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Gegenstand der Frühlingsvorlesung 2005 ist nicht, zumindest
nicht direkt, das so genannte Gute, sondern die „Güte" – eine menschliche
Qualität, eine Eigenschaft. Die Güte eines Menschen hat mit Einsicht, aber
vor allem mit seinem Handeln zu tun: Menschen können Gutes tun, zum
Beispiel einander helfen. Ein Charakter bildet sich durch Taten und Güte
wird wohl die (Charakter-) Eigenschaft eines Menschen sein, der oft Gutes
getan hat. |
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KARWOCHE 21.- 23. März 2005
Beginn: jeweils 19.00 Uhr
Minoriten-Galerien, II. Stock In Kooperation mit der Akademie Graz
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Aber Güte, so die These, ist nicht bloß eine individuelle
Charaktereigenschaft. In die Gesellschaft ist nicht nur, was evident ist, die individuelle Grausamkeit, sondern auch die individuelle Güte eingegangen. Man merkt die Güte nur nicht, weil in den bürokratisierten Formen der Hilfe, von der Pensionsversicherung bis zur Krankenpflege, eine Verrechtlichung, eine Entindividualisierung eingetreten ist. Alle menschlichen Tugenden, alle Charakter gewordenen Eigenschaften sind in Widersprüche verwickelt. In diesem Sinne fällt auf, dass einer der großen abendländischen Texte einem Symbol für die Grausamkeit Güte unterstellt: Senecas Schrift über die Güte ist Kaiser Nero gewidmet: „Ad Neronem Caesarem de clementia". |
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Die erste Vorlesung (Mo. 21.3.) im Windows Media Format zum Nachhören: >>
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FRANZ SCHUH, geb 1947 in Wien, Schriftsteller und Kritiker. Studium der Philosophie, Geschichte und Germanistik, Dissertation über Hegel. 1976-80 Generalsekretär der Grazer Autorenversammlung, Redakteur der Zeitschrift "Wespennest", freier Mitarbeiter diverser Rundfunkanstalten, ehemals Leiter des essayistischen und literarischen Programms des Verlags Deuticke. Lehrbeauftragter an den Universitäten Wien, Klagenfurt und an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Ständiger freier Mitarbeiter der Wochenzeitung DIE ZEIT. Schuh erhielt zahlreiche Stipendien und Preise, u.a. den Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik 1985. |
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