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GRAZER
TANZ
PERFORMANCE
TAG 
tanz schritt weise
VILNIUS – GRAZ im SZENENWECHSEL
KAUNAS – GRAZ im MEDIENWECHSEL
Vorstellungsbeginn ist
zu jeder vollen Stunde. Die Dauer der einzelnen Programmpunkte beträgt 30
– 40 Minuten
Mag.Siegfried Nagl zum Buffet
PROGRAMM
15.00 Uhr
Tomas Danielis, Kaunas / Graz
SPECIAL: GRENZTÄNZER work in progress
ImCubus, Mariahilferplatz 3/I
Eine Veranstaltung der IGTanz Steiermark im
Rahmen ihrer Initiative Two Steps Forward
in
Kooperation mit Kaunas Dance Theatre AURA, Litauen, und dem Kulturzentrum
bei den Minoriten
16.00
Uhr
Julia Mach, Filip Szatarski, Graz:
VISITORES
Minoritensaal
17.00
Uhr
Loreta Juodkaite, Vilnius:
SALAMANDRA‘S DREAM. PICTURE
Minoritensaal
18.00
Uhr
Agnija Seiko, Vilnius / Graz:
FREIRAUM: CHOREOGRAPHIC LAB
Minoritensaal
19.00
Uhr
Alexander Deutinger, Graz:
YOUR MAJESTIES
Minoritensaal
20.00
Uhr
Raimonda Gudaviciute, Mantas Stabacinskas, Vilnius:
TAIP
Minoritensaal |
Der zeitgenössische Tanz
begann sich vor dem 2. Weltkrieg in der Person von Danute Masvytyte zu
formen, die nach einer Tanzausbildung in Deutschland 1939 in Kaunas eine
erste Tanzperformance zeigte und daraufhin mit Erfolg ein Studio
eröffnete. Nach einigen Jahren unter der sowjetischen Besatzung und des
Krieges wanderte sie aus, standen doch die Zeichen auf Ballett und
kommerzieller Folk: Nur dies fand in den fünf folgenden Jahrzehnten
Unterstützung, während alles Zeitgenössische als dekadent und
dilettantisch bestenfalls in den Amateur-Bereich verbannt wurde. Das
Studio konnte von einer Schülerin dennoch weiter geführt werden und 1979
begann unter Birute Letukaite Eigenes: Das Aura Dance Theater in Kaunas
war gegründet und ist bis heute eines der Tanzzentren des Landes, das seit
1989 jedes Jahr ein Festival of Modern Dance ausrichtet.
Mit Wiedererlangung der Unabhängigkeit 1990 verstärkte sich das Interesse
tanzbegeisterter Amateure am Zeitgenössischen: 1995 gründete der Tänzer
und Journalist Audronis Imbrasas das Lithuanian Dance Information Centre,
seit 1997 gibt es alljährlich das internationale New Baltic Dance
Festival, später kam Dansema, ein Festival für junges Publikum, dazu,
weiters eine Summer School. 1998 wurde in Vilnius ein Studium für
zeitgenössischen Tanz eingerichtet und damit erstmals die Möglichkeit für
Professionalität in dieser Sparte geschaffen.
Aira
Nagineviciute zählt mit ihren großen zeitgenössischen Tanz-Choreographien
zu den niveauvollen Ausnahmen und erhielt sowohl Beachtung als auch
Preise. Vytis Jankauskas gehört mit seinem leichtfüßigen Purismus zu den
ausgezeichneten und etablierten, erfolgreichen Großen.
Dennoch: von Gleichstellung mit anderen Künsten – sowohl finanziell als
auch in den öffentlichen Köpfen – ist zeitgenössischer Tanz nach wie vor
weit entfernt.
Ein
Dankeschön an das Kulturministerium der Republik Litauen: Kulturattachee
Rita Valiukonyte hat immer wieder wesentlich zur guten Kommunikation
zwischen den beiden Ländern beigetragen.
Die
Realisierung des artist in residence Projektes wurde von der
Kulturvermittlung Steiermark ermöglicht.
