<<Home>>    

 

I. WISSENSCHAFTSGESPRÄCHE o8 BEI DEN MINORITEN
 

Wissenschaft auf den Marktplatz kultureller und gesellschaftlicher Öffentlichkeit einzuladen, sie anzufragen und zu hinterfragen hat bei den Minoriten einen guten Boden. Das erfolgreiche Modell der „Science-Werkstatt“, die seit 2003 in Kooperation mit Lehrenden aus den Grazer Universitäten zu den Themen Mensch, Leben, Zukunft, Überlebensstrategien und Toleranz und Widerstand bestritten wurde, stand im Jahre 2008 unter dem Thema "WISSENSCHAFTEN MACHENSCHAFTEN". Eine Publikation erschien im Verlag Königshausen&Neumann

 

 

 

DI 01._08._15._ 22._29. April  _
06. Mai
 | 19.00 Uhr

Minoriten Galerien Mariahilferplatz 3, 2. Stock

Eintritt: 5,- / 3,-

WISSENSCHAFTEN MACHENSCHAFTEN

VORTRAG und diskussion

Wir thematisieren die Bedingungen der Wissenschaften selbst, ihre Freiheit, ihren Anspruch, ihr Vermögen, ihre Hybris und ihre Grenzen. Die Wissenschaftsgespräche bei den Minoriten 2008 fragen nach der Machbarkeit von Leben, Wissen und Sinn. Sie bringen mit einer unbekümmerten Frechheit Wissenschaften mit Machenschaften in Verbindung. Sie kratzen am Image der Freiheit. Sie fordern sie damit heraus, zu widersprechen, ihre Bedingungen offen zu legen und ihre Abhängigkeiten zu benennen.

 

 

 

DI 01. April  | 19.00 Uhr

Minoriten Galerien,
Mariahilferplatz 3, 2. Stock

Eintritt: 5,- / 3,-

WISSENSCHAFTEN MACHENSCHAFTEN: VOM DARSTELLEN ZUM HERSTELLEN

Elisabeth LIST
Institut für Philosophie der GEWI-Fak, Graz

KOMMENTAR
Reinhold ESTERBAUER
Institut für Philosophie Theol.Fakultät, Graz

Die neuzeitlichen Naturwissenschaften haben mit ihren Einsichten die moderne Welt verändert und dem menschlichen Wissen neue Dimensionen eröffnet. Sie haben sich allerdings auch selbst Erkenntnisschranken auferlegt, etwa die Trennung von Natur- und Geistes- bzw. Kulturwissenschaften. Diese Trennung ist ein kulturelles Konstrukt: das Ergebnis von Prozessen der Institutionalisierung, der Ausblendung der konkreten Voraussetzungen naturwissenschaftlicher Produktionsverhältnisse. Die Naturwissenschaften insgesamt erweisen sich mithin als ein vordringliches Thema der Kulturwissenschaften. Es geht um die Eröffnung eines Dialogs zwischen Natur- und Kulturwissenschaften. Denn der Gesamtzusammenhang der menschlichen Lebensform in seinen sozialen, ökonomischen, politischen wie in seinen psychischen, epistemologischen, kulturellen und technisch-praktischen Dimensionen kann nur durch eine Verbindung dieser beiden Erkenntnisperspektiven begriffen werden.

 

 

 

DI 08. April   | 19.00 Uhr

Minoriten Galerien,
Mariahilferplatz 3, 2. Stock

Eintritt: 5,- / 3,-

WISSENSCHAFTEN MACHENSCHAFTEN: Von der ökonomischen abhängigkeit der wissenschaften

Christoph KRATKY
Institut für Chemie, KF Uni Graz,Präsident des Wissenschaftsfonds FWF
KOMMENTAR:
Hans SÜNKEL
Rektor der TU Graz

Das Humboldt’sche Universitätsideal fordert unter anderem die Freiheit der Wissenschaften, worunter zu Beginn des 19. Jahrhunderts wohl in erster Linie die Unabhängigkeit gegenüber dogmatischen motivierten Anmutungen in Richtung Wahrheitsfindung zu verstehen war. Heute, 200 Jahre später, wird die Wissenschaft in erster Linie dadurch eingeschränkt, dass sie Geld kostet (sieht man von Forschung in ethisch sensiblen Bereichen ab). Insofern dieses Geld von der öffentlichen Hand kommt, gibt es ein legitimes Recht für die Kontrolle seiner Verwendung. Kriterien für die Auswahl sinnvollerer Forschungsthemen sind in einem demokratischen System nicht leicht zu definieren, müssen aber jedenfalls weit über die Abschätzung ökonomischer Umwegrentabilität hinausgehen.

