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Ein Symposium über die Glaubwürdigkeit der Kunst und die Kunstwürdigkeit des Glaubens Dass Kunst und Glaube sich höchstens aus der Ferne noch grüßen, scheint mittlerweile als wehleidige Randbemerkung in die Jahre gekommen zu sein. Nach den Beerbungen von Religion, Werten und Traditionen, die sich unsere moderne Gesellschaft zu Eigen gemacht hat, ist ihr Selbstverständnis dennoch auf eine fragile Wenigkeit zurückgeschrumpft. Die viel zitierte Wiederkehr des Religiösen wird deshalb vor allem als bedrohliche Aufrüstung für ein säkulares Innenleben empfunden. Tatsächlich gibt sich ganz offensichtlich die Wiederkehr des Religiösen im Windschatten von Fundamentalismus und Gewalt zu erkennen.
Gewidmet war dieses Symposium Bischof Egon Kapellari aus Anlass seines 25-jährigen Bischofjubiläums und seines 70. Geburtstages. Als Verantwortlicher der Österreichischen Bischofskonferenz für Kunst und Kultur gehört Bischof Egon Kapellari europaweit zu den exponiertesten Vertretern der Kirche im Dialog mit den Künsten. Er nahm an beiden Tagen des Symposiums als Gast teil.
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>> Rückblick: Video on Demand von KUNST ZU GLAUBEN (5./6. Mai)
>> Die PRESSE: Aus gemeinsamer Urfremde zur Allianz wider die Banalität (Almuth Spiegler, 7. Mai 2006)
ORT: MARIAHILFERKIRCHE MINORITENSAAL Mariahilferplatz 3
Konzept: Dr. Johannes Rauchenberger, Dr. Harald Baloch, Dr. Birgit Pölzl, Florian Geßler, Alois Kölbl |
| KUNST ZU GLAUBEN - am Abend: | |
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VESPER mit Bischof Egon Kapellari in der Mariahilferkirche
Zu Beginn des Symposiums wird eine Vesper in der
Maria-hilferkirche gefeiert. Ihre Gestaltung verbindet Tradition und
Gegenwart: Elemente von Hermann Markus Pressls Vesper (uraufgeführt vor 25
Jahren beim Steirischen Katholikentag 1981), Claudio Monteverdis
Marienvesper, Hymnen von Anton Heiller und eine Uraufführung des Psalms
121, komponiert von Günter Meinhart.
In den Abendstunden findet im
Minoritensaal der Vortrag des Symposiums statt. Andrea DE SANTIS,
Professor für Philosophie und theologische Ästhetik an der Universität
Sant´ Anselmo in Rom, spricht über „Die nahe Fremde. Um Kunst und
Religion“. Das Essen hat die Form eines Empfangs für Bischof Egon KAPELLARI durch den Bürgermeister der Stadt Graz Siegfried NAGL.
„Leben ist von Anbeginn Entfremdung, die sich im Tode als unüberwindbar enthüllt. Schon die Geburt deutet auf die fremd gewordene Einheit zwischen Mutter und Kind. Als Gäste und als Fremdlinge werden wir geboren, in der Welt ausgesetzt und uns selbst anheim gegeben. Diese Urfremde ist doppelt, sie ist nicht nur etwas anderes, sondern auch etwas eigenes, die Fremde des Eigenen und das Eigene der Fremde. Kunst und Religion erscheinen als ursprüngliche Beziehungsformen zur eigenen Fremde und zum fremden Eigenen. Sie gelingen in ihrer Bestimmung nur, wenn sie diese Spannung zu bewahren meistern und sie weder als Identisches auflösen noch als abs-traktes Anderssein verlieren. Kunst und Religion dürfen und vermögen die ihnen eigene Fremde und die ihnen fremde Eigenheit nur augenblicklich aufheben. Sie sind zugleich Gäste und Gastgeber des Fremden, nehmen das Fremde als Gast auf und lassen sich als Gäste in der Fremde ein.“
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FREITAG, 05.
MAI
VORTRAG Andrea De Santis „Die nahe Fremde. Um Kunst und
Religion“
Andrea De SANTIS,
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| KUNST ZU GLAUBEN - am Morgen | |
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I. Vernissage: Hannes Priesch
Hannes Priesch, ein in New York lebender steirischer
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SAMSTAG, 06. MAI 10.00 UHR MINORITEN Galerien im Stiegenaufgang zum Minoritensaal VERNISSAGE ● Hannes PRIESCH „Ich als Moses als Gottvater“
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„auf ewig im moment gefangen: das farbenspiel an der wand (sprachlos im halbdunkel)“ |
11.00 UHR MINORITENSAAL KURZLESUNGEN Birgit KEMPKER „Vater, wie hoch darf ich fliegen“
Bernadette SCHIEFER „Nichts wird dir fehlen“
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Die Brisanz dieser Frage ist durch Antworten allein schwer zu entschärfen:
Nicht Kunst aus der Analogie zur Religion zu bestimmen, sondern den Akt
des Glaubens als eine Art von Kunst. Lässt sich Glaube durch Kunst
fördern, weil er selbst Kunst ist?
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11.30 UHR STATEMENT + GESPRÄCH Reinhard HOEPS „Hilft Kunst zu(m) Glauben bei (der) Kunst zu glauben?“
Reinhard HOEPS, MODERATION:Hartwig BISCHOF, Theologe und Philosoph an der Universität Wien; Künstler |
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"Das Stück ist Klanginstallation und monumentale Skulptur zugleich. Das Klangmaterial, das auf die beiden Flügel übertragen wurde, basiert auf einer Aufnahme meiner Eltern beim täglichen, privaten Rosenkranz Gebet. Wer will, kann den Rosenkranz ja durchaus als den Vorläufer von Klanginstallation und Endlos-Loop ansehen... Und zur Skulptur: Meine Mutter ist das linke, mein Vater das rechte Klavier."
Peter Ablinger, Komponist der „Stadtoper GRAZ“ (2005) und bei den Minoriten seit Jahren immer wieder mit spannenden Arbeiten vertreten, verwirklicht einen lang gehegten Wunsch: er zeichnet eines der traditionellsten katholischen Gebete, das Rosenkranzgebet, akustisch nach. Dabei wird die bekannte respondierende Form auf der Basis einer Aufnahme der betenden Eltern des Komponisten auf zwei Flügel, die von hochauflösenden Klavierautomaten gespielt werden, übertragen. Ergebnis ist ein faszinierendes akustisch-optisches Zusammenspiel, das als konzertante Aufführung das Symposium beendet, aber selbst weiterspielend als begehbare Klanginstallation in den Nachmittag reicht…
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"KONZERT": 12.30 UHR, open end (endlos weiterspielend)
Peter ABLINGER Quadraturen III („Wirklichkeit“) „Portrait
meiner Eltern“
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Die zum Symposiumsthema passende Ausstellung der polnischen Künstlerin Marta Deskur in den Minoriten-Galerien im Priesterseminar: Deskur zeigt Menschen, ihre sozialen Rollen – und ihre Bilder in Beziehung zur Modernität, zur Identität und zur Spiritualität. Ihre kritischen Annäherungen zu den Stereotypen von Familienbeziehungen, zu religiösen und identitätsstiftenden Codes haben eine unbeschwerte feminine Schärfe und gleichzeitig spirituelle Tiefe. Fast alle ihre Werke basieren auf christlichen Urbildern.
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AUSSTELLUNG MARTA DESKUR. NOT TO BE TOUCHED |
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