Andrea Stift
LindA Stift

 

 
<< Home >>

 

Linda und Andrea Stift sind erfolgreiche Autorinnen und verwandt. In der direkten Wortbedeutung, aber auch im Eigen-Sinn, den sie im Schreiben und in ihrer Positionierung innerhalb des literarischen Feldes an den Tag legen. Die literarischen Verfahren, deren sie sich bedienen sind grundverschieden, beide aber üben sich im Be- und Verfremden. Linda Stift, indem sie ihre realistisch angelegten Texte immer neu aus dem Vertrauten laufen lässt, Andrea Stift, indem sie ihre Sprache stelzt, bis sie jenseits der Normen des Gebrauchs zu Leben kommt. Ahnfrauen könnte man nennen für beide: Marlen Haushofer für Linda und Marieluise Fleißer für Andrea Stift.

Lesung
Dienstag, 19
.9.2006, 20.00 Uhr
Kleiner Minoritensaal

Eintritt: EUR 6,50/3,50

 

 

 

 

 

Andrea Stift über Linda Stift
Im ersten Text Lindas, den ich je gelesen hab, ging es um Menschen unter Glasstürzen. Aber das waren, wenn ich mich richtig erinnere, nur wenig fantastische Elemente in einer realistischen Welt.

Realitätsgetreu sind ihre Geschichten und trotzdem immer mit einem Hauch von Fremdheit durchsetzt. Außerdem mag sie ungewöhnliche Eigennamen. Das gefällt mir. Es ist auch das ein Beweis für ihre Detailverliebtheit. Linda beschreibt. Sie nimmt sich die Zeit, die keiner haben will, die Geduld, die niemand aufbringen mag, und legt sie kiloweise aufs Papier. She`s decent. Und unaufdringlich bildet sie die Dinge ab, so wird sie zu einer der besten Erzählerinnen, das sag ich mit oder ohne familiären Stolz, ganz wie man es lieber hören mag.  

Linda Stift über Andrea Stift
Andreas Texte sind für mich klare und frische Kleinode, sie schreibt nicht lange um den heißen Brei herum, sondern geht mit Sieben-Meilen-Stiefeln mitten in die Sache hinein. Sie spart nicht mit der nötigen Brutalität, wenn es die Geschichte erfordert, und die meisten ihrer Geschichten erfordern das. Ironie und Zynismus sind ihr wichtige Kategorien, mit denen sie unbekümmert und gekonnt arbeitet.

Dahinter ist aber immer die unbedingte Poesie ihrer Sprache zu spüren, die den Leser/die Leserin manchmal plötzlich anspringt, so wenig hat man sie erwartet und umso bezauberter ist man in diesem Moment davon. Ich glaube, das ist es, was ihre Literatur ausmacht: der spielerische Umgang mit Brutalität und die bezwingende Poesie ihrer Worte und Sätze.

Zum Glück haben das auch schon andere außer mir bemerkt und so hat Andrea für ihr (noch) schmales literarisches Werk schon ungewöhnlich

viele Auszeichnungen bekommen und ich hoffe, es werden noch mehr, wenn ihr erstes Buch heraußen ist.


 

 

 


Linda Stift,

geboren 1969 in der Südsteiermark, studierte Germanistik und Philosophie; Autorin und Lektorin, lebt in Wien. Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften. Publikationen: "Weihnachten für Fortgeschrittene", Anthologie (hrsg. mit Martina Schmidt), Deuticke 1999, ihr Debütroman "Kingpeng" erschien im Frühjahr 2005 bei Deuticke; Autorenprämie für literarische Debüts des BKA für „Kingpeng“.


Andrea Stift,

geboren 1976 in Spielfeld, wohnt in Graz. Studium der Germanistik und Sprachwissenschaft. Veröffentlichungen in der „Presse“, verschiedenen Anthologien und Zeitschriften, zuletzt in den Manuskripten 167 und 169.

Minna-Kautsky-Preis der Stadt Graz 2003, Literaturstipendium des Landes Steiermark 2005, Rom Stipendium des Bundeskanzleramts und Manuskripte Literaturförderpreis 2005.

 

 

   

 

 
 
WILLKOMMEN bei  MINORITEN LITERATUR Graz!