ZEITANALYSE 2010 bei den MINORITEN:

   
 

MO 26. April 10, 19.30 Uhr
ImCubus, Mariahilferplatz 3/I.


Eintritt:   4,-/2,-

IM BRENNPUNKT EUROPA:
Leitkultur Humanismus und Aufklärung –
Eine europäische Perspektive?

 

Vortrag von
Dr. Michael Schmidt-Salomon

 

„Kopftuchstreit“, „Zwangsheirat“, „Kreationismus“, „Minarettverbot“ – der „Kampf der Kulturen“ hat Europa längst schon erreicht. Bislang, so scheint es, sind die europäischen Gesellschaften allerdings damit überfordert, den neuen Herausforderungen produktiv zu begegnen. Während die einen von einer „multikulturellen Gesellschaft“ träumen, in der sich alle Probleme wie von Zauberhand in Wohlgefallen auflösen, setzen die anderen auf eine „Null-Toleranz“-Politik, mit der sie hoffen, die „christliche Festung Europa“ gegen den Islam – letztlich aber auch gegen den modernen Säkularismus! – zu verteidigen. Michael Schmidt-Salomon hält beide Strategien für verfehlt.

Eine Veranstaltung von Kulturzentrum bei den Minoriten, Akademie Graz und Urania.

 

FRÜHLINGSVORLESUNG 2010

29./30./31. März 10, jeweils 19.00 Uhr
ImCubus, Mariahilferplatz 3/I.

EINTRITT: 11,-/7,-
Abo
3 Abende:  25,-/18,-
Abo
3 Abende Ö1-Club: 20,-/9,-


DAS LEBEN IST UNGERECHT

 

Vortrag von
Thomas MACHO

29.März: Grenzen der Gerechtigkeit
30. März: Pascals Moderne
31. März: >et expecto<

 

Krankheiten, Behinderungen, Lebenszeiten und Todesarten stellen die sozialpolitischen Ideale der Gerechtigkeit in Frage. Was nützen Arbeitszeit- und Steuerausgleichszahlungen, Kindergeld und Renten, Versicherungen und Bausparkredite, wenn manche Menschen schon als Kinder sterben, andere dagegen ein Jahrhundert – womöglich in Glück und Reichtum – erleben dürfen? Wird die mögliche Solidarität der Sterblichen, existentielles Fundament der Demokratie seit der griechischen Antike, nicht durchkreuzt von Differenzen, wie sie Elias Canetti in seinem beklemmend aktuellen Gedankenexperiment über Die Befristeten zur Darstellung brachte? Welche Antworten haben die Religionen und Weisheitslehren der Frage nach dem Widerspruch zwischen Sterblichkeit und Gerechtigkeit erteilt? Und welche Antworten geben wir uns heute?

Eine Veranstaltung der Akademie Graz in Kooperation mit Kulturzentrum bei den Minoriten, DIE PRESSE und Residenzverlag.

 

 

DI 20. April 2010, 19.00-21.00 Uhr
ImCubus, Mariahilferplatz 3/I.

Eintritt:
6,-/4,-

Abo:
28,-/18,-

DIE WELT AUF DER ERBSE
Über das Unbehagen in der Gegenwart und die Suche nach dem Wesentlichen

Denker auf der Erbse


Peter Strasser, geboren 1950, ist Professor für Philosophie und Rechtsphilosophie an der Karl-Franzens-Universität Graz und Gastprofessor an der Universität Klagenfurt. Von 2002 bis 2008 gab er zusammen mit Adolf Holl und Thomas Macho die „Bibliothek der Unruhe und des Bewahrens“ heraus. Strasser ist seit 2003 Verfasser der Kolumne „Die vorletzten Dinge“ in der „Presse“. Er beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Fragen der Religionsphilosophie und Ethik. Zuletzt publizierte er „Die einfachen Dinge des Lebens“.

