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Jänner: Josef Taucher * Februar: Petra Sterry * März: Hannes Fladerer * April: Werner Schimpl * Mai: Wolfgang Buchner * Juni: Hans Jandl * JULi: Walter Kratner * Dezember: ALois Neuhold < >> |
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CUMULUS_KUNST: Vor Ort
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Alois Neuhold: Wenn Dir die Welt einsteint |
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ORT: MINORITEN Galerien im Stiegenaufgang, Mariahilferplatz 3, 2. Stock AUSSTELLUNGSDAUER 28.11.-22.1.2006 ÖFFNUNGSZEITEN nach Vereinbarung (0316 711133) und bei Abendveranstaltungen |
Die jüngsten Arbeiten, die der Bilderpoet NEUVALIS in der Ausstellung bei den Minoriten zeigt, sind durch ein luftiges Relief gekennzeichnet: Schicht für Schicht sind die aus Spachtelmasse geformten Steinchen (oder sind es Blüten?) aufgetragen, luftig leicht und schlussendlich bemalt: Zwei Jahre lang arbeitete er konsequent an diesen kleinen Bildern. „WENN DIR DIE WELT EINSTEINT“ ist Klage und Anspruch zugleich. Im Letzteren Sinne ist es das Zutrauen an die Bilder, eine - die Energie schlechthin - zu beanspruchen. Dass sich immer und immer wieder die Figur oder das Gesicht auf das Bild oder Relief legen muss, wenn auch noch so fern und verflüchtigt, gibt dem Ganzen eine Wärme und Nähe, eine Magie und ein Credo. |
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Es sind seine Bilder, die das Zutrauen wecken. Kleinteilig, filigran, aber immer: (kindlich) bunt. Alois Neuhold ist ein Eremit. „ Man müsse sich einkasteln und einsiedeln, manchmal auch einsieden und an seinen Bildern Knie, Seele und Geist gründlich durchscheuern, wenn was Tieferes herausschauen soll.“ Beinahe pittoresk wirkt er mit seinem langen, gräulichen Bart, wenn er in der lauten Welt auftaucht. „Zeitmaschige Kunsthubschrauber konnten ihn nicht erreichen“, wie er unlängst selber über den „Bilderspinner von St. Morgen“ schrieb. Beschämend für die Globalisierungskuratoren bei diesem Stand der Technik. Freilich ist die Erklärung wenig vorwurfsvoll: „… denn er war nicht von hier. Er war auch nicht von wir.“ Alois Neuhold übersetzt in seinem Namen schon lange „Hold“ mit „Valis“. Das ist, wie es der ähnlich klingende Dichter verrät, eine Erinnerung an die Romantik. NEUVALIS schreibt immer noch kleine Textbilddichtungen. Verdrehte Wörter, umspielte Sätze, sich verselbständigende Buchstaben: Gewächse, Blüten, Blumen. Stärker als die Romantik ist in seinen Bildaufbauten, die aus immer wiederkehrenden Figuren mit großen Augen und sie umgebenden Gehäusen bestehen, die Bindung an die Romanik. Die Maas-Schule zum Beispiel mit ihrer Emailkunst aus dem 13. Jahrhundert. Die Mutation des Menschen zum Tier findet ebenfalls märchenhaft statt, wie überhaupt Neuvalis’ Bildwelt voll fabelhafter Wesen ist. Die jüngsten Arbeiten, die er in der Ausstellung bei den Minoriten zeigt, sind nicht durch den Strich und die klare Linienführung gekennzeichnet, sondern durch ein luftiges Relief: Schicht für Schicht sind die aus Spachtelmasse geformten Steinchen (oder sind es