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Kurator: Florian Geßler/Christian Klein

 

21. Februar 2007
Aschermittwoch: „Schatten“
Leihgabe
für Cello und optionale Verstärkung
Hannes Galette Seidl


Im Rahmen der spartenübergreifenden vom Kulturzentrum bei den Minoriten Aschermittwoch-Veranstaltung „Schatten“ wurde vom Ressort Neue Musik ein Kompositionsauftrag an den in Gießen lebenden Komponisten Hannes Galette Seidl vergeben. Er komponierte aus diesem Anlass das Werk Leihgabe für Cello und optionale Verstärkung.
Bei der gut besuchten Abendveranstaltung wurde das neue Werk von Andreas Lindenbaum (Solocellist des Klangforum Wien) und dem Komponisten (Elektronik) mit großem Erfolg uraufgeführt. Neben der Auftragskomposition entschloss sich Seidl zum einen zur Zusammenarbeit mit der Performance-Künstlerin Selma Banich in Form einer improvisatorisch angelegten elektronischen Untermalung ihrer Tanzskizzen, zum anderen zur „aphoristischen“ Grundierungen des gesamten Verlaufs.
„Das Stück Leihgabe bedient sich zweier Stücke, der Abschiedssymphonie von Joseph Haydn und "Pression" von Helmut Lachenmann. Während Haydn ein sich auflösendes Orchester inszeniert, schlägt Lachenmann einen neuen Weg ein, Instrumente zu bespielen. 2 Gegensätze, nicht nur, weil der eine ein Ende und andere einen Neuanfang komponiert, sondern auch hinsichtlich ihrer Emphase. Haydn: lokalpolitisch engagiert (er hat mit dieser Sinfonie erfolgreich um Urlaub für die Musiker des Orchesters gebeten), an einer Erweiterung der Form offensichtlich nicht weiter interessiert (keine der späterem Sinfonien Haydns nimmt diesen Eingriff oder ähnliche Formen wieder auf), eher ein musikalischer Scherz, wenn auch ein riskanter. Lachenmann: politisches Komponieren, zur Erweiterung der Hörgewohnheiten und letztlich der Gesellschaft, pathetisch, ganz im Sinne einer Avantgarde vorwärts gerichtet, "Pression (ist) ein Modell". Dem sanften, fließenden und rückblickend ziemlich romantisch wirkende Gestus Pressions wird die abrupte, klassische Haltung der Abschiedssymphonie gegenübergestellt, Pression wird noch einmal gelesen und in Haydns Schatten neu komponiert.“ (H.G. Seidl)
 

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7. März 2007

 

Harfe+Viola+Klarinette?


Das in Kooperation mit dem Grazer Komponistenverein „die andere saite“ veranstaltete Konzert mit den Interpretinnen Petra Stump (Klarinetten), Petra Ackermann (Viola) und Zsofia Szeghalmy (Harfe) bot Uraufführungen von Klaus Dorfegger (Neun Zustandsbilder), Se-Lien Chuang (Ohne Worte – ein Trauermarsch), Andreas Weixler (Zerbrochene Schalen 5 – Verbundenheit), Gerd Noack („Er sieht nicht die Empfindungen als das Ich an“), Peter Lackner (Kanon 15. Juni 1992), Joachim Jung (Trio Neujahr 2007) und Ernst-Christian Rinner (Eine Aufruhigung).
 

 

30. März, 19. April, 16. Mai, 28. Juni 2007

 

Grazer Frühling
Von März bis Juni fanden vier Veranstaltungen in Kooperation mit dem Girardi-Ensemble Graz unter dem Motto Grazer Frühling statt.
Es wurde jeweils Kammermusik des 18. und 19. Jh. mit einem Werk eines lebenden österreichischen Komponisten konfrontiert:

30. März 2007

Wolfgang Amadeus Mozart: Divertimento in B – Dur KV 137
Gerhard Präsent: La Tache – 2. Streichquartett
Felix Mendelssohn Bartholdy: Streichquartett a – Moll op.13