Moderation
Johannes Rauchenberger, Leiter des Kulturzentrums

Empfindsam wie Prinzessinnen? Wenn Intellektuelle und Künstler den Zustand der Welt, der Gesellschaft und der österreichischen Kultur betrachten, gehöre es - so beobachtet Peter Strasser - regelrecht zum guten Ton, davon auszugehen, „dass es so nicht weitergehen kann“. Andernfalls würde man beweisen, dass es einem an der nötigen Fähigkeit zur kritischen Reflexion fehlt. Diese wiederum gründe in einer geradezu prinzessinnenhaften Empfindsamkeit des intellektuellen und künstlerischen Subjekts, wenn es sich auf die schlechten Verhältnisse im schlechten Leben beziehe, das doch unabdingbar das unsere sei. Was vom „Denker auf der Erbse“, dem sich immer mehr Denkerinnen zugesellen, zu halten ist, zeigt Peter Strasser. Und wie notwendig diese sind - für eine „Erbsenkultur“ einer Zeitanalyse...

 

MO 26. April 10, 19.30 Uhr
ImCubus, Mariahilferplatz 3/I.


Eintritt:   4,-/2,-

IM BRENNPUNKT EUROPA:
Leitkultur Humanismus und Aufklärung –
Eine europäische Perspektive?

 

Vortrag von
Dr. Michael Schmidt-Salomon

 

„Kopftuchstreit“, „Zwangsheirat“, „Kreationismus“, „Minarettverbot“ – der „Kampf der Kulturen“ hat Europa längst schon erreicht. Bislang, so scheint es, sind die europäischen Gesellschaften allerdings damit überfordert, den neuen Herausforderungen produktiv zu begegnen. Während die einen von einer „multikulturellen Gesellschaft“ träumen, in der sich alle Probleme wie von Zauberhand in Wohlgefallen auflösen, setzen die anderen auf eine „Null-Toleranz“-Politik, mit der sie hoffen, die „christliche Festung Europa“ gegen den Islam – letztlich aber auch gegen den modernen Säkularismus! – zu verteidigen. Michael Schmidt-Salomon hält beide Strategien für verfehlt.

Eine Veranstaltung von Kulturzentrum bei den Minoriten, Akademie Graz und Urania.

 

 

DI 4. Mai 2010, 19.00-21.00 Uhr
ImCubus, Mariahilferplatz 3/I.

Eintritt:
6,-/4,-

Abo:
28,-/18,-

DIE WELT AUF DER ERBSE
Über das Unbehagen in der Gegenwart und die Suche nach dem Wesentlichen

Gefährliche Vorräte
Quadratur der Menschenrechte

 

Erich Möchel, geboren 1957, studierte amerikanische, deutsche und englische Literatur. Er ist Redakteur der ORF-Website Futurezone, die sich neben IT-News auch politischen und sozialen Aspekten der Kommunikationstechnologien widmet. Er lehrt am Institut Journalismus & Medienmanagement an der FH Wien. Möchel ist Mitbegründer der Quintessenz, einem Verein zur Wiederherstellung von Bürgerrechten im Informationszeitalter und der Internationalen Big Brother Awards, die für die Beeinträchtigung der Privatsphäre vergeben werden.

Peter Pilz, geboren 1954, studierte Volkswirtschaft und Politikwissenschaft an der Universität Wien, ist freiberuflicher Autor und Sozialwissenschafter, Abgeordneter zum Nationalrat und Sicherheitssprecher der Grünen. Peter Pilz war in seiner langjährigen politische Tätigkeit Mitglied des Landesverteidigungsrates im Nationalrat, Abgeordneter zum Wiener Landtag und Mitglied des Wiener Gemeinderates, Obmann des Grünen Landtags- und Gemeinderatsklubs Wien und von 1992 – 1994 Bundessprecher der Grünen.

Moderation
Daniel Erlacher, Gründer und Mitinitiator
des Elevate Festivals

 

Steht Sicherheit längst vor Freiheit? Die anlasslose Speicherung von Verkehrs- und Geodaten aus Telefonie und Internet stellen den Schutz der Privatsphäre längst in Frage. Was vorher verboten war, wird in der neuen EU-Richtlinie sogar zur Pflicht. Erich Möchel diagnostiziert in der Vorratsdatenspeicherung große Probleme: Terroristen und Großkriminelle könnten damit nicht gefasst, wohl aber Tauschbörsenbenutzer effizient gejagt werden. Dass die Normen für die technische Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung von (Militär)-Geheimdienstmitarbeitern aus den USA und Großbritannien erstellt werden, trägt zusätzlich zur Skepsis Möchels bei.
Vor dem Hintergrund seiner politischen Tätigkeit wird
Peter Pilz die EU-Richtlinien zur Vorratsdatenspeicherung und ihr Konfliktpotential beleuchten. Er konstatiert dabei weitere Zubauten im Überwachungsstaat, die sich als sinnlos erwiesen hätten.