 

 

 

DI 15. April  | 19.00 Uhr

Minoriten Galerien,
Mariahilferplatz 3, 2. Stock

Eintritt: 5,- / 3,-

WISSENSCHAFTEN MACHENSCHAFTEN: leben machen - unser spiel als schöpfergott

Dirk EVERS
forum scientiarum der Universität Tübingen

KOMMENTAR:
Elisabeth PERNKOPF
Institut für
Philosophie der Theologischen Fakultät, Graz

Der US-Gen-Pionier Craig Venter spricht in einem Interview davon, dass kein richtiger Wissenschaftler an einen Gott glauben kann, der die Dinge zusammensetzt. Doch ist Gott ein solcher Macher? Der Vortrag will versuchen, die Eigenart von Gottes Schöpfersein theologisch zu entfalten und zum menschlichen herstellenden Machen in Beziehung zu setzen. Durch die Biotechnik z.B. ist das manipulierbar und konstruierbar gewordene Erbgut eine Variable geworden. Welche Einsichten kann uns die Schöpfungstheologie in dieser Situation bereitstellen, um Möglichkeiten und Grenzen unseres eigenen Machens so zu bestimmen, dass unser Menschsein gewinnt?
 

 

 

 

DI 0  22._April  | 19.00 Uhr

Minoriten Galerien,
Mariahilferplatz 3, 2. Stock

Eintritt: 5,- / 3,-

WISSENSCHAFTEN MACHENSCHAFTEN: VIRTUELLE WELTEN

Niki LABER, ÖVUS, Wien

KOMMENTAR:
Erwin FIALA
Institut für Philosophie
Geisteswissenschaftlichen Fakultät, Graz

Videospiele sind ein nicht mehr wegzudenkendes Kulturgut unserer Zeit. Im Medien- und Entertainmentbereich setzen die Spiele an, die Führungsrolle zu übernehmen, ja selbst die Filmindustrie vom Thron zu stoßen. Faszination der User und Angst betroffener Eltern und Erzieher stehen einander nicht selten feindlich gegenüber. Die Ängste um Computerspiele betreffen vor allem die „Killerspielthematik“ und die Gefahr eines „Abdriftens“ in eine andere Realität und damit verbun-dener sozialer Probleme.
Den Gefahren und Ängsten neuen Medien gegenüber kann man mit der Stärkung der Medienkompetenz und der Ent-scheidungskraft der User begegnen. Gleichzeitig stehen Maß-nahmen zur Kindersicherung im Sinne des Kinder- und Jugendschutzgesetzes an.
 

 

 

 

DI  29. April  | 19.00 Uhr

Minoriten Galerien, Mariahilferplatz 3, 2. Stock

Eintritt: 5,- / 3,-

WISSENSCHAFTEN MACHENSCHAFTEN: stammzellen für die regenerative medizin

Wolfgang ENGEL
Institut für Humangenetik, Uni Göttingen

KOMMENTAR
Walter SCHAUPP
Institut für Moraltheologe und Dogmatik, Graz

Unter Stammzellen versteht man Zellen, die uneingeschränkt vermehrt und zu verschiedenen Zelltypen des Körpers diffe-renziert werden können. Stammzellen sind die Zukunft der Medizin, denn sie werden es erlauben, fehlende oder funktionsunfähige Zellen beim Patienten zu ersetzen. Die Therapie von genetisch bedingten Erkrankungen wie z.B. Parkinson, Diabetes, Alzheimer ist absehbar. Bisher wurden Stammzellen aus Emryonen gewonnen. Das ist ethisch bedenklich, denn dafür müssen menschliche Embryonen verbraucht werden. Das Team um Prof. Engel hat kürzlich bahnbrechende neue Erkenntnisse hervorgebracht: Erstmals wurden aus dem männlichen Hoden pluripotente Zellen gewonnen und Hautzellen mit Hilfe von Retroviren „umprogrammiert“. Wenn es gelingt, die Umprogrammierung ohne Viren zu erreichen, dann sind für die regenerative Medizin keine embryonalen Stammzellen mehr notwenig.
Ein völlig neues Zeitalter bahnt sich an.
 

