ZEITANALYSE 2009

   

 

 

MO 19. Jänner 09 19.00 Uhr
Minoriten Galerien, II.Stock, Mariahilferplatz 3

Eintritt: 4,-/2,-

IM BRENNPUNKT:

DIE EU IN DER WELT -

Die Europäische Union als Global Player

 

Vortrag von Sonja PUNTSCHER-RIECKMANN

Die weltpolitische Landschaft ist in einem tief greifenden Wandel begriffen. Nicht mehr die USA und die EU beherrschen alleine die Weltpolitik, vielmehr entsteht gerade ein breiteres Ensemble von neuen und alten Großmächten, darunter vor allem die aufsteigenden Wirtschaftsmächte China und Indien, die sich mit einer neuen Form von Kolonialpolitik in Afrika profilieren. Welche Rolle wird Europa in diesem Kräftespiel der neuen Weltordnung einnehmen?

 

 


DI 20. Jänner 09 19.00 Uhr

Universitätszentrum Theologie, Heinrichstraße 78

Eintritt frei

KNOW HOW KNOW WHY -

Vom Nutzen und Nachteil des Wissens für das Leben

 

Podiumsdiskussion mit

Konrad Paul LIESSMANN

Rainer BUCHER

Rudolf EGGER

Moderation Doris HELMBERGER

Welche Vorstellungen von Wissen prägen unser Leben? Was ist an die Stelle des klassischen Wissenskanons getreten? Welches Wissen verspricht Erfolg und Zukunft? Welches nicht? Wer und was bestimmt eigentlich, was gewusst werden soll? Welche Auswirkungen haben diese (untergründig normativen) Vorstellungen auf unser Verständnis von Wissenschaften und ihrer sehr unterschiedliche Reputation? Brauchen wir Wissenschaft vielleicht nur mehr für die Forschung und ist Lehre obsolet geworden?

LICHTMESZ

MONTAG, 2. Februar 2009
20.00 Uhr: Minoritensaal

 

SIBYLLE LEWITSCHAROFF:

POETISCHE THEORIE

 

 

 

 

Sibylle Lewitscharoff, bei ihrer Lesung über Rembrandt bei den Minoriten, Foto: G. Neuhold

Ausgehend von Rembrandts letztem Bild hat Sibylle Lewitscharoff eine poetische Theorie entwickelt, wie das Leuchten des Kindgesichts Jesu auf den alten Simeon zu einer aktuellen Metapher der Auf-Klärung und Erkenntnis werden kann.

 

Rembrandt
Simeons Lobgesang;
1669

 

 

MO 2. März 09 19.00 Uhr
Kleiner Minoritensaal, Mariahilferplatz 3

Eintritt frei

CulturalPolicySlam für Graz 09
"WEGSEHEN?"

Teil I

 

Teil II der Veranstaltung mit
Ludwig LAHER und
Kulturstadtrat Wolfgang RIEDLER
am 23. März

„WIE SOLL KULTURPOLITIK KONKRET AUSSEHEN?“ Aufgrund der äußerst positiven Resonanz, die die jungen Poetry-Slammer mit ihrem gesellschaftspolitisch engagierten Sprechen im öffentlichen Raum immer wieder finden, haben wir einen „Cultural Policy Slam“ als „speakers’ corner“ zur Kulturpolitik konzipiert. Gesammelt werden Ideen, die der Zusammenarbeit und Kommunikation von KulturproduzentInnen, Kulturorganisationen und Kulturpolitik dienen können. Was wäre gut für die „Kulturhauptstadt Graz“? (Linz grüßt!) Mission Statements out of Ego sozusagen. Jede/r hat DREI MINUTEN Zeit – keine Sekunde mehr! – Wünsche, Visionen und Konzepte zu formulieren. Achtung: Der Slam ist nicht der Beschwerdeführung gewidmet.

 

 

MO 23. März 09 19.30 Uhr
Kleiner Minoritensaal, Mariahilferplatz 3

Eintritt frei

CulturalPolicySlam für Graz 09
"WEGSEHEN?"

Teil II

Statements und Diskussion mit Ludwig Laher und Kulturstadtrat Wolfgang Riedler

 

Ludwig Laher gibt ein Stadtement über die Frage „Was ist/kann Kulturpolitik?“ (der Autor Laher ist engagiert in der europäischen Kulturpolitik und dort Vertreter der KulturproduzentInnen). Daran schließt sich eine Diskussion mit Kulturstadtrat Riedler zum Thema an, basierend auf dem Zusammenschnitt der interessantesten Beiträge des cultural policy slam vom 2. März.

 

FLEISCH

MITTWOCH, 18. MÄRZ 2009
19.00 Uhr: Minoriten Galerien Graz

 

ELISABETH VON SAMSONOW KULTURTHEORETISCHER DISKURS

Den schillernden Begriff FLEISCH – als Nahrung, Hülle, Lust, Gefängnis, Schmerz, Verfall – beleuchtet die Wiener Kulturphilosophin Elisabeth Samsonow. Fleisch, wie auch immer man es denkt, kann seine Relation zum Leib, zur Seele, zum Geist nicht negieren.
Fleisch und seiner Fleischlichkeit, Fleisch gewordenem Denken, vom Geist gebändigtem Fleisch und sündigem Fleisch liegen Denkfiguren zu Grunde, die die Wiener Kulturphilosophin Elisabeth von Samsonow beleuchtet - im Kontext einer Ausstellung, die sich dem Thema "Fleisch" widmet.

