| Über die Kunst, Gesellschaft anders zu denken | |
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Am Ende des Gedenkjahres ’08 veranstaltet das Kulturzentrum bei den Minoriten für das Land Steiermark am 12. November ein Symposium über die Kunst, Gesellschaft anders zu denken. ... 1848, 1918, 1938 und 1968 stehen für emanzipatorische, klärende, verklärende und verblendete Herrschaftswechsel: Wozu taugt ein "Gedenkjahr" wie es 2008 eines war? Was müssen wir verabschieden? Wem sollten wir angesichts der Zustände heute zürnen? Wie sollen wir widerstehen? Prägende Kulturtheoretiker wie Terry Eagleton, Urs Jaeggi, Isolde Charim, Karl Reitter und Albert Müller stellen sich in diesem Symposium gesellschaftspolitisch relevanten Fragen. Parallel zu Theorie und Diskussion setzen SprachperformerInnen (Markus Köhle + Nora Gomringer, Mieze Medusa, Fiva) zwischendurch literarische Interventionen in Form von Spoken Poetry.
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| steirischer herbst: WIE DU MIR | |
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„WIE DU MIR“ war ein großes Vernetzungsprojekt in diesem steirischen Herbst. In den Ausstellungsteilen in den Minoriten Galerien im Priesterseminar und in der KHG befragt es das Integrationspotential des Fremden im kulturellen, nationalen und religiösen Bereich. Sind „andere Bilder“ möglich, als jene, die wir bislang für wahr und geschichtsbildend hielten? Bilder für transkulturelles Denken in der Polarität von Integration und Fremdheit, von Subversivität und Schönheit, ja von Ohnmacht und Menschlichkeit sind zu sehen. Die Bedingungen dabei sind globale Migration, verlassene und fremd gewordene Heimat und zu Hilfe kommende Religion. Drei Etagen des historischen Priesterseminars werden in dieser Ausstellung bespielt. |
Gyula Fodor: NOOSPHERE, Fotografie,
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| 1. Titel als Programm: Frechheit – Freiheit | >> Pressebilder |
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Die Minoriten setzten am Aschermittwoch (6. Februar) mit einem schon zur Tradition gewordenen Crossover der Künste ihren Programmauftakt in diesem Jahr: „Frechheit Freiheit“ wird da intoniert, mit Yang Zhenzhong, Georg Blaschke, Andrea Stift, Ägidius Leipold, Georg Holzmann – und es ist gleichzeitig eine Programmmelodie für 2008, das durch Gedenkzahlen charakterisiert ist: 1848, 1918, 1938, 1968.... Die ersten Ausstellungen dazu streichten aber das Existenzielle dieser ungewöhnlichen Wortwahl heraus. “I will die / Ich werde sterben“ – ist ein berührendes Panorama von Gesichtern aus unterschiedlichsten Städten der Welt, das in zehn Großprojektionen in den Minoriten Galerien zu sehen sein wird. Der chinesische Künstler Yang Zhenzhong hat diese Momente eingefangen, die die schlichte Wahrheit als Akt der Freiheit formulieren lassen: lächelnd, bedächtig, nichtssagend, freundlich, ernst, als Kinder, als Teens, Tweens, als 40+ oder eben älter. Eine hauchdünne Nuance der Veränderung ist mitunter auf den Gesichtern zu sehen, wenn er oder sie ins Bild stürzt, frech oder bedächtig den Satz sagt und kurz nachher wieder verschwindet. Diese außerordentliche Ausstellung, die auf der letzten Biennale in Venedig groß zu sehen war und bis Karfreitag bei den Minoriten zu sehen sein wird, eignet sich für jede Altersstufe. Wie „Leben“ in künstlerische Belange übersetzt wird, zeigt etwa Kristian Kozul aus Kroatien ab 12. April bei „aktuelle kunst in Graz“ im Priesterseminar: mythologische, religiöse oder schlicht alltägliche Gegenstände der Lebensbewältigung wie Krücken, Roll- oder Kinderstühle werden im besten Sinne veredelt, sodass wir ziemlich stutzig werden, in EDLER ZIER UND STILLEM SCHAUDER. Johanes Zechner zeichnete in einem berührenden 99-teiligen Grafikzyklus, beginnend mit der Schwangerschaft seiner Frau, nach Gedichten von Inger Christensen werdendes Leben, seine Glück- und Bedrohungsexzesse: „DIESE WEISSE EKSTASE“ wird am 7. Mai präsentiert, und die große dänische Lyrikerin wird gemeinsam mit Peter Waterhouse lesen. Nicht das „Sein zum Tode“ ihres großen Meisters und Partners, sondern die Philosophie der Geburtlichkeit von Hannah Arendt wird in der neuen Lesungsreihe von Alexander Tschernek im Herbst im Mittelpunkt stehen.
