ZIEL

 


Wie zentral ist die ästhetische Dimension des christlichen Glaubens? Die Theologie ist dabei, sie wieder zu entdecken: Zum Beispiel in der Verhältnisbestimmung von Raum und Funktion, von Bild und Form, von Qualität und Innovation. Drängend ist dies alles nicht zu letzt deshalb, als das Wissen um die Inhalte in kulturelle Manifestationen des Christentums selbst bei deren VerwalterInnen beinahe zum Erliegen gekommen ist. Spätestens wenn man (mit-) verantwortlich für eine konkrete Kirche ist, drängen sich Fragen auf: Was erzählen die Bilder? Was die Bauwerke, die wir Kirchen nennen? Was ist ein Altar, und wie wurde er in verschiedenen Epochen gestaltet? Welche Funktion nehmen die Bilder in der Liturgie wahr? Was ist an Reliquien selbst heute noch bedenkenswert? Warum gibt es im religiösen Bereich soviel Kitsch? Gibt es in der Gegenwart eine „Ars Sacra“? Wie kann diese aussehen? Fragen, die lange vernachlässigt wurden, oder um die man sich gerne drückt. Die Vorlesung „Kunst-Raum-Liturgie“ greift theologisch-ästhetische Motivkomplexe auf und verhandelt sie an konkreten Bild- und Architekturbeispielen, wobei versucht wird, lokale und überregionale Beispiele sorgfältig auszutarieren. Dass Raum, Liturgie und Kunst ein so fruchtbares Ineinander wie im Christentum bilden konnte bedarf nicht nur des kognitiven Erlernens und Erinnerns, sondern auch des verantwortungsvollen, vielleicht sogar künstlerischen Umgangs in der heutigen theologischen-liturgischen Praxis.

13.10., 27.10., 10.11., 24.11., 1.12. 2009, 12.1. 2010 26.1. 2010

Universität Graz,

Universitätszentrum Theologie,

Heinrichstraße 78

HS Jan Sobrino


 

LITERATUR

 


Alex Stock (Hg.): Wozu Bilder im Christentum? Beiträge zur theologischen Kunsttheorie, EOS St. Ottilien 1981.


 

Alex Stock, Keine Kunst. Aspekte der Bildtheologie, Paderborn 1995.


Alex Stock: Bilderfragen. Theologische Gesichtspunkte, IKON.  Bild+Theologie, Paderborn u.a. 2004.

 

Reinhard Hoeps (Hg.) Handbuch für Bildtheologie, Bd.1: Bild-Konflikte, Schöningh: Paderborn 2007, darin bes die Beiträge von Andrea De Santis, Alex Stock, Günter Lange, François Bœspflug, Thomas Lentes, David Ganz und Johannes Rauchenberger

 

Wolfgang Kemp, Christliche Kunst. Ihre Anfänge. Ihre Strukturen, München 1994.


Gertrud Schiller, Ikonographie der christlichen Kunst in vier Teilen, Gütersloh 1966-1980.


Rudolf Schwarz. Kirchenbau. Welt vor der Schwelle. Nachdruck 1. Auflage 1960. Herausgegeben von Maria Schwarz, Albert Gerhards und Josef Ruenauver, Schnell+Steiner: Regensburg 2007.


Albert Gerhards/Thomas Sternberg/Walter Zahner (Hg.), Communio-Räume. Auf der Suche nach der angemessenen Raumgestalt katholischer Liturgie = Bild-Raum-Feier. Studien zu Kirche und Kunst 2, Regensburg 2003.


Hans Belting, Bild und Kult. Eine Geschichte des Bildes vor dem Zeitalter der Kunst, München 1990.


Hans Belting, Das echte Bild. Bildfragen als Glaubensfragen. Beck: München 2005.


Alois Kölbl/Johannes Rauchenberger: LOCUS ISTE. Raum und Rührung, in: KUNST UND KIRCHE 3/2005), Darmstadt 2005, 172-177. Wiederabgedruckt in: Ch. Wessely (Hg.), Kunst des Glaubens - Glaube der Kunst. Gerhard Larcher zum 60. Geburtstag. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2006, 189-204.
 

 


Johannes Rauchenberger, Biblische Bildlichkeit. Kunst - Raum theologischer Erkenntnis (IKON. Bild+Theologie), Paderborn u.a. 1999.




 

 

(c) Johannes Rauchenberger 2009