 

 

 

 

21. April - 26. Mai 2009, jeweils DI, 19.00-21.00 Uhr
Minoriten Galerien, II. Stock

Eintritt:
5,-/3,-

Abo:
18,-/10,-

SCHUBUMKEHR!
Rückbau als Vision - und niemand stürzt ab

Klaus Schafler, 2050 p, stageshot / c-print, 2008

Wissenschaftsgespräche bei den Minoriten 09

 

Wie alljährlich findet auch eine thematisch orientierte Ausstellung in den betreffenden Räumen statt.  Arnold Reinisch zeigt surreale Werkzeuge der Schubumkehr zwischen  Genmanipulation und Immobilienblase. Klaus Schafler steuert Zukunftsblicke aus seinem transnationalen Projekt 2050 bei, die geopolitische und sozialökonomische Phänomene,

 Transformationen und Visionen zeigen....

 

Konzept und wissenschaftliche Leitung
AoUniv.Prof. Mag.Dr. Richard Sturn, Institut für Finanzwissenschaften und Öffentl. Wirtschaft/SOWI . Univ.Prof. Dr. Gottfried Dohr, Institut für Zellbiologie,Histologie und Embryologie/Med-Uni .
Univ.Prof. Dr. Elisabeth List, Institut für Philosophie/GEWI . AoUniv.Prof.i.R. Dr. Jörg Schaur, Institut für molekulare Biowissenschaften/NAWI . OA Dr. Christian FAZEKAS, Universitätsklinik für Medizinische Psychologie und Psychotherapie/Med-Uni . AoUniv.Prof.i.R.DI Dr. Helmut Hönig, Institut für Organische Chemie/TU . DI Dr. Elisabeth Pernkopf, Institut für Philosophie/Theologische Fakultät . MMag. Dr. Johannes Rauchenberger, Kulturzentrum bei den Minoriten

 

Koordination + Information
Mag. Elisabeth Wimmer / Mag. Kathrin Immervoll
, Kulturzentrum bei den Minoriten

0316/711133-29

 

 

Die Wissenschaftsgespräche bei den
Minoriten 2009
machen sich Gedanken über den Rückbau als Vision. Schubumkehr ruft das Bild einer kraftvollen Verzögerung herbei, die in der Folge eine grundlegende Richtungsänderung einleiten kann.
Wie kann eine Gesellschaft gedacht werden, die in der Lage ist, Ressourcen aufzuteilen – gerade dann, wenn sie spärlicher werden? Wie können Werte geschätzt werden, die nicht nur an mir selbst Maß nehmen? Wie können Modelle des Rückbaus konkret aussehen? Was meint Intensitätsgewinn? Wie kann ein Rückbau gedacht werden, bei dem nicht das Gefühl, verloren zu haben leitend ist?
Frühling 2009: Die Welt bricht empfindlich ein – nicht nur für „die da oben“, sondern auch für den kleinen Mann und die kleine Frau von Welt. Die massive Teuerung zunächst, die unter Anleitung des persönlichen Finanzberaters berechnete und nun fast verschwundene Zusatzpension, das kleine oder große Aktienpaket – empfindliche Verluste weit und breit. Längst schon findet Rückbau statt.: Kurzarbeit, Gehaltsverzicht et cetera. Banken werden gerettet, Menschen aber abgebaut – Zeichen seltsamer Sprachverwirrung. Babels Turmbau wurde damals nicht in der Höhe gestoppt, doch der Sprach- und Verständigungsverlust setzte die Schranke. Finanzkrise, Wertverlust, wirtschaftliche Stagnation, Prekariat und, (als ob dies nichts wäre) der Klimawandel, knapper werdende Ressourcen: Zeit für eine radikale Schubumkehr. Es sind Mentalitäten, die weltweit eine zerstörerische Dynamik entwickelt haben: eine tief verankerte Psychostruktur einer individualistischen Konkurrenzgesellschaft zum Beispiel, ein Nützlichkeitsdenken, das jedem Freiheitsdenken zuwider ist.
Wie kann man aus diesem Strudel entkommen, ohne einfach nur kulturpessimistisch zu jammern oder im Predigtstil: „Kehret um!“ zu schreien ?
Seien Sie zu den Wissenschaftsgesprächen 2009 herzlich willkommen!

Johannes Rauchenberger

 

DI, 21. April: Vom Wert sich zu Verkleinern
Mag. Andreas Exner, Präs. Dr.h.c. Franz Küberl
Moderation: Ass.Prof.Dr. Rudolf Dujmovits

DI, 28. April: Welche Analysen die Finanzkrise notwendig macht: Eine Tiefenbohrung
UDoz. Dr. Erich Kitzmüller, UProf. Dr.
Richard Sturn
Moderation: Univ.Prof.Dr. Manfred Prisching

MI, 6. Mai: Rückkehr zur Realwirtschaft und Wiedergewinnung des Hausverstands
Mag. Dr. Stephan Schulmeister,  Abg. z. NR Dr.
Martin Bartenstein
Moderation: UProf. Dr.
Richard Sturn

DI, 12. Mai: Kessel Gesundheit_Ein System vor dem Kollaps?
aoUniv.Prof. Dr. Eva Rasky, Gen. Dir. Mag. Andrea Hirschenberger
Moderation: Ao.Univ.Prof.Dr. Peter Gasser-Steiner