 

 

 

DI 06. Mai  | 19.00 Uhr

Minoriten Galerien,
Mariahilferplatz 3, 2. Stock

Eintritt: 5,- / 3,-

WISSENSCHAFTEN MACHENSCHAFTEN: leben machen - unser spiel als schöpfergott

LESUNG |
SABINE GRUBER
, Wien

GESPRÄCHSPARTNER
Christian FAZEKAS Universitätsklinik für Med. Psychologie und Psychotherapie, Med. Uni Graz

Die Autorin erzählt die Geschichte zweier Frauen, die beide mit einem beunruhigenden Verdacht leben: Mira ist Altenpflegerin und sorgt sich um ihre Ehe. Irma ist Kulturjournalistin und interviewt Menschen mit aussterbenden Berufen, stellt sich aber vor allem selbst Fragen: Wer ist der Tote, der ihr mit seinem Spenderorgan ein neues Leben ermöglicht? Wie lebt es sich mit einem fremden Teil im eigenen Körper? Wie als Überlebende? „Über Nacht“ ist auch ein Buch über den Zufall als Lebens- und Todesmacht. In ihrer bilderreichen Sprache erzählt die Autorin von den Überraschungen des Lebens und der Willkür des Gerettetwerdens. Und vom Tod, der erfinderisch macht.

 

 

II. FRÜHLINGSVORLESUNG
 

Die Frühlingsvorlesung der Akademie Graz und des Kulturzentrums bei den Minoriten hielt 2008 der Wiener Kulturphilosoph Doron Rabinovici über den EWIGEN WIDERSTAND.

 

 

 

MO, 17./18./19. März | 19.00 Uhr

Minoriten Galerien, Mariahilferplatz 3, 2. Stock

Eintritt:
1 Abend:
EUR 11,-/7,-
3 Abende:
EUR 25,-/18,-
3 Abende Ö1 Club:
20,-/9,-

In Kooperation mit der Akademie Graz

DER EWIGE WIDERSTAND

 

FRÜHLINGSVORLESUNG: DORON RABINOVICI

Die Wahl der Wörter ist Teil des Kampfes. „Widerstand“ ist zur Tugend geworden, wie es einst Gehorsam war. Die Mode des Radical Chic feiert die Rebellion. Die nationalsozialistische Vergangenheit gebietet, den Anfängen zu wehren, ehe jegliches Aufbegehren einem Todesurteil gleichkommt. Was aber bleibt vom Kampf gegen den Nationalsozialismus, wenn er zum Slogan für jeden Protest absinkt? (...)

Im Zuge der Vorlesung wird untersucht, wie eng verwoben die historiographischen Debatten mit den gegenwärtigen sind. Ob vom zivilen Ungehorsam oder vom modernen Terrorismus die Rede ist: Die Fragen, was Widerstand ist und wie weit das Widerstandsrecht reicht, bleiben aktuell.

 

III. PHILOSOPHIE IM WORTLAUT
  Eine ganz andere Art des Rückblicks bereitet eine Philosophie- und Gesprächsreihe: Hannah Arendts Texte stehen im Zentrum des neuen Lese-Blocks von Ö1-Stimme Alexander Tschernek, am 11./12. und 18./19. November. Die Philosophie der Geburtlichkeit Arendts steht dem „Sein zum Tode“ hermetisch gegenüber. Ihre Texte sind wie ein dichter Block über ein „Denken ohne Geländer“, ein Ausloten des Bösen und gleichzeitig ein berührendes Plädoyer für das Leben.
   

