TOD UND TODESERFAHRUNG
Zur Sterbekultur in unserer Gesellschaft
Vorlesungsreihe zum Mehrspartenprojekt
„Die Menschen fürchten den Tod
wie manche Kinder den Wau-Wau (Abraham a Sancta Clara)“, beginnend am
Aschermittwoch 2006
Termine: 8., 13., 22., 29. März und 5. April 2006
Veranstaltungsort: Kulturzentrum bei den Minoriten und Minoriten-Galerien,
Graz
jeweils 19.30 Uhr
In Kooperation mit der Akademie Graz
Konzept: Dr. Astrid Kury
Unterstützt von der Grazer Bestattung
Tod und Vergänglichkeit
haben ihren alltäglichen Stellenwert in der heutigen Gesellschaft
eingebüßt. Dem letzten Akt des Lebens wird im Fortschrittsmythos kein
Platz mehr zugestanden; aus dem öffentlichen Raum verbannt, zugunsten einer
ewigen Lebensgier, findet er sich in Krankenhäusern wieder. Einem Bonmot Baudrillards zufolge beabsichtige die Moderne, dem Leben den Tod
auszutreiben. Die Verdrängung des Todes gilt als spezifisches Merkmal der
modernen Gesellschaft. Dem steht vor allem die überwältigende Präsenz von
Sterben und Tod in der medialen Berichterstattung gegenüber.
Allerdings gesellt sich
zur bisweilen makabren Sensationslust und dem Gefühl, Sterben sei etwas,
das ohnedies nur die anderen betreffe, neuerdings auch ein
nachdenklicherer Ton: Zahlreiche Berichte über das Sterben selbst, sowie
eine Fülle von Ratgeberliteratur zum Thema zeigen ein neu erwachtes
Interesse.
Warum erscheint nun die
Todesthematik stilisiert als gesellschaftliche Modeerscheinung, wenn deren
TrägerInnen den Tod doch letztendlich verdrängen? Ist es der rasante
Fortschritt der medizinisch-technologischen Entwicklung, der uns zwingt
unsere Grenzen zu reflektieren? Ist es, zynisch formuliert, die
Überalterung der Gesellschaft? Oder die zunehmende Individualisierung und
Subjektivierung, in deren Folge sich auf dem „Markt der Weltanschauungen“
ein jeder seine Meinung zu Leben und Tod erwählt? Und wie könnte eine
solche Typologie aktueller Todeskonzeptionen in unserer Gesellschaft
aussehen?
8.3.2006
Todesnähe. Mythos und Wirklichkeit
Univ.-Prof. Dr. Hubert Knoblauch, Institut für Soziologie, TU Berlin
Schwer Verletzte erleben sich über ihrem Körper schwebend, gehen in einem
Tunnel dem Licht entgegen, werden von bereits verstorbenen Angehörigen
liebevoll empfangen. So beschriebene Erfahrungen von Todesnähe liefern uns
Bilder vom Grenzbereiche, der zwischen Tod und Leben liegt, beschreiben
eine Form des „Jenseits“. Vor allem aber spiegeln sie in ihrer
tatsächlichen Variationsbreite, die von individuellen wie soziokulturellen
Komponenten geprägt ist, die kulturelle Bedeutung des Sterbens in einer
bestimmten Zeit, in einer bestimmten Gesellschaft wieder.
13.3.2006
Autonomes Sterben?
Univ.-Prof. Dr. Peter Strasser, Institut für Rechtsphilosophie,
Rechtssoziologie und Rechtsinformatik, Universität Graz
Moderation: MMag. Christian Lagger, Philosoph und Theologe
„Autonomie“ meint Selbstbestimmung. Sie ist ein grundlegender Wert unserer
Gesellschaft. Doch die Frage, was es heißt, sich beim Sterben selbst zu
bestimmen, führt zu merkwürdigen Untiefen. Denn die Autonomie ist
wesentlich eine Kategorie der Reflexion und des Rückblicks. Ob ein Leben
als autonomes gelang, weiß man – wenn überhaupt – erst hintennach. Für den
Sterbenden aber ist keine solche Position verfügbar. Da liegt der Tod
dazwischen. Dennoch wollen wir im letzten Akt unseres Lebens nicht bloß
passiv Erduldende sein.