DI, 19. Mai: Modelle des Rückbaus-und ihre Macher, Visionäre oder Knechte
Dir. Mag. Herbert Beiglböck, Vizebgm. Lisa Rücker
Moderation: Univ.Prof.Dr. Rainer Bucher

DI, 26. Mai: Klimawandel, Wachstumsende, soziale Konsequenzen
Klimaschutzbeauftrager der BR a.D. Andreas Wabl, Vizekanzler a.D. Dr. Josef Riegler
Moderation: ao.Univ.Prof.Dr. Karl Steininger


 

 

DI 21. April 2009, 19.00-21.00 Uhr
Minoriten Galerien, II. Stock

Eintritt:
5,-/3,-

Abo:
18,-/10,-

SCHUBUMKEHR!
Rückbau als Vision - und niemand stürzt ab:

Vom Wert sich zu verkleinern. Plädoyers nach einer Ära schrankenlosen Wachstums
 


Mag. Andreas Exner, geboren 1973 in Niederösterreich, ist Ökologe und Co-Autor von „Die Grenzen des Kapitalismus. Wie wir am Wachstum scheitern“ (2008). Er absolvierte ein Studium der Ökologie und betreibt Forschung im Bereich der Vegetationsökologie. Langjährige Arbeit im Sozialbereich und parteiunabhängige AK-Kandidatur bei den Grünen und Unabhängigen GewerkschafterInnen in Kärnten. Andreas Exner lebt in Klagenfurt.

Dr.h.c. Franz Küberl, geboren 1953 in Graz, begann seine berufliche Laufbahn als Diözesansekretär der Katholischen Arbeiterjugend der Steiermark. 1976 wurde er Bundessekretär der Katholischen Jugend Österreichs. 1982 kam Franz Küberl als Referent im Katholischen Bildungswerk wieder nach Graz zurück und bekleidete von 1986-1993 die Funktion des Generalsekretärs der Katholischen Aktion Steiermark. 1994 wurde Franz Küberl von Bischof Johann Weber zum Direktor der Caritas der Diözese Graz-Seckau bestellt, seit 1995 ist er auch Präsident der Caritas Österreich. Franz Küberl lebt in Graz. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Moderation
Ass.Prof. Dr. Rudolf Dujmovits
Institut für Finanzwissenschaften und öffentliche
Wirtschaft, Karl-Franzens-Universität Graz


Wissenschaftsgespräche bei den Minoriten 09

Für Andreas Exner ist der Kapitalismus endlich, sein Wachstumsmodell stößt an ökonomische und ökologische Grenzen. Parallel dazu verschärft sich das psycho-soziale Leiden. Eine Gesellschaftskrise wächst sich sichtbar aus. Soziale Bewegungen müssen aktiv werden, die eine Ökonomie der Solidarität und den freien Zugang zu Gemeineigentum materiell realisieren. Das Leben nach dem Kapitalismus beginnt hier und jetzt. Wenn wir den Nachkommen unsere ungelösten Probleme aufhalsen, wird es laut Franz Küberl keine Nachhaltigkeit geben können. Ein zukunftsfähiges Sozialmodell muss daran gemessen werden können, inwieweit es eine Balance in der sozialen Architektur der Gesellschaft herstellen kann.

 

 

DI 28. April 2009, 19.00-21.00 Uhr
Minoriten Galerien, II. Stock

Eintritt:
5,-/3,-

Abo:
18,-/10,-

SCHUBUMKEHR!
Rückbau als Vision - und niemand stürzt ab:

Welche Analysen die Finanzkrise notwendig macht –
eine Tiefenbohrung


UDoz. Dr. Erich Kitzmüller, geboren 1931, lebt in der Nähe von Graz. Als Sozialwissenschafter ist er Honorarprofessor für Wirtschaftsphilosophie an der Universität Klagenfurt. Zu seinen Tätigkeitsfeldern zählen Forschung und Veröffentlichungen zur Dynamik der Gesellschaft, speziell zur Theorie der mimetischen Gewalt, zur Rolle des Geldes, zum Wandel der Arbeitsgesellschaft und zum Grundeinkommen. Unter seinen zahlreichen Publikationen sind besonders jene hervorzuheben: „Gewalteskalation oder neues
Teilen“ (1996) und „Das Geld als Zauberstab und die Macht der internationalen Finanzmärkte“ (2005).

AoUniv.Prof. Mag.Dr. Richard Sturn, geboren 1956 in Bregenz, ist seit 1997 Professor am Institut für Finanzwissenschaft in Graz. Von 2004 bis 2007 war er Forschungsdekan der Sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Graz. Richard Sturn ist Mitglied in diversen wissenschaftlichen Vereinigungen, u.a. der Ausschüsse „Wirtschaftswissenschaften und Ethik“ und „Dogmengeschichte“ des Vereins für Sozialpolitik/Gesellschaft für Wirtschaftswissenschaften, des Editorial Board des „European Journal of the History of Economic Thought“. Weiters ist er Mitherausgeber des „Jahrbuchs für normative und institutionelle Grundlagen der Ökonomik.“ In seinen Forschungen beschäftigt er sich aktuell mit Steuer- und Transfersystemen, Politischer Ökonomie sozialer Sicherung, Ökonomie der Normen und Rechte und öffentlichen Gütern.

