Andreas LEITNER: GOTTESKINDER

 

 
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AUSSTELLUNGSDAUER _ 01. APRIL – 12. APRIL

ORT: MINORITEN Galerien im Stiegenaufgang zum Minoritensaal

VERNISSAGE _  SAMSTAG 01. APRIL   19.30 UHR im Rahmen von GALERIENTAGE - aktuelle kunst in graz

ÖFFNUNGSZEITEN _ Bei Abendveranstaltungen und nach Vereinbarung (316  711133)

 

Gibt es einen unserem religiösen Kulturkreis entsprechenden künstlerischen Diskussionsbeitrag zum „Karikaturenstreit“ der letzten Wochen, der nicht in die Falle der Verteidigung der Pressefreiheit auf der einen und Verletzung religiöser Gefühle auf der anderen Seite tappt?
 

 

 

 

 

Vor einem Jahr bewarb sich der Wiener Künstler Andreas Leitner mit seinem Projekt „Gotteskinder“ für eine Ausstellung bei den Minoriten, das er vor zwei Jahren auch im MAK Wien gezeigt hat. Ausgangspunkt seiner künstlerischen Auseinandersetzung sei eine Weihnachtspredigt gewesen, in der er gehört habe, dass in jedem Menschen Gott zur Welt kommen könne/müsse. In der „Projektbeschreibung“ stellte sich diese Erfahrung als „Jeder Mensch hat die Fähigkeit sein religiöses Potential zu entfachen“ ein.

Dazu legte Andreas Leitner nicht nur zahlreiche Bildnisse bekannter und unbekannter Natur in der Tradition der Herz-Jesu- und Herz-Mariae Manier vor, sondern auch ein Büchlein: „Leitfaden für den Messias“. Das Outfit, die Couleur der Bilder riechen ein wenig nach Sektenästhetik. Oder wenigstens nach religiöser Imagination mit viel sichtbarem Herzblut. Aber es ist dem jungen Manne ernst.
Um diesen seinen Ernst der „Gotteskinder“ umzusetzen lernte Andreas Leitner altmeisterlich zu malen. Mehr als 64 verschiedene Menschen stellt er in der Ikonografie der Herz-Jesu oder Herz Marien-Bilder in altmeisterlicher Manier dar. Es sind persönliche Freunde des Künstlers, Buddha, Shiva und internationale Berühmtheiten, darunter Friedensapostel, Terroristen, Sexsymbole u.v.a.m.


Die Bilder sind in ihrer direkten, ja affirmativen Weise ebenso ein Schock wie sie in ihrer unverblümten Direktheit ihr kritisches Potential entfachen. Die scheinbar naive Annäherung des „Gottwerdens“ entfaltet sich, konkurriert oder kollidiert – in der Vorstellung des Betrachters, der ein inneres Urteil zu fällen beginnt – mit der Qualifizierung dieser (religiösen) Energien.
Im Gegensatz zum Islam hat das Christentum dem Bilderverbot die Vorstellung der Materialisierung des Göttlichen in der Fleischwerdung entgegengestellt. Und doch zeigt sich hier, dass beide so weit reichenden Ansichten verblüffend nahe beieinander liegen.


Johannes Rauchenberger
 

 


 

    WILLKOMMEN in den MINORITEN GALERIEN Graz!