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Vernissage: Aschermittwoch, 21. Februar 2007, ab 19.30 Uhr, die Veranstaltung geht um 20.30 Uhr im Minoritensaal weiter Ausstellungsdauer: Bis 5.4.2007; geöffnet von MO-FR 10-18 Uhr, SA 14-18 Uhr. Kuratoren: Johannes Rauchenberger/Roman Grabner |
Künstlerische Beiträge von Eric Aupol, Kurt Straznicky, Christian Eisenberger und Adam Fuss: Randsilhouetten, Papp-Himmelskörper, Schattenköpfe im gesellschaftlichen Gegenlicht und der Heilige Antonius in der Wüste | |
![]() Eric Aupol, "Shadow"-Serie, Photographie, 60x60 cm. Courtesy minoritenkulturgraz.at |
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Eric AUPOL |
Der französische Fotokünstler Eric Aupol
fotografierte in einer „Artist in Residence-Week“ auf Einladung des
Kulturzentrums bei den Minoriten im Herbst 2006 Menschen im Grazer
Gegenlicht. Gesichter im Format eines Passfotos erzählen, ihre
Physiognomie ist im Gegenlicht kaum erkennbar, von ihren prekären
Schicksalen. Sie stammen aus Tschetschenien, Irak, Ruanda und anderen
politisch und wirtschaftlich zerstörten Ländern und leben derzeit in
unsicherem Lebensraum; in Graz, wie Schatten an einem fremden Ort.
Anfänglich zerrinnt die Dichte der Photografie in eine schwarze
Abstraktion, in einen distanzierten Blick. Sie zwingt den Betrachter sich
dem Gesicht anzunähern, die Präsenz dieser Frauen und Männer auszuhalten,
ihre Gesichtszüge zu ertragen, ihre Details in der Physiognomie und in
ihrer Kleidung zu erkennen, um einmal dorthin vordringen zu können, was in
ihren Gesicht geschrieben steht. Diese Serie ist für Eric Aupol, der sich bisher vor allem mit Räumen und dem Wiedergewinnen ihres Gedächtnisses beschäftigt hat, eine neue Werkphase, die er auch in anderen Städten Europas fortsetzen möchte. |
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Kurt Straznicky, Schattenköpfe, 2003-2006, Höhe: 8-12 cm, Foto: Rupert Steiner |
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Kurt STRAZNICKY, Geboren 1959 in Graz, Medizinstudium (Promotion 1985), Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien (Diplom 1993). Seit 1999 Lehrauftrag für Anatomie an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Viele Ausstellungen und Arbeiten im öffentlichen Raum. Publikationen u.a. Kurt Straznicky "Innen ein Bild" (2003); „Nur für Schwimmer“, (2006).
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Der in Wien lebende Bildhauer Kurt
Straznicky stellt Schattenköpfe in Form von Hohlkörpern in Kunstharz
frei. Oder er gefriert im gleichen Material Schattenbilder zu
Anschauungsobjekten mit beinahe reliquialer Valenz. Den Entstehungsprozess
eines Kopfes, gleichsam als Geburt, zeigt er bereits im Minoritensaal in
der Videoarbeit „Der Heilige Antonius in der Wüste“, aus dessen Kopf
werden schließlich pulsierende Schattenfiguren geboren. Eine neue Arbeit
entsteht als Figuren-Hohlraum im Block, der vom Schatten bemächtigt wird. In transparenten Kunstharzkörpern sind deutlich, manchmal auch nur vage, Figuren zu erkennen. Sie üben eine seltsame Magie aus. Sie gleichen in Bernstein erstarrten Lebewesen und wirken auf den Betrachter wie Erinnerungsbilder über verronnene Zeiten. Diese „Schattenkopien“ liegen erstarrt im Kunstharz, wenngleich sie nie den Eindruck von Stillstand erwecken. Ein Spiel mit der Wahrnehmung setzt ein, da die Figuren zwar erkennbar sind, sich aber gleichzeitig entfernen. Umgeben von einem Körper aus durchsichtigem Material schützen sie ihren verletzlichen Kern. |
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Christian Eisenberger, geboren 1978; Studium bei Brigitte Kowanz in
Wien; Eisenberger platziert seit 1999 in Graz, Wien, aber auch in Venedig
und in weiteren Städten Europas Kartonfiguren, die oft nur wenige Minuten
lang bleiben durften. Sein Bekenntnis zu armen Materialien erinnert an die
arte povera von einst, die Subversivität seiner temporären Papp-Schatten ist
allerdings zutiefst politisch. Christian Eisenberger kann auf internationale
Ausstellungen verweisen, 2004 erhielt er den Ankaufspreis des Landes
Steiermark.
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Christian Eisenberger arbeitete dis dato über weite
Teile seines künstlerischen Schaffens anonym, mit den billigsten
Materialien, die denkbar sind: Pappkarton, Klebeband und Müll. Für den
Aschermittwoch 2007 konstruiert Christian Eisenberger im Stiegenaufgang
zum Minoritensaal ein Konglomerat aus Pappe, Klebestreifen und Neonröhren
in bewährter Nachbarschaft zum bestehenden signifikanten gläsernen Luster.
Die Gesichter, die diese "Wolke" - ein "High Society Star Trek" – zieren
werden, sind die des Papstes, Che Guevaras und Eisenbergers prägenden
Großvaters.
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Adam Fuss, From the Series My GHOST, 2000 Daguerreotype 8 x 10" (20.3 x 25.4
cm) Private Collection |
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Adam Fuss, geboren 1961 in London, ist in Südengland und Australien aufgewachsen. Seit 1990 gehört er weltweit zu den anerkanntesten Fotokünstlern. Jahr für Jahr hat er mit neuen Bilderfindungen grundlegende Themen und Fragen sowohl der alten als auch der zeitgenössischen Fotografie berührt.
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Adam Fuss, einer der international
anerkanntesten Fotografen der Gegenwart, versucht in einprägsamen Bildern,
das Leben und den Tod festzuhalten. Man blickt bei den farbigen Spiralen
in Tunnels, die auf Schwindel erregende Weise in die Tiefe führen.
Schlangen, die Wellen im Wasser erzeugen und Säuglinge, die vom
fotografischen Licht geröntgt erscheinen, stellen die Verletzlichkeit des
Lebens dar. Ein weiß silhouettiertes Kaninchen, Schatten silbriger
Kinderkleider, eine weinend nach vorn gebeugte Frau oder Lichtreflexe
fliegender Vögel haben für ihn zuletzt unter dem Titel „My Ghost“ die
Anwesenheit des Todes markiert. Fuss’ künstlerische Arbeit besteht
durchweg aus Unikaten. Technisch handelt es sich um farbige oder
schwarzweiße Fotogramme und hochglänzende, auf Silberplatten belichtete
Daguerreotypien. Für das "Schattenprojekt" zeigt die Minoriten Galerie
Unikate aus der Sammlung der Kunsthalle in Bielefeld und der Galerie
Xavier Hufkens in Brüssel.
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| Projektsponsor: | GRAZER BESTATTUNG | |
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WILLKOMMEN in den MINORITEN GALERIEN Graz!
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