Moderation
Univ.Prof. Dr. Manfred Prisching
Institut für Soziologie,
Karl-Franzens-Universität Graz


Wissenschaftsgespräche bei den Minoriten 09

Für Erich Kitzmüller ist ein Umbau des Wirtschaftssystems längst fällig: Die Vorherrschaft der Finanzindustrie über alle Felder des Lebens und der Kultur muss beendet werden. Schrumpfen soll, was das Leben schädigt: die großen Vermögen, die Finanzindustrie, die Leben schädigenden Teile von Industrie und Konsum. Wachsen könnten dadurch wieder lebensfreundliche Tätigkeiten und Güter. Richard Sturn tritt naiven Schelten des Geldes entgegen: Wo Arbeitsteilung stattfindet, kommt man ohne Geld nicht aus. Die moderne Wirtschaft ist anfällig für Blasenbildung. Vor allem dann, wenn die Gläubigkeit an den Markt und Schwäche der Politik zusammenfallen, können diese schließlich platzen. Märkte bringen von sich heraus keine Regeln hervor. Sie brauchen diese aber, um krisenträchtige Eigenläufigkeiten zu bremsen: ein Appell an die Politik.

 

 

MITTWOCH (!) 6. Mai 2009, 19.00-21.00 Uhr
Minoriten Galerien, II. Stock

Eintritt:
5,-/3,-

Abo:
18,-/10,-

SCHUBUMKEHR!
Rückbau als Vision - und niemand stürzt ab:

Transformation in eine neue
(Real-)Wirtschaftsordnung:
Wohin?
 


Mag. Dr. Stephan Schulmeister, geboren 1947 in Wien, studierte Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Seit 1972 ist er am Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung beschäftigt und hat Lehrtätigkeiten an der Universität Wien und der Wirtschaftsuniversität Wien inne. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Spekulationen auf den Finanzmärkten und ihre realwirtschaftlichen Konsequenzen, der Einfluss des Zinsniveaus auf das Wirtschaftswachstum, die Beschäftigung und die Staatsverschuldung, sowie die Analyse der längerfristigen Entwicklung der Weltwirtschaft. Unter seinen zahlreichen Publikationen sind besonders „Finanzspekulation, Arbeitslosigkeit und Staatsverschuldung“ (2007) und „Die manisch-depressiven Schwankungen spekulativer Preise“ (2007) zu nennen.

Bundesminister a.D. NRAbg. Dr. Martin Bartenstein, geboren 1953 in Graz, trat nach seinem Chemiestudium in das Familienunternehmen Lannacher Heilmittel GmbH ein, dessen Alleingeschäftsführung er 1980 übernahm. Er war 1988-1992 im Bundesvorstand der Jungen Industrie Österreich und hatte verschiedene Funktionen in der Kammer der gewerblichen Wirtschaft Steiermark und in der Bundeswirtschaftskammer inne. Er war Staatssekretär im Bundesministerium für öffentliche Wirtschaft und Verkehr 1994–1995. Von 2000–2008 Bundesminister im Wirtschaftsministerium. 1991–1994, 1996, 1999–2000, 2002-2003, 2006-2007 und seit 2008 ist er Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat.

Moderation
AoUniv.Prof. Mag. Dr. Richard Sturn
Institut für Finanzwissenschaften und Öffentliche
Wirtschaft, Karl-Franzens-Universität Graz

Wissenschaftsgespräche bei den Minoriten 09

Stephan Schulmeister stellt die Frage, wie eine neue Wirtschaftsordnung aussehen wird. Der Übergang von einer finanz- zu dieser realkapitalistischen Wirtschaftsordnung hat mit dem Ausbruch der Finanzkrise bereits begonnen. Nun steht die Überwindung des neoliberalen Weltbildes an, dessen Schwächen von der Entfesselung der Finanzmärkte bis hin zur Schwächung des Sozialstaats reichen. Als langjähriger politischer Hauptverantwortlicher in Wirtschaftsfragen in der Republik Österreich reagiert Martin Bartenstein auf diese Forderung. Wohin wir gehen werden, fragt der lang dienende Wirtschaftsminister aus Sicht der Politik. Er kommentiert Visionen für eine neue Wirtschaftsordnung mitten in der Weltwirtschaftskrise.

 

 

DI 12. Mai 2009, 19.00-21.00 Uhr
Minoriten Galerien, II. Stock

Eintritt:
5,-/3,-

Abo:
18,-/10,-

SCHUBUMKEHR!
Rückbau als Vision - und niemand stürzt ab:

Kessel Gesundheit: Ein System vor
dem Finanzkollaps und neue Denk-
ansätze zu seiner Entschärfung

 


AoUniv.Prof. Dr. Éva Rásky, Ärztin für Allgemeinmedizin und Fachärztin für Sozialmedizin arbeit am Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie an der Medizinischen Universität Graz. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Prävention, Frauengesundheit, Gesundheitsversorgung und Sekundäranalysen von Gesundheitsdaten.
Éva Rásky hatte die Projektleiterin für „Gynäkologie im Nationalsozialismus: Graz 1938-1945" inne, weiters übt sie folgende wissenschaftliche Beiratsfunktionen aus: Lehrgang Gerontologie KFUG, Interuniversitäre Koordinationsstelle für Frauenforschung und Frauenstudien Graz, Frauengesundheitszentrum Graz.