Blüten?) aufgetragen, luftig leicht und schlussendlich bemalt: Zwei Jahre lang arbeitete er konsequent an diesen kleinen Bildern. „WENN DIR DIE WELT EINSTEINT“ ist Klage und Anspruch zugleich. Die berühmte Weltformel des Physikers bezieht sich natürlich auf die kleinen Bilder von Neuhold. In diesen bunten Reliefs ist die ganze Welt verdichtet. Bilder, religiöse Bilder und Bildchen zumal, wurden seit jeher nach dem Grad ihres energetischen Potentials bemessen. Wo einst Malewitsch in seiner Erinnerung die Kraft für sein schwarzes Quadrat nahm und dadurch die Moderne in ihrem geistigen Anspruch begründete, von dort kommen auch die Quellen von Alois Neuhold, freilich im Lokalkolorit dieses Landes, aber im Anspruch nicht weniger hoch. Dass sich immer und immer wieder die Figur oder das Gesicht auf das Bild oder Relief legen muss, wenn auch noch so fern und verflüchtigt, gibt dem Ganzen eine Wärme und Nähe, eine Magie und ein Credo. „Der Bilderspinner sah seine Bilder als Glasfenster einer unterwürfelten Welt, aber auch als Energiebündelfelder, als Wunschwundertafeln, als Zauberbehältnisse und Schaukästen in ein schillernd pulsierendes Figurium, als Farbkarrenleiter ins große Erdeini- und Himmelausitheater.“ Johannes Rauchenberger |
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Ausgestellte Werke: 1. In Blaukrautkanien herrscht Schmerzstockfahnien, Acryl/Leinwand, 2005. 2. In Grünspechtspanien ist das Leben orangerotbahnien, Acryl/Leinwand, 2005. 3. Goldmarie vor den Toren ihres Froschkönigs, Acryl/Leinwand, 2005. 4. Zieh die Feuerschuhe an und tanz mit mir zum Mond, Acryl/Leinwand, 2005. 5. Einstein und Zweistein etwas flachgedrückt, Acryl/Leinwand, 2005. 6. Im Haus meiner Grillen sind noch viele Wohnungen, Acryl/Leinwand, 2005. 7. Der Mooshirte im glühenden Eifer für seine Schafe, Acryl/Leinwand, 2005. 8. Wehmutswanderer auf der Suche nach verlorenen Sehnsuchtssocken, Acryl/Leinwand, 2005. 9. Das traurige Fräulein Wasserrad, Acryl/Leinwand, 2005. 10. Der glühende Besuch der göttlichen Drei, Acryl/Leinwand, 2005. 11. Die Geschichte vom Innenleben einer Orange, Acryl/Karton, 2004. 12. Kurzbesuch im Tröpferlparadies, Acryl/Karton, 2004. 13. Antlitz nicht von hier, Acryl/Leinwand, 2005. 14. Einstein in seiner Kartause, Quantentrauben zählend, Acryl/Karton, 2004/05. 15. Einstein, Zweistein, Dreistein, Grottenzwerge suchend, Acryl/Karton, 2004/05. 16. Rote Verkündigung mit dem rosa Täubchen, Acryl/Karton, 2004/05. 17. Trauerdeckel für die Truhe Wassernacht, Acryl/Leinwand, 2005. 18. Liebeskissen für ein eingesteintes Paar, Acryl/Leinwand, 2005. 19. Sterbekissen für das Traumpaar, Acryl/Leinwand, 2005. 20. Sterbetafel für eine Ostertruhe, Acryl/Leinwand, 2005. 21. Siehe, ich bin die Magd des Unbegreiflichen, Acryl/Karton, 2004/05. 22. Der Fenstergucker von St. Morgen, Acryl/Karton, 2004/05. 23. Wenn dir die Welt einsteint, Acryl/Karton, 2004/05. 24. Am Morgen die Dichte des Morgens, Acryl/Leinwand, 2005. 25. Feuerblüten, Sonnenwasser, Feuerstein, Acryl/Leinwand, 2005. 26. Das Steintuch der Veronika, Acryl/Leinwand, 2005.
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