Dass Kunst und Glaube sich „höchstens aus der Ferne noch grüßen“ (A. Rainer) scheint mittlerweile in die Jahre gekommen zu sein. Kaum zu glauben – aber nach den Beerbungen von Religion in der Moderne und ihrer Diffusion in andere Bereiche hinein wird in jüngster Zeit von einer „Wiederkehr der Religion“ gesprochen. Gilt das auch für die Kunst, wo es doch ureigenstes Zeichen der Moderne war, sich von Heteronomie zu lösen und ihre Autonomie zu erstreiten und zu behaupten?

Was kann die Kunst für interkulturelle Kompetenzen beitragen? Welche Bildwelten der Religion werden wie thematisiert?
 

 

 

 

 

Tatsächlich nimmt Gegenwartskunst Elemente von Religion viel unbefangener auf als noch vor Jahrzehnten. Es geht hier aber kein Revival christlicher Ikonografie von Statten. Was passiert aber dann?

In der Vorlesung soll die vielzitierte „Wiederkehr der Religion“ im Gewande der Kunst kritisch, erhellend und als weiterführende Inspiration für theologisches Denken betrachtet werden.
Die Studierenden sollen einen Einblick in die künstlerische Arbeitsweise einer Auseinandersetzung mit Dimensionen von Religion in der Gegenwart erhalten, ob als Neuschöpfung, Transformation, Kritik oder Bestreitung. Sie sollen in der Lage sein, nicht nur die Problemfelder, die sich in diesem Themenfeld auftun, sondern auch solche der Inspiration einer neuen Thematisierung religiöser Fragestellungen in der Gegenwart zu benennen.


 

 

 

     
  LITERATUR
 

 

weiterführende  LESETEXTE des Vortragenden:

J. Rauchenberger, Ikonografie aus Autonomie und vice versa - Unterlaufen als künstlerisches Prinzip. Situationsmarkierungen zwischen christlichen Bilderwelten und Gegenwartskunst am Beginn des 21. Jahrhunderts, in:  Kunst und Kirche 4/2005, Darmstadt 2005, 248-254.

J. Rauchenberger, Christus in der Kunst des beginnenden 21. Jahrhundert, in: Jesus von Nazareth. Annäherungen im 21. Jahrhundert. Herder-Korrespondenz Spezial, Freiburg/Brsg. 2007, im Druck.

J. Rauchenberger, Was interessiert Gegenwartskunst an der Bildwelt des Christentums? In: Wiederkehr der Religion in der Kunst?; IKaZ Communio, 35. Jg. September-Oktober 2006, S. 492-510.

J. Rauchenberger, Zum Kreativitätspotential zwischen christlichen Bildwelten und Gegenwartskunst am Beginn des 21. Jahrhunderts, in: F. Lackner/W. Mantl (Hgg.), Identität und offener Horizont. Festschrift für Egon Kapellari, Styria: Graz 2006, S. 597-622.

J. Rauchenberger/A.Kölbl: LOCUS ISTE. Raum und Rührung, in: KUNST UND KIRCHE 3/2005), Darmstadt 2005, 172-177. Wiederabgedruckt in: Ch. Wessely (Hg.), Kunst des Glaubens - Glaube der Kunst. Gerhard Larcher zum 60. Geburtstag. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2006, 189-204.

Webcast (ORF, 14.2. 2007) 100 Jahre Otto Mauer: Erinnerungen an den “Avantgarde-Priester”

 

 

  (c) Johannes Rauchenberger 2007