Mag. Andrea Hirschenberger, geboren 1963 in Hartberg, studierte Rechtswissenschaften und ist seit 1988 in vielen Bereichen der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse Organisation tätig. Seit 2009 ist sie Generaldirektorin der GKK Steiermark.
Verschiedene Vortragstätigkeiten im Rahmen der sozialversicherungsinternen Fachprüfungen runden ihren Tätigkeitsbereich ab, außerdem ist Andrea Hirschenberger Mitglied der Institutsversammlung der Gesundheit Österreich GmbH , Mitglied der Gesundheitsplattform des Gesundheitsfonds Steiermark und Aufsichtsratsmitglied der Steiermärkischen Krankenanstalten GmbH..

Moderation
Ao.Univ.Prof. Dr. Peter Gasser-Steiner
Soziologe, Psychologe, Mediziner,
Karl-Franzens-Universität Graz

Wissenschaftsgespräche bei den Minoriten 09

Die Sozialmedizinerin Éva Rásky weiß, dass soziokulturelle Faktoren die Gesundheit von Frauen, Männern und Kindern entscheidend beeinflussen. Die große Zahl chronischer Erkrankungen ist alarmierend. Gibt es Lösungsansätze, die eine Zusammenarbeit der in Gesundheitsberufen Tätigen einschließt? Rásky stellt fünf Thesen auf, die eine Wende im Gesundheitswesen zum Besseren einleiten sollen.
Angesichts des drohenden Kollapses in der Finanzierung des Gesundheitswesens zeigt
Andrea Hirschenberger neue Denkansätze auf. Jeder erwartet die beste medizinische Betreuung. Diesem Anspruchsdenken stehen die Fragen der Qualitätssicherung, der Notwendigkeit, der Wirksamkeit und der Finanzierbarkeit gegenüber. Sind Versorgungs- und Finanzierungssicherheit auch weiterhin gegeben? Und: Wie kann unser Gesundheitssystem genesen?

 

 

DI 19. Mai 2009, 19.00-21.00 Uhr
Minoriten Galerien, II. Stock

Eintritt:
5,-/3,-

Abo:
18,-/10,-

SCHUBUMKEHR!
Rückbau als Vision - und niemand stürzt ab:

Modelle des Rückbaus –
und ihre Macher,
Visionäre oder Knechte


 


Mag. Herbert Beiglböck, geboren 1960 in Hartberg, studierte Theologie in Graz. Er war 1993 bis 97 Generalsekretär der Katholischen Aktion Steiermark und Lokalsekretär der 2. Europäischen Ökumenischen Versammlung 1997 in Graz,. Danach wurde er Stv. Leiter des Bischöflichen Pastoralamtes. Von 2001 bis 2004 hatte Herbert Beiglböck die Leitung Marketingabteilung der Kleinen Zeitung Graz inne und absolvierte parallel dazu ein postgraduales Wirtschaftsstudium an der Wirtschaftsuniversität Wien. Seit 2004 ist er Wirtschaftsdirektor der Diözese Graz-Seckau und verantwortlich für tiefgreifende Strukturreformen in der Diözese. Er ist verheiratet und Vater dreier Kinder.

Lisa Rücker, geboren 1965 in Salzburg, lebt seit 20 Jahren in Graz. Sie ist diplomierte Sozialarbeiterin und wurde 2003 als Quereinsteigerin für die Grünen in den Grazer Gemeinderat gewählt. Seit März 2008 ist sie die erste Grüne Vizebürgermeisterin Österreichs und Stadträtin für Verkehr, Umwelt und Wirtschaftsbetriebe. Lisa Rücker ist außerdem aktives Mitglied bei der Grünen Wirtschaft und bei den Grünen Andersrum. Sie ist alleinerziehende Mutter von 2 Töchtern im Teenageralter.


Moderation
Univ.Prof. Dr. Rainer Bucher
Institut für Pastoraltheologie und Pastoral-
psychologie, Karl-Franzens-Universität Graz

Wissenschaftsgespräche bei den Minoriten 09

Gesellschaften, Institutionen, Kirchen haben, wenn sie zukunftsfähig handeln wollen, auf Veränderungsprozesse zu reagieren. Dies kann auch Rückbau bedeuten. Herbert Beiglböck setzt dabei auf die Steuerung durch Führungskräfte.
Sie sollen
Ziele formulieren und ihre Mitarbeitenden für diese gewinnen, um richtige Maßnahmen für Veränderungen erfolgreich implementieren zu können. Sie sollen ein Klima des Vertrauens und der Wertschätzung schaffen. Aber wie sieht das konkret aus? Lisa Rücker weiß, dass die bislang tragenden Begriffe einer Gesellschaft wie Wachstum und Wohlstand gänzlich neu definiert werden müssen. Qualitatives Wachstum wird nur durch nachhaltige (Ein-) Schnitte möglich sein. Welche werden dies sein?

