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FR, 31. März
20.00 Uhr
Minoritensaal
Eintritt: EUR 11,-/7,-
In
Kooperation
mit
der Kunstuniversität Graz und dem Institut für elektronische Musik und Akustik
Graz
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PROGRAMM
Luigi Nono:
Con
Luigi Dallapiccola_per
6 esecutori di percussione e live electronic (1979)
Als Gast am Pult der Klangregie: André RICHARD (Heinrich Strobl Stiftung,
Freiburg)
KARLHEINZ ESSL:
EL´EMEN_for
solo-percussion + live electronic (2004)
Klangregie: Karlheinz
ESSL
Charles Ives /
bearb.
v.
Larry Austin:
Life Pulse Prelude_aus der „Universe
Symphony“ (1911–1915)_
for 18 percussion players, piccolo +
piano
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Foto:
©
Helmut Lackinger/Klangraum Krems
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Wir
haben den Gastaufenthaltes des Leiters des berühmten Experimentalstudios
der „Heinrich Strobl Stiftung“ des SWR André Richard in Graz zum
Anlass genommen, um ein großes Konzert zu veranstalten, bei dem Percussion
verbunden mit Live-Elektronik und Raumkonzeptionen im Mittelpunkt stehen
werden.
Luigi Nonos „Con Luigi Dallapiccola“ für
sechs Schlagzeuger und Live- Elektronik bot sich aufgrund der engen
Zusammenarbeit Nonos mit dem Experimentalstudio in den Achtziger Jahren des
vorigen Jahrhunderts geradezu an. In Zusammenarbeit mit dem
Experimentalstudio entstanden so wichtige Werke wie „Das atmende
Klarsein“, „A Pierre“, „Guai ai gelidi mostri“ und die große letzte Oper
Nonos „Prometeo“. André Richard war schon damals bei den Uraufführungen am
Pult der Klangregie dabei, und hat seitdem bei unzähligen Aufführungen von
Werken mit Live-Elektronik – nicht nur von Nono – als kongenialer
Klangregisseur agiert.
Auf dem Programm stehen außerdem Werke des österreichischen Komponisten
Karlheinz Essl und ein Ausschnitt aus der riesigen, jedoch unvollendet
gebliebenen „Universe Symphony“ des amerikanischen Frühavantgardisten
Charles Ives für 18 (!) Schlagwerker.
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Luigi Nono : Con Luigi Dallapiccola
„Nach Dallapiccolas Tode fühlte ich mich grausam betroffen durch das
plötzliche und gnadenlose Schweigen, das sich über seine Musik gelegt hatte,
und ich beschloss, ein Zeugnis meiner Ergebenheit und der kontinuierlichen
Präsenz dieses großen Mannes in mir abzulegen. Deshalb nannte ich meine
Arbeit „Mit Luigi Dallapiccola“
Für Luigi Nono (1924-1990) bedeutete komponieren, sich zu den Problemen und
Ungerechtigkeiten der eigenen Zeit zu äußern und – stets den Menschen im
Auge behaltend – Stellung zu beziehen: „Alle meine Werke gehen immer von
einem menschlichen Anreiz aus: ein Ereignis, ein Erlebnis, ein Text unseres
Lebens rührt an meinen Instinkt und an mein Gewissen und will von mir als
Musiker wie als Mensch Zeugnis ablegen“, schrieb er 1960. Sich neben der
kompositorischen Arbeit auch politisch zu agieren wurde ihm im Laufe seiner
Entwicklung immer wichtiger. Wie ernst ihm das politische Engagement war,
ist daran ersichtlich, dass er sich in den 1970er Jahren sogar entschied,
vorübergehend im Zentralkomitee der italienischen KP tätig zu sein.
Ein Vorbild für derartig engagiertes Künstlertum fand Nono im väterlichen
Komponistenkollegen Luigi Dallapiccola, dessen Musik – auch während des
italienischen Faschismus – künstlerische Aussage mit humanistischem
Engagement verband. Dallapiccola, 1904 im damals zu Österreich gehörenden
Pisino als Sohn italienischer Eltern geboren, wurde bereits in der Kindheit
von der Erfahrung des Krieges und der Fremdherrschaft geprägt. Da
Dallapiccolas Familie den österreichischen Machthabern politisch verdächtig
war, wurde sie ab 1916 in Graz interniert, von wo sie erst mit dem Ende des
1. Weltkriegs in die Heimat zurückkehren konnte. Das Thema von Unterdrückung
und Freiheit rückte mit dem italienischen Faschismus der 1930er Jahre
zunehmend in den Blickpunkt Dallapiccolas. Unter anderem durch seine „Canti
di prigionia“ (Gesänge der Gefangenschaft) aus dem Jahr 1942 wurde er zum
ersten Vertreter engagierter Musik in Italien und musste im 2. Weltkrieg mit
seiner jüdischen Frau vor den Massenverhaftungen der deutschen Truppen
fliehen. Seine persönlichen Erfahrungen mit Krieg und Faschismus hat er
unter anderem in der Oper „Il prigionero“ (Der Gefangene) reflektiert.