22.3.2006
Sterbekultur als ethische Herausforderung
Podiumsdiskussion
Ist Älterwerden peinlich, der Tod schließlich ein Versagen? Die Erfahrung
des Sterbens hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert, vor allem
durch den medizinischen Fortschritt konzentrieren wir uns darauf,
Krankheiten zu heilen und Leben zu verlängern. Es bedarf einer neuen
Sterbekultur, in der Krankheit und Sterben mit Würde begegnet wird.
Univ.-Prof. Dr. Peter Gasser-Steiner, Institut für Soziologie, Universität
Graz
Univ.-Prof. Dr. Karl Harnoncourt, Obmann des Hospizvereins Steiermark
Mag. Bernd Oberndorfer, Krankenhausseelsorger am LKH Graz
Univ.-Prof. Dr. Sonja Rinofner-Kreidl, Institut für Philosophie,
Universität Graz
Diskussionsleitung: Univ.-Prof. Dr. Karl Acham, Institut für Soziologie,
Universität Graz
29.3.2006
Der sterbende Patient: Sterbebegleitung aus ärztlicher und
pflegerischer Sicht
OA Dr. Imke Strohscheer, Universitäre Palliativmedizinische Einrichtung am
LKH Univ.-Klinikum Graz
Die letzte Phase menschlichen Daseins ist von großer Bedeutung. Der Ort, an
dem diese durchlebt wird, erweist sich mitunter als wenig gute Wohnstätte
für den letzten Fortgang. Oftmals sind es vor allem Ärzte, die sich hilflos
und überfordert fühlen. Der diskursive Beitrag an diesem Abend versucht
Aufgaben und Möglichkeiten für medizinisches Personal im Umgang mit
Sterbenden aufzuzeigen.
5.4.2006
Das Sterben, der Tod und ich. Aktuelle Einstellungen zu
Sterben und die Zukunft von Sterben
Apl. Prof. Dr. Joachim Wittkowski, Institut für Psychologie, Universität
Würzburg
Warum haben manche mehr und manche weniger Angst vor ihrem eigenen Tod?
Gibt es tatsächlich regelhafte Abläufe des Sterbeprozesses? Was ist Death
Education und welche Effekte hat sie? Dies alles sind Aspekte einer
„Psychologie des Todes“, mit der sich Prof. Wittkowski seit über 30 Jahren
beschäftigt. Forschungsinteresse der Thanatopsychologie ist die empirische
wie theoretische Untersuchung des Erlebens und Verhaltens der Menschen
gegenüber Sterben, Tod und Verlust sowie die praktische Anwendung dieser
Erkenntnisse im Alltag.
In diesem Vortrag untersucht Prof. Wittkowski die Dimensionen bzw. Aspekte
der Einstellungen gegenüber Sterben und Tod an Hand der Ergebnisse der
thanatopsychologischen Forschung und präsentiert einen Entwurf zu einer
Theorie der Angst vor dem eigenen Tod.
OPEN UNIVERSITY 2006:
ÜBER-LEBENSSTRATEGIEN
In Kooperation mit der KF-Uni-Graz, der Med-Uni-Graz und des
Forums Glaube Wissenschaft Kunst
Die seit 2003 währende Tradition akademischen Nachdenkens und
wissenschaftlicher Diskussion am öffentlich kulturellen Ort bei den
Minoriten wird 2006 mit „Überlebensstrategien“ fortgesetzt. In den Blick
geraten die Kreativität, mit der Betroffene in verschiedenen Bereichen
Wege zum Überleben finden, beschreiten, unter welchen gesellschaftlichen
und politischen Bedingungen sie scheitern und was sie brauchen würden,
damit ihre „Intelligenz der Bewältigung“ zum Ziel führt.
Die interdisziplinäre Veranstaltung geht damit einen weiteren Schritt
hinter die Frage nach dem „guten Leben“ („Puzzle Leben“ 2004) als
Grundfrage menschlichen Lebens zurück und bedenkt die Voraussetzungen
dafür, dass Menschen sich ethische Fragen zu stellen in der Lage sind und
genug Reflexions- und Handlungsspielraum besitzen, um soziale und
politische Verantwortung zu übernehmen. Materielle Grundsicherung,
Zukunftsperspektiven, barrierefreie Alltagsbewältigung, Sicherheit von
Leib und Leben, Bewältigung täglicher Überforderung zwischen Familien- und
Berufsarbeit und die Bewältigungssstrategien derer, die diese offenen
Fragen bearbeiten, sind die ausgewählten Themen aus dem großen Feld der
Überlebensstrategien von unterschiedlichster Gestalt.