 

 

DI 26. Mai 2009, 19.00-21.00 Uhr
Minoriten Galerien, II. Stock

Eintritt:
5,-/3,-

Abo:
18,-/10,-

SCHUBUMKEHR!
Rückbau als Vision - und niemand stürzt ab:

Klimawandel,
Wachstumsende,
soziale Konsequenzen



 


Andreas Wabl, geboren 1951 in Graz, bewohnt mit seiner Familie einen Bauernhof in der Südsteiermark. Ausgebildet sieht sich Andreas Wabl als Lehrer, Politiker und Mediator. Er war Mitbegründer der Grünen, Geschäftsführer der Alternativen Liste Österreichs und Sprecher der Grünen Steiermarks, sowie Klubobmann der Grünen Parlamentsfraktion und Vorsitzender des Rechnungshofausschusses im österreichischen Parlament. Zuletzt war er Klimaschutzbeauftragter von Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer.

Vizekanzler a.D. Dipl. Ing. Dr. h.c. Josef Riegler, geboren 1938 in Judenburg, studierte an der Universität für Bodenkultur in Wien. Er war von 1965 bis 1972 Fachlehrer und Generalsekretär der Kath. Aktion Steiermark. 1972 wurde er zum Direktor des steirischen, 1980 zum Direktor des österr. Bauernbundes ernannt. Riegler war von 1975 bis 1983 und von 1991 bis 1993 Abgeordneter zum Nationalrat. Zwischen 1983 und 1987 war er Mitglied der stmk. Landesrgierung, anschließend wurde er Landwirtschaftsminister. Von 1989 bis 1991 war er Vizekanzler der Republik Österreich. Nach dem Ausscheiden aus der Parteipolitik engagierte sich Riegler u.a. im Ökosozialen Forum Österreich und im Ökosozialen Forum Europa und bekleidete dort seit 1991 das Amt des Präsidenten bzw. seit 2005 des Ehrenpräsidenten. Er ist verheiratet, Vater zweier Kinder und Großvater von vier Enkelkindern.


Moderation
Ao.Univ.Prof. Dr. Karl STEININGER
Wegener Zentrum für Klima und Globalen Wandel,
Institut für Volkswirtschaftslehre,
Karl-Franzens-Universität Graz

In einem Punkt sind sich Andreas Wabl und Josef Riegler einig: Eine grundlegende Änderung der menschlichen Zivilisation im Hinblick auf Konsum, Mobilität,
Energie- und Produktionssysteme ist der einzige Ausweg, den apokalyptischen Prognosen zum Klimawandel Einhalt zu gebieten. Die eigenen Zivilisationsansprüche
müssen mit weniger Bedarf an
natürlichen Ressourcen und weniger Umweltbelastung abgedeckt werden. Erst auf der Grundlage einer geänderten Zivilisation kann eine neue Energiestrategie mit all ihren Facetten sinnvoll aufgebaut werden. Josef Riegler fordert weltweit eine strikte Anwendung der ökologischen Kostenwahrheit und des Verursacherprinzips als „Herzstück“ einer ökosozialen Marktwirtschaft.



SCHUBUMKEHR!
Klaus Schafler
Arnold Reinisch

25. APRIL BIS 22. MAI 2009
aktuelle kunst in graz – Galerientage

VERNISSAGE + KÜNSTLERGESPRÄCHE
SAMSTAG, 25. APRIL 14 .00 UHR im Rahmen der Galerientage
aktuelle kunst in graz von 24. bis 26. April 2009

Klaus Schafler, 2050 pd, stageshot / c-print, 2007


MINORITEN Galerien Graz, Mariahilferplatz 3/II, 8020 Graz
Kurator: Johannes RAUCHENBERGER

AUSSTELLUNGSDAUER bis 22. MAI
ÖFFNUNGSZEITEN
MO – FR 10.00 – 18.00 Uhr und während der
WISSENSCHAFTSGESPRÄCHE BEI DEN MINORITEN 2009

Die Wissenschaftsgepräche bei den Minoriten sind in einen Kunstkontext eingebettet: Klaus Schafler und Arnold Reinisch zeigen dabei in der gleichnamigen Ausstellung künstlerische Beiträge, die die Herausforderungen und Absurditäten der derzeitigen Krise und der sich laufend verändernden Weltordnung reflektieren. Reinisch präsentiert surreale Bilder der Schubumkehr zwischen Genmanipulation, Menschen als Maschine (Resurr€©tion) und Immobilienblasen. Schafler steuert Zukunftsblicke aus seinem transnationalen Projekt 2050 bei, die geopolitische und sozial-
ökonomische Phänomene, Transformationen und Visionen zeigen

NEU: UNDERSTANDING MEDIA I

DO, 18. Juni, 19.30 Uhr
Minoritensaal, Mariahilferplatz 3, 8020 Graz

Eintritt: 6,50- / 3,50-
Ö1-Mitglieder: 5,-

Die digitale Gesellschaft und
ihre Feinde

Vortrag: UProf. Dr. Norbert BOLZ
Kommentar: UProf. Dr. Manfred PRISCHING
anschließend Podiumsdiskussion

Moderation: Frido HÜTTER

 

„Die Welt ist flach, klein, leer und bodenlos.“ Mit diesem Satz beginnt Norbert Bolz das „ABC der Medien“ zu buchstabieren. Eine seiner Thesen ist, dass der Gegensatz „vernetzt vs. nicht vernetzt“ bald mächtiger sein wird als jener zwischen arm und reich. Der „digital divide“ führt zu sozialer Polarisierung – und er scheidet die Geister. Die Fraktion der „digital natives“ wird täglich größer, während die digitalen Analphabeten zunehmend geächtet und aus der Gesell-schaft ausgeschlossen werden. Welche guten Gründe gibt es, um gegen die Digitalisierung zu Felde zu ziehen? Wer sind die Digitalisierungsgegner und ‑verweigerer unserer Tage und was treibt sie an? Welche Visionen setzen die neuen Fundis, Realos und Kassandras der Vernetzung der Welt entgegen?