Auf diese
Oper bezieht sich Nono in der 1979 entstandenen Schlagzeug-Komposition „Con
Luigi Dallapiccola“.
Den
unterschiedlichen Resonanzen und Bedeutungen zuzuhören, die feinsten Nuancen
des Klanges und seine Bewegung im Raum zu erforschen und dabei bis an die
Grenzen der Hörbarkeit vorzustoßen, sollte bestimmend für Luigi Nonos
Spätwerk werden, das sich in „Con Luigi Dallapiccola“ bereits mit Vehemenz
ankündigt.
Charles Ives / Larry Austin
„Life Pulse Prelude“
aus der „Universe
Symphony“ (1911 – 1915) bearbeitet von Larry AUSTIN (1984), für 18 - im Raum
verteilte - Schlagzeuger, Klavier und Piccolo.
Das unvollendete Projekt der utopischen „Universe Symphony“, die Ives 1911 –
1915 entwarf, enthält neben den Schichten „The Heavens“ mit vier und „The
Earth“ mit zwei Orchestern die für 20 Perkussionisten gesetzte Life Pulse
Music.
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KLANGREGIE_
André Richard,
Karlheinz ESSL
GESAMTLEITUNG_Günter MEINHART
Percussion_
Hannes
EBNER, Alexander FORSTNER,
Gabriel FROIHOFER, Daniel FUCHSBERGER,
Günter GRASMUCK, Josy HIRZBERGER, Berndt LUEF,
Thomas MANHARDT, Georg MAUERHOFER,
Günter MEINHART, Raphael MEINHART, Andreas MOSER, Andreas PLODER,
Christian POLLHEIMER, Bernhard RICHTER, Chico SCHENK, Wolfgang TOZZI,
Engelbert URSCHLER
PICCOLO_Eva EIBINGER
KLAVIER_Gerhard WAMBRECHTSHAMER
KLANGREGIE_Karlheinz ESSL
VIDEO_Klaus IBITZ
TECHNIK_ARTBOX
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Studio Percussion / Graz
1979 von Günter Meinhart gegründet, hat das STUDIO PERCUSSION
Graz in den vergangenen 25 Jahren eine beachtliche Anzahl
unterschiedlichster Produktionen auf verschiedenste Bühnen im In- und
Ausland gezaubert.
Neben der Pflege und Erweiterung des Repertoires zeitgenössischer Musik,
gibt es immer wieder spannende Berührungspunkte mit Musikern, Komponisten
und Veranstaltern aus dem Bereich des Jazz. Mit viel Freude produziert das
Ensemble auch Kinder- und Jugendprogramme. Bei diesen Programmen bekommen
die jungen Zuhörer einen Einblick in das riesige und teilweise sehr
exotische Instrumentarium und werden anhand von Originalliteratur oder
Bearbeitungen in die Entwicklung und das Repertoire der perkussiven Musik
eingeführt.
Konzerte + Musiktheaterproduktionen (Auswahl):
Styriarte, Wiener Festwochen, Salzburger Festspiele, ars
electronica, Seoul Drum Festival, Brucknerfest Linz, Steirischer Herbst, New
York – festival mostly modern, Dubrovnik Festival, Music Biennale Zagreb, La
Strada, Musikverein Wien, Jazzfestival Izmir, Narodni Dom Maribor,
Konzerthaus Wien, Berliner Festspiele - maerzmusik, Journees de la
Percussion – Paris, Osterfestival Innsbruck, Budapest, Jazzfestival
Burghausen, Festspielhaus St. Pölten, Thessaloniki, Athen, Korfu, Istanbul,
Ankara, Konzerthaus Berlin, musica contemporanea – Bolzano, Porgy & Bess –
Wien, Pula.
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