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15.00 Uhr
SPECIAL: GRENZTÄNZER work in progress
Internationales Research-Projekt im crossmedial-translokalen
Kreationsprozess
TänzerInnen aus Kaunas (Litauen) und Graz haben mit Hilfe moderner
Kommunikationsverbindungen eine Choreographie erarbeitet: Sie entsteht vom
Projektstart bis zur Premiere am jeweiligen Ort, also physisch getrennt
voneinander, aber medial verbunden, und wird am Premierentag ein
Gemeinsames ergeben: Das Konzept sieht zwei gleichzeitige
Live-Performances in Graz und Kaunas, Direktübertragung per
Konferenzschaltung sowie Einblendungen von Video-Aufzeichnungen vor. Das
Projekt stellt einen ersten Tanz-Schritt in Richtung des Potentials dar,
das in Bereichen medienbasierter Projekterarbeitung noch weitgehend brach
liegt. Mit fachlicher Unterstützung der Technischen Universität in Kaunas
und der Grazer Fachhochschule Joanneum bewegen sich die Künstlerlnnen der
beiden Städte in gemeinsamer Kleinarbeit aufeinander zu. Ein litauischer
Tänzer wird als „postillon de dance“ auf der Grazer Bühne einen Special
Part als symbolischen Link beitragen.
Eine Veranstaltung der IGTanz Steiermark (http://igtanz.mur.at) im Rahmen
ihrer Initiative Two Steps Forward in Kooperation mit Kaunas Dance Theatre
AURA, Litauen, und dem Kulturzentrum bei den Minoriten. Wir danken der
Technischen Universität Kaunas und der FH Joanneum für die Zusammenarbeit
und videotechnische Umsetzung sowie Birute Letukaite, Gründerin und
Direktorin von Kaunas Dance Theatre Aura, für ihre Offenheit und
Bereitschaft zu diesem Experiment.
Performance
Kaunas: Rasa Danilinaite, Ruta Lelyte Kaunas+Graz: Marius Pinigis Graz:
Claudia Fürnholzer, Tomas Danielis
Künstlerische Leitung: Tomas Danielis VideoTechnik: Kaunas: Gytis
Cibulskis Graz: Andreas Förster
Idee und Konzept: Eveline Koberg
16.00 Uhr
VISITORES
Dinge zu verstehen, die im Grunde nicht verstanden werden können –
dieses Ringen ist ein Hintergrund der nie enden wollenden Versuche Nähe zu
finden, zum feinen, engen, poetischen Geflecht von Sehnsüchten, von
Kämpfen gegen sich selbst und miteinander. Zwei fremde Wesen besuchen
unseren Planeten und bemühen sich hineinzufinden in die neuen Realitäten,
sich anzupassen – das kann unterhaltsam, aber auch sehr verunsichernd
sein. Auf welcher Ebene auch immer: es geschieht mit eigenwilliger
kraftvoller Prägnanz. Julia Mach: „Wie Bewegungsqualität und physische
Präsenz Atmosphären erzeugen und Räume für assoziatives Wahrnehmen
schaffen können’“, das sei ihr wichtig.
„Was uns selbst bewegt und wie durch unsere Bewegung der Zuseher bewegt
werden mag.“
Choreografie / Tanz: Julia
Mach, Filip Szatarski Video: Kamila Chomicz Musik: Rafal Detkos Kostüm:
Magda Bem
17.00 Uhr
SALAMANDRA‘S DREAM. PICTURE
Wandlungsfähigkeit bis zur Erneuerung, so wie die polaren Kräfte des
Feuers, schrieben die Alchemisten dem Salamander zu: In diesem Tanz
Diptychon sind diese Kräfte der inspirative Anstoß. Gemeinsam kreierten im
Jahr 2006 Valentinas Masalskis, der bereits etablierte, überaus
erfolgreiche litauische Schauspieler und Regisseur, und die sehr junge
Tänzerin diese Choreographie: eine,
die begeistert aufgenommen und mit Preisen bedacht seit damals immer
wieder in ganz Europa gezeigt wird, in The Place in London etwa oder bei
der Tanzmesse NWR in Düsseldorf; eine, die changierend zwischen dem kaum
Sichtbaren kleinster Muskelbewegungen, Banalen, Theatralen und Elementaren
von Beginn an Juodkaitės Eigenwilligkeit des tänzerischen Ausdrucks ahnen
ließ, zusätzlich zu ihrer herausragenden Konzentration und Sensibilität.
