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IM FLUSS Gertrude Grossegger |
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Di, 25. Jän 05, 20 Uhr Kleiner Saal Eintritt: EUR 6,50/3,50 |
Lesung
und Buchpräsentation Musik: Peter N. Gruber |
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"und sie schlagen die hände aufeinander und schlagen und schlagen und schlagen dass es klatscht und der frau eine kaugummiblase vor das gesicht dass sie platzt aus ihr aus ihr heraus die wut dass sie aufspringt die frau und dass sie zuschlägt zuschlägt das fenster"
(aus: „im zug“) |
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"sieht gestern noch aus die bananenschale wie eine und heute wie ganz ein verschrumpelter frosch sieht sie aus und ähnlich werden wir uns ähnlich werden wir danach sehr ähnlich ganz gleich"
(aus: „so fein“) |
Gertrude Grossegger hat sich unaufgeregt und konsequent vom absoluten Geheimtipp zu einer Autorin, die aufmerken lässt, entwickelt. Gut so, wenn auch nicht selbstverständlich im Vermittlungs-Getöse dieser Tage, ist ihr laute (Selbst)Inszenierung doch fremd, sie lebt eher zurückgezogen auf dem Land (und nicht in Graz oder Berlin).
Gertrude
Grossegger wird den Lyrikband „im fluss“ vorstellen, der im Herbst 04 in
der Bibliothek der Provinz erschienen ist. Die Gedichte sind, wie Petra
Ganglbauer in der Einleitung schreibt, hart aus dem Leben gegriffen und in
der Stimmführung sehr emotional gefärbt. Mit Titeln so lapidar wie das
dorf, im zug, so fein sind sie überschrieben und lakonisch bis ruppig
erzählt. Ja, diesen Gedichten ist ein erzählendes Moment inhärent, das
jedoch durch ausgeklügelte Wiederholungsverfahren, durchgehende
Rhythmisierung und Gliederung in Verszeilen lyrisch kontextualisiert wird.
Vor allem die breite Palette an Wiederholungsmustern, die eine
musikalische Grundstruktur bildet, ist beeindruckend. Lieder, Tänze, die
den Fuß fest aufsetzen lassen, fallen einem ein, nur eben in radikal
zeitgemäße Form gebracht. „im dorf bist du eingebettet / du hast das dorf
/ das dorf hat dich / der mensch hat das dorf gemacht / der bach das
bett.“ Mit lyrisch-musikalischen Mitteln erzeugt Gertrude Grossegger einen
eigenwilligen Sog, der durch die schnörkellose Pointierung auf
inhaltlicher Ebene noch verstärkt wird. Kühn einfach, wie sie Bilder und
Metaphern aus der Sphäre des Alltags wie des Alltäglichen holt und
leichthändig in den lyrischen Raum stellt (Licht drauf tut rhythmisch und
musikalisch) ohne zu vergröbern oder zu verkleinern. |
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Gertrude Maria Grossegger geb. 1957; Kindheit in Mühlen, Murau; Mus.päd. RG Graz/Eggenberg; Pädagogische Akademie Graz/Eggenberg (Deutsch/Bildnerische Erziehung); Lehrerin in Gleisdorf; lebt in Eichkögl, Feldbach; schreibt Lyrik, Kurzprosa und Drama
Auszeichnungen und Preise Literaturpreis „Theater im Kürbis“ Wies, 2001 Minna Kautzky – Preisträgerin 2002 Romstipendium des Bundeskanzleramtes, September 2004
Veröffentlichungen Dramatische Texte, uniT Literaturfestival, Bildungshaus Retzhof, 2002 Neue Gedichte, Radio „Forum Steiermark“, Dr. Heinz Hartwig, 2003 „es blieb was sie sah – gedichte und bilder“, Verlag Bibliothek der Provinz, 2003 „lebensabschnittspartnerin“, Anthologie „Grazer Tagebuch“, Steirische Verlagsgesellschaft, 2004 Veröffentlichung in der Literaturzeitschrift „sterz“, Nr. 95/96, Juni 2004 „im fluss – gedichte“, Verlag Bibliothek der Provinz, 2004
Veröffentlichung in der
Literaturzeitschrift „lichtungen“, Nr. 99, Sept. 2004 |
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