 

 

DI 11. Mai 2010, 19.00-21.00 Uhr
ImCubus, Mariahilferplatz 3/I.

Eintritt:
6,-/4,-

Abo:
28,-/18,-

DIE WELT AUF DER ERBSE
Über das Unbehagen in der Gegenwart und die Suche nach dem Wesentlichen

Auf dem Weg in den
politischen Burnout?

 

Armin Thurnher geb. 1949, Studium der Anglistik, Germanistik und Theaterwissenschaften in New York und Wien. Er war 1977 Mitbegründer und ist bis heute Chefredakteur der Wiener Stadtzeitung "Falter“ und Miteigentümer des Falter-Verlags. Armin Thurnher erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den Kurt-Vorhofer-Preis und den Dr.-Karl-Renner-Preis für Publizistik. Zu seinen jüngsten politischen Büchern zählen „Das Trauma, ein Leben. Österreichische Einzelheiten“ und  „Heimniederlage. Nachrichten aus dem neuen Österreich“ sowie „Die Wege entstehen im Gehen. Alfred Gusenbauer im Gespräch mit Katharina Krawagna und Armin Thurnher“. 2009 erschien sein erster Roman „Der Übergänger“. Armin Thurnher lehrt Journalismus an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst und an der Fachhochschule Wien.

Moderation
Ernst Sittinger, Redakteur der Kleinen Zeitung

Als politischen Burnout bezeichnet Armin Thurnher einen Endzustand der Erschöpfung, das Ende einer Brennstufe, die leer und ausgebrannt abgeworfen wird. Er fragt, ob es korrekt sei, diesen Begriff auf unsere politischen und gesellschaftliche Zustände anzuwenden. Die politische Klasse habe auf alle Ziele verzichtet außer auf jenes des Machterhalts. Die Medien nutzen ihre neue Rolle als Mit-Machthaber nur dazu, Politik im eigenen Interesse zu machen. Einst integrative Institutionen wie Kirche und Gewerkschaft seien diskreditiert. Unsere Gesellschaft scheint nur noch durch ihre trennenden Elemente, durch ihre zentripetalen Kräfte zusammengehalten zu werden.

 

DI 18. Mai 2010, 19.00-21.00 Uhr
ImCubus, Mariahilferplatz 3/I.

Eintritt:
6,-/4,-

Abo:
28,-/18,-

DIE WELT AUF DER ERBSE
Über das Unbehagen in der Gegenwart und die Suche nach dem Wesentlichen

Vernetzte Biobanken
Der durchsichtige Mensch?

Kurt Zatloukal geb. 1959, ist Professor für Pathologie an der Medizinischen Universität Graz. Seine Forschungsgebiete sind die molekulare Pathologie von Stoffwechselerkrankungen der Leber und Krebserkrankungen. Er koordiniert im Rahmen des österreichischen Genomprogrammes GEN-AU den Aufbau von Biobanken für die medizinische Forschung und ist Leiter der Planungsphase der gesamteuropäischen Forschungsinfrastruktur für Biobanken und biomolekulare Ressourcen. Kurt Zatloukal war u.a. Mitglied der OECD task force für biologische Ressourcenzentren und als Mitglied der Bioethikkommission am Bundeskanzleramt an der Verfassung des Berichts über Biobanken in der medizinischen Forschung beteiligt.

Walter Schaupp
geb. 1954, ist Mediziner und Theologe und seit 2003 Professor für Moraltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Graz. Walter Schaupp arbeitet schwerpunktmäßig zu medizinethischen und bioethischen Fragestellungen und war an  der Entwicklung des Ethik-Curriculums an der Medizin Universität Graz beteiligt. Er ist Mitglied der Ethikkommission sowie des Ethikkomitees am LKH/Univ.-Klinikum Graz und Vertreter Österreichs im Ethics Committee von Eurotransplant (ETEC) in Leiden (NL).