Diese „Lectures“ finden in einem Kunstkontext statt, die
jenes Umfeld thematisiert, an dem die genannten Überlebens-Strategien
scheitern: Die Welt des Massenkonsums, die sich als immanenzerstickendes
Paradies präsentiert. Die aus Graz stammende und in den Niederlanden
lebende Malerin und Performancekünstlerin Barbara Philipp
installiert in den Minoriten-Galerien das Projekt „Schlaraffenland“: Es
wird in ihm gepflückt, still gegessen und blind imaginiert. Und das, was
das Schlaraffenland in den Vorstellungen der BesucherInnen sein soll, in
Bild und Ton festgehalten.
Konzept: Elisabeth List, Jörg Schaur,
Gottfried Dohr, Otto König, Richard Sturn, Helmut Hönig, Elisabeth Pernkopf, Johannes Rauchenberger
Projektleitung: Elisabeth Wimmer
Kurator Ausstellung: Johannes Rauchenberger
Eröffnung der Ausstellung: 1. April (aktuelle kunst in graz), Dauer bis
15. Mai.
Zur Ausstellung „Das
Schlaraffenland“ von Barbara Philipp
Barbara Philipp, geb. 1977 in Graz, studierte Malerei
an der Akademie der Bildenden Künste in Wien und an der Ecole Nationale
Supérieure des Beaux Arts - énsba in Paris, 2001, an der Städelschule in
Frankfurt, (Meisterklasse Hermann Nitsch) und lebt derzeit in den
Niederlanden. Sie setzt sich in ihrer Malerei und in ihren Performances
schwerpunktmäßig mit Überflussphänomenen auseinander.
LV: Interdisziplinäres Seminar, 1st., freies Wahlfach, SS 2006, ETCS 2
Seminararbeitsbetreuung: Vortragende, wenn Uni-LehrerInnen,
Uni-LehrerInnen aus dem Vorbereitungskreis
Zeit: 6 Abende à 2 h, jeweils 2 Vorträge à ca. 45 Minuten und Diskussion
Mo, 24.4., Mi, 3.5., Mi 10.5., Mi 17.5., Mi 31.5., Mi 7.6., jeweils
19.00-21.00 Uhr
Ort: Kulturzentrum bei den Minoriten, Mariahilferplatz 3/2. Stock, Graz,
www.minoritenkulturgraz.at
Montag, 24.4.
Überleben am Ende der Arbeitsgesellschaft:
Grundeinkommen für alle!
Markus Schlagnitweit (Kath. Sozialakademie Österreichs)
Mittwoch, 3.5.
Biografische Brüche
Jugendlicher und ihre Umgangsstrategien
Gerlinde Malli, Diana Reiners, Gilles Reckinger
(Institut für Soziologie, KF-Uni Graz)
Mittwoch, 10.5.
MigrantIn-Sein in
Österreich
Neuland
Judith Schwentner (Megaphon Graz)
Weltweite Migration und Menschenrechte
Klaus Starl (ETC/Europ.
Trainings- and Research Center for Human
Rights and Democracy)
Mittwoch, 17.5.
Von der Tugend der Tapferkeit
Überleben in der Sozialen Arbeit
Klaus Posch (FH Joanneum/Studiengang
„Sozialarbeit mit Schwerpunkt Sozialmanagement“)
Wider die Zerstörung
Elisabeth Katschnig-Fasch
(Inst. f. Volkskunde und Kulturanthropologie, Uni Graz)
Mittwoch, 31.5.
Behinderung - Leben unter erschwerten
Bedingungen
Elisabeth List, (Inst. f. Philosophie,
KF-Uni Graz), Sebastian Ruppe (Zentrum für soziale Kompetenz, KF-Uni Graz)
Mittwoch, 7.6.
Überlebensstrategien zwischen Familien- und
Berufsarbeit
Wenn Familie und Beruf kollidieren…
Konsequenzen von Vereinbarkeitsschwierigkeiten und praktische
Lösungsstrategien
Sonja Jagoditsch, Harald Lothaller (Inst.
f. Psychologie/Sozialpsychologie, KF-Uni Graz),
AkademikerInnen als Eltern - Von der
Vereinbarung zur Verausgabung
Sandra Beaufays
(Institut für Soziologie, Graz)
KUNST ZU GLAUBEN.
