TANZ demnächst im
Kulturzentrum bei den Minoriten:
 

 

SO 7. März 10, 11.00 Uhr
Minoriten Galerien, Mariahilferplatz 3/I.


 

PROMETHEUS!

Marta Ladjánszki

Die international bewährte, klassisch ausgebildete Jazz- und Modern-Tänzerin, Choreographin Marta Ladjánszki, die erstmals 2005 im Rahmen von tanz schritt weise in Graz zu sehen war und im Frühling 2009 bei einem Gastspiel in diesem Haus wiederum das Publikum begeisterte, wurde mit einem Werkauftrag für die spartenübergreifende Eröffnungsfeier betraut
Sie denkt bei dieser 10 bis 15minütigen Performance an eine speziell für die neuen Räumlichkeiten kreierten Choreographie, die eine Kombination aus fix Erarbeitetem und Improvisiertem sein wird. Musikalisch ist die bewährte Zusammenarbeit in Form einer Live-Begleitung durch den Saxophonisten Varga Zsolt geplant.

 

 

 


SO 25. April 10, 15.00 - 21.00
ImCubus + Minoritensaal, Mariahilferplatz 3/I.

Eintritt:
1 Perfor-mance  12,- / 6,-

Tageskarte
28,- / 19,-

GRAZER
TANZ
PERFORMANCE
TAG
 
tanz schritt weise
VILNIUS – GRAZ im SZENENWECHSEL
KAUNAS – GRAZ im MEDIENWECHSEL
  

Vorstellungsbeginn ist zu jeder vollen Stunde. Die Dauer der einzelnen Programmpunkte beträgt 30 – 40 Minuten
Mag.Siegfried Nagl zum Buffet


PROGRAMM

15.00 Uhr
Tomas Danielis, Kaunas / Graz
SPECIAL: GRENZTÄNZER work in progress
ImCubus, Mariahilferplatz 3/I

Eine Veranstaltung der IGTanz Steiermark im Rahmen ihrer Initiative Two Steps Forward

in Kooperation mit Kaunas Dance Theatre AURA, Litauen, und dem Kulturzentrum bei den Minoriten

16.00 Uhr
Julia Mach, Filip Szatarski, Graz:
VISITORES
Minoritensaal

17.00 Uhr
Loreta Juodkaite, Vilnius:
SALAMANDRA‘S DREAM. PICTURE
Minoritensaal

 18.00 Uhr
Agnija Seiko, Vilnius / Graz:
FREIRAUM: CHOREOGRAPHIC LAB
Minoritensaal

19.00 Uhr
Alexander Deutinger, Graz:
YOUR MAJESTIES
Minoritensaal 

20.00 Uhr
Raimonda Gudaviciute, Mantas Stabacinskas, Vilnius:
TAIP
Minoritensaal

Der zeitgenössische Tanz begann sich vor dem 2. Weltkrieg in der Person von Danute Masvytyte zu formen, die nach einer Tanzausbildung in Deutschland 1939 in Kaunas eine erste Tanzperformance zeigte und daraufhin mit Erfolg ein Studio eröffnete. Nach einigen Jahren unter der sowjetischen Besatzung und des Krieges wanderte sie aus, standen doch die Zeichen auf Ballett und kommerzieller Folk: Nur dies fand in den fünf folgenden Jahrzehnten Unterstützung, während alles Zeitgenössische als dekadent und dilettantisch bestenfalls in den Amateur-Bereich verbannt wurde. Das Studio konnte von einer Schülerin dennoch weiter geführt werden und 1979 begann unter Birute Letukaite Eigenes: Das Aura Dance Theater in Kaunas war gegründet und ist bis heute eines der Tanzzentren des Landes, das seit 1989 jedes Jahr ein Festival of Modern Dance ausrichtet.
Mit Wiedererlangung der Unabhängigkeit 1990 verstärkte sich das Interesse tanzbegeisterter Amateure am Zeitgenössischen: 1995 gründete der Tänzer und Journalist Audronis Imbrasas das Lithuanian Dance Information Centre, seit 1997 gibt es alljährlich das internationale New Baltic Dance Festival, später kam Dansema, ein Festival für junges Publikum, dazu, weiters eine Summer School. 1998 wurde in Vilnius ein Studium für zeitgenössischen Tanz eingerichtet und damit erstmals die Möglichkeit für Professionalität in dieser Sparte geschaffen.
Aira Nagineviciute zählt mit ihren großen zeitgenössischen Tanz-Choreographien zu den niveauvollen Ausnahmen und erhielt sowohl Beachtung als auch Preise. Vytis Jankauskas gehört mit seinem leichtfüßigen Purismus zu den ausgezeichneten und etablierten, erfolgreichen Großen.
Dennoch: von Gleichstellung mit anderen Künsten – sowohl finanziell als auch in den öffentlichen Köpfen – ist zeitgenössischer Tanz nach wie vor weit entfernt.

