Dort, wo unsere Sprache endet, komme ich jeden Tag vorbei

AUSSTELLUNG: Peter Angerer (AT) | Alexander Apostól (VE) | Fritz Bergler (AT) | Helmut Brandt (DE) | Wolfgang Buchner (AT) | Milena BONILLA (CO) | Étienne Chambaud (FR)| Michael Endlicher (AT)| GAPasterk (AT) | Kerstin Gennet (DE) | Peter Gysi (CH) | Vlatka Horvat (HR) | Renate Krammer (AT) | Wen-Cheh Lee (TW) | Gerhard Lojen (AT) | Monogramista T.D, | Ahmet Oran (TR) | Irmgard Schaumberger (AT) | Ruth Schnell (AT) | Société Réaliste (FR/HU) | Hajnalka Tarr (HU) | Endre Tót (HU) | Charwei Tsai (TW) | Veronika Tzekova (BG) | Adam Vačkár (CZ) | Wen-Che Lee (TW) | Leo Zogmayer (AT) | 0512 (AT); OPEN WORKING SPACE: Volker Buchgraber (AT), Uta Eisenreich (DE/NL), Barbi Markovi´c (RS), Eva Meyer-Keller (DE/SE)

Sprache ist nicht nur das Medium der Kommunikation, die verbindet, sondern auch das Medium der Definition, die scheidet. Das babylonische Sprachengewirr ist Last, es ist aber auch Vielfalt: Wenn unsere Sprache endet – was kommt dann? Ist das Zu-Ende-Kommen angesichts eines unüberschaubar gewordenen Kommunikationsangebotes vielleicht der einzige Ausweg?

Diese Ausstellung legt Spuren: 30 internationale Künstlerinnen und Künstler widmen sich in unterschiedlichster Weise den Möglichkeiten sprachlicher Auflösung als Grundkonstante. Fortgeführt werden diese Gedanken in einem Open Workingspace. Daraus ergibt sich eine Art „Versuchsanordnung“, die Prozesse des Teilens und der Teilhabe (das Leitmotiv des steirischen herbstes 2014) unter den Vorzeichen sprachlicher Verweigerung beleuchtet: Könnten andere Sinne geöffnet werden, wenn Sprache als solche, wie wir sie aufs erste verstehen, ausgeblendet wird? Könnte dann eine andere Art von Politik entstehen, ein anderes Narrativ, das uns zusammenhält, eine Poesie, die beflügelt, eine Stille, die hörend macht, eine Auflösung, die füllt?

In einer großen Bandbreite an formalen sowie inhaltlichen Lösungen thematisieren die Künstlerinnen und Künstler grundsätzliche Fragen zu unserer Sprache, Schrift, ihres Gebrauches, Missbrauches und ihrer Bedeutung. Sie legen unerwartete Gegenentwürfe vor, welche die Logik des Verschweigens, Verdrängens oder der Gewalt beiseite lassen, aber das Aufdecken des Missbrauchs und der Banalisierung im Blick haben. Schließlich ist es der Rückschluss auf uns selbst als Menschen, wenn uns „entwortete“ Sprachen fassungslos mit dem Leben zu konfrontieren vermögen.

Kuratiert von Theresa Pasterk & Johannes Rauchenberger; Open Working Space von Birgit Schachner & Birgit Pölzl
Koproduktion mit steirischer herbst 2014

Einführungstext zur Ausstellung >>

 

Every Day I Pass the Place where Our Language Ends

Language is not only the medium of communication, that connects but also the medium of definition that divides. The confusion of tongues in Babylon is a burden – but also means diversity: If our language ends, what comes next? Is the coming to an end of language the only way out of possibilities of communication that have become unmanageable?

This exhibition lays traces: 30 international artists devote themselves in different ways to the possibilities of the disintegration of language as a common feature. These ideas are taken up in an Open Working Space. Hence some kind of experimental set-up unfolds which examines processes of sharing and participation (the leitmotif of the steirischer herbst festival 2014) under the condition of the refusal to speak a language. Can other senses be opened up if language as such as we understand it first sight is blinded out? Could a different kind of politics be created, a different narrative which unites us, poetry which inspires us, silence which makes us listen, and disintegration that fulfill us?

The artists broach fundamental issues concerning our language – and writing – in a large variety of formal and contextual solutions, its use, its misuse, and its meaning. They submit unexpected alternative drafts which leave aside the logic of concealment, suppression or violence, but keep an eye on uncovering misuse and triviality. After all, it is the conclusions we draw about ourselves as human beings, if “de-worded” languages are able to confront us with life in a manner that makes us speechless. 

Curated by Theresa Pasterk & Johannes Rauchenberger; Open Working Space curated by Birgit Schachner & Birgit Pölzl
Co-production with 
steirischer herbst 2014

KATALOGBUCH:

"Dort, wo unsere Sprache endet, komme ich jeden Tag vorbei" Hrsg. von Johannes Rauchenberger und Theresa Pasterk, (Kat. Ausst. Kulturzentrum bei den Minoriten, Graz, 27. Sept. - 23. Nov. 2014), Verlag Bibliothek der Provinz: Weitra 2014.

  • Mit einem Einführungstext von Johannes Rauchenberger und Künstlerwerktexte von Theresa Pasterk und Johannes Rauchenberger.
  • 100 Seiten, ISBN: 9-99028-430-8 Als e-paper ansehen >>

 

KünstlerInnengespräche während der Ausstellungszeit - zum Nachhören

  

   

  

  



Video

Video von der Ausstellungseröffnung

© Norbert Prettenthaler



Grüß Gott auf unserer Website! Wir verwenden Cookies, um die Bereitstellung unserer Inhalte und Services zu erleichtern. Mit der weiteren Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.Mehr Informationen

OK