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PROLOG: VOM BAU EINER KIRCHE (RUDOLF SCHWARZ)

"Dieses Buch wurde in Deutschlands dunkelster Stunde geschrieben, aber es wirft zum ersten Mal Licht auf die Frage des Kirchenbaus und erhellt das ganze Problem der Architektur überhaupt." So schrieb Mies van der Rohe im Geleitwort zur englischen Übersetzung über das Buch "Vom Bau einer Kirche" von Rudolf Schwarz. Kurz vor dem II. Weltkrieg auf Burg Rothenfels geschrieben, lange vor der Liturgiereform des II. Vaticanums, ist seine Klarheit unwiderlegt. Ein Prolog eines Meisters. >>

 

 

8.3.2007

STANDORTFRAGEN: SAKRALITÄT in der Architektur heute

Die heutigen Tempel sind nicht mehr die Kirchen, sondern Museen, Banken, Messehallen, Fußballstadien. Wohin ist die Religion gewandert? Was macht ein Bauwerk zu einem sakralen Bauwerk? Was ist von Profanität zu halten, die sich die Sakralität ausgeliehen hat? >>

 

 

 

VERBÜCHERUNG

"Wenn man heute geht in eine Kathedrale oder in eine Kirche, sie sind wunderbar schön, aber sie gehören nicht mehr zu uns" - so pointiert formulierte der weltbekannte französisch-polnische Künstler Roman Opalka einen in Westeuropa beinahe zu verallgemeinernden "common sense".

ZU UNS GEHÖREN - was heißt das in Bezug auf den sakralen Raum? Eine grundbücherliche Vergewisserung zu Beginn. >>

 

 

22.3.2007

LASTEN-GRÄBER

Wie lastenfrei ist der sakrale Raum der Gegenwart? Kann man eine Kirche bauen, befreit vom Gewicht der Geschichte? Und selbst wenn - wann werden Altlasten fällig? Wann werden die zu Grabe Getragenen wieder aktiv? Ein kurzer Rückblick in die Theorie der Kathedrale, ihrer Retardierung im Historismus und ihrem (scheinbaren) Abschied.

 

 

 

ATMOSPHÄREN

Ein sakraler Ort funktioniert nur, wenn das Ambiente stimmt. Dem Profanisierungsdrang des christlichen Kultortes stehen die Wellen der Sakralisierung gegenüber. Dazu kommen die Düfte, die Wellen und Schwingungen eines solchen Ortes, der anders, also "heterotrop" (M. Foucault) ist. Und: "Atmosphären" fordern Kulturwissenschaftler für den Kirchbau ein, nicht bloß "funktionierende" Orte. >>

 

19.4. 2007

ERKENNBARKEIT

Woran erkennt man eine christliche Kirche? Am Turm? Am Kreuz? An der Bauform? An der Glocke? An der Heizungsart? An der Luftverbesserungspotenz?

Ausgehend von einigen aktuellen Beispielen soll ein Querschnitt in die Geschichte des modernen Sakralbaus gegeben werden. >>

 

 

SYMBOLISIERUNG oder ENTSEMANTISIERUNG?

"Gott wohnt nicht in Tempeln die von Menschenhand gemacht sind" (Apg 17,24).

Welche Bilder, die sich aus der christlichen Großerzählung speisen, liegen einer christlichen Kirche zugrunde? Welche von ihnen werden wann wie favorisiert? >>

 

3.5. 2007

MATERIAL

Woraus werden heute Kirchen gebaut? Welche Materialien werden eingesetzt und mit welcher gestaltungsbezogenen Prämisse und Konsequenz? Beton, Stein, Holz, Metall, Glas, Papier stehen für unterschiedliche Raumerlebnisse. >>

 

 

 

GESTEN

Wie soll man Kirchen für das Heute bauen? Weder sakral gebundene architektonische Formen (Kuppel und Portikus), noch Höhenanzeigen (gotische Türme) sind im Sakralbau verblieben. Die Skyline der modernen Stadt ist nicht mehr von den Horizonten der europäischen Stadt mit ihren unverkennbaren Kirchtürmen und Kuppeln bestimmt.  Welcher architektonische Gestus ist für eine Kirche angemessen? Ist es das Überragende, der Kontrast zum Umraum, die Zurückhaltung, das Einladende, das Ausladende in der Form, das Raum Gebende? Ein Blick in die Sakralarchitektur der Gegenwart gibt vielfältige Antworten.  >>

 

24.5. 2007

FUNKTIONEN

Wie beeinflusst die Funktion eines Bauwerks dessen Architektur? Was sind die Funktionsvorgaben, worin liegen dessen Konstanten, worin ihre jeweilige Zeitlichkeit? Ein Überblick auf liturgische Regeln und gemeindliche Trends.