19. April 2007

W. A. Mozart: Divertimento für Streichtrio Es - Dur KV 563
Johannes Kern: Happy Birthday for me
Antonin Dvorak: 5 Bagatellen op.47 für 2 Violinen, Violoncello und Akkordeon
W. A. Mozart: Adagio u. Rondo für Glasharmonika, Oboe, Flöte, Viola und Violoncello

16. Mai 2007

Joseph Haydn: Streichquartett d – Moll Hob, III: 76 “Quintenquartett”
Helmut Schmidinger:“ Nur ein Hauch! – und er ist Zeit“ für Streichquartett
Franz Schubert: Streichquintett C – Dur D 956

28.Juni 2007

W. A. Mozart: Trio in Es – Dur KV 498 „Kegelstatt – Trio“
Johannes Brahms: 2 Gesänge op.91 für Alt, Viola und Klavier
N.N: Lieder für Mezzosopran und Klavier
Robert Schumann :Klavierquintett Es - Dur op.44



 

7. Mai 2007

 

Jubiläumskonzert „20 Jahre die andere saite“


Besonders erfreulich war es, dass das international besetzte Jubiläumskonzert des Grazer Komponistenvereins, das eine Woche zuvor in Thessaloniki schon eine „Voraufführung“ erfuhr, im großen Minoritensaal stattfand. Das hervorragende dissonART-Ensemble aus Thessaloniki spielte dabei unter der Leitung von Edo Micic Werke von G. Noack, S.-L. Chuang, P. Lackner, Chr. Klein, C. Efthimiu, A. Weixler und O. Toufektsis. Mit knapp einhundert BesucherInnen war das Konzert auch durchaus gut besucht; der ORF fertigte einen Mitschnitt an, der in der Sendung „Zeitton“ präsentiert wurde.
 

 

12. Juni 2007

 

Audio/Video 007
Werke von Elisabeth Harnik, Peter Lackner, Daniel Mayer, Gerd Noack und Orestis Toufektsis, die zwischen akustischer Kunst und Videokunst angesiedelt waren, wurden in Zusammenarbeit mit dem Wiener Multimediakünstler Wolfgang Musil entwickelt und mit diversen SolistInnen (Lisa Adcock, Gergely Malyusz, Barbara Konrad, Magdalena Makarewicz, Clemens Frühstück, Karin Küstner) zur Uraufführung gebracht. Eine Kooperationsveranstaltung mit „die andere saite“.

 

DER FOLLE MOONT
● ARNO SCHMIDT FESTIVAL ●
21. - 23. Juni 2007

>>  Donnerstag, 21. Juni, 20.00 Uhr

KAFF AUCH MARE CRISIUM

Lesung: Bernd Rauschenbach Joachim Kersten (Arno Schmidt Stiftung, Bargfeld)

Kleiner Minoritensaal


>>  Freitag, 22. Juni und Samstag, 23. Juni

FLORIAN GESSLER: MOONT=REH=ALIEN (2006/2007) UA

VORKOMMNISSE IN NIEDERSACHSEN UND AUF DEM MONDE
EIN KAMMERSPIELMUSIKWERK NACH ARNO SCHMIDTS ROMAN "KAFF AUCH MARE CRISIUM

19.00 Uhr: Werkeinführung

20.00 Uhr: Aufführung

Minoritensaal

 

KAFF AUCH MARE CRISIUM

Zum Auftakt des kleinen Festivals gestalteten Bernd Rauschenbach und Joachim Kersten von der Arno Schmidt Stiftung Bargfeld einen in die komplexe, skurrile und durchaus auch komische Literaturwelt des Arno Schmidt anregend einführenden, grandiosen Leseabend.

