Der  Dreh- und Angelpunkt des Musikprogramms im Kulturzentrum bei den Minoriten ist NEUE MUSIK: Präsentiert werden einerseits neue und neueste Entwicklungen der europäischen Kunstmusik, andererseits sollen durch die Vergabe von Kompositionsaufträgen wichtige Impulse für die „junge Szene“ gegeben werden.

Bei den Minoriten gibt  es, auch mit zahlreichen Kooperationspartnern  – ganzjährig – die Möglichkeit zum Experiment, die Basis für neue Entwicklungen... mit einem Wort:  lebendige Kunst.

 

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Ressortleitung:

Mag. Florian Geßler,

711133-27

 

01.03.2006

Aschermittwoch „vier epigramme“ (die flamme / das knirschen / die geburt / der tod)

 

Zu Beginn der Fastenzeit: eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Tod. Aus dem Ressort Neue Musik erging ein Auftrag für Schlagwerk und Live-Elektronik an den in Graz lehrenden und in Wien wohnenden Komponisten Christian Utz und an die Percussionistin Ulrike Stadler. 

Der in Wien lebende Komponist Christian Utz wird für den Aschermittwoch „vier epigramme“ (die flamme / das knirschen / die geburt / der tod) schreiben. Ausgangspunkt bildet die ausführliche Besichtigung der Feuerhalle sowie die Erkundung der rituellen und magischen Dimensionen des Schlagzeug-Spiels. Das Instrumentarium enthält nahezu keine traditionellen Schlaginstrumente mehr: Semantisch „geladene“ Klangobjekte wie Glas, Glocken, Holz, Stein, Styropor oder Aluminium werden eingesetzt und spektral durch Live-Elektronik behutsam erweitert.

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31.03.2006

André Richard/Luigi Nono

Der Leiter des berühmten Experimentalstudios der Heinrich-Strobl-Stiftung des Südwestrundfunks André Richard zu Gast in Graz. Berühmt wurde das Studio nicht zuletzt durch Luigi Nono, der in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts dessen künstlerischer Leiter war. Hier entstanden die großen Werke seiner letzten Jahre: Guai ai gelidi mostri, Prometeo oder Caminantes…Ayacucho.

Neben Hans-Peter Haller und Nono selbst war bei den legendären Uraufführungen immer auch André Richard hinter dem Pult der Klangregie zu finden. So wird er bei uns als Klangregisseur bei Con Luigi Dallapiccola einem Werk Nonos für 6 Schlagzeuger und Elektronik mit dem STUDIO PERCUSSION Graz zu hören sein.
 

 

6. Mai 2006, 11 - 15 Uhr

PETER ABLINGER:

 "Portrait meiner Eltern"
(Quadraturen IIId)

Dauer: endlos

sound-installation for 2 computer-controlled player pianos
the basic material is a recording of my parents reciting the rosary, an endless Catholic responsorial prayer;
my father: left piano, my mother: right piano

 

(AUTOKLAVIERE_ROSENKRANZ; im Rahmen des Symposiums "KUNST ZU GLAUBEN")

Peter Ablinger, Komponist der „Stadtoper GRAZ“ (2005) und bei den Minoriten seit Jahren immer wieder mit spannenden Arbeiten vertreten, verwirklicht einen lang gehegten Wunsch: er zeichnet eines der traditionellsten katholischen Gebete, das Rosenkranzgebet, akustisch nach. Dabei wird die bekannte respondierende Form auf der Basis einer Aufnahme der betenden Eltern des Komponisten auf zwei Flügel, die von hochauflösenden Klavierautomaten gespielt werden, übertragen. Ergebnis ist ein faszinierendes akustisch-optisches Zusammenspiel, das als konzertante Aufführung das Symposium KUNST ZU GLAUBEN beendet, aber selbst weiterspielend als begehbare Klanginstallation in den Nachmittag reicht…

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Mitte Mai 2006

Komponistenportrait Dimitri Papageorgiou

 

Der 1965 in Thessaloniki geborene Komponist Dimitri Papageorgiou studierte von 1983 bis 1991 in Graz bei Hermann Markus Preßl und  Andrzej Dobrowolski Komposition. Hier war er auch Gründungsmitglied des Komponistenvereins „die andere saite“. Danach unterrichtete er in seiner Heimatstadt Komposition bevor er 1998 ein Fellowship an der University of Iowa (USA) antrat.

Bis 2003 lebte er in den USA wo er unter anderem ein Festival mit Neuer Musik aus Österreich organisierte. Seit 2003 ist er Lehrbeauftragter am Music Department der Aristoteles Universität in Thessaloniki.

Das von ihm mitbegründete dissonArt Ensemble aus Thessaloniki wird neben einer Uraufführung speziell für die „Minoriten“ mit einer Auswahl seiner Werke einen Querschnitt seines kompositorischen Schaffens zu Gehör bringen.