Ein Symposium im Minoritensaal am 5./6. Mai 2005
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Die Rede soll sein von der Sprache und vom Sagen des Unsagbaren, vom
Glauben, der eine Kunst ist, eine Lebenskunst, von der Kunst, die ihr
Statement zum Glauben abgibt, vom Glauben, der eine Kunst braucht, und vom
Glauben, dessen Vollziehen mitunter eine Kunst, die aber nicht das ist,
was wir gemeinhin als Kunst verstehen, voraussetzt: Poetische Sprache also
als Mutation in herbe Kritik. KUNST ZU GLAUBEN, das sind Erwartungen der
Schönheit, der Ekstase, der Erhabenheit, des Trostes. Aber ebenso der
harschen Kritik. Diese Erwartungen nicht zu erfüllen oder sie all zu sehr
erfüllt zu haben, führte zu den bekannten Spannungen zwischen Kunst und
Glauben, zu den oft abwertenden Statements zueinander, zum Verhältnis,
sich "höchstens aus der Ferne zu grüßen".
Bei diesem Symposium ist nicht die gegenseitige Fremde zueinander, sondern
die eigene Fremde der Ausgangspunkt: Die Fremde des Glaubens und die
Fremde der Kunst. Und eben in dieser gemeinsamen Eigenschaft auch ihre
Nähe zueinander, in ihrer möglichen "Allianz wider die Banalität" (Bischof
Egon Kapellari). Ausgangspunkt ebenso ist die Gleichzeitigkeit dieser Nähe
und dieser Fremde, die Gleichzeitigkeit täglich erlebter Welten von
Unvereinbarkeiten, von Brüchen und Kontinuitäten, von alter und neuer
Kunst, von profan und sakral.
5. Mai:
KUNST ZU GLAUBEN - am Abend:
Vortrag: KUNST ZU GLAUBEN von Univ.-Prof. Dr.
Andrea de Santis (Professor für Philosophie und theologische Ästhetik
an der Universität San Anselmo in Rom).
Einem wörtlichen „SYMPOSION“ entsprechend, wird
anschließend Essen gereicht und über das Aufgetragene kurz, über das
Vorgetragene aber intensiv gesprochen. In einem zweiten Gang bieten die
SprecherInnen der einzelnen Tische Debattenbeiträge und Anfragen an den
Vorragenden.
Das Essen ist Teil des Empfangs für Bischof Dr. Egon
Kapellari durch den Bürgermeister der Stadt Graz, Mag. Siegfried Nagl.
Samstag, 6. Mai:
10.30 – 13 Uhr:
KUNST ZU GLAUBEN - am Morgen
Im barocken Minoritensaal
„God’s Statement“ – Diskussion – und zwei „rosenkranzbetende“
Autoklaviere
I. Vernissage: Hannes Priesch
Das Symposium „Am Morgen“ beginnt mit der Vernissage der
Installation „God’s Statement“ von Hannes Priesch, in New York lebender
steirischer Künstler, der sich seit Jahren mit Schrift auseinandersetzt.
In letzter Zeit sind es fast ausschließlich Bibeltexte, die er malt, vor
allem in Auseinandersetzung mit dem erstarkten religiösen Fundamentalismus
in Amerika. Für KUNST ZU GLAUBEN reagiert Hannes Priesch auf den
Stiegenaufgang zum Minoritensaal mit einer eigens dafür geschaffenen
Installation – und macht dabei seine konzeptionellen Ansätze früherer
Jahre fruchtbar. Ausgangspunkt ist das Bild „God’s Statement Dtn 32,
29-42“, das er aber nicht als vorhandenes Bild zeigt, sondern als Malerei
und akustische Installation umsetzt. Als Reaktion auf den Barock wagt es
Hannes Priesch – als Vertreter der Jungen Wilden der 80-er Jahre eine
beachtliche Reminiszenz – Gottvater daselbst zu malen. Aus dessen Mund
quellen die Kabeln, die an verschiedenen Orten im Raum als Lautsprecher
enden und die den Text von „God’s Statement“ hörbar machen.