 

 

 

EINRICHTUNGEN

Die zentralen Einrichtungsstücke des christlichen Sakralbaus sind Altar und Ambo. Was gibt es noch?

Wo gibt es Raum für Bilder? Sind sie in die Fenster gewandert?

Bedingt durch die Liturgiereform des II. Vaticanums wurden auch in alten Kirchen umfassende Eingriffe in das liturgische Zentrum vorgenommen, das freilich nicht immer das architektonische war. Exemplarische Altarneugestaltungen in alten und neuen Kirchen werden vorgestellt. >>

 

14.6.2007

ADAPTIONEN+NACHJUSTIERUNGEN

Öfter als Neubauten stehen freilich Umbauten - Erweiterungen, Reduzierungen oder Umnutzungen - auf der bauherrlichen Bedürfnisliste. Dieses allgemeine, keineswegs nur kirchliche Phänomen, wird unterschiedlich gemeistert. Gelungene Beispiele werden präsentiert. >>

 

 

 

AUSSENANLAGEN

"Außenanlagen" des klassischen Sakralbaus sind nicht bloß Zentren jüngster Architekturambitionen, sondern entspringen einfach der täglichen Notwendigkeit selbst dort, wo sich Kirchen in unseren Breiten leeren:  Friedhöfe,  Abschiedshallen, Totenkapellen zum Beispiel. Eine Auswahl. >>

 

 

28.6. 2007

BAUHERR

 

"Zeige mir wo du wohnst, und ich zeige dir wer du bist". - Anders formuliert; Zeige mir den, der dich beauftragt hat, und ich sage Dir, ....

Was heißt das für die Rolle der Kirche als Auftraggeberin? Es gab nicht nur, aber auch einen P. Couturier in Frankreich, der Corbusiers Notre-Dame-du Haut in Ronchamp ermöglicht hat. Wo sind die Couturiers von heute?

 

 

 

NUTZER

 

Wofür baut man eigentlich Kirchen? Wer sind die Nutzer? In welchem Verhältnis stehen theologische und künstlerische Programme mit dem spirituellen Bedürfnis des Einzelnen? Weshalb kommt es bei künstlerischen Neuausgestaltung oftmals zum Konflikt?

 

 

 

LITERATUR

 

Kerstin WITTMANN-ENGLERT. Zelt, Schiff und Wohnung. Kirchenbauten der Nachkriegsmoderne. Kunstverlag Josef Fink Lindenberg 2006.

Phyllis Richardson, Neue sakrale Architektur, Deutsche Verlagsanstalt München, 2004

Wolfgang Jean Stock, Europäischer Kirchenbau 1950-2000, Prestel, München 2002

Raum und Religion. Europäische Positionen im Sakralbau. Deutschland / Österreich / Polen, hg. Von ORTE Architekturnetzwerk Niederösterreich und Marcus Nitschke, Verlag Anton Pustet 2005

Till Wöhler, NEUE ARCHITEKTUR. Sakralbauten. Mit einem Vorwort von Rita Süßmut, Verlagshaus Braun 2005.

Herbert Muck, Gegenwartsbilder. Kunstwerke und religiöse Vorstellungen des 20. Jahrhunderts in Österreich. Herausgegeben von Ottokar Uhl, Picus Verlag Wien 1988

Zeitschrift „Kunst und Kirche“ (Springer-Verlag Wien)

Next Room. Architekturdatenbank: www. nextroom.at

Albert Gerhards, Räume für eine tätige Teilnahme.
Katholischer Kirchenbau aus theologisch-liturgischer Sicht, in: Wolfgang Jean Stock, Europäischer Kirchenbau 1950-2000, Prestel, München 2002, 16-51

Albert Gerhards/Thomas Sternberg/Walter Zahner (Hg.), Communio-Räume. Auf der Suche nach der angemessenen Raumgestalt katholischer Liturgie = Bild-Raum-Feier. Studien zu Kirche und Kunst 2, Regensburg 2003.

Rudolf Schwarz. Kirchenbau. Welt vor der Schwelle. Nachdruck 1. Auflage 1960. Herausgegeben von Maria Schwarz, Albert Gerhards und Josef Ruenauver, Schnell+Steiner: Regensburg 2007.

Friedrich Achleitner, Künstlerische Vielfalt und typologische Strenge. Kirchenbau in Österreich zwischen 1950 und 2000, in: Wolfgang Jean Stock, Europäischer Kirchenbau 1950-2000, Prestel, München 2002, 84-93.

Was ist sakrale Architektur? Eine Anfrage als Briefwechsel zwischen Romana Ring und Peter Paul Kaspar, in: Quart 2/2007, Zeitschrift des Forums Kunst-Wissenschaft-Medien, Wien, 20-23.

 

 

 

 

Prüfung

 

Die Prüfung kann schriftlich oder mündlich erfolgen. Mehr >>