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Ressortleitung:

Dr. Birgit Pölzl,

711133-26


 

   

22. Jänner 2007

Michèle Métail. Lesung und Performance.
2888 Donauverse (aus einem unendlichen Gedicht). 2888 km ist die Gesamtlänge der Donau von der Quelle bis zur Mündung. Den Flussverlauf entlang, vom Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer, hat Michèle Métail ein »Gedicht ohne Verb« verfasst und eigenen Schwarzweißfotografien gegenübergestellt.
Durch Gedankenverbindungen ruft ein Wort das andere hervor. Manche Wörter ermöglichen auch das Wechseln von einem Sinnbereich zu einem anderen, durch ihre Fähigkeit, sowohl das Konkrete wahrzunehmen, als auch durch übertragenen Sinn die Metapher zu entwickeln. Manche Wörter sind also wie Akkorde in der Musik, die als Scharnier zwischen zwei Tonarten betrachtet werden.«

 

Michèle Métail, geb. 1950 in Paris, Studium der Germanistik und Sinologie, lebt in Südfrankreich. Zuletzt erschienen: Gehen und schreiben. Ein Gedächtnisinventar (aus dem Französischen von Elfriede Czurda, DAAD 2002), Sphère, la terre (in: Himmel, hg. von Birgit Pölzl, Edition Korrespondenzen 2003).

 
   

21. 2. 2007 / Aschermittwoch

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SCHATTEN. Literarische Beiträge von Josef Winkler und Ilse Kilic
Der Schattentext (Arbeitstitel „bleibt ein schatten derselbe, egal, welche besitzverhältnisse er eingeht?“) von Ilse Kilic nimmt von zwei Punkten seinen Ausgang. Erstens: Schatten erfordert Lichtquelle, zweitens: die Comicfigur Lucky Luke kann den Revolver schneller ziehen als ihr Schatten es kann. Also: Beleuchtung und Zeit - ein Text, der einen Schatten wirft, worauf ein anderer Text entsteht, der auch aus
Zeitgründen nicht über seinen Schatten springen kann.

 
  Ilse Kilic, geb. 1958, lebt in wien im fröhlichen wohnzimmer
(www.dfw.at), produziert texte, bilder und töne. buchpublikationen
(zuletzt): „ach die sprache“, edition zzoo; „vom umgang mit den
personen“, ritterverlag. in vorbereitung befindet sich der fünfte band
des mit fritz widhalm gemeinsam geschriebenen „verwicklungsromans“
(edition ch, 2007). im jahr 2006 erschien weiters die cd „wenn ich ein
vöglein wär“ sowie der zweite teil der gedichtverfilmungen unter dem
titel „das fröhliche wohnzimmer verfilmt gedichte“, wobei gedichte von
14 kollegInnen filmisch dargestellt werden.
 
   

16. April 07, 20.00 Uhr
Kleiner Minoritensaal

Eintritt: EUR 6,50/3,50

In Kooperation mit dem Internationalen Haus der Autoren Graz

POETRY _ IRELAND MEETS GERMANY
MATTHEW SWEENEY und JAN WAGNER

In einem literarischen Doppelspiel stellen die Lyriker Matthew Sweeney (Irland) und Jan Wagner (Deutschland) einander vor und lassen zwei unterschiedliche poetische Sprechweisen in Original und Übersetzung einander spiegeln und kommentieren.

Weniger an figurativen Fragen als an dem interessiert, was er mit dem kroatisch-amerikanischen Dichter Charles Simic als „European darkness“ bezeichnet, konzentriert sich Matthew Sweeney auf die Entwicklung eines ganz eigenen Realismus. Dieser „alternative Realismus“ ist neben der anti-lyrischen Stimmung – und nicht selten einer guten Prise schwarzen Humors – ein Markenzeichen seiner Gedichte. Sweeney nimmt die Vertracktheit des scheinbar Banalen unter die Lupe und erweist sich oft als schonungsloser Chronist des Unglücks und alltäglicher Tragödien.
Er wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Cholmondeley Award (1987) und dem Arts Council of England Writers‘ Award (1999). Seine Gedichte wurden bereits in der Slowakei, in Lettland, Mexiko, Rumänien, in Deutschland und den Niederlanden veröffentlicht.
Neben seinen lyrischen Arbeiten hat Matthew Sweeney mehrere Anthologien herausgegeben und Kinderbücher verfasst, zuletzt „Fox“, die anrührende Geschichte der Freundschaft zwischen einem Schuljungen und einem Obdachlosen, die 2003 ins Deutsche übersetzt wurde.
 

