nner: Josef Taucher *  Februar: Petra Sterry  *  März: Hannes Fladerer * April: Werner Schimpl * Mai: Wolfgang Buchner * Juni: Hans Jandl * JULi: Walter Kratner

<  >>

 

 

 

MINORITEN GALERIEN GRAZ

CUMULUS_KUNST: Vor Ort

 

 

 

Jänner:

Josef Taucher:  Nacht : Himmel : Zwielicht

<< Home >>

     

 

 

     

Cumulus_Kunst >> vor ort wird monatlich gewechselt.

Das Künstlergespräch vom 17.1. zwischen Josef Taucher und UDoz. Dr. Werner Fenz können Sie mit Windows-Mediaplayer hier nachhören >>

Die Serie von KünstlerInnen vor Ort im Stiegenaufgang zum Minoritensaal beginnt im Jänner JOSEF TAUCHER

Zur Bildergalerie der Ausstellung >>

Der barocke Stiegenaufgang zum Minoritensaal – älter als das Kulturzentrum bei den Minoriten selbst – ist seit mehr als 30 Jahren ein Präsentationsort zeitgenössischer Kunst. Als imposanter Aufgang und Vorraum zu einem der prominentesten und frequentiertesten Kulturveranstaltungsorte von Graz, dem Grazer Minoritensaal, gibt er Umraum für Kunstvermittlung „en passant“ –  einem sehr vielfältigen und inhomogenen Publikum (den BesucherInnen des Kulturzentrums, der Konzerte, Tagungen, Kongresse von Firmen etc…). 

2005, im „30-er“-Jubiläumsjahr des Kulturzentrums, wird eine Serie mit KünstlerInnen aus der Steiermark gestartet, die einen „Kunst-Cumulus“ für die Steiermark bilden: Eine Kunst-Wolke also, die nicht verdampft, sondern bleibt. KünstlerInnen vor Ort, die den Boden für Kreativität aufbereiten und hier arbeiten, KünstlerInnen, die nicht abgewandert sind. Diese Serie ist nebenbei auch ein kulturpolitisches Signal, den Wert der Kunst vor Ort zu achten.

     

Josef Taucher, ZWIELICHT 12 (Diptychon), 2004; 280x300 cm,  Öl/Molino, Ausstellungsansicht; Foto: J. Rauchenberger

 

UDoz Dr. Werner Fenz im Gespräch mit Josef Taucher am 17.1.2005 Foto: J. Rauchenberger

Wer könnte besser geeignet sein, eine Serie über „CumulusKunst“ aus der Steiermark zu beginnen, als der, der buchstäblich die „Cumuli“ malt, aber nicht nur Wolken, sondern auch Wind und – unverkennbar: Berge, Bäche und Himmel. Aber Josef Taucher ist kein Hofmaler für den Regierungssalon, das ungefähre Gegenteil eines Burschenschafters und all jener, die „Heimat“ hochhalten. Er ist auch kein Romantiker, der 200 Jahre zu spät kommt, keine Ruine, kein „Mönch am Meer“ ist zu sehen...

Josef Taucher wurde als Vertreter der Neuen Österreichischen Malerei und Plastik Anfang der 80er Jahre überregional bekannt. Im Widerspruch zu Malerkollegen der „Neuen Wilden“ wie Hubert Schmalix oder Josef Kern u.a. gilt sein Interesse niemals dem Abbilden von real vorhandenen Menschen, Gegenständen oder Landschaften sondern zeitlosen gegenständlichen Räumen außerhalb von alltäglichen menschlichen Regungen und Befindlichkeiten.

Die Summe seines singulären künstlerischen und wissenschaftlichen Schaffens (Entdecker und Beschreiber von vier weltweit neuen Mineralphasen) ist nur teilweise in den aktuellen Kunstdiskurs integrierbar. Vordergründig entsteht somit trotz eines beachtlichen Ausstellungsverzeichnisses der Eindruck, dass Josef Taucher sich dem Ausstellungs- und Kunstbetrieb weitgehend versagt.

Walter Titz hat Josef Taucher jüngst treffend „Meister des Understatements“ genannt. „’Wie malt man Wind?’ ‚Keine Ahnung.’ Etwas genauer, bitte. ‚Ich weiß nicht, warum etwas wird, wie es wird’, gibt er den kreativen Naivling. Allein es fehlt der Glaube. Denn im Gespräch entlarvt er sich immer wieder als ausgefuchster Kenner der Kunstgeschichte und des künstlerischen Handwerks. Der Mann weiß Bescheid um Theorie und Praxis.  Aber, und das ist eine wesentliche Qualität seiner Gemälde, Josef Taucher will sich gönnen, was er auch seinem Publikum gönnt: Überraschungen. Und deshalb stellt er sich jedes Mal so vor die Leinwand, als wäre es das allererste Mal. "FÜR EINEN IST DER HIMMEL . . ." - der Himmel. Für Josef Taucher, zum Beispiel.“

Johannes Rauchenberger

 

(Zitate aus: W. Titz, Tauch(er)gänge. In: VIA, Airportjournal Graz, 5/2004, S.96-99.

 

 

Josef Taucher

Geboren 1948 in Weiz/Stmk.; 1962-1966 Lehre als Maschinenschlosser; 1966-1970 Tätigkeit als Maschinenschlosser und Elektroschweißer; 1970-1974 HTBLA Ortweinschule Graz, Abt. f. Malerei und Grafik; seit 1974 freischaffender Maler, Bildhauer und Wissenschafter.