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Als Initiator und künstlerische Leitfigur von K.U.L.M. hat
Richard Frankenberger in Pischelsdorf gemeinsam mit seinen
Künstlerkollegen und Mitstreitern der Kunst im öffentlichen Raum abseits
urbaner Strukturen Gehör und Sichtbarkeit verschafft. Dabei hat er mit
dem, nach dem knapp 1000 Meter hohen Kulm als markanten oststeirischen
Geländepunkt benannten Künstler- und Kuratorenkollektiv eine überregional
und international ausgerichtete Projektkunst und -kultur entwickelt, die
seit mehr als 14 Jahren in Ausstellungen, Aktionen und Symposien die
soziale und gesellschaftliche Funktion von Kunst in den Vordergrund
stellt. Außerhalb des städtischen und institutionalisierten Kunstbereiches
verwirklichte Frankenberger mit K.U.L.M. eine praxis- und lebensnahe
künstlerische Haltung, die sich an den realen Alltagsbedingungen und
-konflikten zu erproben und bewähren hatte. Ausgehend von Joseph Beuys
erweitertem und politisiertem Kunstbegriff hat er sich als widerständige
Integrationsfigur interdisziplinärer und diskursiver Kunst erwiesen und
dabei kontinuierlich sein eigenes Oeuvre erarbeitet, das untrennbar von
seinem kunst- und realpolitischem Engagement zu sehen ist.
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Kurator: Klaus Schafler
Vernissage: Mi, 12. SEPTEMBER 2007, 19 Uhr
Eröffnung durch Dr. Rainer Fuchs/MUMOK WIEN
Ausstellungsort: Minoriten Galerien, Mariahilferplatz 3/II
Ausstellungsdauer: 12. SEPTEMBER – 12. OKTOBER 2007
Öffnungszeiten: Mo – Fr 10-18 Uhr
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Die retrospektiv angelegte Ausstellung zeigt erstmals einen
repräsentativen Einblick in Frankenbergers künstlerische Entwicklung
anhand von Objekten, Installationen, Foto- und Videoarbeiten, die sowohl
im Zuge seiner Aktivitäten für K.U.L.M., wie auch unabhängig davon
entstanden sind. Landschaft und Natur gehören dabei als unmittelbare
menschliche Lebens- und Erfahrungsräume zu den Grundthemen, die vom
Künstler in aktuelle gesellschaftspolitische Zusammenhänge gestellt und
damit jeder idyllisierenden Verklärung entzogen werden. Das performative
Erwandern der Landschaft und das Intervenieren in den Naturraum durch
künstlich-künstlerische Objekte und Installationen, sind dabei nicht
Zeichen von Weltflucht und Rückzug ins Private, sondern im Gegenteil
aufklärerische Strategien, die das Spannungverhältnis zwischen
individuellen und kollektiven Interessen beleuchten. Die Natur wird als
ökonomisch und wissenschaftlich erschlossene Ressource erkennbar gemacht,
sie wird zum Spiegelbild zivilisatorischer Zu- und Eingriffe, bewahrt aber
in Frankenbergers künstlerischen Interpretationen immer auch ein Potenzial
als Gegenbild und Alternative zur bloßen Rationalisierung und
Instrumentalisierung der Umwelt.
Um das dialogische Verhältnis von Kunst und Leben zu verdeutlichen,
thematisiert Frankenberger nicht nur alltagsgeschichtliche Abläufe,
sondern bindet er auch vielfach Gebrauchsgegenstände in seine Arbeiten
ein. Er hinterfragt und verändert deren konventionelle Funktionen, wodurch
dem Betrachter neue Perspektiven auf sein Umfeld und auf sein Verhalten
darin ermöglicht werden. Ob es sich um eine aus dem architektonischen
Zusammenhang in die Landschaft transferierte Treppe (Nomadin), oder um
einen mit Landkarte versehenen Wanderstock handelt, beidemale wird - auf
eine für Frankenbergers gesamtes Werk charakteristische Weise - das
Naturerlebnis auf zivilisatorische Rahmenbedingungen bezogen und durch
Kunst als soziokulturell bestimmtes Phänomen kenntlich gemacht.
Rainer Fuchs
Dr. Rainer Fuchs ist Ausstellungskurator und stv. Leiter
des Museums Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien
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Richard Frankenberger,
geb.1947 in Hochenegg/Oststmk; Akademie der
Bildenden Künste Wien; Auslandsaufenthalte/Stipendien; seit 1981
Lehrauftrag für bildnerisches Gestalten an der HTBLVA Graz. Seit 2000
Meisterschule für Kunst und Gestaltung, Ausbildungszweig, Malerei;
Meisterschulpreis, Füger- und Kardinal König Preis.
Initiator und Leiter der Projekte: KULT•UR•WEG & K.U.L.M., zeitgenössische
Kunst im ländlichen Raum; steirischer herbst 1993 -2006; ab 1997 Kurator
gemeinsam mit Klaus Schafler.
Seit 1972 Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen
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