekommen“ (vielfach geäußertes Zitat), diskutieren mit Signe Theill Künstlerinnen von "Mutter".

 


DIENSTAG 30. November 2010, 17 Uhr
Minoriten Galerien Graz,
Mariahilferplatz 3/I

EINTRITT EUR 4,-/3,-

 

Kurator Roman GRABNER führt durch die Ausstellung


Werke von Siegfried Anzinger, Vanessa Beecroft, Veronika Dirnhofer, Marlene Dumas, Barbara Eichhorn, Manfred Erjautz, Valie Export, Elżbieta Jabłońska, Ewa Harabasz, Gudrun Kampl, Iris Kettner, Lena Knilli, Ronald Kodritsch, Julia Krahn, Almagul Menlibayeva, Shirin Neshat, Ulrike Rosenbach, Susanne Sehn-Baumhakel, Ann-Sofi Sidén, Alec Soth, Annelies Štrba, Jitka Teubalová, Tobias Trutwin, Silke Weinsheimer, Daphna Weinstein, Judith Zillich
 

Kuratoren: Johannes Rauchenberger/Roman Grabner

Kurator Roman Grabner führt durch die Ausstellung MUTTER, die Einflüsse und Transformationen des Madonnenmotivs auf zeitgenössische Darstellungen von Mutter und Kind, existenzielle Grenzsituationen des Mutterseins zwischen Glück, Intimität und Prekariat, sowie neue Aspekte von veränderten und fehlenden Mutterbildern heute mit 25 heimischen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern thematisiert.


 

 

 

 

 


MO, 6. Dezember 2010,
19.00 Uhr Lesung
17.30 – 18.30 Uhr Sonderführung durch die Ausstellung mit der Autorin
ImCubus, Mariahilferplatz 3/I.

EINTRITT (inkl. Ausstellung)
5,-

BEGLEITPROGRAMM zu:
mutter. Neue Bilder in zeitgenössischer Kunst

Barbara Vinken: MÜTTER UND HUREN


Barbara Vinken,
Prof. Dr. habil, Ph. D., ist Professorin für Allgemeine Literaturwissenschaft und Romanische Philologie an der Universität München. Sie habilitierte sich 1996 in Jena und folgte im Wechsel mit Gastprofessuren an der New York University, der EHESS Paris und der Humboldt-Universität in Berlin Rufen auf die romanistischen Lehrstühle in Hamburg und Zürich. Im Frühjahr 2007 lehrte sie an der Johns Hopkins University, 2010 war sie Forschungsprofessorin an der Freien Universität Berlin. Sie publizierte zahlreiche Bücher, in: „Die deutsche Mutter – Der lange Schatten eines Mythos“ setzte sie sich eingehend mit dem Mutter-Thema auseinander.
 

Welche Mutterbilder wurzeln in welchen kulturellen Mustern? Wo wurden diese geformt, geprägt und wie wurden diese umgewandelt? Wie wurden „neue Mütter“ propagiert? Die Münchener Romanistin Univ. Prof. Dr. Barbara Vinken, eine der versiertesten kulturgeschichtlichen Kennerin des Muttermotivs in der europäischen Kunst- und Literaturgeschichte ("Die deutsche Mutter. Der lange Schatten eines Mythos", Piper-Verlag 2001) sieht in der „geistlichen Mutterschaft“ den spezifischen kulturellen Beitrag der christlichen Mentalitätsgeschichte zum Mutterthema. Das Paradigma des Christentums lautet: Geistliche Liebesbande statt natürliche Blutsbande. Vinken treibt dieses Paradigma am Roman „La vie devant soi“ von Romain Gary auf die Spitze: Die Beziehung von natürlicher und geistlicher Mütterlichkeit, die das abendländische Denken über die Liebe geformt hat, wird dabei in berührender und extremer Weise weiter geschrieben, sodass offensichtliche Gegensätze ineinander fallen können: Wie ausgerechnet das Motiv der Hure dem christlichen Impuls geistlicher Mutterschaft entsprechen kann.