Moderation
Gottfried Dohr, Universitätsprofessor für Zellbiologie, Histologie und Embryologie, Medizinische
Universität Graz

 

Seit Jahrhunderten war die Analyse von menschlichen Blut- oder Gewebeproben sowie Daten über Krankheitsverläufe die Basis des medizinischen Fortschrittes. Solche Proben und assoziierte medizinische Daten systematisch zu sammeln zeichnet die Biobanken aus. Für Kurt Zatloukal besitzt dies eine hohe Priorität in der europäischen Forschung. Er koordiniert den Aufbau einer europaweiten Forschungsinfrastruktur für Biobanken und biomolekulare Ressourcen. Er setzt sich dafür ein, dass nicht nur technische Aspekte, sondern auch ethische, rechtliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen Berücksichtigung finden. Ist die Sammlung biologischer Materialien und die Vernetzung der aus ihnen gewonnenen Daten bedenkenlos zu sehen? Walter Schaupp beschreibt, wie in einem ethical work-up gegenwärtig versucht wird, die Regelung der Gewinnung und der Anonymisierung der Daten sowie des Zugriffs und schließlich den Schutz der Privatsphäre zu bedenken. Wie weit wird der Mensch selbst in seinen „Daten“ durchsichtig, manipulierbar und diskriminierbar? Das Wesentliche des Lebens und des Menschen entzieht sich für Schaupp jedoch gerade in der Genforschung immer wieder: Was macht den Menschen im Innersten aus?

 

 


MI 26. Mai 2010, 19.00 Uhr
ImCubus, Mariahilferplatz 3/I.

Eintritt frei

GIPFELKREUZ UND MINARETT
Wie sichtbar darf Religion sein?

Diskussion:
Wolfgang BENEDEK, Universität Graz, Menschenrechtsbeirat der Stadt Graz
Rainer-Maria BUCHER, Universität Graz
Karl KASER, Universität Graz
Philippe M. LORRE, Zentralrat der Konfessionsfreien
Mahdi MEKIć, Muslimische Gemeinschaft
Peter STRASSER, Universität Graz

Kreuze in Klassenzimmern und Gerichten, Rufe des Muezzin, Plakate, welche die Nicht-Existenz Gottes postulieren ... „Religion“ sucht die Öffentlichkeit, gleichzeitig wird versucht, religiöse Zeichen aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen oder sie gar nicht erst zuzulassen .... das Minarettreferendum in der Schweiz und das Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshof zum Thema Kreuze in italienischen Klassenzimmern werfen Fragen der europäischen Identität auf, die in dieser Veranstaltung auch im Hinblick auf Österreich diskutiert werden sollen.

In Kooperation mit der Katholisch-Theologischen Fakultät und dem ETC Graz.
Informationen: Barbara Schmiedl barbara.schmiedl@etc-graz.at

 

 

DI 01. Juni 2010, 19.00-21.00 Uhr
ImCubus, Mariahilferplatz 3/I.

Eintritt:
6,-/4,-

Abo:
28,-/18,-

DIE WELT AUF DER ERBSE
Über das Unbehagen in der Gegenwart und die Suche nach dem Wesentlichen

Und nicht zurück
Universitätsreform als kostspielige Farce

 

Sigurd Höllinger, geboren 1940, war als habilitierter Soziologe langjähriger Leiter der Hochschulsektion im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Wien und maßgeblich verantwortlich für die tief greifenden Universitätsreformen der letzten Zeit. Heute ist er Berater für Universitätsfragen im Kosovo und in Äthiopien sowie Universitätsdozent für Soziologie. Sigurd Höllinger hat zahlreiche bildungs- und wissenschaftspolitische Beiträge veröffentlicht.

Philipp Funovits, geboren 1978, studierte Mathematik an der Universität Graz. Von 2001 bis 2007 war er freier Mitarbeiter am Forschungsmanagement und -service sowie an der Abteilung für Leistungs- und Qualitätsmanagement an der Universität Graz. Funjovits war von 2003 bis 2005 Vorsitzender der ÖH Universität Graz; von 2000 bis 2006 Mitglied des Senates der Universität Graz und von 2005 bis 2009 Mandatar der Bundesvertretung der Studierenden. Seit 2008 ist er Klubdirektorin-Stellvertreter im KPÖ-Landtagsklub.