„Jetzt seht: Ich bin es, nur ich, und kein Gott tritt
mir entgegen. Ich bin es, der tötet und der lebendig macht. Ich habe
verwundet; nur ich werde heilen. Niemand kann retten, wonach meine Hand
gegriffen hat. Ich hebe meine Hand zum Himmel empor und sage: So wahr ich
ewig lebe: Habe ich erst die Klinge meines Schwertes geschliffen, um das
Recht in meine Hand zu nehmen, dann zwinge ich meinen Gegnern die Strafe
auf und denen, die mich hassen, die Vergeltung. Meine Pfeile mache ich
trunken von Blut, während mein Schwert sich ins Fleisch frisst – trunken
vom Blut Erschlagener und Gefangener, ins Fleisch des höchsten feindlichen
Fürsten–“
Hannes Priesch nennt seine Schriftarbeiten
Auseinandersetzungen mit dem Erbe unserer Kultur. Sie decken das
Gewaltpotential der Religion anhand ihrer Urtexte auf und warnen vor einer
wörtlichen Lesbarkeit, wie er es täglich in Amerika erlebt. Doch anders
als eine platte Religionskritik sind die Texte so ausgewählt, dass die
Möglichkeit besteht, sie gerade noch auch anders rum lesen zu
können: Dem Rezipienten, dem Besucher der Ausstellung, dem Hörer des
Wortes wird schließlich die Rolle zugewiesen, über die rechte
Interpretation zu entscheiden.
II. MORGENDISKUSSION
Es werden Künstlerinnen und Künstler, Personen aus den
Wissenschaften in den barocken Minoritensaal geladen, um über KUNST ZU
GLAUBEN zu debattieren und KUNST ZU GLAUBEN zu erleben.
III. AUTOKLAVIERE_ROSENKRANZ von PETER ABLINGER
Peter Ablinger, Komponist der „Stadtoper GRAZ“ (2005) und
bei den Minoriten seit Jahren immer wieder mit spannenden Arbeiten
vertreten, verwirklicht einen lang gehegten Wunsch: er zeichnet eines der
traditionellsten katholischen Gebete, das Rosenkranzgebet, akustisch nach.
Dabei wird die bekannte respondierende Form auf der Basis einer Aufnahme
der betenden Eltern des Komponisten auf zwei Flügel, die von
hochauflösenden Klavierautomaten gespielt werden, übertragen. Ergebnis ist
ein faszinierendes akustisch-optisches Zusammenspiel, das als konzertante
Aufführung das Symposium beendet, aber selbst weiterspielend als begehbare
Klanginstallation in den Nachmittag reicht…
"PORTRAIT MEINER ELTERN"
sound-installation for 2 computer-controlled player
pianos
the basic material is a recording of my parents reciting the rosary, an
endless Catholic responsorial prayer;
my father: left piano, my mother: right piano
Veranstalter: Kulturzentrum bei den Minoriten, in
Kooperation mit der Katholischen Hochschulgemeinde und dem Forum Glaube
Wissenschaft Kunst, Die Vesper wird vom Grazer
Domchor, der Kantorei Mariahilf und dem studio percussion gestaltet.
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IM BRENNPUNKT…
Vision Europa - Wege aus der Krise
Samstag, 14.1.2006, 17.00-19.00 Uhr,
Großer Minoritensaal, Mariahilferplatz 3 .
Die fehlgeschlagene Volksabstimmung über die EU-Verfassung in Frankreich
und den Niederlanden und die ausstehende Einigung über Probleme des
Budgets haben Europa in eine ernste Krise gestürzt. Unsicher ist, ob die
Präsidentschaft Großbritanniens im Herbst Auswege aus diesem Dilemma
erbringt. Da Österreich mit 1. Jänner 2006 die Präsidentschaft übernimmt,
wird unsere Bundesregierung unter hohem Erfolgsdruck stehen.
Die geplante Veranstaltung verfolgt die Absicht, das Bewusstsein der
Öffentlichkeit durch einen Aufruf zur Lösung der anstehenden Probleme zu
schärfen und damit der Bundesregierung bei ihrer schwierigen und
verantwortungsreichen Aufgabe hilfreich zu sein. Dies auch mit der
Absicht, die Akzeptanz der österreichischen Bevölkerung für die
Erweiterung und Festigung des Zusammenschlusses der europäischen Völker zu
stärken.
Das Diskussionsforum mit den Herrn
Univ.-Prof. Dr. Wladyslaw Bartoszewski, polnischer Außenminister a.D.