 

DI 11. /MI 12.11./ DI 18. / MI 19.11.

jeweils 19 Uhr

Minoriten Galerien, 2. Stock

Eintritt: 10,-/8,- Euro (Ö1-Club, Studenten)
ABO für 4 Abende: 35,-/25,- Euro

Karten: 0316/ 711133-31

HANNAH ARENDT

4 x PHILOSOPHIE UND GESPRÄCH MIT ALEXANDER TSCHERNEK

 

 

Hannah Arendt erscheint in den Zeugnissen ihres Lebens als Denkerin, Dichterin und Stimme. Eine außergewöhnliche Persönlichkeit erfährt und erarbeitet sich eine Lebensreise, deren Herausforderung in letzter Konsequenz kaum vorstellbar ist - die Liebe der jungen Studentin zu Martin Heidegger, die Flucht vor den Nazis nach Amerika, die existentielle denkerische Auseinandersetzung mit den Tatsachen und Folgen des 2. Weltkrieges lassen Arendt einen Weg beschreiten, auf dem sie erregt, aber unerschrocken und unermüdlich nach der Verantwortlichkeit des Menschen und seines Handelns fragt. >>

 

IV. RECHTES TEILEN - LINKES ZÜRNEN
  Am Ende des Gedenkjahres ’08 veranstaltete das Kulturzentrum bei den Minoriten für das Land Steiermark ein Symposium über die Kunst, Gesellschaft anders zu denken.
   

 

SO 16. November 08 
15.00 – 20.30 Uhr

Minoritensaal

Ein Symposium des Landes Steiermark zum Gedenkjahr 08
 

RECHTES TEILEN LINKES ZÜRNEN

Über die Kunst, Gesellschaft anders zu denken

 
 

... 1848, 1918, 1938 und 1968 stehen für emanzipatorische, klärende, verklärende und verblendete Herrschaftswechsel: Wozu taugt ein "Gedenkjahr" wie es 2008 eines war? Was müssen wir verabschieden? Wem sollten wir angesichts der Zustände heute zürnen? Wie sollen wir widerstehen? Prägende Kulturtheoretiker wie Terry Eagleton, Urs Jaeggi, Isolde Charim, Karl Reitter und Albert Müller stellen sich in diesem Symposium gesellschaftspolitisch relevanten Fragen. Parallel zu Theorie und Diskussion setzen SprachperformerInnen (Markus Köhle + Nora Gomringer, Mieze Medusa, Fiva) zwischendurch literarische Interventionen in Form von Spoken Poetry.

 

V. LECTURES ZUR RELIGION_Vorträge und Debatten
  Diskussionen und Vorträge zu Debatten um Religion standen im Programmjahr 2008 mit Remy Brague (Paris), Rainer Bucher (Graz) über "Hitlers Theologie", Karl Josef Kuschel (Tübingen) über die "Menschenrechts-begründung im Christentum, Jundentum und Islam" und mit Peter Pawlowsky und Susanne Heine (Wien) mit der "christlichen Matrix" auf dem Programm. Eine theologische Poesie vermittelt Gottfried Bachl (Salzburg) mit seinem neuen Buch "Macht und Lust des Verzehrens".

 

 

 

MI, 6. Februar | 20.30 Uhr

Minoritensaal

Eintritt:
€ 10,- /5,-
 

EIN CROSSOVER DER KÜNSTE AM ASCHERMITTWOCH 08

F
reiheit und Frechheit: ein Buchstabe Unterschied. – Wieder graugeflickt: der Himmel.
(
Arno Schmidt, BRAND’S HAIDE)

Überlieferte Frechheit gibt es, seit Alexander der Große Diogenes im Fass begegnete. Seither gilt, dass die Frechheit ein Naheverhältnis zur Freiheit hat, zu Widerstand, Verweigerung, Geistesgegenwart und Gelächter.
Auch das Religiöse ist ohne Frechheit nicht zu denken. Per se ist Religion frech im Hinblick auf die Welt, deren Diesseitigkeit sie sorglos unterläuft, dreist verdichtet am Aschermittwoch.

