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Künstlerhaus – Minoriten-Galerien im Priesterseminar –
Minoriten-Galerien am Mariahilferplatz
Kuratoren: UProf. Dr. Götz Pochat / Dr. Johannes Rauchenberger
Vernissage I: Mi., 24. 5. 2006, 18 Uhr,
Künstlerhaus,
Zur
Ausstellung spricht UProf. Dr. Götz Pochat.
Eröffnung durch
LHStv. Dr. Kurt Flecker
anschließend Kunst-Parcours in das Priesterseminar zu den
Minoriten.
20.30 Uhr Vernissage II. Kulturzentrum bei den
Minoriten
Zur
Ausstellung spricht Dr. Johannes Rauchenberger
Eröffnung durch Diözesanbischof Dr, Egon Kapellari
anschließend FEST für LUIS SAMMER zu seinem 70. Geburtstag im
Kreuzgang des Minoritenklosters
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Josef Kern, Portrait Luis Sammer, 2002
>> Steiermark Heute 25.5. 06
INHALT | CONTENT
Johannes RAUCHENBERGER
SAMMER TIME. Der Maler Luis Sammer, von 16 Ecken aus betrachtet. |
The Painter Luis Sammer Viewed from 16 Angles.
Das
Gesetz und der Maler | The Law and the Painter
Emotion des
Maritimen | The Emotion of the Maritime
Erkenntnis und
Bildnis | Insight and Picture
Künstlermythos
| The Myth of the Artist
Auf gestrigem
Grund | On Yesterday’s Ground
Freiheit und Strafe: ein unglaublicher Einzelgänger | Freedom and
Punishment: an Unbelievable Maverick
Krickel und Heimat
| Antlers and Home
Therapeut und Lehrer | Therapist and Teacher
Wort am Anfang
| Word in the Beginning
Entlaufenes Ich | Runaway Self
Wider die Inflation der Zeichen | Against the Inflation of Signs
Das schlimmste Tier am
Fischmarkt, mehrfach aufgesucht | The Most Evil Beast on the Fish
Market Visited Several Times
Hektor und Hexameter |
Hector and the Hexameter
Über die Lesbarkeit von Angst
und Landschaft | About the Readability of Anxiety and Landscape
Figuration
des Christlichen | Figuration of the Christian
Nach Sternen greifen | To Reach for the Stars

Luis Sammer, Der Baumsitzer, Öl/Lwd., 140x100 cm, 2004 Foto: J.
Rauchenberger
Götz POCHAT
LANDSCHAFTEN. Einfühlung und Abstraktion | LANDSCAPES. Intuition and
Abstraction
Zur Malerei Luis Sammers | About the Painting of Luis Sammer]
Hurghada, Sinai, Negev
Wer bin denn Du? | Who am You?
Auf alter Schrift | On Old Writing
Nikitas
Hektor
Frangokastello
Daheim und anderswo | At Home and Elsewhere
Schrift-Übermalungen | Paintovers of Writing from Tunesia
Rostfrisch
Große Ölgemälde | Large Oils
Bibliographisches | Bibliographical Remarks

Luis Sammer, Land-Schaffen, Öl/Lwd., 100x140 cm, 2001
Erwin FIALA
METAMORPHOSEN oder: Wie die Dinge zur Welt kommen | Metamorphoses or:
How Things Come into the World
Von der Fläche zum Objekt: „Fingerübungen“ | From the Surface to
the Object: “Finger Exercises”
Im Angesicht der Geschichte(n) | In the Face of History and Stories
Die Kraft der symbolischen Dinge | The Power of Symbolic Things

Luis Sammer vor seinem Atelier, links Objekt "Unterwegs", 2006 Foto: J.
Rauchenberger |
Für die Modernerezeption der Malerei in der Steiermark
nimmt Luis Sammer eine zentrale und gleichzeitig eigenwillige und
eigenständige Position ein. Drei Ausstellungen im Künstlerhaus, im
Priesterseminar und bei den Minoriten und ein umfassendes Werkbuch stellen
Sammers künstlerisches Arbeiten mit dem Schwerpunkt aus den letzten Jahren
umfassend vor.
Die Ausstellungen gliedern sich in die Bereiche „Landschaften:
Einfühlung&Abstraktion“ (Künstlerhaus; Kurator Götz Pochat),
„Religion&Existenz“ (Minoriten-Galerien im Priesterseminar) und
„Mythos&Gelächter“ (Minoriten-Galerien; Kurator: Johannes
Rauchenberger).

Johannes Rauchenberger / Götz Pochat (Hgg.)
SAMMER TIME. Das künstlerische Werk Luis Sammers (Dt./Engl.)
Weitra: Verlag publication PN°1 Bibliothek der Provinz, 2006
ISBN 3-85252-759-7
© 2006, Verlag publication PN°1 Bibliothek der Provinz
Rund 230 Gemälde und Objekte Sammers werden in beschreibenden und
analysierenden Texten von Johannes Rauchenberger, Götz Pochat und Erwin
Fiala in diesem Buch vorgestellt.
Luis Sammers umfassendes Oeuvre kreist um seine „Landschaftsmalerei“, die
sich in unterschiedlichsten Orten dieser Welt in seinen zahlreichen
Reisen, aber vornehmlich im Stainz bei Straden und – immer wieder – in
Kreta ereignet. Seine täglichen Fingerübungen sind beinahe ritualisierte
Prozesse, je neu die Gesetzmäßigkeiten der Welt, der Landschaft, der
Schöpfung zu erkunden. Ziemlich abstinent von den Kunstentwicklungen der
letzten Jahrzehnte blieb Sammer der von Cézanne ausgehenden Faszination
treu, das Gesehene je neu zu zerlegen und malerisch zusammenzubauen. In
Anlehnung an Wilhem Worringers früher Schrift „Abstraktion und Einfühlung“
sind Sammers Landschaftsbilder späte Aktualisierungen des Arbeitens
parallel zur Natur.
Überraschend in seinen Bildern der letzten Jahre ist allerdings die
Heiterkeit und der unironische Humor seiner Werke: Luis Sammers
entlaufenes Künstler-Ich spiegelt sich in seinem Vogel, im Stoffhund
Hektor, in den Reisen des Odysseus. Völlig unbekannt für die
Öffentlichkeit sind bislang seine Objekte und Collagen, die ursprünglich
aus Rekreationsphasen nach gemalten Serien entstanden sind, mittlerweile
aber als eigenständige Kunstform in Sammers Ouevre angesehen werden
können.
Beständig wiederkehrend ist neben dem Mythos, den er nicht nur in der
griechischen Ausprägung eines Homer, sondern auch in der ägyptischen oder
fernöstlichen Tradition auf Bali, ja in der Poetik Ingeborg Bachmanns
malerisch bearbeitet hat, auch das Thema „Religion&Existenz“, das für
Sammer allerdings den Ernstfall darstellt, dem er nicht wie etwa dem
Mythos ironisch beikommen kann. Der Inflationierung der Zeichen, dem
umfassenden Traditionsbruch der Malerei in Bezug auf Religion hat Sammer
in einer eigenen Handschrift geantwortet: In der formalen Strenge
malerischer Komposition (wie etwa beim Kreuzesthema), in neuen
existenziellen Zeichensetzungen (wie etwa bei den Oktopodi-Bildern), in
Übermalungen auf gestrigem Grund, in Allegorien religiöser Ikonografie und
neuen Deutungen ihrer Narrativität.
Luis Sammer war schließlich für viele seiner Schüler als Kunsterzieher von
1964-1989 u.a. für Josef Kern, Alois Mosbacher u.a. prägend.
Johannes Rauchenberger
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