Jan Wagners
Gedichte gleichen Balancegängen, in denen es nicht darauf ankommt, auf möglichst schmalem Boden möglichst lange geradeaus zu laufen, sondern, weitaus schwieriger, auf einem ebenso dünnen wie schwankenden Grat ein Maximum von schlanker Wahrhaftigkeit und zu erreichen. Das erfordert Gewichte, Stangen, Regenschirme, auch allerhand historisches Material, ... – dabei kann Jan Wagner komisch sein: „in den lieferwagen pendelten / die schweinhälften zwischen ja und nein“ oder „ein laut nur zuviel, und der beifall rauscht / als fallbeil herab“. Nein, diese Virtuosität hat einen ganz anderen Effekt: Ich möchte ihn die Freistellung des jeweiligen Gegenstands nennen, Freistellung hier in einem doppelten Sinne verstanden: als Befreiung eines Ereignisses, eines Menschen oder Dings von seinen Bedingungen und Umständen, also vom Relativismus einer funktionalen Betrachtung, und als Freistellung in einem gleichsam graphischen Sinne, als Rahmung eines Gegenstands durch eine freie Fläche zum Zweck der größeren Deutlichkeit.

  Matthew Sweeney wurde 1952 in Donegal/Irland geboren. Wegweisend für die schriftstellerische Arbeit von Matthew Sweeney sollte ein Studienaufenthalt in den 70er Jahren in Freiburg werden - diesem verdankt Sweeney die Begegnung mit einer ganzen Reihe deutschsprachiger Autoren von der Romantik bis zur Gegenwart: Kleist, Büchner, Trakl, Kafka, Huchel, Grass und Böll. Einerseits in der irischen Dichtungstradition stehend, andererseits unter dem bleibenden Eindruck seiner Auseinandersetzung mit der deutschen Literatur, nahm Sweeneys Werk von Anfang an eine Sonderstellung innerhalb der englischsprachigen Lyrik ein. Spätestens mit seiner dritten Lyriksammlung »The Lame Waltze« (1985) hat Sweeney zu seiner unverwechselbaren Stimme gefunden, jenem lakonischen Stil, der sich weitgehend unabhängig von dekorativen Elementen zeigt und alles Metaphorische meidet.
Neben seinen lyrischen Arbeiten für Erwachsene und Kinder hat Matthew Sweeney mehrere Anthologien herausgegeben und Kinderbücher verfasst, zuletzt den viel beachteten Kinder- und Jugendroman »Fox« (2002). Der Roman war für den CBI/Bisto Award nominiert und ist im Herbst 2003 in deutscher Sprache erschienen.
Matthew Sweeney lebt heute in London und Timisoara (Rumänien).

Jan Wagner begann mit dem Studium der Anglistik an der Universität Hamburg, ging für ein Jahr ans Trinity College in Dublin und wechselte 1995 an die Humboldt Universität, wo er mit einer Magisterarbeit über die jüngste Generation angloirischer Lyriker abschloss. Noch während des Studiums begann er 1995 zusammen mit Thomas Girst mit der Herausgabe der internationalen Lyrikschachtel Die Außenseite des Elementes. Seit dem Erscheinen seines ersten Gedichtbandes im Jahr 2001 ist er als freier Schriftsteller, Kritiker und Übersetzer tätig. Er verfasst regelmäßig Rezensionen z.B. für die Frankfurter Rundschau und für andere Zeitungen sowie den Rundfunk. Des Weiteren betätigt er sich als Übersetzer englischsprachiger Autoren wie Matthew Sweeney, Charles Simic, James Tate u.a. Er hat zwei Lyrikbände veröffentlicht: Guerickes Sperling, Gedichte und Probebohrung im Himmel Gedichte. Gemeinsam mit Björn Kuhligk hat Jan Wagner die Anthologie Lyrik von Jetzt. 74 Stimmen (2003) herausgegeben.
 

   

15. Mai 2007, 20.00 Uhr
Kleiner Minoritensaal

In Kooperation mit der Literaturzeitschrift LICHTUNGEN

Finnische Frauen. Lyrik
Riina Katajavuori, Helena Sinervo, Anni Sumari.

Übersetzung und Moderation: Gisbert Jänicke
Gemeinhin wird Finnland mit Nokia, Pisa und der Seenplatte assoziiert. Selten mit Lyrik und schon gar nicht mit Lyrik von Frauen. Genau darauf zielt die Veranstaltung: auf die Präsentation von lyrischen Texten, die auf der Höhe der Zeit engagiert, ironisch und feinsinnig weibliche Perspektiven ausfalten. Im Widerstand gegen die Automatisierung von Sprache, gegen Fernsehdummheit und das Unpoetische des Alltags werden sie sich richten. Sie werden gesellschaftskritisch sein und zugleich als poetisch filigrane Gebilde funktionieren. Ein Paradoxon, das nur Lyrik einlösen kann.
Eingeladen werden mit Riina Katajavuori, Helena Sinervo und Anni Sumari drei herausragende Lyrikerinnen. Der Übersetzer und Moderator Gisbert Jänicke gilt als der bekannteste Übersetzer aus dem Finnischen.
 