Künstlerische, akustische, literarische, tänzerische und spirituelle Statements  von Yang ZHENZHONG, Andrea STIFT, Ägidius Leipold, Georg BLASCHKE und Georg HOLZMANN mischen Frechheit Freiheit bei den Minoriten am ASCHERMITTWOCH 2008 zu einem Mehrspartenkonzert der Künste...

 

 

 

MO, 10. März | 19.30 Uhr

Kleiner Minoritensaal

Eintritt: EUR 4,-/2,-


 

HITLERS THEOLOGIE

 
Rainer Bucher im Gespräch mit Johannes Kaup

 

Adolf Hitler war kein Theologe. Aber: Vom Beginn seines öffentlichen Redens bis zu seinen letzten dokumentierten Äußerungen verkündete Hitler sein Politikprojekt im Namen eines Gottes, konzipierte und legitimierte er es über theologische Begriffe. Diese spielten keine nur rhetorische, sondern eine zentrale und tragende Rolle.
Es ist nicht notwendig, Hitlers Theologie zu widerlegen: Das hat sie selbst getan. Aber die Versuchungen des „Bruder Hitler“ (Th. Mann) sind noch keineswegs ein für alle mal überwunden. Auch darum wird es gehen – zwei Tage vor dem 70. Jahrestag des Anschlusses Österreichs an Nazideutschland.

 

 

 

17. April | 19.30 Uhr

Minoriten Galerien, Mariahilferplatz 3 / 2. Stock

Eintritt: 6,-/3,-


 

IM BRENNPUNKT:
RÉMi BRAGUE

 

EUROPAS IDENTITÄT UND DIE RELIGIONEN

Mit seiner brillanten Analyse „Europa. Eine exzentrische Identität“ (2003) lenkte Rémi Brague seinen Blick auf die Anfänge Europas außerhalb seiner selbst und auf den Entstehungsprozess von Kulturen, die sich zumeist aus bestehenden Kulturen heraus entwickeln. Wenn die Wurzeln Europas außerhalb des europäischen Raumes liegen, so liegt der Kern europäischer Identität in der steten und erneuten Selbsterfindung in Beziehung zu anderen Kulturtraditionen. Wie stark aber ist die Identität stiftende Kraft zu Renaissancen in der Gegenwart angesichts virulenter Konfliktlinien entlang der Religionen?

 

   

 

VERNISSAGE +

LESUNGEN
MI, 7. Mai
|19.00 Uhr
Minoriten Galerien, Mariahilferplatz 3, 2. Stock
 

Öffnungszeiten
MO-FR 10-18 Uhr,

Ausstellungsdauer:
bis 27. Juni 08

DIESE WEISSE EKSTASE


JOHANES ZECHNER

Johanes Zechner zeigt in Zeichnungen hinübergetragene Lyrik der großen dänischen Dichterin Inger Christensen, die bei der Ausstellungseröffnung aus ihrem gefeierten Buch det/das gelesen hat. Peter Waterhouse ließ sich in seinem Text für das Katalogbuch von beiden Künstlern inspirieren.
Die Minoriten verschränken mit diesem spartenübergreifenden Projekt Bildende Kunst mit einer leisen Sprache der rauschenden Liebe, des heiligen Lebens und der Grammatik der Schöpfung.

   

 

LESUNGEN + VERNISSAGE
MI, 7. Mai
|19.00 Uhr
Minoriten Galerien, Mariahilferplatz 3, 2. Stock

INGER CHRISTENSEN +PETER WATERHOUSE


DIESE WEISSE EKSTASE

Inger Christensen lebt in Dänemark und ist eine der wichtigsten zeitgenössischen Dichterinnen. Wer sich auf ihre Lyrik und Prosa einlässt, ist begeistert. Leichthändig schreibt sie sich Paradoxes vom Leib oder Paradoxes schreibt sich ihr in den Leib, jedenfalls tariert sie Sinnlichkeit und Abstraktion wunderbar aus. Die Sprache wird dadurch zu sich selber gebracht und poetische Entfaltung beflügelt.

Peter Waterhouse gehört zu den wichtigsten Autoren und Übersetzern Österreichs. Im Zentrum seiner sprachlichen Ästhetik: Verzicht. Verzicht auf Macht, semantisch und strukturell, auf vorgefertigte Sichtweisen mithin. Waterhouse realisiert sprachliche Bewegungen, die behutsam, präzise, ja zärtlich sind und immer neu die Trennung von Ich und Welt, Subjekt und Objekt aufzuheben versuchen.