 

 

 

 

Oktober 2006

Hans Zender

 

Mit 14 Jahren hatte der 1936 in Wiesbaden geborene Zender erstmals die Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik besucht, wo ihn die Idole der Avantgarde der 50er und 60er Jahre, die Komponisten Pierre Boulez und Karl-Heinz Stockhausen begeisterten.
Nach seiner Studienzeit an der Frankfurter Musikhochschule, wo er heute als Professor für Komposition lehrt, war Zender von 1959 bis 1963 Kapellmeister an den städtischen Bühnen Freiburg. Anschließend war er bis 1968 Chefdirigent des Theaters der Stadt Bonn, danach bis 1971 Generalmusikdirektor der Stadt Kiel. 1972 übernahm Zender die Leitung des Radio-Sinfonieorchesters Saarbrücken, dem er zu internationalem Ansehen verhalf und dem er bis heute als Dirigent verbunden ist.
Zender erhielt für seine Arbeit zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen, darunter den Goethepreis der Stadt Frankfurt und ein Stipendium der Bundesrepublik Deutschland für zwei Jahre Studienaufenthalt in der Villa Massimo, Rom.

Seit 1999 ist Hans Zender ständiger Gastdirigent und Mitglied der künstlerischen Leitung des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg.

Hans Zender ist im Oktober Gast der Kunstuniversität Graz und hält dort Seminare und Workshops, unser Konzert bildet den Abschluß dieses Symposions.

 

 

27. November 2006

Portraitkonzert: Pierluigi Billone

 

Pierluigi Billone wurde 1960 in Sondalo/Italien geboren. Er studierte klassische Gitarre und Komposition in Mailand und bei Alain Meunier Kammermusik in Siena. Kompositionsstudien bei Salvatore Sciarrino in Città di Castello schlossen sich an. Von 1985 bis 1991 war er Mitarbeiter der Sezione Musica Contemporanea in Mailand. Danach studierte er bei Helmut Lachenmann in Stuttgart.

Pierluigi Billone erhielt zahlreiche Stipendien (Akademie Schloss Solitude, Heinrich-Strobel-Stiftung, Composer in Residence an der Hamburgischen Staatsoper, Akademie der Künste Berlin u.a.) sowie zahlreiche Kompositionspreise, darunter 1992 den Kompositionspreis der Stadt Stuttgart, 1997 den Busoni-Kompositionspreis der Akademie der Künste Berlin, und 2004 den Wiener Internationalen Kompositionspreis.

 

 

29. November 2006

Kompositionsauftrag Daniel Mayer

Dem Konzept von abendfüllenden Einzelwerken folgend, das wir fürs Kulturhauptstadtjahr entwickelten vergab das Kulturzentrum bei den Minoriten 2005 einen großen Kompositionsauftrag an den Grazer Komponisten Daniel Mayer, dessen kammermusikalisches Werk für Akkordeon und Streicher uraufgeführt wird.. Daniel Mayer (geb. 1967) absolvierte in Graz Studien der Mathematik und
Philosophie an der Karl-Franzens-Universität und der Komposition an der Universität für Musik und darstellende Kunst (Klasse Prof. Gerd Kühr), postgradual studierte er an der Musik-Akademie Basel bei Hanspeter Kyburz. 2003 / 04 arbeitete er als Gastkünstler am Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM).
Ästhetisch beeinflusst ist Mayer durch die Beschäftigung mit elektronischer Musik (Klangsynthese), algorithmischer Komposition und Spektralmusik. Sein Interesse gilt unter anderem der Anwendung von Erfahrungen aus der elektronischen Musik im Instrumentalbereich.
 

 

 

Dez.2006

Morton Feldman: Trio (1980)

 

Das Trio „Tritonus“ aus Graz mit den jungen Musikern Maria Mylaraki, Klavier, Kathrin Lenzenweger, Violine und Philipp Comploi, Violoncello spielt das achtzigminütige Klaviertrio von Morton Feldman aus dem Jahr 1980.

 „Meine ganze Generation hielt sich an die 20- bis 25-Minuten-Stücke. Das war unsere Uhr. Wir alle kannten sie und wussten mit dieser Uhr umzugehen. Sobald man aber einsätzige 20-bis 25-Minuten-Stücke hinter sich lässt, entstehen andere Probleme. Bis zu einer Stunde Dauer denkt man über die Form nach, doch nach eineinhalb Stunden zählt der Umfang. Form ist leicht – das ist einfach die Gliederung von Dingen in Teile, doch der Umfang ist eine andere Angelegenheit. Man muss das ganze Stück überblicken – dazu bedarf es einer erhöhten Art der Konzentration. Vorher waren meine Stücke wie Objekte; jetzt sind sie wie sich entwickelnde Dinge.“(Morton Feldman)

 

 

 


 

    WILLKOMMEN BEI MINORITEN NEUE MUSIK  Graz!

 

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