Dr. Erhard Busek, Vorsitzender des Instituts für den Donauraum und
Mitteleuropa
Dr. Hannes Swoboda, Abgeordneter zum Europäischen Parlament ,
Parlamentarischer Geschäftsführer der SPE-Fraktion
bietet die Gewähr, dass überzeugende Argumente für die künftige
Entwicklung des erwünschten Einigungsprozess vorgebracht und von den
Medien veröffentlicht und diskutiert werden.
Moderation: Univ.-Prof. Dr. Bernd Schilcher
Neodarwinismus - Geburtsstätte des Neoliberalismus
Fällt das europäische Sozialmodell dem Selektionsmechanismus zum Opfer
oder überwindet die europäische Gesellschaft das biologistische Recht des
Stärkeren?
Dr. Ewald Walterskirchen, WIFO Wien
Montag, 6. Februar 2006
Beginn: 19.30 Uhr
Kleiner Minoritensaal, Mariahilferplatz 3, Graz.
Der Wirtschaftswissenschafter Walterskirchen stellte in seinem kürzlich
erschienenen Buch „Der Weg in die Informationsgesellschaft“ fest, dass die
Evolution der Gesellschaft zwei Gesichter hat: die "darwinistische"
Selektion und die Kooperation in neuen komplexeren Gesellschaftsformen. Im
Wirtschaftsleben wird heute meist die neoliberale Argumentation vertreten,
die auf neodarwinistischen Überlegungen beruht und den Menschen der
Ökonomie unterordnet. Demnach gehe die wirtschaftliche Krise in Europa vor
allem auf mangelnde Flexibilität des Arbeitsmarktes gegenüber dem
Globalisierungsschock zurück.
Muss also das europäische Sozialmodell ein Opfer der Selektion im Kampf
ums wirtschaftliche Überleben werden oder kann sich die Gesellschaft vom
biologischen Recht des Stärkeren emanzipieren? Walterskirchen sieht die
Informationsgesellschaft mit ihren elektronischen Technologien und
Netzwerken als große anbrechende Epoche. Die Bildung von Netzwerken, d.h.
die Koordination und Kooperation, wird zu einem zentralen Faktor.
Dr. Walterskirchen ist Wirtschaftswissenschafter und Soziologe, er
arbeitet als Wirtschaftsforscher im WIFO Wien und beschäftigt sich vor
allem mit makroökonomischen und wirtschaftspolitischen Fragen; sein
Spezialgebiet ist die Theorie der sozialen Evolution.
Ewald Walterskirchen, Der Weg in die Informationsgesellschaft. Zur
Evolution von Natur, Technik und Wirtschaft, Passagen Verlag, Wien, 2005
Globale
Bedrohung Klimawandel
Univ.-Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb, Institut für Meteorologie der
Universität für Bodenkultur, Wien
Montag, 3. April 2006
Beginn: 19.30 Uhr
Großer Minoritensaal, Mariahilferplatz 3
Der Klimawandel stellt eine Bedrohung dar, dessen Auswirkungen auf Natur
und Mensch bereits zu spüren sind. Das globale Klimasystem ist sehr
komplex, daher können auch schon kleine Ursachen unabschätzbare Wirkungen
haben – es geht hier nicht nur um die prognostizierte Häufung von
Naturkatastrophen, sondern vor allem um die langfristige Verfügbarkeit von
Wasser und Nahrungsmitteln. Dennoch werden Klimaschutz-Maßnahmen weltweit
nur zögerlich gesetzt.
Psychoanalyse und bildende Kunst
Montag, 8. Mai 2005
Großer Minoritensaal, Mariahilferplatz 3 Graz.
Der 150. Geburtstag von Sigmund Freud ist ein hoher Ehrentag, bedenkt man
die Bedeutung, die Freuds psychologische Forschungen weltweit erlangt
haben.
Da die Förderung und Vermittlung von Kunst ein zentrales Anliegen der
Akademie Graz ist, haben wir anlässlich des Freud-Jubiläums ein Programm
zusammengestellt, dass die Wechselwirkung und das Zusammenspiel von Kunst
und Psychoanalyse im Detail beleuchtet.
