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JAHRESSCHWERPUNKT 2003 - SYMPOSIUM HIMMEL 2003 |
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29. 5. – 1.6. 2003
Ein Symposium über den religionsgeschichtlichen Zustand des Himmels im Rahmen von "Himmelschwer. Transformationen der Schwerkraft" (in Kooperation mit dem Institut für Fundamentaltheologie der Universität Graz, der Arbeitsstelle für christliche Ikonografie, theologische Ästhetik und Bilddidaktik der Universität Münster)
Gegenstand des Symposions ist der religionsgeschichtliche Ort des Himmels im Europa des beginnenden dritten Jahrtausends. Die durch die christliche Tradition maßgeblich geprägte Vorstellungswelt hat hier bislang nach und nach an Plausibilität verloren, doch der Sinn für das, was einmal der Ausdruck Himmel bezeichnete, scheint damit keineswegs ausgelöscht. Er ist teils nachhaltig spürbar gescheitert oder er ist ausgewandert und hat sich andere Felder zu seiner Artikulation erobert: Ein Ort jenseits der Welt, ein Ziel der Existenz, das nicht mit dem Tod identisch ist, die Möglichkeit zur Bemessung des Lebens nach nicht diesem Leben selbst zuzurechnenden Kriterien, das Verlangen nach so etwas wie Erlösung - das prägt die Kultur von Vorstellung und Reflexion auch noch in der Zeit nach der Verbindlichkeit christlicher Leitideen. Was ist dabei aus dem Himmel geworden? Gegenüber dem sinkenden Erklärungsvermögen des Christentums ist auf der anderen Seite neuerdings durchaus ein - sogar in der philosophischen Diskussion manifestes - wieder erwachtes Interesse an Religion und Religiosität zu konstatieren. Ist das ein intellektuelles Gedankenspiel, das auf verbreitete, frei flottierende Remythisierungen und deren Entlastung der Vernunft reagiert? Wie lassen sich vor dem Hintergrund dieses philosophischen Diskurses überlieferte Realien der christlichen Vorstellungswelt, wie sie der Topos des Himmels prominent markiert, angemessen beurteilen?
Das Symposion steht im Zusammenhang einer Ausstellung, die sich unter dem Titel HIMMELSCHWER mit Transformationen der Schwerkraft in der Gegenüberstellung von Werken der christlichen Bildtraditionen mit Kunstwerken der Moderne und der Gegenwart beschäftigt. Das Projekt ergreift den Blick auf den Himmel in seinem bildlichen Gehalt, der seit jeher der begrifflichen Formulierung vorausging, und sucht solche bildräumlichen Konstellationen des Aufstiegs, des Sturzes, der Schwebe, der Balance etc. aus verschiedenen Epochen mit theologischen und religionsphilosophischen Diskursen zum Thema in eine Auseinandersetzung zu bringen. Zugleich ist damit beabsichtigt, das prekäre Verhältnis zwischen Kunst und Religion einmal nicht durch gegenseitige Abgrenzung oder Konvergenz zu bestimmen, sondern in einer für beide Seiten virulenten Debatte auszutragen und zu erproben. Die kunst- und kulturgeschichtlichen, (religions-)philosophischen und theologischen Erörterungen des Symposions zum gegenwärtigen religionsgeschichtlichen Ort des Himmels stehen in diesem thematischen Zusammenhang.
Das Symposium wird neben den Vortragenden von fachlich einschlägig ausgewiesenen Kunst- und Kulturhistorikern, Philosophen und Theologen, die eingeladene Gäste der Kulturhauptstadt Europas 2003 sind, getragen. Das Symposium steht aber auch der interessierten Öffentlichkeit offen. Zur Strukturierung des Gesprächs sind fünf thematische Einheiten vorgesehen, in denen vom Ort und vom Verlust des Himmels, von seinem Realitätsgehalt, von Erlösungserwartungen sowie von Wegen zum Himmel zu handeln ist.
(Johannes Rauchenberger)
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Ressortleitung: MMag. Dr.
Johannes Rauchenberger Organistation und Koordination: Mag. Elisabeth Wimmer, 711133-29 |
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