Ein Dankeschön an das Kulturministerium der Republik Litauen: Kulturattachee Rita Valiukonyte hat immer wieder wesentlich zur guten Kommunikation zwischen den beiden Ländern beigetragen.

Die Realisierung des artist in residence Projektes wurde von der Kulturvermittlung Steiermark ermöglicht.

 

 

15.00 Uhr
SPECIAL: GRENZTÄNZER work in progress

Internationales Research-Projekt im crossmedial-translokalen Kreationsprozess
TänzerInnen aus Kaunas (Litauen) und Graz haben mit Hilfe moderner Kommunikationsverbindungen eine Choreographie erarbeitet: Sie entsteht vom Projektstart bis zur Premiere am jeweiligen Ort, also physisch getrennt voneinander, aber medial verbunden, und wird am Premierentag ein Gemeinsames ergeben: Das Konzept sieht zwei gleichzeitige Live-Performances in Graz und Kaunas, Direktübertragung per Konferenzschaltung sowie Einblendungen von Video-Aufzeichnungen vor. Das Projekt stellt einen ersten Tanz-Schritt in Richtung des Potentials dar, das in Bereichen medienbasierter Projekterarbeitung noch weitgehend brach liegt. Mit fachlicher Unterstützung der Technischen Universität in Kaunas und der Grazer Fachhochschule Joanneum bewegen sich die Künstlerlnnen der beiden Städte in gemeinsamer Kleinarbeit aufeinander zu. Ein litauischer Tänzer wird als „postillon de dance“ auf der Grazer Bühne einen Special Part als symbolischen Link beitragen.
Eine Veranstaltung der IGTanz Steiermark (http://igtanz.mur.at) im Rahmen ihrer Initiative Two Steps Forward in Kooperation mit Kaunas Dance Theatre AURA, Litauen, und dem Kulturzentrum bei den Minoriten. Wir danken der Technischen Universität Kaunas und der FH Joanneum für die Zusammenarbeit und videotechnische Umsetzung sowie Birute Letukaite, Gründerin und Direktorin von Kaunas Dance Theatre Aura, für ihre Offenheit und Bereitschaft zu diesem Experiment.

Performance
Kaunas: Rasa Danilinaite, Ruta Lelyte Kaunas+Graz: Marius Pinigis Graz: Claudia Fürnholzer, Tomas Danielis
Künstlerische Leitung: Tomas Danielis VideoTechnik: Kaunas: Gytis Cibulskis Graz: Andreas Förster
Idee und Konzept: Eveline Koberg


16.00 Uhr
VISITORES
Dinge zu verstehen, die im Grunde nicht verstanden werden können – dieses Ringen ist ein Hintergrund der nie enden wollenden Versuche Nähe zu finden, zum feinen, engen, poetischen Geflecht von Sehnsüchten, von Kämpfen gegen sich selbst und miteinander. Zwei fremde Wesen besuchen unseren Planeten und bemühen sich hineinzufinden in die neuen Realitäten, sich anzupassen – das kann unterhaltsam, aber auch sehr verunsichernd sein. Auf welcher Ebene auch immer: es geschieht mit eigenwilliger kraftvoller Prägnanz. Julia Mach: „Wie Bewegungsqualität und physische Präsenz Atmosphären erzeugen und Räume für assoziatives Wahrnehmen schaffen können’“, das sei ihr wichtig.
„Was uns selbst bewegt und wie durch unsere Bewegung der Zuseher bewegt werden mag.“

Choreografie / Tanz: Julia Mach, Filip Szatarski Video: Kamila Chomicz Musik: Rafal Detkos Kostüm: Magda Bem