Psychotherapie und künstlerisches Gestalten
Dr. Peter Jeschek, Psychotherapeut, Wien
Psychische Energien in der bildenden Kunst
Univ.-Prof. Dr. Klaus Herding, Institut für Kunstgeschichte, Universität
Frankfurt am Main (angefragt)
Kunst und Psychiatrie
Univ.-Prof. Dr. Götz Pochat, Institut für Kunstgeschichte, Universität
Graz
Kooperation: Institut für Kunstgeschichte der Karl-Franzens Universität
Graz, Urania und Kulturzentrum bei den Minoriten Graz
Montag, 9.10.2006, Beginn 19.00 Uhr, kl. Minoritensaal
Ein Schandfleck der EU. Zur Behandlung der
Roma-Minderheit in der Slowakei
Podiumsdiskussion mit Dr. Mirjam Karoly, Politikwissenschafterin, Wien,
Univ.-Prof. Mag. DDr. Wolfgang Benedek, Institut für Völkerrecht und
internationale Beziehungen, Universität Graz, Pfarrer Wolfgang Pucher;
Moderation: Emil Breisach
Die Diskussion um das Betteln in der Stadt Graz spitzt
sich zu - aber was wissen wir eigentlich über den Kampf ums Überleben der
slowakischen Roma? Mirjam Karoly, österreichische Romni, ist Politologin
und ehemalige OSZE-Mitarbeiterin für Roma-Fragen. Sie wird einführend
über die Lebensbedingungen der Roma in Europa mit Schwerpunkt Slowakei
sprechen.
Anschließend findet mit UProf, Dr. Wolfgang Benedek,
international renommierter Experte für Menschenrechtsfragen und
Minderheitenpolitik, Pfarrer Wolfgang Pucher bekannt für sein tatkräftiges
Engagement in der Bekämpfung der Armut als der „hässlichen Seite“ unserer
Gesellschaft, eine Podiumsdiskussion statt.
Montag, 16.10.2006, Beginn: 19.00 Uhr, kl. Minoritensaal
Keine Zukunft? Jugend in Südosteuropa
Christine von Kohl, Balkanexpertin, Chefredakteurin der Zeitschrift
„Balkan anders. Südosteuropäischer Dialog“, Wien
„Die ‚Politikverdrossenheit’ der Jugend in Europa hat ebenso
unterschiedliche Hintergründe und Ursachen, wie wir von unterschiedlicher
‚Jugend’ sprechen. Was nun die Jugend in den südosteuropäischen Ländern
betrifft, so wird ihre Lage dadurch verschärft, dass ihr jede
Voraussetzung fehlt, um ‚den Staat’ als richtunggebend für Recht,
Gerechtigkeit, Fortschritt - für ‚Demokratie’! - sehen zu können. Während
es in Mitteleuropa durchaus demokratische, pluralistische Traditionen
politischer Strukturen vor dem Zweiten Weltkrieg gab - so fehlt eine
solche Erfahrung in den Staaten des Balkan so gut wie total.“
Herbstvorlesung 2006
Konrad Paul Liessmann: Zukunft – Über säkularisierte
Heilserwartungen
Univ.-Prof. Dr. Konrad Paul Liessmann ist Professor für Philosophie an der
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft der Universität Wien
30.10./31.10./1.11. 2006
Beginn: 19.00 Uhr
Kulturzentrum bei den Minoriten, Galerie, II. Stock, Graz
In Kooperation mit der Akademie Graz.
In Antwort auf Rudolf Burgers „Kleine Geschichte der Vergangenheit“ widmet
sich der Philosoph Konrad Paul Liessmann in der Frühlingsvorlesung der
„Zukunft“:
Getreu der Maxime Kierkegaards, dass der Unglücklichste derjenige ist, der
entweder in der Vergangenheit (Erinnerung) oder in der Zukunft (Hoffnung)
leben muss, ist es an der Zeit, sich auch der zweiten Gestalt des modernen
unglücklichen Bewusstseins, die sich als unbedingter Wille zum Neuen, zur
Zukunftsoffenheit, zur Zukunftsfitness, zu Zukunftsmärkten, zum
zukünftigen Wettbewerb, schlicht zur Zukunft und ihrem Kommen maskiert,
ein wenig unter die Lupe zu nehmen. Ist vom „kommenden Gott“ der
Chiliasten, Romantiker und Utopisten in der Spätmoderne nur das „Kommen“
übrig geblieben? Wie geht es den Menschen, deren Daseinsmodus zentral
durch dieses Warten und den Anspruch auf Zukunft bestimmt ist?
