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ZIRKULATIONEN: Solodebut Wendelin Pressl |
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Vernissage: 18. Jän 05, 19.30 Audio-Download: Rede zur Vernissage von J. Rauchenberger Ausstellung bis 8. Februar, Mo-Fr, 8-18 Uhr Minoriten Galerien Graz, II. Stock |
Zur Bildergalerie der Ausstellung >> | Das Alltagsbild einer Kreuzung als das Abgehen eines Feldes, das Gerüst im römischen Pantheon, in dem sich in unterschiedlichen Tageszeiten das Licht verfängt, sind zwei Beispiele für Wendelin Pressls „Feldforschungen", die im ersten Solodebüt von 2005 bei den Minoriten zu sehen sind: | ||||||||
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Bildnachweis: Wendelin Pressl, "Pantheon", 14-tlg Foto-Arbeit, 2004 |
Zebrastreifen, Ordnung und ein das Geviert einer Kreuzung am Zebrastreifen abgehender, noch dazu gestreifter Mann: Die Performance, die die Mitpassanten nicht wahrnehmen, ist vom Blickpunkt der Videokamera und also von jenem der Betrachter als solche erkennbar. Die Streifen am sich bewegenden Körper sind den Streifen des Zebras quergelegt, geben ihm eine Plusnote, die Dynamik jedenfalls, eine Zirkulation, mehrere, so als ob sich das Erschreiten, Ergehen und Umranden querläge, deren Wirklichkeit einkreise und somit unschärfe. Das Alltagsbild einer Kreuzung als das Abgehen eines Feldes ist nur ein Beispiel für Wendelin Pressls „Feldforschungen", die keineswegs auf ein bestimmtes Medium (Performance, Bleistift, Dispersion, Fotografie) beschränkt bleiben: Ob in den Räumen einer Galerie, auf deren Wänden, Fenstern oder Böden, ob im Bildkörper selbst, ob als Vorschlag einer imaginären Architektur in der Natur, ob als Vorschlag, die Zebrastreifen für eine neue Art von Kreuzung kreuz und quer durcheinander zu legen, es ist immer ein „ob", somit eine Konditionalform der Erkenntnis. Damit ist „Feldforschung" in einer gewissen Weise auch überschritten, zumal Überschreitung und Unschärfe sowieso zu deren Bedingungen gehört. Von daher kann es auch sein, dass visualisierte Feldforschungen die Materialität von Gerüststangen haben: Das Licht, das sich so gewaltig im prachtvollen Pantheon in Rom seine Bahn bricht, wird in unterschiedlichen Tageszeiten zur je eigenen Immaterialität einer Emanation von oben, einer Gestalt, einer Figur, einem Kegel, einem Engel: Aber sichtbar doch nur als einem Segment. Das Gerüst wird weitergefahren, die Feldforschungen können weitergehen. Im Pantheon drehen sie sich im Kreis, werden zur Zirkulationsbewegung um ein großes Loch über einer vollendeten Architektur, um materialisiertes Sonnenlicht, das sich an den Gerüststangen verfängt. Auch so kann ein Rom-Stipendium beginnen - oder enden - je nachdem. Johannes Rauchenberger |
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„Aufgrund des Forschungsaspekts, den ich meiner Arbeit
in übertragenem Sinn einräume, bezeichne ich mein Tun grob als
Feldforschung. Für den zu untersuchenden Bereich hat sich im Lauf der Zeit
für mich das Wort Feld als breitest mögliche Umrandung
herauskristallisiert. Äußerlich drückt sich dieses Feld in einer Anhäufung
einfacher Formen verschiedenster Weise aus, wobei sich immer wieder ein
bestimmtes Grundmuster durchsetzt und somit eine Art Handlungsanweisung
vorgibt, anhand derer nun eine Forschungsreise ihren Lauf nimmt. Der Weg, die Wege die dabei beschritten werden sind dabei einerseits durch die Bezogenheit auf die „Erforschung" des Feldes markiert, andererseits entwickeln sie sich in verschiedene Richtungen. Nebenwege müssen gesichtet werden, kleine Feldwege werden begangen, bekannte und vielleicht unbekannte Phänomene tauchen auf, gleich Inseln auf einer Erkundungsfahrt übers Meer." Wendelin Pressl |
Kurz-Biographie: geb. 1971 in Graz, lebt in Wien und Bad Aussee. Zwei Semester Kunstgeschichte in Graz, 1991 bis 1993 Meisterschule für Malerei bei Prof. Lojen in Graz. Von 1994 bis 2000 Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien Arnulf Rainer, Franz Graf, Herwig Zens und Edelbert Köb. 2004 Rom-Stipendium der Kunstsektion des Bundeskanzleramtes.
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