17.00 Uhr
SALAMANDRA‘S DREAM. PICTURE
Wandlungsfähigkeit bis zur Erneuerung, so wie die polaren Kräfte des Feuers, schrieben die Alchemisten dem Salamander zu: In diesem Tanz Diptychon sind diese Kräfte der inspirative Anstoß. Gemeinsam kreierten im Jahr 2006 Valentinas Masalskis, der bereits etablierte, überaus erfolgreiche litauische Schauspieler und Regisseur, und die sehr junge Tänzerin diese Choreographie: eine, die begeistert aufgenommen und mit Preisen bedacht seit damals immer wieder in ganz Europa gezeigt wird, in The Place in London etwa oder bei der Tanzmesse NWR in Düsseldorf; eine, die changierend zwischen dem kaum Sichtbaren kleinster Muskelbewegungen, Banalen, Theatralen und Elementaren von Beginn an Juodkaitės Eigenwilligkeit des tänzerischen Ausdrucks ahnen ließ, zusätzlich zu ihrer herausragenden Konzentration und Sensibilität.

Choreographie / Tanz: Loreta Juodkaite künstlerische Leitung: Valentinas Masalskis
Produktion: Lithuanian Dance Information Centre Musik: Marius Baranauskas Ausstattung, Kostüm: Renata Valcik
 

18.00 Uhr
FREIRAUM: CHOREOGRAPHIC LAB

Agnija Seiko, die für Vilnius, European Capital of Culture 2009, die große, international-interdisziplinäre Performance, das ma Project, leitete, arbeitet als artist in residence drei Wochen lang mit PerformerInnen aus unserer Region. Sie wird dabei „a specific way of movement with a lot of body and different body parts rotation” einsetzen. Ihr Hauptinteresse gilt aber nicht der Bewegung selbst, auch nicht der geführten und von ihr gerne eingesetzten Improvisation, sondern dem gemeinsamen Entwickeln von Bewegung mit dem Fokus, damit Fragen und Aussagen zu evozieren. Sie sollen bei dieser Choreographie ein Herantasten an das erlauben, was Leben an Einprägsamem, an Prägungen ausmacht und letztlich hinterlässt. Musikalisch hat sie sich für Kompositionen des Holländers Daniel Hamburger entschieden, mit dem sie Aufführungen in Frankreich, Belgien und ihren beiden Heimatländern verbinden.

Künstlerische Leitung, Training, Choreographie: Agnija Seiko, Vilnius, Klaipeda
 

19.00 Uhr
YOUR MAJESTIES (UA)

Ein Mann steht auf der Bühne. Jetzt spricht er. Jetzt bewegt er sich. Die Zuschauer sitzen. Eine Frau gibt dem Mann Zeichen. Der Mann spricht weiter. Er spricht Englisch. Amerikanisches Englisch. Er spricht über Krieg und Frieden. Er spricht über Gott und die Welt. Und er bewegt sich. Und die Welt verneigt sich. In Your Majesties inszeniert die Performancegruppe UNICORN Präsident Obamas legendäre „Nobel Lecture“, gehalten am 09.10.2009 in Oslo anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises. Der Tänzer und Performer Alexander Deutinger wird diese Ansprache des amerikanischen Präsidenten neu beleben und damit ein Stück Weltgeschichte tänzerisch aktualisieren. Die sich dem Rezipienten stellende Frage könnte lauten: Tun sich Klüfte oder Brücken auf zwischen historischem Faktum und aktueller Performance?

Konzept, Choreographie: Marta Navaridas Performance: Alexander Deutinger
Sprache: Englisch Produktion: UNICORN (A/E)


20.00 Uhr
TAIP DANCE PERFORMANCE

Zwei Tänzer und eine Cellistin umkreisen die Thematik der Ich-Suche. Wie aber aufgebaute Eigenständigkeit bewahren, wenn es Gemeinsames zu kreieren gilt? Zeitgeistigem zum Trotz sind sie für das Eingeständnis bereit, die Stille im Lärm, das Positive und letztendlich Gefühle zu suchen – füreinander. Taip heißt auf Litauisch ja und hat wenig vom Herben des Klanges, das man der Sprache nachsagt. Genau so wenig wie dieses Duo, dieser fließende Dialog in Bewegung, etwas mit der verstörenden Trockenheit des litauischen Tanzes gemein hat, die – so wird behauptet – charakteristisch für ihn sei.

Choreographie, Tanz: Raimonda Gudaviciute, Mantas Stabacinskas
Violoncello: Snieguole Mikalauskiene Komponist: Egidija Medekšaite˙
Video Projektionen: Mindaugas Arlinskas Kostüm: Ruta Biliunaite
Licht: Vladimiras Šerstabojevas Konzept, Produktion: Audra Molyte