   

 

MO 6. Oktober 08

19.30 Uhr
Minoritensaal
 

Eröffnungsvortrag der KHG für das Studienjahr 2008/09

 

In Kooperation mit der KHG Graz und dem AAI

MENSCHENRECHTE

wie JUden, Christein und muslime sie begründen

Univ.-Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel

Allgemeine Menschenrechte scheinen heute weltweit akzeptiert. Wie aber werden sie begründet? Warum sich einsetzen für Rechte je Anderer? Warum sollen sich Menschen aus anderen Religionen, etwa Juden, Christen und Muslime, für universale Rechte Andersglaubender einsetzen? Gibt es dafür Anhalt in ihren Glaubens-Urkunden? Was veranlasste, gar verpflichtete Menschen aus den drei monotheistischen Religionen, sich für universal gültige Menschenrechte auszusprechen? Der Vortrag von Prof. Karl-Josef Kuschel stellt sich diesen Fragen und zeigt kritisch-selbstkritisch, wie Juden, Christen und Muslime heute die Menschenrechte begründen.
 

   

 

MO 8. Dezember 08

19.30 Uhr
Minoriten Galerien, Mariahilferplatz 3/2. Stock
 

MINORITEN BEFRAGUNG

ÜBER
"DIE CHRISTLICHE MATRIX"

SUSANNE Heine + PETER Pawlowsky

Die Wiener Theologin Susanne Heine und der Religionspublizist Peter Pawlowsky stellen in einer „Minoritenbefragung“ ihr neues Buch zur „christlichen Matrix“ vor. Vier Gesprächspartner befragen sie nach der Matrix ihres neuen Buches: Wie kann man heute eine „Gebrauchsanweisung für Religion“ schreiben?
Susanne Heine und Peter Pawlowsky versuchen eine neue Gattung theologischer Literatur, die zwischen der „Poetik eines Katechismus“, der Logik eines Mathematikbuches und der trockenen Nützlichkeit einer Gebrauchsanweisung angesiedelt ist. Wie kann man heute Christentum erklären, sodass verständlich wird, „wie es tickt“? Wie kann man ohne Denkverbote Glaubensformeln denken?
Moderation: Thomas Götz/stv. Chefredakteur der Kleinen Zeitung

   

 

MO 15. Dezember 08

19.00 Uhr
Minoriten Galerien, Mariahilferplatz 3/2. Stock
 

Moderation: Thomas Götz/stv. Chefredakteur der Kleinen Zeitung

 

MACHT UND LUST DES VERZEHRENS
 

GOTTFRIED BACHL

Mit Gottfried Bachl, emeritierter Dogmatiker in Salzburg, stellen wir einen der renommiertesten deutschsprachigen Theologen und gleichzeitig einen der ganz wenigen vor, der begabt ist, eine theologische Poesie zu schreiben. Mit Büchern wie „Der schwierige Jesus“, „Gottesbeschreibung“, „Der beschädigte Eros“ hat er seinen ungewöhnlichen Sprachduktus für theologisches Denken unter Beweis gestellt. In seinem neuen Buch über die Eucharistie beschreibt er in immer neuen Anläufen das Verzehren und Einverleiben.

 

VI. SERIE IM BRENNPUNKT: Gedanken zur Orientierung
     

 

 

 

MO, 28. Jänner |
19.00 Uhr

Kleiner Minoritensaal
Eintritt: 6,-/3,-

In Kooperation mit Akademie Graz und URANIA

IM BRENNPUNKT:

AVANTGARDE! - UND JETZT?
 