 

FLORIAN GESSLER: MOONT=REH=ALIEN (2006/2007) UA

VORKOMMNISSE IN NIEDERSACHSEN UND AUF DEM MONDE
EIN KAMMERSPIELMUSIKWERK NACH ARNO SCHMIDTS ROMAN "KAFF AUCH MARE CRISIUM

 

Eine Stunde vor den jeweiligen Aufführungen fand unter regem Interesse des Publikums eine durchaus kurzweilig wie informative Einführung in das weder als „Oper“ noch als „Oratorium“ zu fassende neue Werk Geßlers in Form eines Komponistengesprächs statt.
Nach seiner lang währenden Beschäftigung mit Arno Schmidt, dem Giganten der deutschen Nachkriegsliteratur, präsentierte der in Graz ansässige Komponist Florian Geßler nun die erste Frucht dieser intensiven Arbeit im Kulturzentrum bei den Minoriten.
Herausgekommen ist ein KammerSpielMusikWerk, eine konzertante Kammermusik mit Sängerin, Sprecher und Elektronik, die Schmidts Roman KAFF auch Mare Crisium verarbeitet und den ersten Teil eines großen Opernprojekts darstellt.

Eingeladen zu diesem als Höhepunkt des Konzertjahres 2007 angedachten Ereignisses wurden als Interpretinnen das Artresonanztrio bestehend aus Sylvie Lacroix (Flöten), Petra Stump (Klarinetten) und Isabel Perez-Requeijo-Perez (Klavier), sowie die deutsche Sopranistin Cordula Stepp und der Grazer Schauspieldoyen Franz Solar. Die Elektronik wurde in der Vorbereitung durch eine intensive Zusammenarbeit mit dem Institut für Elektronische Musik und Akustik der Kunstuniversität Graz von Markus Noisternig und dem Komponisten entwickelt. Die Klangregie der Abendaufführungen lag in den bewährten Händen von Peter Plessas. Die beiden Aufführungen fanden reges Interesse und großen Beifall beim zahlreich erschienenen Publikum und wurden mit äußerst positiven Kritiken bedacht.
 

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Samstag, 29. September ● 20.00 Uhr ● Minoritensaal

EINTRITT €11,- / €7,-

 

Annelie Gahl, Violine

Petra Stump, Klarinetten

Hsin-Huei Huang, Klavier

 

TRIO GAHL / STUMP / HUANG
Werke von Alban Berg, Bernhard Gander, Klaus Lang, Rebecca Saunders, Giacinto Scelsi und Jörg Widmann

Das neu gegründete, junge Trio Gahl-Huang-Stump widmet sich einem grenzenlosen Repertoire für Violine, Klarinette und Klavier, das alle Stilrichtungen beinhaltet und die Klangwelten der traditionellen und zeitgenössischen Trioliteratur auf höchstem Niveau präsentiert. Die Programme des Trios umfassen Werke von Bartok, Berg, Strawinsky, Ives, Ustwolskaja aber auch jüngere Komponisten wie Widmann, Furrer und Klaus Lang. Die abwechslungsreichen Programme zwischen bedeutenden klassischen Werken und neuen Kompositionen mit erfrischenden modernen Spieltechniken eröffnen neue Horizont- und Hörerlebnisse.

Bei den Minoriten werden Werke von Alban Berg, dem jungen, in Wien lebenden Osttiroler Bernhard Gander, dem Grazer Klaus Lang, der international gefeierten jungen Engländerin Rebecca Saunders, Giacinto Scelsi und dem deutschen Klarinettisten und Komponisten Jörg Widmann aufgeführt werden.

 

Samstag, 27. Oktober ● 20.00 Uhr ● Minoritensaal

EINTRITT €7,- / €4,-

 
die andere saite präsentiert

ULI FUSSENEGGER ― KONTRABASS ― SOLO
Uraufführungen von Alberto de Campo, Se-Lien Chuang, Daniel Mayer, Clemens Nachtmann, Gerd Noack und Andreas Weixler

Es standen Uraufführungen von Alberto de Campo, Se-Lien Chuang, Daniel Mayer, Gerd Noack und Andreas Weixler auf dem Programm. Die Palette spannte sich dabei von reinen Solowerken über solche mit Zuspiel bis zu Live-Elektronisch bereicherten Werken.
Mit Uli Fussenegger am Kontrabass konnte die andere saite einen der international führenden Virtuosen auf diesem Instrument gewinnen. Eine Koproduktion des Kulturzentrums bei den Minoriten mit „die andere saite“.
 

