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Jänner: Josef Taucher * Februar: Petra Sterry * März: Hannes Fladerer * April: Werner Schimpl * Mai: Wolfgang Buchner * Juni: Hans Jandl * JULi: Walter Kratner * Dezember: ALois Neuhold < >> |
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CUMULUS_KUNST: Vor Ort
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JULI: |
Walter Kratner: Der Auftrag / Gesten der Macht /Entfernte Nähe |
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Cumulus_Kunst >> vor ort wird monatlich gewechselt. Vernissage MITTWOCH 06. Juli _ 18.00 UHR Ausstellungs- dauer bis 29. 07. |
Ein beinahe unendlich langes Gewirr aus Kabel an den Wänden zum Minoritensaalaufgang (1500 m!) sucht sich seinen Weg zur kargen Glühbirne neben dem repräsentativen Luster, unterbrochen und gestützt von den schwarzen Gesten der Macht, auf dem Adolf Hitler zu sehen ist. Walter Kratners Gedächtnisarbeit zum Gedankenjahr blickt vor Hitler zurück – in den Geschmack barocker Macht und ihrer Symbiose von Religion und Politik – und nach Hitler nach vorne – in die fröhliche Ahnungslosigkeit heutiger Marionetten medialer Selbstproduktion. Vergessen zu werden droht beiden Prozessen. |
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Walter Kratners Installationen und Objekte haben nicht nur viel mit „arte povera“, von der er sich in Italien inspirieren ließ, sondern immer auch viel mit subtiler und geformter Geschichts- und Gesellschaftskritik zu tun. Kratner findet Objekte, „die das tägliche Leben darstellen, aber zusätzlich auch Reflexionen zur eigenen Person des Betrachters oder zur politischen und sozialen Situation des Landes ermöglichen“ (J. Neiser, Neue Presse, San Francisco 2000). In seiner Objektinstallation für den Stiegenaufgang zum Minoritensaal lässt Walter Kratner 1500 (!) Meter Kabel durch den barocken Raum tasten, an den einer der beiden Enden befindet sich ein Stecker für den Strom, am anderen eine 60 Watt-Lampe, die wiederum neben dem prächtigen Luster, der von Erzherzog Johann stammen soll, hängt. Zu erwarten ist ein Gewürme aus Kabel an den Wänden, eine unendliche Suche für die „blinden Utopien“, die den Gemäuern des Barock anhaftet: Österreichs Geschichte, so Walter Kratner, ist geprägt vom bedrückenden spanischen Hofzeremoniell wie durch die oftmaligen Machtrepräsentationen von Staat und Kirche. Zum weißem Kabel-Gewürme an den Mauern gesellen sich mit Pastell, Grafit und/oder Kohle geschwärzte Bilder, bei näherem Hinsehen Fotos von Adolf Hitler. Das Bildmaterial stammt vom Photoatelier Heinrich Hoffmann aus dem Jahre 1927, dem ausschließlichen Leibfotografen Hitlers. In einer Serie von Bildern agierte dieser vor der Kamera als Redner. Eine Auswahl der Photos wurde als Postkarte veröffentlicht – doch viele der Ablichtungen nutzte Hitler gezielt, um erfolgreich publikumswirksame Gesten einzustudieren. Die bearbeiteten Bilder sind mit Fragmenten aus der Todesfuge Paul Celans betitelt. Die Macht medialer Präsentation lässt heutiges Medienstyling nicht in ihre Unschuld frei.
Johannes Rauchenberger |
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Kurzbiografie Walter Kratner
Geboren 1954 in Graz; Grafikausbildung an der
Hochschule in Nürnberg und |
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