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KuratorInnen: Andrea Domesle, Wien/Johannes Rauchenberger, Graz

AUSSTELLUNGSDAUER 02. JUNI – 7. Juli
ÖFFNUNGSZEITEN DI-SA 14-18 Uhr
Für Schulklassen werden am Vormittag Führungen angeboten: Terminvereinbarung (0316) 711133

 

 

 

 

Menschliche Körper erscheinen in pulsierendem Licht, Gold Feuer, rotierende (Gottes-)Hände bestimmen die Sphären in den Multimedia-Installationen des russischen Künstlers Gor Chahal.

Ziemlich singulär ist sein Ansatz, die orthodoxe Bildtradition mit modernen Flash-Animationen zu verbinden. Chahals künstlerisches Thema ist Verwandlung, Transformation, Verklärung, Vergeistigung, Gnade. Die geistigen Gesprächspartner des aus der Moskauer Untergrundszene erwachsenen Künstlers sind Gregorios Palamas (Anf. 14. Jh.) oder Johannes von Damaskus (7. Jh.), also die großen Bildtheologen des Ostens.

 

>> Gor Chahal – Von der Underground Rock Bühne bis zur Kirche: Von Andrea Domesle

 

>> Website Gor Chahal

 

Dass „Themen der Religion in Russland wichtiger wären als in Ländern des Westens“ war in einem angesehenen Kunstmagazin in Moskau zu lesen. Das Zitat stammte vom aus der dortigen Off-Szene der Gegenwartskunst stammenden Künstler GOR CHAHAL. Dessen künstlerische Verbindungen von modernen Flash-Animationen und der orthodoxen Bildtradition sind als ziemlich einzigartig zu bezeichnen. Es erscheinen menschliche Körper in pulsierendem Licht, Gold, Feuer und Gottes rotierende Hände und entstehende Namen. Chahals künstlerische Themen der letzten Jahre sind Verwandlung, Transformation, Verklärung, Vergeistigung, Gnade. Die geistigen Gesprächspartner des Künstlers sind die großen Bildtheologen des Ostens: Dionysius Areopagita (Anf. 6. Jh.), Theodor von Studion (9. Jh.) oder Gregorios Palamas (Anf. 14. Jh.), der Begründer des Palamismus, der das Licht in das Zentrum theologischen Denkens stellte. Angesichts der (begründeten) Scheu, über Religion Bilder zu verfassen, wie wir es bei uns gewohnt sind, sind die Bilder Chahals ein ziemlich erfrischender kunst-ökumenischer Beitrag, der einlädt gewohnte Perspektiven radikal zu hinterfragen... 

 


Unbekümmert animiert Chahal in der Grazer Ausstellung Bildthemen wie Heiliger Geist, Kreuz, Trinität, Gnade und die unendlichen Namen Gottes. Maria wird als vergoldeter Körper neben einem animierten und pulsierenden Kaleidoskop der Seraphime gezeigt, unter dem IHS-Monogramm legen sich aus Pixeln entstehende und sofort vergehende Figuren („My Earth“), Verklärung entwickelt Chahal aus Golgotha, das man in der Trias solcher Ansichten als „SUN OF TRUTH“ beinahe mit den „Drei Grazien“ vermengt. Den „Raum des Heiligen Geistes“ thematisiert der Künstler in einer Wandarbeit und in einer Animation der Namen Gottes, die sich aus den konzentrischen Kreisen auf den Betrachter zu bewegen und zu rotieren beginnen (und die in der Leechkirche zu sehen ist): „Heiliger Gott, Heiliger Starker Gott, Heiliger Unsterblicher Gott.“ Und schließlich steht für Chahal in den ganz frisch entstandenen Arbeiten das „Wirken des Geistes“ im Zentrum seiner Kunst, mit der Serie, die sich GNADE („Grace“) nennt.

 

 

 

Die KHG und das Kulturzentrum bei den Minoriten zeigen Chahals neueste Werke anlässlich der „Langen Nacht der Kirchen“ (1. Juni) in der Leechkirche und im Priesterseminar (bis 7. Juli). Die Ausstellung bildet den bildkünstlerischen Beitrag zum großen Literatur-Kunst-Crossover Projekt „Mein Bild – Meine Religion“ am 7./8. Juni 2007 (Fronleichnam) im Kulturzentrum bei den Minoriten und am Institut für Kunstgeschichte.

Johannes Rauchenberger

 

 

With time my art, I have to say, is less and less connected with
"actual" (physical) reality, reflecting on it. I'm interesting more
in sort of visual Theology, withdrawing of perceivable space
architecture. Art for me now is less a message, then a sort of
information generator, "productive force" which influent on viewer,
helps to lead him away from perfunctory actual being to the stem area
of potentials (prototypes or primordial reasons) of sensual world.
The space, which, according to constant claims of theologians, and
according to philosophical understanding of the last century's
discoveries in theoretical physics, has universal impact on the
actual world.

  www.chahal.ru   zu sehende Werke >>

1961 born in Moscow
1972-76 study in a drawing in studio Tatiana Kiparisova
1983 first poetic experiences
1985 finished with distinction Moscow physical-engineering institute on a speciality «The Applied mathematician»
1985-87 organised group «Parallel actions», acquainting Moscow rock - stage with poetic performance (with poet Arcadiy Semenov)
1987-88 with a composer Camil Chalaev and group «The underground» created creative association «Theatre - post», carrying out the whole number actions and performances, among which are the most known: «The Earth and Factory», «Afonasiy», «AIDS in the time of Plague»
1988 realised a number of the joint projects with group «Champion of the world»
1988-89 made a series of «hermetic» actions
1989 transit from actions to virtual performance
1993 expanded art practice to a level postinstallation
1994 start working with virtual sculpture
1995-96 grant of Berlin’s Academy of Arts
2000 begin to developing a theory and practice of active imagery
2004 grant of MuseumsQuartier, Vienna
 

   

 

 
 
WILLKOMMEN in den MINORITEN GALERIEN Graz!