 

MI, 12. DEZ. 2007 / 20.00 Uhr / MINORITENSAAL

EINTRITT € 11,- / €7,-

Komponistenportrait: Christoph Ogiermann

 


Der 1967 geborene deutsche Komponist und Performer Christoph Ogiermann gilt als einer der radikalsten und originellsten Komponisten seiner Generation.
Christoph Ogiermann arbeitet mit einer Form ungewohnter Direktheit: Sich dem Publikum ausliefern, das Kunstwerk zum Medium der Selbstentäußerung, zur unmittelbar subjektiven Aussage machen.


Christoph Ogiermanns Kompositionen könnte man mit einer Vokabel aus dem Kampfsport als »musikalischen Vollkontakt« bezeichnen – ebenso bereit auszuteilen wie einzustecken. »Ich möchte mich mehr und mehr den Menschen, die das anhören, aussetzen. Deshalb stelle ich mich selbst hin. Ich möchte, dass sie sagen können: ›Du hast das gemacht, du bist laut, du bist aggressiv, du bist das, der da mir gegenübersteht und nicht der Komponist, vertreten von der Universal-Edition.‹ Es ist eine Form der Selbstdarstellung, die wahnsinnig unangenehm werden kann in dem Moment, wo man nicht versucht, das Ganze mit einer Struktur, mit einem Plan, mit einem Formgedanken zu überschreiben.«
Michael Rebhahn
 

DI, 4. DEZ. 2007 / 20.00 Uhr / MINORITENSAAL

EINTRITT € 11,-/€7,-

Salvatore Sciarrino
L’ Opera per Flauto
 

-All’ aure in una lontananza
-Hermes
-Come vengono prodotti gli incantesimi ?
-Canzona di ringraziamento
-Venere che le grazie la fioriscono
-L’ orizzonte luminoso di Aton
-Fra I test dedicate alle nubi


Sylvie LACROIX, Flöte

Verlöschende Klänge, höchste Fragilität, zerbröselnde Zusammenhänge, schließlich fast „Nichts“, quasi endlose Pausen in gespanntester, intimer Atmosphäre. Sylvie Lacroix spielte das komplette Flötensolowerk des sizilianischen Klangmagiers mit atemberaubender Konzentration und Spannung. Eine würdige vorweihnachtliche Veranstaltung des Ressorts Neue Musik vor vollem Haus.

 
 
  Salvatore SCIARRINO,
geboren 1947 in Palermo, lebt in Città di Castello. ein bisschen mehr kanns schon sein:
Salvatore Sciarrino wurde 1947 in Palermo geboren. Seit seiner frühen Kindheit hat er sich mit den bildenden Künsten beschäftigt, sich jedoch allmählich von ihnen abgewandt, als er sein Interesse für Musik entdeckte. Als frühreifes Talent begann er als Autodidakt mit zwölf Jahren unter der Anleitung von Antonino Titone zu komponieren. Dann studierte er bei Turi Belfiore. Seit einigen Jahren lebt er in Città di Castello. Er war drei Jahre lang künstlerischer Leiter des Teatro Comunale in Bologna und unterrichtete an den Konservatorien in Mailand, Perugia und Florenz.


Sylvie LACROIX,
geboren 1959 in Lyon. Sylvie Lacroix lebt als freischaffende Flötistin in Wien. In ihren Konzerten tritt sie vor allem als Solistin und Kammermusikerin auf. Ihr künstlerischer Schwerpunkt liegt im Bereich der Neuen Musik; in diesem Zusammenhang arbeitet sie regelmäßig mit Komponisten zusammen und bringt deren neue Werke zur Uraufführung. Sie ist Gründungsmitglied des „Klangforum Wien“ und war bis 1997 in diesem Ensemble aktiv. Neben ihrer Beschäftigung mit der Neuen Musik verfügt Sylvie Lacroix über langjährige Erfahrung in der historischen Aufführungspraxis.

 

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