 

UProf. Dr. Norbert Bolz,

geboren 1953 in Ludwigshafen geboren; studierte in Mannheim, Heidelberg und Berlin Philosophie, Germanistik, Anglistik und Religionswissenschaften; Doktorarbeit über die Ästhetik Adornos bei dem Religionsphilosophen Jacob Taubes; Habilitation über „Philosophischen Extremismus zwischen den Weltkriegen“; 1992-2002 Universitätsprofessor für Kommunikationstheorie am Institut für Kunst- und Designwissenschaften der Universität GH Essen; ab 2002 Universitätsprofessor an der TU Berlin, Fakultät I Geisteswissenschaften, Institut für Sprache und Kommunikation, Fachgebiet Medienwissenschaft. Forschungsschwerpunkte: Netzwerklogik, Theorie der Massenmedien, Mediengeschichte, Kommunikationstheorie. Publikationen (u. a.): Das konsumistische Manifest, München 2002; Blindflug mit Zuschauer, München 2005; Bang Design, Hamburg 2006; Das ABC der Medien, München 2007. (http://www.medienberatung.tu-berlin.de/)

 

MEDIEN©MACHER I

DO, 25. Juni, 18.30 Uhr
Kleiner Minoritensaal, Mariahilferplatz, 8020 Graz

Eintrittspreis: 6 ,50 Euro / 3,50 Euro / Ö1-Mitglieder 5 Euro

Web 2.0-Pioniere

mit Mag. Dieter RAPPOLD
und Mag. Christoph CHORHERR

Moderation: Georg HOLZER

 

 

Das Web 2.0 boomt. Vor allem die Social Networks wie Facebook, My Space und Twitter. Wie und wo hat das alles angefangen und wohin wird sich dieses Phänomen, das zwischen peinlicher Selbstdarstellung und intelligenter Informationsvermittlung aufgespannt ist, entwickeln? Auf welchen Feldern und warum hängt das Web 2.0 andere Medien ab? Welche Bedeutung hat es für Politik und Wirtschaft? Dieter Rappold und Christoph Chorherr werden ihre persönlichen Web 2.0-Projekte präsentieren und zur Diskussion stellen. Kommunikativ, kritikfähig, risikofreudig. Web 2.0 einmal offline und in der Meta-Version.



 

Das Gottesbild des modernen Menschen

SA, 26. September 2009, 18.30 Uhr
Bildungshaus Mariatrost

Eintritt:  15,– Euro
StudentInnen 13,– Euro

David Steindl-Rast

 

 

Dr. David Steindl-Rast: *1926 in Wien. Studium der Kunst, Anthropologie und Psychologie. 1952 Übersiedlung in die USA. 1953 Eintritt in das
Benediktinerkloster Mount Saviour NY. Ab 1965 engagierte sich Brother David für den interreligiösen Dialog zwischen Christentum und Buddhismus.
1975: Martin Buber Award als „Brückenbauer“ zwischen religiösen Traditionen.1989: Gründung des „Haus der Stille“ in Dienten/Salzburg
gemeinsam mit dem Zen-Mönch Vanja Palmers.
Seit vielen Jahren neben Monaten des monastischen Lebens intensive Vortragstätigkeit auf allen fünf Kontinenten. Brother David betreibt die
Website www.gratefullness.org und hat 20 Werke verfasst, u. a. Die Achtsamkeit
des Herzens, Die Augen meiner Augen sind geöffnet, Der Atem der Stille, Fülle und Nichts, Musik der Stille.

 

IM BRENNPUNKT EUROPA I
ZUR ZUKUNFT DES ABENDLANDES


MO 12. Oktober 09 19.30 Uhr
Kleiner Minoritensaal, Mariahilferplatz 3

Eintritt:
8,-/4,-



Vortrag und Diskussion mit
Otto KALLSCHEUER

Moderation: UProf.Dr. Rainer BUCHER


 

Otto Kallscheuer, Politikwissenschaftler und Philosoph, eröffnet die neue Reihe, die zentrale Debatten zum abendländischen Erbe in den Blick nimmt: Fest steht, dass sich Europäer viel eher über ihre Ängste verständigen können als auf eine gemeinsame Identität. Darüber vergessen sie leicht ihre Geschichte. Doch die Zukunft des Abendlandes ist älter der Mauerfall vor 20 Jahren, älter auch als der Kalte Krieg.

Veranstaltungstipp:
Am MI, 14. Oktober, 8.15 Uhr spricht UProf. Dr. Otto Kallscheuer im Universitätszentrum Theologie (Heinrichstraße 78a) über „Papst Benedikt XVI. – Eine politologische Bilanz seiner bisherigen Amtszeit“.