 

 

Freitag, 10. Dezember / 19:00 Uhr, bereits ab 18.00 Uhr kann die Ausstellung besichtigt werden.
ImCubus, Mariahilferplatz 3/I

EINTRITT (inkl. Ausstellung)
5,- / 3,-

BEGLEITPROGRAMM zu:
mutter. Neue Bilder in zeitgenössischer Kunst

Elfriede Wiltschnigg: „Ich sehe dich in tausend Bildern …“

Transformationen traditioneller Motive der Mariendarstellung im 19. Jahrhundert
Kunsthistorischer Vortrag

 

Elfriede Wiltschnigg,
Mag. et Dr. phil. Studium der Architektur und Kunstgeschichte in Graz. Mitarbeiterin im Spezialforschungsbereich Moderne, Wien und Zentraleuropa um 1900 an der Karl-Franzens-Universität Graz. Lehrtätigkeit an der Technischen Universität Graz, an der Karl-Franzens-Universität Graz, an der Károli-Gáspár-Universität in Budapest sowie im Bereich der Gender Studies und der Erwachsenenbildung. Vortragsund Publikationstätigkeit im In- und Ausland.
 

Ein wichtiger Aspekt der Ausstellung „Mutter“ bildet die Auseinandersetzung mit der Ikonografie der Madonna mit dem Kind. Wann hat dieser künstlerische Verwandlungs- und Transformationsprozess eines religiösen Bildmotivs eigentlich begonnen? Welche Gründe sind dabei auszumachen? Die Grazer Kunstwissenschaftlerin Elfriede Wiltschnigg zeigt am 19. Jahrhundert auf, dass der Bruch mit der traditionellen Darstellung weiblicher Bibelfiguren nicht zuletzt Resultat der Veränderungen ist, denen Mensch, Gesellschaft und Staat im 19. Jahrhundert unterworfen sind. Wiltschnigg folgt anhand von prägnanten Beispielen den Transformationen in der Madonna-Darstellung dieser Zeit und hinterfragt sowohl motivische als auch inhaltliche Aspekte hinsichtlich ihrer Bedeutung für das Frauenbild in Literatur, Philosophie und Religion.

 

Bildausschnitt aus: Ford Madox Brown, ‚Take your Son, Sir’, 1851-92, unvollendet, Öl auf Leinwand, 70,5 x 38,1 cm, London, Tate Gallery

 

 


SONNTAG, 12. Dezember 2010, 11 Uhr
Minoriten Galerien Graz,
Mariahilferplatz 3/I

EINTRITT EUR 4,-/3,-

Kurator Johannes Rauchenberger führt durch die Ausstellung

Werke von Siegfried Anzinger, Vanessa Beecroft, Veronika Dirnhofer, Marlene Dumas, Barbara Eichhorn, Manfred Erjautz, Valie Export, Elżbieta Jabłońska, Ewa Harabasz, Gudrun Kampl, Iris Kettner, Lena Knilli, Ronald Kodritsch, Julia Krahn, Almagul Menlibayeva, Shirin Neshat, Ulrike Rosenbach, Susanne Sehn-Baumhakel, Ann-Sofi Sidén, Alec Soth, Annelies Štrba, Jitka Teubalová, Tobias Trutwin, Silke Weinsheimer, Daphna Weinstein, Judith Zillich
 

Kuratoren: Johannes Rauchenberger/Roman Grabner
 

Kurator Johannes Rauchenberger führt am letzten Tag durch die Ausstellung MUTTER, die Einflüsse und Transformationen des Madonnenmotivs auf zeitgenössische Darstellungen von Mutter und Kind, existenzielle Grenzsituationen des Mutterseins zwischen Glück, Intimität und Prekariat, sowie neue Aspekte von veränderten und fehlenden Mutterbildern heute mit 25 heimischen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern thematisiert.