„Frechheit Freiheit“ spielte auch in der diesjährigen Frühlingsvorlesung (gemeinsam mit der Akademie Graz) von Doron Rabinovici über den „ewigen Widerstand“ eine tragende Rolle – und bildet ein Stück kulturtheoretischen Hintergrund zum Gedenkjahr zu 1938. Rainer Bucher stellte sein neues Buch "Hitlers Theologie" vor.
Die Bedingungen der Wissenschaften selbst, ihre Freiheit, ihren Anspruch, ihr Vermögen, ihre Hybris und ihre Grenzen thematisieren wir in den diesjährigen WISSENSCHAFTSGESPRÄCHEN bei den Minoriten mit dem Titel „WISSENSCHAFTEN MACHENSCHAFTEN“: Elisabeth List (Philosophin), Christoph Kratky (FWF-Präsident), Dirk Evers (Schöpfungstheologe, Uni Tübingen), Niki Laber (Computerspielespezialist), Wolfgang Engel (Humangenetiker, Uni Göttingen) werden mit jeweiligen KommentatorInnen aus Fachbereichen der Grazer Universitäten die Grenzbereiche der Wissenschaft im Wahrheitsbegriff, in ihren wirtschaftlichen Abhängigkeiten, ihren gottgleichen Zumutungen, ihren Wirklichkeitsverschiebungen beleuchten: vom 1. April bis 6. Mai in den Minoriten Galerien.
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Kristian Kozul WISSENSCHAFTEN - MACHENSCHAFTEN lautet das Thema der diesjährigen Wissenschaftsgespräche, vom 1. April - 6.Mai
JOHANES ZECHNER: vor seinem Zeichnungszyklus mit Gedichten von Inger
Christensen (2006-2008) YANG ZHENZHONG, I Will Die, Videoinstallation, zu sehen vom 6. Februar bis 21. März 2008 in den Minoriten Galerien Graz
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| Einzelne Spartenhighlights: GALERIEN | |
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Die Minoriten Galerien zeigen neben den genannten „Identities“ zu Frechheit Freiheit im Herbst im Priesterseminar die Groß-Ausstellung WIE DU MIR. Gegenbilder für transkulturelles Denken und Handeln, die Teil eines größeren Vernetzungsprojektes mit dem steirischen Herbst, der Kath. Hochschulgemeine dem Kunstverein Junge Kunstpositionen werden u.a. mit Jörg Auzinger (ab 2. April), Christian Eder, Markus Zeber, Klaus Ludwig Kerstinger vorgestellt. Den für künstlerische Interventionen so interessanten barocken Stiegenaufgang zum Minoritensaal bespielt gerade Brigitte Mahlknecht (bis 7. März), ihr folgen Herwig Kienzl, Gertrude Weiss-Richter und Anna Gerlitz.
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![]() Jörg Auzingers "PUBLICUM", vom 2. April bis 2. Mai.