   
   

7./8. Juni  2007

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Mein Bild – Meine Religion
Im Rahmen des Projektes „Mein Bild – Meine Religion“ werden LiteratInnen und WissenschaftlerInnen einen Text über ein Bild der älteren, jüngeren oder gegenwärtigen Kunst verfassen, das ihm/ihr zur Religion geworden ist – sei es, weil es eine bestimmte Idee von Religion trifft, sei es, weil es eine neue Idee von Religion hervorgerufen hat. Den Begriff der Religion verstehen wir dabei als den umfassenden Horizont bildlicher Weisens und Bedeutens, zugleich aber auch die Herzensangelegenheit, zu der ein Bild wird, dem mit der Erfahrung persönlicher Bereicherung entlang zu denken man einmal die Gelegenheit hatte.
 
  Anna Kim: "Band ohne Ende" von M.C. Escher.
Eleonore Frey: „La creazione et la cacciata di Adamo ed Eva dal Paradiso terrestre“ von Giovanni di Paolo.
János Lackfi: "Adoration de l'Agneau" von Jan Van Eyck.
Petr Borkovec: "Recording of Birds Song" von Olga Karlikova
Bodo Hell: Tabernakelklappbild von Kurt Straznicky.
Friederike Mayröcker: „die Hunde Tugend, ein Zwillingsbild“ von Mimmo Paladino
Sibylle Lewitscharoff: „Christi Einzug in Jerusalem“ von James Ensor
Marura Krese: „Frau am Fenster“ von Caspar David Friedrich.
Emilija Dvorjanova: Ikone „Jungfrau Maria“ im Kloster Xenophantes auf Berg Athos
Niko Grafenauer

 
   

21. Juni 2007, 20.00 Uhr
Kleiner Minoritensaal

Eintritt frei

DER FOLLE MOONT
● ARNO SCHMIDT FESTIVAL
21. - 23. Juni 2007

>>  Freitag, 22. Juni und Samstag, 23. Juni

FLORIAN GESSLER: MOONT=REH=ALIEN (2006/2007) UA

VORKOMMNISSE IN NIEDERSACHSEN UND AUF DEM MONDE
EIN KAMMERSPIELMUSIKWERK NACH ARNO SCHMIDTS ROMAN "KAFF AUCH MARE CRISIUM

19.00 Uhr: Werkeinführung

20.00 Uhr: Aufführung

Minoritensaal

 

Literatur + Musik
KAFF AUCH MARE CRISIUM
Lesung: Bernd Rauschenbach und Joachim Kersten

(Arno Schmidt Stiftung, Bargfeld)

"KAFF auch MARE CRISIUM" ist Arno Schmidts erster zweispaltig geschriebener Roman - ein großer Schritt auf dem Weg zum dreispaltigen Spätwerk ab "Zettel's Traum" (1970). "KAFF" hat mithin schon viel von dem Reiz der späteren, dialogischen Typoskripte, die gigantischen Theaterstücken gleichen. Der Roman ist allerdings noch überschaubarer konstruiert als etwa „Die Schule der Atheisten" (1972).
Die linke Textspalte erzählt in "KAFF" von einem norddeutschen Landbesuch Herthas und Karls bei seiner Tante Heete, wo sie vergeblich versuchen, ihr desolates Sexualleben wieder in Gang zu bringen. Die rechte Spalte gibt Karls nebenher ersonnener Mondgeschichte Raum, die Anno 1980 nach einem atomaren Dritten Weltkrieg spielt. Auf dem Mond fristen hier zwei nach wie vor verfeindete Supermacht-Kolonien ein nicht unkomisches Leben.
 
 

Bernd Rauschenbach, geboren 1952, studierte Germanistik und Bibliothekswissenschaft und lebt heute als geschäftsführender Vorstand der Arno Schmidt Stiftung in Eldingen bei Bargfeld, wo er mit Joachim Kersten, Jahrgang 1946, Rechtsanwalt und Justitiar der Stiftung, zusammenarbeitet. Beide haben sich als Autoren, Rezitatoren und Herausgeber einen Namen gemacht.

Joachim Kersten,
geboren 1946 in Celle, lebt als Rechtsanwalt, Herausgeber, Autor und Rezitator in Hamburg und ist Vorstandsmitglied der Arno Schmidt Stiftung.
 

   

 

 
 
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