Impulsstatements und Podiumsdiskussion

 

mit
Sabeth
Buchmann

(Akademie der bildenden Künste, Wien)

Veronica Kaup-Hasler (Intendantin steirischer herbst)

Franz Schuh
(Autor)

 

Moderation:

Thomas Wolkinger (FALTER Steiermark)

„Graz, schönste Avantgardistin“ titelte die  deutsche Wochenzeitung DIE ZEIT 2003. Graz definiert sich in kulturellen Fragen über Institutionen, die aus einem im Zeichen der Avantgarde stehenden Kunstimpuls entstanden sind. Heute hat Avantgarde Tradition, 50 Jahre Forum Stadtpark sind es nun, 40 Jahre steirischer herbst. In wie weit bildet das verblichene Pathos der Avantgarde-Bewegungen und mit ihnen das Dogma des Neuen noch immer das grundlegende Konzept aktueller Kunstdiskurse?  Wenn sich Avantgarde durch die Forderung nach Fortsetzbarkeit in ihr Gegenteil verwandelt, was kommt danach?

   

 

17. April | 19.30 Uhr

Minoriten Galerien, Mariahilferplatz 3 / 2. Stock

Eintritt: 6,-/3,-


 

IM BRENNPUNKT:
RÉMi BRAGUE

 

EUROPAS IDENTITÄT UND DIE RELIGIONEN

Mit seiner brillanten Analyse „Europa. Eine exzentrische Identität“ (2003) lenkte Rémi Brague seinen Blick auf die Anfänge Europas außerhalb seiner selbst und auf den Entstehungsprozess von Kulturen, die sich zumeist aus bestehenden Kulturen heraus entwickeln. Wenn die Wurzeln Europas außerhalb des europäischen Raumes liegen, so liegt der Kern europäischer Identität in der steten und erneuten Selbsterfindung in Beziehung zu anderen Kulturtraditionen. Wie stark aber ist die Identität stiftende Kraft zu Renaissancen in der Gegenwart angesichts virulenter Konfliktlinien entlang der Religionen?

 

   

 

MI, 11. Juni 2008, 19:00

Kleiner Minoritensaal

„Sex sells?“ – oder die mediale „Beschönigung“ sexualisierter Gewalt

 

Diskussionsveranstaltung mit
Gerlinde Pölsler (FALTER)
Olga Flor (Autorin)
Isabella Meier (Frauendokumentationszentrum Graz (DOKU), Projekt
Sexismusfreie Zone)
Moderation: Daniela Grabe (DIE GRÜNEN - ALG)
 

Feministischer Blick auf Politik, künstlerische Reflektion über Politik, das ist der Fokus einer neuen Reihe (gemeinsam mit der Grünen Akademie in
Zusammenarbeit mit dem Frauendokumentationszentrum Graz und dem
Kulturzentrum bei den Minoriten, in der verschiedene Themenbereiche
politischer Tätigkeit diskutiert, beleuchtet und bewertet werden sollen.

Die Auftaktveranstaltung am 11. Juni 2008 thematisiert (anlässlich aktueller Fälle wie der Amstetten-Berichterstattung und biologistischer Weltbilder in öffentlichen Diskursen) Sexismus, patriarchale Gesellschaftsbilder und Gewaltverharmlosung/-verherrlichung durch Sprache

 

   

 

Mo 17. November 08 
19.30 Uhr

Minoriten Galerien, Mariahilferplatz 3/2. Stock

EINTRITT € 4,-/2,-

 

In Kooperation mit URANIA und Akademie Graz

 IM BRENNPUNKT: Die KRise im KAUKASUS

Univ.Prof.Dr. Gerhard Mangott

Die südkaukasische Region ist durch zwei zentrale Merkmale geprägt: Zum einen durch eine dicht miteinander verwobene Gemengelage von ethnischen Konflikten; zum anderen durch einen harten geoökonomischen und geostrategischen Wettbewerb zwischen der USA und Russland um kaspische Energieträger und den Südkaukasus als energetischen Transitraum. Der Südkaukasus wird dadurch zu einer der konfliktreichsten Regionen des euroasiatischen Raumes. Möglichkeiten zum Interessenausgleich und gewaltfreier Konfliktlösung müssen daher als wenig wahrscheinlich gelten. Der Vortrag gibt einen Einblick in die Konfliktzone.

   

 

 

>> Archiv 2008  >> Archiv 2007  >> Archiv 2006  >> Archiv 2005 >> Archiv 2004  >> Archiv 2003  >> Archiv 2002 >>Archiv 2001