Moderation
Richard Sturn, Universitätsprofessor für Finanzwissenschaften und Öffentliche Wirtschaft,
 Karl Franzens Uni Graz

Was ist los mit den Universitäten? Sigurd Höllinger, der Architekt der letzten Universitätsreformen, sieht die Steigerung der Leistungen und der Wirtschaftlichkeit der Universitäten als notwendig an. Diese sei eine wichtige Grundlage für bessere Leistungen in Forschung und Lehre. Das durch die Autonomie neu geschaffene partnerschaftliche Verhältnis von Staat und Universität sieht Höllinger erst am Anfang. Es berge Entwicklungspotential - auf beiden Seiten. Die oft kritisierte Bürokratisierung ist für ihn nicht in der Bologna-Erklärung grundgelegt.  Philipp Funovits vergleicht hingegen das österreichische Universitätssystem mit einem Labor, in dem durch die Umsetzung des Universitätsgesetzes 2002 Dogmen und Methoden des New Public Management einem Praxistest unterzogen wurden. Dieser fällt für ihn im Blick auf zentrale Instrumente und Mechanismen der Reform keineswegs positiv aus. Die Reform verlange den Einsatz enormer finanzieller Mittel, die in der universitären Forschung und Lehre fehlten und keine angemessene Qualitätsverbesserung gebracht hätten. Philipp Funovits beobachtet, dass Universitätsverantwortliche sich mit diesen Tatsachen arrangiert haben oder gar lernen, von diesem Umstand zu profitieren.

 

DI 8. Juni 2010, 19.00-21.00 Uhr
ImCubus, Mariahilferplatz 3/I.

Eintritt:
6,-/4,-

 

DIE WELT AUF DER ERBSE
Über das Unbehagen in der Gegenwart und die Suche nach dem Wesentlichen

Bildung in Zeiten des Ökonomismus
Erziehung zur Verantwortung

 

Bernd Hackl, geboren 1955. Nach dem Studium der Bildnerischen Erziehung und Werkerziehung sowie der Pädagogik habilitierte sich Hackl für das Fach Pädagogik mit besonderer Berücksichtigung der Schulpädagogik und der qualitativ-empirischen Forschungsmethodik. Er leitete von 2000-2003 das Institut für die Schulpraktische Ausbildung der Universität Wien, seit 2003 ist Hackl Professor für Schulpädagogik am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Graz, seit 2007 Leiter des Instituts für Schulpädagogik der Universität Graz.

Bernd Schilcher, geboren 1940, studierte Medizin und Rechtswissenschaften an der Universität Graz. Bernd Schilcher war Mitarbeiter am Salzburger Programm der ÖVP und am Modell Steiermark und ist seit 1976 in zahlreichen Vertretungs- und Aufsichtsratsfunktionen und tätig. Von 1989 – 1996 war Schilcher Amtsführender Präsident des Landesschulrates für Steiermark und von 2007 – 2009 Vorsitzender der Expertenkommission von Frau BM Claudia Schmied.

Moderation
Barbara BLAHA, ehe. ÖH-Vorsitzende, politische Leiterin des Kongresses Momentum in Hallstatt, Mitarbeiterin im Czernin-Verlag

Was soll Bildung leisten, was kann Bildung schenken? Bernd Hackl sieht einen unversöhnlichen Konflikt mit jedweder Herrschaft programmiert, wenn durch Besinnung, Reflexion und Verantwortung der „Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“ vollzogen wird. Heute sieht Hackl Bildung nicht im pharisäerhaften Konsens gegenüber historischer Verblendung und überlebten Dogmen gefordert, sondern in der Auseinandersetzung mit gegenwärtigem Elend, vor allem mit der manischen Zerstörung der natürlichen, kulturellen und moralischen Lebensgrundlagen im Zeichen des Ökonomismus. Bernd Schilcher sieht es als die wichtigste Aufgabe von Erziehung und Unterricht an, die je eigene Begabung der Kinder zu fördern. Junge Menschen sollen lernen, miteinander in sozialer und kultureller Vielfalt zu leben und für sich und andere Verantwortung zu übernehmen. Darauf müsse ein individueller und ganzheitlicher Unterricht vom Kindergarten bis zur Neuen Mittelschule zielen. Für Schilcher wäre dies mit der geplanten Einführung der Ganztagsschule zu kombinieren. Hier sieht er einen Kompromiss der Parteien bereits in greifbare Nähe gerückt.