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Kuratoren: Johannes Rauchenberger/Alois Kölbl
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Gesten zählen im Kontext der Religion zu den Urgebärden,
die durch den Anspruch ihrer Bedeutung in einem eben solchen Maße
gefährdet sind missbraucht, wie sie ersehnt werden, gebraucht zu werden:
Das Zuviel und Zuwenig – das Motto des diesjährigen steirischen herbst –
sind ihnen notwendigerweise eingeschrieben. Ihr Problem und ihr Reiz ist
ihr Pathos. Gesten sind Ausdrucksweisen des Ich. Im Kontext der Religion
stehen sie unter dem Druck der Angleichung der Vielen, die ihre je eigenen
Gesten eben auch für wahr, authentisch oder notwendig halten. Und, was
doch neu ist: in einem menschheitsgeschichtlichen Kontext, der
diesbezüglich nicht nur durch die Globalisierung und deren notwendige
Vielsprachigkeit, sondern auch durch streckenweise völligen
Analphabetismus und Verständnislosigkeit ausgezeichnet ist. Er verbindet
sich zudem mit einem Lebensgefühl, das durch permanentes Online-Sein, die
Teilung oder Multiplizierung unserer Identitäten in verschiedene Milieus
charakterisiert ist: Ihm folgt ein Gefühl des Ausgeliefert-Seins, das
kleinteilige Welten ebenso erzeugen wie allzu simple Lösungen. Kann die
Spannung, die sich aus der globalisierten Welt ergibt, in die Gefühle
unseres Ich verlagert werden? |
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Ausstellungsdauer: 22. SEPTEMBER – 20. OKTOBER 2007
KOPRODUKTION der Minoriten Galerien mit steirischer herbst crossing cultures (AAI) und KHG-Galerie |
Die Ausstellung „Gestures of Infinity“, kuratiert von Johannes Rauchenberger und Alois Kölbl, versammelt elf KünstlerInnen aus sieben verschiedenen Ländern Europas und den USA, die in ihren Werken ganz spezielle Arten der religiösen Gestikulation bearbeiten: die gefährlichen Grenzen in der religiösen Sprache zwischen Verheißung und Zerstörung (Hannes Priesch), das plötzliche Kippen in Gewalt im vermeintlichen Spiel eines aus verschiedenen Milieus aufeinander treffenden Wertekanons (Artur Zmijewski), die subtilen Verschiebungen zwischen religiös-ritueller Praxis, ihren religiösen Paradiesesverheißungen und ihren technischen Hilfsmitteln (Manfred Erjautz), die Vielsprachigkeit religiöser Ausdrucksweise und ihres Kontrasts zwischen den kulturellen Traditionen (Kimsooja), ihr babylonischer Hochmut und ihre gleichzeitige verführerische Schönheit (Grazia Toderi), das Ineinander von Sexualität, Spiritualität, Ekstase und Verklemmung (Robert Rumas), die existenzielle Konfrontation mit den buchstäblich letzten Dingen nach dem unmittelbaren Eintreten des Todes (Abigail O’Brien), die Unglaublichkeit religiöser Vorstellungen beim Verlassen der Erde (Marta Deskur), der konzentrische Puls des Einfalls des Anderen zur Destabilisierung des Subjekts (Gor Chahal), die Demaskierung der Tempel der Götter durch die Widerständigkeit der Devotion des Ich (Zlatko Kopljar). |
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WILLKOMMEN in den MINORITEN GALERIEN Graz!
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