LEBEN WIR IN ZEITGEFÄNGNISSEN?
Prof. Dr. Kurt Weis/München über den Menschen und seine
Vorstellungen von Zeit
MITTWOCH, 11. 10 |19.30 Uhr, nach dem Künstlergespräch mit
Günther Pedrotti im Rahmen des Ausstellungsprojekts "Controlling"
Zeit verdeutlicht, markiert und begrenzt Leben. Leben, soweit uns irdisch
bekannt, ist durch eine Kürze in der Zeit, wie etwa durch Kommen und
Gehen, Entstehen und Vergehen, Geburt und Tod gekennzeichnet. Zeit ist
Leben, Leben ist kurz, Zeit ist Frist. So jedenfalls spüren es betroffene
Menschen. Sonne und Erde, Vulkane und Bäume, Menschen und Eintagsfliegen,
alles hat seine Lebenszeit. Der Mensch ist sich der Kürze seiner
Verweildauer bewusst, leidet darunter und klagt darüber.
LIFESTYLE RELIGION
Über die "Wiederkehr der Religion" in modernen
Lebensstilen
7.11., 14.11., 21.11. , 28.11.2006
Spiritualität gilt Zukunftsforschern als attraktiver Markt – der
Wellness-Boom inkludiert mittlerweile auch spirituelle Befriedigung. Ein
Indiz für Gutgläubige von einer „Rückkehr der Religion“ zu sprechen – in
der Großwetterlage fast flächendeckender Säkularisierung.
Wenn man aber heute wirklich nach Religion fragt, was
meint man damit und wo findet man dies Gemeinte?
Modernes Leben hat sich in Lebensstilen ausdifferenziert, mit ihnen auch
die individuellen Zugänge zu Religion. Wie verhält sich eine solche
„Privatsache Religion“ mit den kollektiven Energien von Religion, die
unsere Gesellschaft als Bindungskitt benötigt aber die wir gleichzeitig
derzeit so sehr fürchten? Wie verhält sich die Religion als Privatsache
zum Zielgruppenmarkt von Lifestyle und Marketing? Ein mit religiösem
Equipment ausgestattetes Leben unterstützt auch hoch kommerzielle
Lebensentwürfe.
Welche Konsequenzen haben solche gesellschaftlichen Entwicklungen im
Spannungsfeld zwischen einer individuellen Sinn- und Wahrheitssuche, ihrer
Kommerzialisierung und einer neuen Popularität der Eventreligion, will man
„Wiederkehr der Religion“ nicht nur unter den Vorzeichen von
Fundamentalismus und Extremismus diskutieren. Sind die individuellen
Kompositionen von Religion in die überlieferten Gemeinschaften
integrierbar? Sollen sie es sein?
Mit UProf. Dr. Otto Kallscheuer, UProf. DDr. Paul M. Zulehner, Dr. Ariane
Martin, UProf. Dr. Rainer Bucher, UProf. Dr. Franz Höllinger, DDr. Alfred
Längle u.a.
Di, 7.11.
Über das Comeback der Religion im öffentlichen Disput: UProf. Dr. Otto
Kallscheuer, Politikwissenschaftler und Philosoph, FU Berlin, Autor
des Buches: „Die Wissenschaft vom LIEBEN GOTT. Eine Theologie für Recht-
und Andersgläubige, Agnostiker und Atheisten“ (2006). Moderation: UProf.
Dr. Rainer Bucher
Mo, 13.11.
Beobachtungen über zeitgenössische Spiritualität. Dr. Ariane
Martin, Kulturantropologin, Redakteurin in der Abt. „Kultur und
Wissenschaft“ im ZDF, Mainz
Anschließend: „... und die alten christlichen Kirchen?“ Diskussion mit UProf.
DDr. Paul M. Zulehner, Pastoraltheologe, Uni Wien, Moderation: Dr.
Johannes Rauchenberger
Di 21.11.
Spirituelle Wanderer: Über neue religiöse Bewegungen. UProf. Dr.
Franz Höllinger, Soziologe, Graz
Moderation: Dr. Astrid Kury
Mi, 29.11.
Sehnsucht nach Sinn. DDr. Alfred Längle, Arzt, klinischer
Psychologie und Psychotherapeut, Wien
Moderation: Dr. Astrid Kury
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