 


MO 23. November 09 19.00 Uhr
Kleiner Minoritensaal, Mariahilferplatz 3

Eintritt:
8,-/4,-

IM BRENNPUNKT EUROPA II
FÜHRERSEHNSUCHT UND FREMDENANGST. Österreich und "die Anderen"
 

Vortrag und Diskussion mit
Regina POLAK

in  Kooperation mit Akademie Graz und Urania


 

Die großen Herausforderungen der Zukunft sind nur im globalen und europäischen Horizont anzugehen und zu lösen. Umso erschreckender sind so manche Entwicklungen der Werthaltungen von Österreicher/innen: steigende Fremdenfeindlichkeit, zunehmende Sicherheitsorientierung im Verein mit einer Einengung des Lebenshorizontes auf Familie und Heimat. Ausgehend vom Befund der Österreichischen Wertestudie 2008 werden Denk- und Handlungsperspektiven für die Zukunft entwickelt und zur Diskussion gestellt.

 
 


DI 27. Oktober 09 19.00 Uhr
Kleiner Minoritensaal, Mariahilferplatz 3

 

"FAST ALLE TERRORISTEN SIND MUSLIME"

Kulturkampf als Mittel der Kriegspropaganda?


Vortrag und Diskussion mit
Dr. Sabine SCHIFFER,
Institut für Medienverantwortung

Das Islambild der verkürzenden Auslandsberichterstattung ist in den westlichen Gesellschaften inzwischen auf die eigenen islamischen Gemeinschaften übertragen worden. Über Muslime wird zunehmend als Fremdkörper diskutiert und Misstrauen scheint allgegenwärtig. Aufgeregte Debatten entzünden sich sowohl an Aussagen Einzelner als auch an Statistiken.
Weiten wir jedoch den Blick wieder von den lokalen Diskussionen hinein in die Welt, dann fällt auf, dass dieses Islambild durchaus auch „nützliche“ Seiten hat.

 

UNDERSTANDING MEDIA II

DO, 12. November, 19.30 Uhr
Minoritensaal, Mariahilferplatz 3, 8020 Graz

 

Alte Medien! Wozu noch Bücher?

Vortrag: UProf. Dr. Jochen Hörisch
Kommentar: GD. Dr. Johanna RACHINGER
anschließend Podiumsdiskussion

Moderation: N.N.

 

Der Medienumbruch vom typographischen zum digitalen Zeitalter kennt keine Sentimentalität. Die Aufmerksamkeitskultur läuft der Gedächtniskultur den Rang ab. Das Buch, „Gründungsmedium“ des Druckzeitalters, ist auf dem Weg zum Nischenprodukt, so scheint es. So wie der Computer das Schreiben revolutioniert hat, könnten nun die elektronischen Bücher das Lesen revolutionieren. Die flächendeckende Digitalisierung der Weltliteratur und die Möglich-keit zum Download dieses Erbes werden, ähnlich dem Musikkonsum, auch den Lesekonsum verändern. Diese Veränderung betrifft die private Lektüre ebenso wie die berufliche. Im Zug und am Flughafen werden schon jetzt kaum mehr Bücher aufgeschlagen, sondern Laptops geöffnet. Brockhaus hat vor Wikipedia kapituliert. Wozu also noch gedruckte Bücher?

 

MEDIEN©MACHER II

MO, 23. November, 19.30 Uhr
Kleiner Minoritensaal, Mariahilferplatz 3, 8020 Graz

 

Büchermacher

mit Dr. Rainer WEISS
und Dr. Jochen JUNG

Moderation: Mag. Cornelius HELL

 

Bibliophilie gilt heute fast schon als Kavaliersdelikt, Bücherlesende sind Angehörige einer verlorenen Zeit. Gibt es überhaupt noch einen Markt für Bücher? Wer soll das alles lesen, was verlegt wird? Das Internet überschwemmt uns mit frei verfügbaren Texten, das E-Book unterbricht den Trend zum Zweitbuch. Ist, wer in dieser Situation einen Buchverlag betreibt oder gar neu gründet, noch bei Sinnen? Wie geht sich das aus und warum tut man sich das an? Fragen über Fragen an Menschen, die unbeirrt Bücher machen. Für sich und für andere.
 

 
 


MO 23. November 09 19.30 Uhr
Kleiner Minoritensaal, Mariahilferplatz 3

Eintritt:
8,-/4,-

IM BRENNPUNKT EUROPA II
FÜHRERSEHNSUCHT UND FREMDENANGST. Österreich und "die Anderen"
 

Vortrag und Diskussion mit
Regina POLAK

in  Kooperation mit Akademie Graz und Urania


 

Die großen Herausforderungen der Zukunft sind nur im globalen und europäischen Horizont anzugehen und zu lösen. Umso erschreckender sind so manche Entwicklungen der Werthaltungen von Österreicher/innen: steigende Fremdenfeindlichkeit, zunehmende Sicherheitsorientierung im Verein mit einer Einengung des Lebenshorizontes auf Familie und Heimat. Ausgehend vom Befund der Österreichischen Wertestudie 2008 werden Denk- und Handlungsperspektiven für die Zukunft entwickelt und zur Diskussion gestellt.
Die Psychologin, Philosophin und Theologin Regina Polak ist Leiterin des Instituts für Praktische Theologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien und Mitherausgeberin der Wertestudie „Die Österreicher/-innen, Wertewandel 1999 bis 2008“ (Czernin Verlag 2009).
 

Regina Polak, Mag. phil., Dr. theol., MAS, geboren 1967. Von 1997 bis 2000 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ludwig-Boltzmann-Institut für Werteforschung. Seit 2000 am Institut für Praktische Theologie der Universität Wien, derzeit Institutsvorständin