Choreographie / Tanz: Loreta Juodkaite
künstlerische Leitung: Valentinas Masalskis
Produktion: Lithuanian Dance Information Centre Musik: Marius Baranauskas
Ausstattung, Kostüm: Renata Valcik
18.00 Uhr
FREIRAUM: CHOREOGRAPHIC LAB
Agnija Seiko, die für Vilnius, European Capital of Culture 2009, die
große, international-interdisziplinäre Performance, das ma Project,
leitete, arbeitet als artist in residence drei Wochen lang mit
PerformerInnen aus unserer Region. Sie wird dabei „a specific way of
movement with a lot of body and different body parts rotation” einsetzen.
Ihr Hauptinteresse gilt aber nicht der Bewegung selbst, auch nicht der
geführten und von ihr gerne eingesetzten Improvisation, sondern dem
gemeinsamen Entwickeln von Bewegung mit dem Fokus, damit Fragen und
Aussagen zu evozieren. Sie sollen bei dieser Choreographie ein Herantasten
an das erlauben, was Leben an Einprägsamem, an Prägungen ausmacht und
letztlich hinterlässt. Musikalisch hat sie sich für Kompositionen des
Holländers Daniel Hamburger entschieden, mit dem sie Aufführungen in
Frankreich, Belgien und ihren beiden Heimatländern verbinden.
Künstlerische Leitung, Training,
Choreographie: Agnija Seiko, Vilnius, Klaipeda
19.00 Uhr
YOUR MAJESTIES (UA)
Ein Mann steht auf der Bühne. Jetzt spricht er. Jetzt bewegt er sich. Die
Zuschauer sitzen. Eine Frau gibt dem Mann Zeichen. Der Mann spricht
weiter. Er spricht Englisch. Amerikanisches Englisch. Er spricht über
Krieg und Frieden. Er spricht über Gott und die Welt. Und er bewegt sich.
Und die Welt verneigt sich. In Your Majesties inszeniert die
Performancegruppe UNICORN Präsident Obamas legendäre „Nobel Lecture“,
gehalten am 09.10.2009 in Oslo anlässlich der Verleihung des
Friedensnobelpreises. Der Tänzer und Performer Alexander Deutinger wird
diese Ansprache des amerikanischen Präsidenten neu beleben und damit ein
Stück Weltgeschichte tänzerisch aktualisieren. Die sich dem Rezipienten
stellende Frage könnte lauten: Tun sich Klüfte oder Brücken auf zwischen
historischem Faktum und aktueller Performance?
Konzept, Choreographie: Marta Navaridas
Performance: Alexander Deutinger
Sprache: Englisch Produktion: UNICORN (A/E)
20.00 Uhr
TAIP DANCE PERFORMANCE
Zwei Tänzer und eine Cellistin umkreisen die Thematik der Ich-Suche. Wie
aber aufgebaute Eigenständigkeit bewahren, wenn es Gemeinsames zu kreieren
gilt? Zeitgeistigem zum Trotz sind sie für das Eingeständnis bereit, die
Stille im Lärm, das Positive und letztendlich Gefühle zu suchen –
füreinander. Taip heißt auf Litauisch ja und hat wenig vom Herben des
Klanges, das man der Sprache nachsagt. Genau so wenig wie dieses Duo,
dieser fließende Dialog in Bewegung, etwas mit der verstörenden
Trockenheit des litauischen Tanzes gemein hat, die – so wird behauptet –
charakteristisch für ihn sei.
Choreographie, Tanz: Raimonda Gudaviciute,
Mantas Stabacinskas
Violoncello: Snieguole Mikalauskiene Komponist: Egidija Medekšaite˙
Video Projektionen: Mindaugas Arlinskas Kostüm: Ruta Biliunaite
Licht: Vladimiras Šerstabojevas Konzept, Produktion: Audra Molyte
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