Mit ihrem strengen Raster, der Wiederholung gleicher Elemente, einer konsequent rational wirkenden Ordnung scheinen die Arbeiten von Esther Stocker (geb. 1974) etwas Berechenbares zu haben. Alles in diesem Werk scheint vorhersehbar, einer Formel gleich, von „cartesianischer Klarheit“. Es scheint so. Die Kunst von Esther Stocker ist ein Vorstoß aus scheinbar Vertrautem in immer neue Bereiche des Unerwarteten.

 

 

In präzisen Bildkompositionen erstellt Stocker Ordnungen, die Ausschnitte größerer Gefüge sind. Charakteristisch für diese Bilder ist die rechtwinklige Rasterordnung, die auch an Methoden der modernen Reproduktionstechnik erinnert.

„Mit einfachsten Mitteln wird aus der Fläche räumliche Weite erschlossen. So konsequent, dass diese Räume auch leibhaftig erfahrbar sind. Die Kunst von Esther Stocker ist ein Vorstoß aus scheinbar Vertrautem in immer neue Bereiche des Unerwarteten." (Aus der Jury des Msgr.Otto Mauer Preises).
Die Malerei von Esther Stocker führt den Betrachter an den Rand seiner Möglichkeiten. Sie zeigt Ordnung und führt deren Auflösung vor Augen. Und sie zeigt, dass in dieser Auflösung doch wieder Ordnung zu finden ist. Diese ist nicht beschreibbar, doch wahrnehmbar. Aber die von uns wahrgenommene Ordnung wird vom Sichtbaren immer wieder überboten. Die Gemälde zeigen etwas, das sich der Einordnung entzieht. Auch in ihren Installationsarbeiten zieht sich ein Organisationsprinzip: Ein mit Quaderformen bestückter Innenraum ist geometrisch strukturiert, wobei das daraus resultierende Raster Brüche und Verschiebungen aufweist. Die im Grunde genommen einfache, exakte und strenge Oberflächengestaltung wirkt insgesamt desorientierend, da sich der Blick des Betrachters / der Betrachterin an keinem Punkt wirklich festhalten kann.

Esther Stockers Bilder und Installationen geben auch den Umraum ab für spannende Diskurse zur Science-Werkstatt „Puzzle Zukunft“ bei den Minoriten ab 21. April 2005

 

 

aktuelle kunst in graz 16./17.04. 2005

 

Kurator: Johannes Rauchenberger

 

 

 

 

 

 


 

Esther Stocker: structure, unexpected

The strict screening, the repetition of same elements and an order, which seems to be consequent and rational – all that give Esther Stocker’s (*1974) work the impression of being calculable. All of her work seems to be predictable like a formula. But it just seems to be that the art of Esther Stocker is a progress from familiar items to new areas of the unexpected.

Esther Stocker’s pictures and installations are a great surrounding for the exciting discourses of the science – workshop “Puzzle Future”, starting on 21st of April at the Minoriten.


 

Kurz-Biographie: Geb. 1974 in Schlanders (I), 1994 - 1999 Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien, Meisterschule Eva Schlegel. Studienaufenthalte in Mailand, Pasadena/Californien und zuletzt 2002/03 in Chicago. Esther Stocker, die vorwiegend als Malerin tätig ist, erhielt 2002 den Anton Faistauer Preis für Malerei des Landes Salzburg und 2004 den Msgr. Otto Mauer Preis. Ihre Arbeiten wurden in Österreich, Italien, Deutschland und den USA ausgestellt.