DIE GERECHTEN. Courage ist eine Frage der Entscheidung

____Eine Ausstellung der Österreichischen Freunde von Yad Vashem im Kulturzentrum bei den Minoriten Graz, kuratiert und gestaltet von Michael John, Albert Lichtblau und Manfred Lindorfer. Ermöglicht durch Landesrat Christian Buchmann und unterstützt durch die Kulturabteilung des Landes Steiermark. ____

Widerstehen, helfen, hinnehmen oder mitmachen?
Diese Frage kann sich auch heute stellen. Wie war das konkret vor nunmehr 75 Jahren, als Juden aus der Nachbarschaft plötzlich scharenweise abtransportiert wurden? Konnte man widerstehen, welchen Mut brauchte man dazu und mit welchen Konsequenzen musste man rechnen, wenn man ihnen half? Fragen nach Möglichkeiten und Grenzen für Zivilcourage im Nationalsozialismus fungieren als Dreh- und Angelpunkt der Ausstellung „Die Gerechten", die während der frühen Sommermonate bei den Minoriten zu sehen sein wird. Knapp 100 Österreicher/innen retteten Jüdinnen und Juden während der Jahre 1938-1945 das Leben. Sie erhielten den Titel „Gerechte unter den Völkern", die in der Gedächtnisstätte Yad Vashem in Jerusalem eingetragen sind. Von ihnen erzählt die Ausstellung „Die Gerechten – Courage ist eine Frage der Entscheidung" der Österreichischen Freunde von Yad Vashem, die sich vor allem auch an junge Menschen richtet. Was bewog diese Menschen dazu, ihr Leben für andere, teils unbekannte Personen aufs Spiel zu setzen? Wie gingen sie vor? Wer half ihnen dabei? Und welche Bedeutung hat ihre Geschichte für uns heute?

Mit ihrem Blick auf konkrete Alltagssituationen und Handlungsspielräume verbindet die von UProf. Dr  Michael John (Universität Linz) und UProf. Dr. Albert Lichtblau (Universität Salzburg) kuratierte und von Arch. Manfred Lindorfer architektonisch entworfene Schau neue Zugänge zur NS-Zeit in Österreich mit dem Nachdenken über unser heutiges Zusammenleben: Sie wurde initiiert von den Österreichischen Freunden von Yad Vashem.
Im Zentrum der Ausstellung stehen die außergewöhnlichen Leistungen jener Menschen, die während der NS-Zeit Jüdinnen und Juden das Leben retteten und dafür mit dem israelischen Ehrentitel „Gerechte/r unter den Völkern" ausgezeichnet wurden. Neben bekannten internationalen „Gerechten" wie Oskar Schindler liegt dabei ein besonderes Augenmerk auf den österreichischen „Gerechten", deren eindrucksvolle Geschichte nun erstmals in einer größeren Ausstellung erzählt wird. Auch steirische „Gerechte" werden in der Ausstellung in Graz besonders ausgewiesen.

Im ersten Teil der Ausstellung wird in die Geschichte seit 1938 eingeführt. Die Überleitung zum Hauptteil der Ausstellung bildet ein Spalier aus teilweise sehr bekannten „Tätern", bevor umfassend die Darstellung der „Gerechten" ansetzt. Abschließend wird die Frage gestellt, inwiefern wir das Geschehene für uns heute nutzbar machen können, um unsere eigene Zeit in einem menschlicheren, toleranten Sinne zu gestalten. Die großen Themen, die uns die Geschichten der Gerechten aufzeigen, ihr Mut, ihr Widersetzen gegen ein gewalttätiges System, das doch jeden Einzelnen bedrohte, ihr Drang, anderen Menschen zu helfen, auch wenn sie diese oftmals gar nicht kannten, sind auch heute aktuell: Sie sind nicht nur Kinohelden, sondern sie gab es wirklich. Genauso wie es auch diese Geschichte wirklich gab.

Nach einer ersten, überaus erfolgreichen Präsentation der Ausstellung „Die Gerechten" im Museum Arbeitswelt Steyr im Herbst des vergangenen Jahres, ist das Kulturzentrum bei den Minoriten in Graz die zweite Station, bevor die Ausstellung im Laufe der folgenden Monate und Jahre ganz Österreich bereisen wird; nächste Station ist die Kunsthalle Krems.
Das Konzept der Ausstellung entstand in jahrelanger Vorarbeit der Österreichischen Freunde von Yad Vashem, unter der Leitung von Günter und Ulrike Schuster. Ihnen beiden ist es auch zu verdanken, dass die bekannte israelische Gedenkstätte in Jerusalem seit einigen Jahren ein Zentrum in Österreich aufbauen konnte, das sich reger Anteilnahme auch zahlreicher namhafter Personen erfreut.

Die Österreichischen Freunde von Yad Vashem sind nach wie vor auf der Suche nach weiteren „Gerechten" und deren Angehörigen in Österreich. Bei dieser Suche könntet Ihr sie unterstützen, indem Ihr Kontakt zu den Nachfahren aufnehmt, sie interviewt oder ihre Geschichten aufschreibt. Diese könnten ins Archiv aufgenommen werden, und auch das Programm der kommenden Ausstellungen erweitern.

Öffnungszeiten: Di - Fr 10 - 17 Uhr, Sa + So 11 - 17 Uhr. Öffentliche Führungen jeden Samstag um 11 Uhr.



Video

Ausstellungseröffnung im Museum Arbeitswelt Steyr



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