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| Einzelne Spartenhighlights: LITERATUR | |
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Minoriten Literatur arbeitet im Programmjahr 2008 in vier Schienen, mit jeweils außerordentlichen Highlights: LITERATUR VOR ORT verdichtet sich wieder beim Lesefest am 9. März, größer denn je – das größte Literaturfestival des Landes. Die Reihe Spoken Word, die im vorigen Jahr ein junges und jung gebliebenes Publikum sehr erfolgreich erreicht hat, wird erweitert. Einerseits wird Spoken Poetry präsentiert ‑ die besten Spoken-Word-AktivistInnen Deutschlands und der Schweiz, Micha Ebeling etwa oder Xóchil A. Schütz (am 25. April) und Fiva MC werden atemberaubende Sprechperformances zeigen und Workshops halten ‑, andererseits werden Poetry Slams nach klassischen Slam-Regeln ausgetragen. „SCHREIBEN – POSITIONEN AUS SÜDOSTEUROPA“ präsentiert u.a. die polnischen Starliteraten Wojicech Kuczok und Andrzej Stasiuk; im Juni findet das große UKRAINE Festival statt. Und bei CROSSOVER, den Spartenspielen mit anderen Künsten, lesen Andrea Stift am Aschermittwoch, Inger Christensen und Peter Waterhouse in der weißen Ekstase von Johanes Zechner.
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Der erste Poetry Slam bei den Minoriten am 16. November 2007 war ein
überbordernder Erfolg: So geht es auch 2008 in der Reihe "Spoke Word"
weiter... Das Lesefest bei den Minoriten am 9. März 2008 wird noch voller werden... Aufnahme vom letzten (4. März 2007), Foto: J. Rauchenberger
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| Einzelne Spartenhighlights: NEUE MUSIK | |
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Die Schiene NEUE MUSIK widmet neben fünf weiteren Konzerten und vielen Kooperationskonzerten im Juni der in Graz lebenden polnischen Komponistin Joana Wozny das diesjährige Porträtkonzert, der Kompositionsauftrag des Kulturzentrums bei den Minoriten 2008 geht an den griechischen Komponisten Orestis Toufektsis, der mit Dimitrios Polizsoidis, dem Bratschisten des Klangforum Wien, ein abendfüllendes Werk entwickelte.
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![]() Der junge, unkonventionelle Grazer Komponist Georg Holzmann, zu hören bei "Frechheit Freiheit" am 6. Februar im Minoritensaal
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| Einzelne Spartenhighlights: TANZ | |
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Minoriten TANZ zeigt mit TANZ SCHRITT WEISE bereits zum 6. Mal eine kritisch-informative Auseinandersetzung mit zeitgenössischem Tanz in östlichen und südöstlichen Nachbarländern Österreichs und zum 3. Mal auch in Konfrontation zur heimischen Szene: Am 12./13. April ist „Bratislava und Graz im Szenenwechsel“ im Brennpunkt. BETKA FISLOVA, STANISLAVA VLCEKOVA, ZUNA KOZANKOVA und ROBERT TIRPAK, sowie Schenis Moves der Grazer Choreografin Alexandra Zach und der Wahlgrazerin Christina Medina.
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ZUNA KOZANKOVA und ROBERT TIRPAK: "Sui Generis", Pas de Deux, Der Tänzer Georg Blaschke, Foto: (c) Rudi Kern, zu sehen bei "Frechheit Freiheit" am Aschermittwoch 08 bei den Minoriten
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| Einzelne Spartenhighlights: JUNGES PUBLIKUM | |
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MINORITEN für JUNGES PUBLIKUM erwartet mit der bewährten Trias GASTSPIELE (Theater Trittbrettl, Dachtheater Wien, Figurentheater Paradox), HEIMSPIELE der hiesigen Theaterszene und EIGENPRODUKTION wieder mehr als 6000 Besucher im Jahr. Im Herbst wird erstmals ein Kinderliteraturpreis ausgeschrieben!
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Rund 100 Veranstaltungen warten in den Sparten Galerien, Literatur, Neue Musik, Tanz, Wissenschaft/Religion, Theater für Junges Publikum, bei den Minoriten „abgeholt“ und besucht zu werden. Immer aktuell aufbereitet unter: www.minoritenkulturgraz.at Die begehrte Minoriten-Jahreskarte können Sie für 50 Euro ab sofort bestellen. Damit können Sie alle Veranstaltungen des Kulturzentrums im Jahr 2008 besuchen. |
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