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KURATOREN: Johannes RAUCHENBERGER + Roman GRABNER
AUSSTELLUNGSDESIGN: Elisabeth KOLLER + Martin GANSBERGER
Eröffnung durch Willlibald RODLER,
Bischofsvikar für Kunst und Kultur
Die Realisierung des Projektes wurde ermöglicht durch
die großzügige Unterstützung der Diözese Graz-Seckau, der Kultur
Steiermark und des Kulturamtes der Stadt Graz.
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Nach exakt 34 Jahren und
einem Tag nach der Gründung des Kulturzentrums bei den Minoriten durch
Josef Fink eröffnen wir am 5. 11. 2009 die letzte Ausstellung in den
Räumen des „Kulturstock zwo“ der Minoriten Galerien mit der Würdigung
unseres Gründers. Wir zeigen in der Ausstellung die so vielschichtige
Figur Finks in seinen Facetten als Maler und Fotograf.
Aus den mehr als
1000 Einzelblättern der Familie Koller/Perlsdorf, die Fink als Erben
seines bildnerischen Werkes eingesetzt hat, werden rund 250 Werke zu sehen
sein, die die Motivkomplexe „Spuren des Geistigen“, „Wüstes Land“,
„Geliebte Oststeiermark“, "Lichtbilder" und „Letzte Bilder“ abschreiten.
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Besonderen Dank
an die Familie Koller, Perldorf
Für
Sponsorleistungen danken wir :
Roth – Die
Saubermacher,
Weingut
Sattlerhof, Gamlitz
HYPO-Bank
Graz
GRAWE-Wechselseitige Versicherung
Firma Gölles, Riegersburg |
Vor zehn Jahren, am 29. November 1999 starb Josef Fink –
Priester, Maler, Autor und Gründer des Kulturzentrums bei den Minoriten.
Ihm zu Ehren, und gleichzeitig als „Abschlussausstellung“ in dem von ihm
gegründeten „Kulturstock zwo“, wird nun erstmals, nach der Ausstellung und
der Monografie von Karl Pauritsch 2001, das vor allem das Frühwerk
dokumentierte, ein kritischer Rückblick auf sein gesamtes Werk gewagt und
der von Fink an die Familie Koller vererbte Nachlass seines eigenen
künstlerischen Werkes gezeigt und in einem Katalogbuch gewürdigt.
1941 in Gnas in der Oststeiermark geboren, fällt Josef Fink bereits als
Schüler durch eigenständige künstlerische Arbeiten auf, schlägt aber
familiär vorgezeichnet eine kirchliche Laufbahn ein. Im Nachhall von 1968
lässt sich der junge Kaplan jedoch von seinen Tätigkeiten freistellen, um
ein Studium an der Akademie für angewandte Kunst in Wien zu absolvieren.
Er kommt in Kontakt mit der österreichischen Nachkriegsavantgarde und
lernt die pulsierende Galerienszene Wiens kennen. Fink steht am Scheideweg
zwischen einem Leben als Priester und einer Karriere als freischaffender
Künstler. Er entscheidet sich abermals für ersteres, wird aber zeitlebens
versuchen, beide Wege zu gehen und die Differenz zwischen den
unterschiedlichen Lebensentwürfen zu überbrücken. Kunst ist ihm stets mehr
als bloßes Beiwerk, sie ist der Ernstfall des Lebens.
Gegen die Blümchenmaler und süßlichen Raum-Behübscher hat er aufbegehrt.
Im Gegenzug hat er leidenschaftlich versucht, die Moderne in den Köpfen
seiner Mitmenschen zu verankern, ihnen das Sehen zu lernen und ein
Bewusstsein zu schaffen, zumindest aber eine Offenheit für das Neue. Er
hat unzählige Künstler-Texte verfasst, Lyrik geschrieben, Kolumnen
gefüllt, Vorträge gehalten, zu Diskussionen geladen, Künstlerklausuren
initiiert, unzählige Ausstellungen gemacht und zahllose Künstlerinnen
gefördert und vernetzt. Streitbar, aber mit Rückgrat, hat er sich in die
steirische Kulturpolitik eingemischt, und dabei auch so manches Mal
daneben geschossen.
Möglich war das vor allem durch das von ihm 1975 gegründete Kulturzentrum
bei den Minoriten, das er in Auftrag von Bischof Weber als Schnittstelle
zwischen Kirche und Kunst gemeinsam mit Harald Seuter erfolgreich aufbaut
und bis zu seinem Tod leitet. Leidenschaft, Nähe und kritische Distanz
zugleich prägten das Programm in diesem Spannungspool.
Josef Fink hat gemalt, gelesen, geschrieben, gepredigt, gepoltert und
getobt. Zärtlichkeit, Zorn, Ekstase, Sucht, aber auch bitter erlittene
Krankheit waren eng mit seiner Biographie verknüpft – schließlich wurden
ihm als Folge seiner Zuckerkrankheit beide Beine amputiert. Doch „der
Ernstfall des Lebens“ war die Kunst für ihn. Nicht weil sie jene all zu
oft verdrängten, schmerzlichen Lebensbereiche thematisiert, weil sie die
Grundfragen menschlicher Existenz auf poetischer Ebene verhandelt. Auch
nicht, weil sie nicht vor dem Absoluten, zurücksteckt, sondern sich ihm
genauso feinfühlig und selbstbewusst nähert. Kunst war für Fink Mittel und
Weg, die Schönheit und Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens zu
erfassen, seine Grundfragen und -ängste zu verhandeln und vor allem der
Schönheit der Schöpfung gewahr zu werden, in der sich Gott in jedem Detail
zu manifestieren vermag. In der Kunst sah er das Potential dem Unnennbaren
Farben und Formen zu geben. „Man muss nur gut hinschauen, dann trennt uns
nur eine dünne Haut vom lebendigen Gott. Und dann ist der Spiegel gar
nicht so verschmiert. Und die Bilder von ihm sind nicht enden wollend.“
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